EEG 2.0 Dummheit Nr. 3

Die dritte Dummheit im EEG 2.0 vom Wirtschafts- und Energieminister ist schnell und kurz beschrieben. Er schätzt die Situation/Entwicklung von Geothermie und Wasserkraft vollkommen falsch ein!

„Bei der Geothermie und Wasserkraft sind aufgrund der Marktentwicklung keine Maßnahmen zur Mengensteuerung erforderlich.“

Diese Aussage ist doch der Brüller oder? Die Geothermie Kraftwerke können an einer Hand abgezählt werden und bei der Wasserkraft sind Planungszeiten von 5 Jahren die Regel. Wo soll denn da ein Markt entstehen wenn permanent an den Vergütungssätzen herumgespielt wird…

„e)    Wasserkraft
Die Förderung der Wasserkraft wird im Grundsatz fortgeführt. Die Voraussetzungen für die Förderung werden vereinfacht.

f)    Geothermie
Die Förderung der Geothermie wird im Grundsatz fortgeführt. Der Technologiebonus wird gestrichen.“

Beide Technologien könnten an geeigneten Standorten ihren Beitrag zur Energieautonomie beitragen. Aber mit solchen oberflächlichen Aussagen werden diese beiden Techniken weiterhin die Stiefmütterchen der Energiewendewendewende bleiben. Ich kann nachvollziehen, dass Herr Gabriel sich Vorrangig um die Abschaltung der Atomkraftwerke kümmern muss, aber ein kleiner Hinweis in seinem EEG 2.0, dass die Wasserkraft und die Geothermie auf der Fachebene die Unterstützung seines Ministeriums erhält, wäre schon hilfreich gewesen.

Auf jeden Fall ist es eine große Dummheit diese beiden Techniken nicht stärker zu fördern. Selbst wenn diese Techniken in Deutschland nur einen kleinen Anteil an der 100% Versorgung mit Erneuerbarer Energie beitragen können. Aber eine Technikführerschaft und der Export dieser Technik würde uns gut zu Gesicht stehen. Eine Energieautonomie umfasst alle Arten der Energieerzeugung, auch Geothermie und Wasserkraft.

2 Gedanken zu „EEG 2.0 Dummheit Nr. 3

  1. Rainer

    Wie werden „wir“ diese Hilflosigkeit wohl bezahlen ?

    Angesichts eines weiter wachsenden Weltenergiebedarfs meint „wir“ hauptsächlich unsere Enkel – Kinder und wenn es so weitergeht wohl auch wir. Der Stromanteil, seine „Beteiligung“ am jährlichen Primärenergiebedarf ist vergleichsweise „klein“ aber ein Indikator für das was tatsächlich passiert. Ganz offensichtlich will keiner – ganz besonders Politiker – zugeben wir kratzen bereits den Topf aus. Von vier meist sinnlos vergeudeten „Barrel Oil“ wird nur einer neu hinzugefunden. Oder anders gesagt (Basis „US dry barrel: 7,056 cubic inches (115.6 L)“) -462,4 Liter +115,6 = -346,8 Liter…..

    Wer vehement bestreitet, „wir“ wären nah am „Peak Oil“ angelangt, der hat nicht wirklich verstanden, den haben „wir“ ganz offensichtlich bereits hinter uns. Mathematik kann nicht lügen. Allenfalls wird mit falschen Parametern gerechnet. Exponentielles Wachstum ist überall in der „Natur“ zu finden. Doch die Natur kennt kein „immerwährendes Wachstum“. Das Ende derartiger Prozesse ist immer voraussehbar. Feuer dem die „Nahrung“ ausgeht erlischt am Ende immer. Was zurückbleibt ist Asche.

