Windkraft Rekorde in 2014

Für mich waren die Zubau Zahlen der Windbranche nicht überraschend. Wenn die Politik ein gut funktionierendes System (EEG-Vergütung) verlässt und ein Gesetz ab 2017 erlässt in dem ein Neues System „blumig umschrieben“ wird, dann muss niemand sich wundern dass alle Projektierer versuchen noch im alten System ihre Windkraftanlagen zu bauen. Mit dem realisierten Bau der Windparks sichern sich die Projektierer eine gesicherte Vergütung für die nächsten 20 Jahre. Wer seinen Windpark erst in 2017 fertigstellt kann heute nicht sagen ob er seinen Strom verkaufen kann. Das Geschäftsmodell ist von der Politik bewusst noch nicht festgelegt! Damit werden sich Windparkprojektierer nur noch mit Windparks beschäftigen die eine reale Realisierungschance bis Ende 2016 haben. Alle anderen Projekte liegen auf Eis! Wir werden deshalb auch 2015 und 2016 weitere Zubau Rekorde in der Windenergie erleben. Dafür wird der Absturz in 2017 auf 2.500 MW für die Branche fürchterlich sein! Nun ja Angela Merkel nennt dies dann die Wind Atempause.

Schauen wir uns mal die Statistiken für die gesamte Republik an.Deutschland bis 2014
Quelle: Bundesverband Wind Energie e.V.

Der Zubau Rekord in 2014 ist fast um 50% höher wie der Rekord aus dem Jahr 2002 damals mit 3.247 MW. So wie ich es auf der Länderseite des BWE recherchieren konnte war der „Knaller“ Zubau in Schleswig-Holstein zu vermelden. In Summe wurden dort 1.303 MW zugebaut! Nur mal so als Vergleich, in Hessen sind insgesamt 1.181 MW insgesamt installiert!

Schleswig Holstein
Quelle: Bundesverband Wind Energie e.V.

Als nächstes möchte ich die Südländer Bayern, Baden Württemberg, Rheinland Pfalz und Hessen miteinander vergleichen. Dazu habe ich die Werte vom BWE in einer Zubau Grafik verwandelt.

Windenergie Zubau von 2000-2014

Zu erkennen ist der negativ Extremist Baden Württemberg (rote Linie) die auf niedrigstem Zubau Niveau vor sich hindümpeln. Da wirken immer noch die teuflischen Windkraftverdammungen vom Ex Ministerpräsidenten nach. Der Grüne Vorzeige Ministerpräsident hat da noch einiges zu tun.
Die Hessen (blaue Linie) kraxeln langsam in die Höhe. Trotzdem ist der Zubau in keinster Weise geeignet die Ziele des Hessischen Energiegipfels zu erreichen. Auch hier haben die Grünen Hessischen Minister Tarek Al Wazir und Priska Hinz noch einige Hausaufgaben zu bewältigen um dem Anschluss an den Bundesweiten Ausbau überhaupt noch hin zu kriegen. Immer dran denken auch in Hessen ist 2017 erst mal Schluß mit Windrad Zubau!
Für mich die Überraschung waren die Zubau Zahlen aus Bayern (grüne Linie)! Alle Achtung Herr Drehhofer da wird mir mal wieder klar dass mein Solarfreund Professor Ernst Schrimpff schon vor mehr als 10 Jahren mit folgender Aussage recht hatte:

„Wenn man uns Bayern vorschreiben will was gut und schlecht ist dann stellen wir uns auf stur. Nur deshalb war die Photovoltaik in Bayern so erfolgreich”. Zitat aus einem Vortrag in 2004 von Ernst in Berlin auf der Regiosolar.

Es ist also ein Unterschied was der Landesfürst schwätzt und wie der bayrische Bürger handelt!

Dass Politik und Bürger gemeinsam den Ausbau kontinuierlich stemmen können zeigt Rheinland Pfalz (graue Linie). Dort kann seit 2010 ein kräftiger Ausbau der Windräder verfolgt werden.

Sicherlich gäbe es noch weitere Bundesländer die näher Beleuchtet werden könnten aber für mich als Südhessen sind die vorgestellten Entwicklungen real greifbar. Es ist aber auch für mich klar ersichtlich dass dieser Ausbau nur das letzte Aufbäumen vor dem grandiosen Absturz in 2017 ist. Wie soll eine Ausschreibung funktionieren die nur 2.500 MW im Jahr zubauen will? Wie soll eine regionale Verteilung der Genehmigung erfolgen wenn nachweislich der Wind unterschiedlich weht? Die schwarz/rote Koalition hat keine Antworten und ihre „klammheimliche Freude“ über den Absturz der Onshore Windenergie und damit der Bürgerprojekte höre ich jetzt schon! Wie hat heute Morgen Thorsten Grantner (Umweltgutachter) auf Twitter so schön geschrieben:

Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin Dr. Merkel, eine Atempause ist eine Pause ZUM Atmen, nicht VOM Atmen!

Die Windbranche muss endlich realisieren dass demnächst (2017) ihr die Luft zum Atmen genommen wird. Das Instrument der Ausschreibung führt direkt in die Arbeitslosigkeit von vielen Windparkprojektierer und lokalen Bürger Energie Gesellschaften.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.