Aktive Information über Radioaktivität

Es ist schon sechs Wochen her dass ich über die Atomruinen in Biblis geschrieben habe. Meine Frage nach den 40 Jahren Messwerte um das AKW wurde auch beantwortet. Es wurde jedes Jahr Null gemessen und somit könne man sich die Grafik ersparen. So steht es jedenfalls im Antwort-pdf des Ministeriums einzusehen unter „Fragen und Antworten aus den Sitzungen“ Stand 8.6.2015 Antwort „Jahreswerte der Umgebungsüberwachung“.

Viel spannender aber ist mein Forderung nach einem „aktiven Informationssystem über Radioaktivitätdie ich im direkten Kontakt mit dem Umweltministerium erarbeitet habe. Meine Forderungen und die Antworten des Ministeriums können hier eingesehen werden. Ich möchte nicht auf die Antworten des Ministerium hier und heute eingehen sondern meine Forderung kurz und knapp schildern. Ich vermute, dass ich beim Ministerium „am Ende der Fahnenstange“ angekommen bin was dort verantwortet werden kann.

Jetzt sind die Politik und die Öffentlichkeit gefragt.

Fakt ist in Biblis wird rund um die Atomruinen an vier stellen die Radioaktivität gemessen. Die Messdaten werden im 10 Minuten Takt auf das Rechenzentrum in Darmstadt übertragen.

Um diese Daten geht es. Ich möchte Zugriff haben auf diese Daten.

Die Verarbeitung dieser Daten habe ich angeboten. Es würden also erst einmal keine Kosten entstehen!

Wir (ich und einige Kollegen aus dem Kreis der Energieblogger) würden ein aktives Informationssystem installieren.

Was soll das System können:
Jeder kann sich an dem System mit seiner Mailadresse anmelden. Er wählt aus welche Messstellen für ihn interessant sind und ab welchem Messwert er per Mail informiert werden möchte. Sollte eine Messung den vom Bürger selbst festgelegten Wert überschreiten erhält dieser eine Mail.

So einfach ist mein „aktives Informationssystem über Radioaktivität“!

Bei Ebay oder Immobilienscout sind solche aktiven Info Systeme längst Standard. Warum also nicht auch Bürger über radioaktive Gefahren warnen?

Die Argumentationen des Ministeriums (Auszug) sind da wohl lächerlich…

„Es ist davon auszugehen, dass bereits eine fachlich nicht begleitete Kommunikation auffälliger Messergebnisse zu nicht steuerbaren Reaktionen in der Bevölkerung führen kann. Panik, Selbstevakuierung, Eigenmedikation (Iodtabletten) und damit einher gehend schädliche Auswirkungen wie Verkehrsunfälle mit ggf. Toten und Verletzten, Herzinfarkte und andere gesundheitliche Krisenreaktionen, entsprechende gesellschaftliche, betriebs- und volkswirtschaftliche Folgen können die unerwünschten Ergebnisse sein. Gerade in Zeiten moderner und schneller Kommunikationsmittel kann nicht davon ausgegangen werden, dass solche Informationen ausschließlich für individuelle Entscheidungen und Maßnahmen verwendet werden. Es ist vielmehr anzunehmen, dass sie unkontrolliert und exponentiell Verbreitung finden werden, einschließlich der oben skizzierten weitreichenden Auswirkungen.
Die zuständigen Behörden sind deshalb verpflichtet, solche Alarmierungen unbedingt und strikt in behördlicher Hand zu behalten, wobei gleichzeitig die verlässliche und rechtzeitige Durchführung sicherzustellen ist.“

Ich erspare mir heute meine Argumentation, wir sehen uns am 7.7.2015 in Biblis.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.