    Alle Langzeitgrafiken zeigen das selbe Bild. Mit Beginn des 19. Jahrhunderts begann eine ständiger Anstieg der Weltbevölkerung und ein (verglichen mit den Jahrhunderten davor) bis dahin unbekannter Raubau an allem was der Planet „zu bieten“ hatte. Es ist relativ einfach zu prognostizieren was passieren wird wenn ein Vorgang permanent eine Steigerung beinhaltet. „Jährlich notwendiges Wachstum“, die „Religion“ des vergangenen und laufenden Jahrhunderts, bedeutet genau so eine offensichtlich für Menschen nicht wirklich wahrnehmbares, am Ende tödliches Verfahren.

    Erstaunlich für mich, es gibt da eine Zahl mit der jeder ohne allzugroße mathematische Kenntnisse „voraussagen kann“ ob etwas falsch – besser „unmöglich“ ist. Wenn ich das richtig verstanden habe die Zahl ist aus dem Logarithmus 2 entstanden. Doch da es funktioniert, ist das eher drittrangig. Diese Zahl ist 70. Mit Hilfe einer einfachen Division eben dieser Zahl, kann jeder der einen Taschenrechner besitzt (oder einen geeigneten Kopf) sofort ausrechnen was „passiert“ wenn ein bestimmter Prozentsatz für jährliches Wachstum angegeben wird. Das Ergebnis einer solch simplen Berechnung ist die Anzahl der Jahre nach denen sich der Anfangswert (auf den sich der Prozentsatz bezieht) verdoppeln wird. Die Abweichungen sind unwesentlich. Jeder der einen PC hat kann das mittels einer flexiblen Tabellenkalkulation nachvollziehen.

    Wer glaubt (wie die nun bei Procon Betroffenen) eine Prozentsatz von 7 % jährlich wäre „möglich“ möge 70 durch sieben teilen und oh Wunder der Mathematik, es kommen 10 Jahre heraus. Bis dahin hat sich das Kapital durch Zinseszins verdoppelt. Kapital, bedeutet in diesem Beispiel nicht einfach „Fiat Geld“ nein es bedeutet die Anlagen – „Hardware“ muss sozusagen nun zweimal soviel da sein. Treibt man den Irrsinn solcher Annahmen weiter, sind das in weiteren zehn Jahren viermal soviel – nach dreißig Jahren bereits achtmal usw. usf. Das berüchtigte „Wirtschaftswachstum“ von 2% bedeutet Verdoppelung in jeweils 35 Jahren – z.Z. weniger als ein („westliches“) Leben dauert.

    Wer diese „der König schenkt seinem Mitspieler für jedes Feld auf dem Schachbrett immer doppelt so viele Reiskörner wie davor“ Geschichte noch nicht verstanden hat, wir jetzt hoffentlich besser verstehen – ein Schachbrett hat 64 Felder und aus 2 hoch 64 werden 18.446.744.073.709.600.000 Reiskörner. Wer penibel ist wird noch ausrechnen wollen wie viele Tonnen Reis das sein mögen… Der ganze Planet könnte soviel Reis niemals produzieren. Genau darum geht es. Wer meint etwas (Menschen, Nahrungsmittel, Energie, Produktion usw.) könne ständig „prozentual gesteigert werden“ hat nix begriffen. Schlimmer noch, wer diesen Weg schon eine „Strecke gegangen ist“, wird feststellen, auf einem bereits hohen Niveau hilft selbst „Nullwachstum“ nichts. Weiterhin muss dann eben diese Niveau „gehalten werden“

    Dumm nur, in einer durchaus endlichen Welt ist selbst dies nicht möglich. Was unweigerlich folgt ist eine „prozentualer Abstieg“ der irgendwo gen Null führt. Sonderfall der permanente prozentuale „Anstieg“ auf der Basis einer „endlichen Masse“. Da wird eine schöne Glockenkurve draus. Nach allem was ich inzwischen weiß, sind „wir“ längst „irgendwo“ auf der „Rückseite“ dieser Glocke. Leider nicht was die Zahl der bereits vorhandenen Menschen angeht – wenn alles andere abnimmt, was wird da aus all den „überflüssigen“ Menschen ?

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  2. Pingback: Das Energiewende-Dilemma des Sigmar Gabriel

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