Wer schreibt der bleibt!

Diese alte Skatregel gilt auch heute noch! Gut einen Monat nach der 3. Sitzung des Infoforums zum Rückbau der Atomruinen in Biblis wurde das Protokoll veröffentlicht. Jetzt kann jeder selbst sich ein Urteil dazu bilden. Wie Bürgernah die Informationen des Öko-Institutes waren. Als Beispiel möchte ich nur die Folie 11 aus der Präsentation von Christian Küppers zeigen. Die komplette Präsentation kann als pdf im Protokoll aufgerufen werden.
Öko Institut Freimessung

Was sagt die Folie dem interessierten Anwohner?

Antwort: Mir sagt das nix!

Mir erscheint der ganze Vortrag als scheinheilig wenn ich die Schlussfolgerungen auf Folie 17 anschaue.

„Die Freigabe von gar nicht oder nur sehr gering radioaktiv belasteten Räumen und Materialien macht Sinn, wenn sie unter kontrollierten Bedingungen erfolgt.“ Wir sollen also die Freigabe der „sehr gering radioaktiv belasteten Materialien“ nur zum Zeitpunkt der Freigabe betrachten. Nicht die Jahrzehnte, Jahrhunderte oder gar Jahrtausende danach. Denn wenn sie mal auf der Hausmülldeponie liegen dann sind sie ja Hausmüll! Was mit dem Hausmüll danach „unkontrolliert“ passiert kann der Herr Küppers mit seinen Formeln natürlich nicht berechnen. Da muss jeder Körper dann selbst mit fertig werden…Schaut euch die Präsentation an inclusive drei ähnlicher Formeln die für Anwohner der Atomruinen gedacht war. Das „Öko-Institut“ wurde uns als Leckerli angepriesen! Als ob diese Präsentation auf die Bedenken der Anwohner auch nur im Geringsten eingegangen wäre…

Meine Fragen zur Finanzierung (gestellt im August 2014) des Rückbaus entwickeln sich zur „never ending story„. Dabei sind die Fragen doch klar verständlich und könnten kurz und knapp beantwortet werden!

Ich will doch nur drei einfache Antworten auf diese Fragen:

Entspricht der Monitor Bericht der Wahrheit?
Wurden die Atomruinen in Biblis auch in eine Tochtergesellschaft übergeben?
Wie ist der Name Tochtergesellschaft von der RWE AG?

Ich wiederhole hier die Fragen weil im Infoforum niemand wusste was ich gefragt habe. Die Sitzungsleitung hatte die Fragen nicht veröffentlich! Im Protokoll bleibt man diesem Stil treu und veröffentlicht alle Fragen (auch die 31 Fragen von Ingo!) nur meine Fragen werden „per Prosa“ protokolliert.
Anfrage von Herrn Renz. Sicherung der Finanzierung des Rückbaus.“

Dass RWE zur Beantwortung dieser Frage angesprochen wurde habe ich auch schon geschrieben. Aber auf einen Satz im Protokoll möchte ich schon hinweisen. Wobei dieser Satz natürlich keinerlei rechtliche Bedeutung hat und wenn wir über den Rückbau von zwei Atomruinen reden werden nur die Dinge zählen die rechtlich „atombombensicher“ abgedeckt sind. Es ist der letzte Satz wie er vom Kraftwerksleiter zitiert wird:
„Dies gilt auch für den Rückbau, so dass die finanzielle Vorsorgemaßnahme entsprechend verlängert werden muss.“

Aus meiner Sicht ist es die Bestätigung des Monitor Berichtes. Der Rückbau deutsche Atomkraftwerke ist nur bis 2022 durch die Mutterkonzerne abgedeckt. Danach „muß die finanzielle Vorsorgemaßnahme entsprechend verlängert werden„.

Wer glaubt ein Dax-Konzern würde so einfach die Risiken (Kosten) des Rückbaus von Atomruinen länger wie rechtlich vereinbart übernehmen, der hat nicht mehr alle Tassen im Schrank!

Ab 2022 zahlt der Bürger, fangt schon an zu sparen RWE wird nix mehr dazugeben!

P.S.: Übrigens war die FDP schon wieder nicht anwesend! Weiß jemand ob es die noch gibt?

