Offshore Windpark Butendiek liefert Strom

Ich könnte heulen! Da liefert „mein Offshore Windpark“ Strom und ich darf nur zuschauen! Nun ja, wie immer übertreib ich ein klitzeklein wenig, wenn ich schreibe „mein Offshore Windpark“ schließlich waren wir mehr als 8.800 Butendieker die den Offshore Windpark bauen wollten. Damals vor 14 Jahren!

Es sollte ein echter Bürgerwindpark geben wie an Land eben. Die Gemeinschaft von 9 schleswig-holsteinischen Bürgern gegründet suchte 20.000 „Bürgerinnen und Bürger sowie Gäste des Landes Schleswig-Holstein“ die bereit waren 250 Euro zu investieren.

Klar, dass der Sonnenflüsterer als „Gast des Landes Schleswig-Holstein“ sich einen Anteil sicherte und dabei sein wollte. Ich hatte bewusst nur einen Anteil gezeichnet weil wir ja möglichst vielen Bürgern und Bürgerinnen die Chance geben wollten dabei zu sein.
Am Schluss waren es dann mehr als 8.800 die mindestens einen Anteil gezeichnet hatten und in Summe waren die 20.000 Anteile gezeichnet worden.
Ich will hier nicht die Höhen (Einer der ersten Offshore Windparkgenehmigung!) und die Tiefen der letzten 14 Jahre einzeln durchgehen denn inzwischen befindet sich die Butendiek GmbH & Co. KG in der „Auflösung“. Wir die über 8.800 Bürger und Bürgerinnen dürfen nur noch zusehen wie die neuen Eigentümer z.B. wpd der Marguerite Fund, Siemens Financial Services, Industriens Pension (IP), Pensionskassernes Administration (PKA), CDC Infrastructure und die ewz (Elektrizitätswerk der Stadt Zürich) sich die inzwischen verdoppelte Vergütung in die Taschen stecken dürfen.
Auch wenn wir die Investitionshöhe in 2001 gnadenlos unterschätzt (350-400 Millionen Euro) unterschätzt haben. Der Inbetriebnahmezeitpunkt nur von euphorischen Windfreunden auf 2006 veranschlagt werden konnte.
Wir sind damals das Projekt mit Erneuerbarem Elan angegangen und wenn wir die entschlossene politische Unterstützung gehabt hätten wäre der Offshore Windpark heute mit BürgerInnen realisiert.
Aber die Politik und die Banken glauben ja nicht an ihre Bürger.
Politik vertraut Banken, Pensionsfonds vertrauen Politiker und Banken vertrauen Pensionsfonds.
Ob das Wort vertrauen durch Abhängigkeit ersetzt werden muss kann sich jeder selbst überlegen. Jedenfalls sind die Bürger draußen und schauen zu wie hinter verschlossenen Türen die Renditen verteilt werden. Noch auf der Husum 2010 hatten wir die Hoffnungen dass der Windpark in den Händen der BürgerInnen bleibt. Inzwischen ist dies alles Schall und Rauch!

2 Gedanken zu „Offshore Windpark Butendiek liefert Strom

  1. Juergen

    Hi,

    so ist das leider in einer Marktwirtschaft. Da hat der Macht, der Geld hat. Oder er hat Geld, wenn er Macht hat. Also ist Geld = Macht, bzw. Macht = Geld. Dann ist Geld ja Geldmacht, bzw. Machtgeld. Klasse.

    Von dieser Geldmacht möchte jeder so viel wie möglich haben. Kann ja nicht schaden. So sind eben die Menschen, weil wir ja in einer Marktwirtschaft leben, und leben heist ja auch „überleben“, das wieder geht aber nur mit Geld (so viel wie möglich davon = so gut wie möglich überleben?). Klasse.

    Vergessen wird aber, dass man hier als Mensch nur eine extrem kurze Zeit lebt, nichts mitnehmen kann (wahrscheinlich jedenfalls nicht), und somit eigentlich auch seine Umwelt vernünftig hinterlassen sollte. Aber wem kratzt das schon?

    Also ich bin für Windparks. Man sollte sie nur nicht an jeder Straßenecke aufbauen, sondern besser dort, wo sie niemandem stören. Aber genau genommen geht das – eigentlich – nicht, denn irgendwem, oder irgendwas (Umwelt) wird sich immer gestört fühlen. Komisch nur, dass es so viele AKWs gibt, und so viele Kohlekraftwerke. Die stören Menschen und Umwelt doch massiv.

    Grüße
    J

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  2. Schegal

    „2003 als Bürgerwindpark geplant, der sich aber aufgrund von Preissteigerungen, Finanzierungsproblemen und verschiedenen Querelen als nicht umsetzbar erwies, stößt das Bauvorhaben immer wieder auf Kritik. Eine Befürchtung der Insulaner war, dass aufgrund der 150 Meter hohen Windturbinen weniger Urlauber auf die Insel kommen würden und der freien Blick auf den Horizont einschränkt werde. Diese Angst versucht Unternehmenssprecher Schnibbe zu nehmen: „Aus unserer Erfahrung bisheriger Bautätigkeiten sind die visuelle Belastungen der Windkraftanlagen nur gering“, sagt er, und ergänzt, „aufgrund der Wetterverhältnisse, der Erdkrümmung und angesichts der 32 Kilometer Küstenentfernung werden die Anlagen des Offshore-Windparks landseitig ausgesprochen selten zu sehen sein.“

    Neben der Angst vor einer zu deutlichen Sichtbarkeit der Windkraftanlagen befürchteten Naturschützer Auswirkungen auf das Ökosystem und die Population von Schweinswalen durch den Lärm der Bohrungen in 20 Metern Tiefe. Bei der Rammung mit einem hydraulischen Hammer, so äußerte sich der Vorstand der Anti-Butendiek-Gruppe „Gegenwind“, würde Lärm von über 160 Dezibel verursacht, der einer Artillerie-Stellung gleichkäme.

    Unter anderem aus Sorge um die Schweinswale hatte auch der Naturschutzbund Nabu im April vergangenen Jahres eine sogenannte Umweltschadensgesetzklage beim Verwaltungsgericht Köln eingereicht, die allerdings keine Konsequenzen hatte. Grund für die Klage waren ebenfalls Flugbeobachtungen vor der Sylter Küste, die laut Nabu belegten, dass deutlich weniger Tiere in der betroffenen Region gezählt wurden als gewöhnlich. Damt lag nach Nabu-Meinung ein Verstoß gegen geltendes Naturrecht vor.

    Neben der Sorge um die Meerestiere befürchteten die Butendiek-Gegner Schäden für die Vögel, außerdem wurde mehr Transparenz von den Betreibern und den zuständigen Bundesämtern zu den Auswirkungen des Windparks auf die Meeresumwelt gefordert.“
    http://www.shz.de/lokales/sylter-rundschau/offshore-windpark-butendiek-liefert-jetzt-den-ersten-strom-id8886236.html

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