3 Gedanken zu „Wer schreibt der bleibt!

  1. U. Schwiedop

    Hallo Herr Renz,
    “Die Freigabe von gar nicht oder nur sehr gering radioaktiv belasteten Räumen und Materialien macht Sinn, wenn sie unter kontrollierten Bedingungen erfolgt.” Wir sollen also die Freigabe der “sehr gering radioaktiv belasteten Materialien” nur zum Zeitpunkt der Freigabe betrachten.

    Auch Sonnenflüsterern sollte klar sein, dass die Radioaktivität eines Materials immer weiter abnimmt. Sonst müsste ja auch der normale Hausmüll schrecklich gefährlich sein.

    Ach noch was: als echter ölo finden Sie Pelletheizungen sicher toll und wissen auch, dass Holzasche wegen des hohen Kaliumgehalts ziemlich radioaktiv ist ….

    Gruß Schwiedop

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    1. Erhard Beitragsautor

      Hallo Herr Schwiedop,

      wir reden aber nicht über ein paar abgebrannte Pellets sondern über richtig viel leicht radioaktives Material. Da werden einige LKW’s durch die Lande gefahren…
      Dieses leicht radioaktive Material bekommen nun Menschen vor die Haustür geschüttet und der Konzern der damit Jahrzehntelang Geld gemacht hat ist fein raus.
      Die Wiederverwendung (z.B. bei Metallen) ist auch nicht ausgeschlossen. Ich bin inzwischen der Meinung dieses ganze „leicht radioaktive Material“ sollte bundesweit an einer abgelegenen Stelle gelagert werden und nicht auf eine x-beliebige Hausmülldeponie verbracht werden.

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  2. Rainer

    Nun ja Herr U. Schwiedop hat versucht Deine Bedenken nun nicht etwa zu zerstreuen, sonder eher, in den von allen Seiten erfolgenden radioaktiven Beeinträchtigungen wenigstens zu „relativieren“. Nun ist mir gegenwärtig nicht bekannt wie groß – oder klein der Anteil an Cobalt 60 bzw. Cäsium 137 wohl in Pellets heute im Jahre des Herrn 2014 sein mag.

    Jedenfalls lässt sich hier „Parlamentarische Anfragen“ Europäisches Parlament vom 17.09.2009 mehr herausfinden. Betroffen waren Importe aus „baltischen Staaten“ nach Italien.

    ZITAT : Diesen Bekanntmachungen folgten flächendeckende Maßnahmen, die von der Staatsanwaltschaft in Aosta am 13. Juni 2009 beschlossen wurden. Eine Analyse der Gammaspektren des radioaktiven Gehalts der Holzpellets und ihrer Verbrennungsrückstände wurde vom Area operative radioattatività ambientale dell‘ Agenzia Regionale per la Protezione dell‘ Ambiente (ARPA) regione autonoma Valle d‘ Aosta durchgeführt. Die Holzpellets wurden von der Feuerwehr in Valdostano (Corpo Valdostano dei Vigili del Fuoco) am 13. und 15. Juni 2009 sichergestellt.

    2. Angesichts der vorliegenden Nachweise kann die Kommission bestätigen, dass die Pellets nicht äußerlich kontaminiert sind.

    3. Der Cs-137-Gehalt der Pellets liegt ungefähr zwischen 10 und 320 Becquerel je Kilogramm (Bq/kg). Eine Aschenprobe zeigte eine Konzentration von etwa 46 000 Bq/kg.
    ZITAT /

    Schön wie „nachhaltig“ sich die „friedliche Nutzung der Atomenergie“ überall einnistet um dann bei „Bedarf“ (Hallo Herr U. Schwiedrop) auch schon mal als „Gegenargument nutzbar“ zu werden.

    Auch das „Regierungspräsidium Darmstadt“ möchte ganz sicher beruhigend auf „uns“ einwirken :

    ZITAT
    Radioaktive Stoffe außerhalb von Kernkraftwerken

    Die Vorstellung, radioaktive Stoffe kämen ausschließlich in Kernkraftwerken und Atombomben vor, ist ebenso weit verbreitet wie falsch. Radioaktivität und ionisierende Strahlung sind zunächst einmal überall vorhandene, natürliche Phänomene. Der Gesetzgeber unterscheidet zwei Arten radioaktiver Stoffe (Atomgesetz – AtG § 2):

    1. besondere spaltbare Stoffe (Kernbrennstoffe), mit deren Hilfe eine sich selbst tragende Kettenreaktion aufrechterhalten werden kann (i. d. R. Pu-239, Pu-241, U-233 und mit den Isotopen 233 oder 235 angereichertes Uran).

    2. Stoffe, die ionisierende Strahlen spontan aussenden, ohne aber Kernbrennstoffe zu sein (sonstige radioaktive Stoffe).

    Auch außerhalb des Kernbrennstoffkreislaufs werden radioaktive Stoffe und Geräte zur Erzeugung von ionisierender Strahlung in einer Vielzahl medizinischer, technischer und wissenschaftlicher Anwendungen eingesetzt. Wer hätte z. B. gewusst, dass

    die medizinische Diagnose in einigen Bereichen auf der Applikation radioaktiver Isotope basiert und die Strahlentherapie oft die einzige Behandlungsmethode bei Krebserkrankungen ist,
    praktisch jeder Industriezweig Radioisotope in irgendeiner Form zur Messung von Dicken, Dichte, Feuchte, Fließgeschwindigkeiten etc. verwendet,
    radioaktive Substanzen in vielen Labors der Chemie- oder Pharmaforschung zu Markierungszwecken eingesetzt werden,
    die empfindlichsten und schnellsten Feuer- und Rauchmeldeanlagen mit einer kleinen Menge radioaktiven Stoffs betrieben werden,
    die meisten Brauereien die korrekte Füllung ihrer Bierflaschen und -fässer per Durchleuchtung mit ionisierender Strahlung überprüfen,
    zerstörungsfreie Werkstoffprüfungen wie z. B. die Feststellung von Rissen in Pipelines, Druckbehältern, unterirdischen Rohrleitungen oder Betonfundamenten ohne radioaktive Strahler nicht möglich wären,
    von etwa 500 000 Versandstücken mit radioaktiven Stoffen, die pro Jahr in der Bundesrepublik befördert werden, nur ein kleiner Bruchteil auf den Transport von Kernbrennstoffen (Stichwort „Castor“) entfallen, während die überwiegende Menge Radiopharmaka oder technische Prüfstoffe enthält?

    Auch diese Tätigkeiten sind zum Schutz der Bevölkerung und der Umwelt durch das Atomgesetz, die Strahlenschutzverordnung und weitere Vorschriften gesetzlich geregelt. Der Umgang mit radioaktiven Stoffen oder die Erzeugung ionisierender Strahlung bedürfen i. d. R. der Genehmigung und unterliegen strenger staatlicher Aufsicht. Ein Großteil dieser Arbeiten wird in Hessen durch die Abteilungen Arbeitsschutz und Umwelt der Regierungspräsidien geleistet.

    Wenn das nicht beruhigend ist 😯

    Mit LINKS und etwas übersichtlicher – einfach „Rainer“ klicken

    Nun ja – wenn also etwas von den „radioaktiven Stoffe bislang innerhalb von Kernkraftwerken“ zu „radioaktiven Stoffen außerhalb von Kernkraftwerken“ wird ? Hmm… ein paar Gedanken sollte man / frau sich da schon machen dürfen. Auch dann, wenn andere Aktionen wie z.B. das Verbrennen von Holz „ältere“ Kontamination EBENFALLS außerhalb von Kernkraftwerken „freisetzt“.

    Ein wunderhübsche Euphemismus – ein bislang „gefangenes Wesen“ darf in die Freiheit entlassen werden – 😥

    Ach ja Herr U. Schwiedop angesichts der Halbwertzeit rad. Cäsiums von 30,2 a müsste ich, um das zu erleben ~“neunzig“ werden, und ob das „Cobalt 60“ unter diesen Umständen bei mir noch ernsthafte Folgen „zeitigt“ ist ebenso fraglich. Da werde ich rein statistisch gesehen, wohl eher vorher „totgefahren“ oder was einem sonst noch widerfahren kann. Leider weiß ich und vermutlich auch sie der selbsternannte Berufsrelativierer nicht, wie das wohl unsere Enkel „beeinflussen“ wird 🙁

    Ach ja, wer seine Hütte vernünftig dämmt, muss auch kaum noch Pellets oder sonstiges Zeug verbrennen…

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