Atomprotest vor Historischem Rathaus
Gestern morgen um kurz nach 6 Uhr bin ich “zufällig”
am Historischen Rathaus von Michelstadt vorbeigekommen.
Auf dem historischen Marktplatz vor dem über 500 Jahre alten Rathaus lagen 126 gelbe Müllsäcke gekennzeichnet mit dem Radioaktiv Zeichen. Symbolischer hätte der Ort nicht gewählt werden können. Auf der einen Seite eines der ältesten Rathäuser Deutschlands auf der anderen der sorgsam von den Michelstädter Bürgern in gelben Säcken gesammelte Müll der letzten vier Wochen.
Der Bürger hat für die Entsorgung des Mülls bereits über den „Grünen Punkt“ bezahlt. Er muss nur noch den Verpackungsmüll ordentlich in Säcke verpacken, zwischenlagern und alle vier Wochen vor die Haustür legen. Dann kommt das Entsorgungsunternehmen und kümmert sich um die Verwertung der Wertstoffe.
Ganz anders sieht es in der Atomwirtschaft aus. Der hochgefährliche radioaktive Müll wird von den Betreibern der Atomkraftwerke einfach an den Staat übergeben. Natürlich kostenlos. Der Staat, besser gesagt die Allgemeinheit kann sich dann tausende von Jahre um den Lebensgefährlichen Dreck der Konzerne kümmern. Die Konzerne sprechen nur vom billigen Atomstrom und verunglimpfen die Erneuerbaren Energien. Da es derzeit weltweit kein Endlager für die strahlenden Fässer gibt wurden 126.000 Fässer in der Asse unfachmännisch eingelagert. Diese Fässer müssen bereits nach wenigen Jahrzehnten aus dem Salzstock geborgen werden. Natürlich auf Kosten der Bürger.

Der Michelstädter Protest macht deutlich wie wir momentan mit unserer Umwelt umgehen. Vor 500 Jahren wurde das Rathaus erbaut eine klitzekleine Zeitspanne im Vergleich zu dem strahlenden Müll den wir unseren Nachfahren aufbürden. Wer kann garantieren, dass die hochgefährlichen radioaktiven Stoffe auf jahrtausende gesichert gelagert werden. Wer übernimmt die Verantwortung?

Der friedliche Protest mit schwarz/gelben Säcken reiht sich in die Vielfältigen Aktionen der Anti-Atom Bewegung ein. Am Montag standen 5.000 Menschen an 60 Büros von CDU/CSU und FDP Bundestagsabgeordneten und schlugen lautstark Alarm. Heute wurde vor einem der ältesten Rathäuser Deutschlands und morgen kann an jedem Ort in Deutschland diese Aktion kopiert werden. Der Protest geht weiter bis alle Atomkraftwerke abgeschaltet sind. Jeder Tag längere Laufzeit bringt mehr radioaktiven Müll und keiner weiß wohin damit.
Leider hat bisher noch keiner über diese Aktion berichtet. Eigentlich schade ich finde die Aktion Super!
Vielen Dank an diejenigen die sich den Gelben Säcken angenommen haben.



28. Juli 2010 um 20:04 Uhr
Und in 1 Million Jahren, wenn es selbst das Michelstädter Rathaus nicht mehr geben wird, wird der Atommüll noch strahlen…
Eine tolle Aktion mit einer pfiffigen Idee! Super.
28. Juli 2010 um 20:20 Uhr
Die gelben Säcke sind ein geniales Symbol.
Weiß doch jede/r, was er für teuer Geld da in die Hand bekommt: hauchdünne Tütchen, die vom ersten querliegenden Tetrapack aufgeschlitzt werden.
So sicher wie Atommüllfässer und computersimulationssichergerechnte Castoren.
Apropos sicher: ihr Kind sucht einen Ausbildungsplatz in einer arbeitsmarktkrisensicheren Branche? Ab auf die Uni und irgendwas mit ‘Nukleare Entsorgungstechnik’ studieren lassen.
Das wird dann zwar kein gesundheitssicherer Arbeitsplatz, aber zu tun gibt es genug. Auch Ihre Urenkel können getrost den einen Job der Mutter (oder meinetwegen auch des Vaters) erlernen und werden nicht einmal in ihrem Leben umschulen müssen.
Selbst wenn diese Ökospinner morgen die AKWs einfach be-setzen und still-legen.
Denn der Müll bleibt uns erhalten.
Ein Hoch auf die Zukunftsarbeitsplatzschaffer!
29. Juli 2010 um 09:32 Uhr
hallo,
eine klasse Idee, die wenig Aufwand bedarf, aber
für die BürgeInnen nachvollziehbar ist, was mit dem radioaktiven Müll (nicht) passiert.
Klasse. Nachahmenswert
gruß
1. August 2010 um 15:10 Uhr
Der LÜGENflüsterer schrieb folgendes:
“Der hochgefährliche radioaktive Müll wird von den Betreibern der Atomkraftwerke einfach an den Staat übergeben. Natürlich kostenlos.”
Natürlich wird/wurde der Müll NICHT kostenlos abgegeben sondern ordentlich entsorgt und bezahlt…. ABER DIE LÜGEN DES SONNENFLÜSTERERS sind bezeichnend für die LÜGEN-Anti-AKW-Lobby….. schon schade. dass so viele Menschen auf sie reinfallen….
1. August 2010 um 19:34 Uhr
@Janosch
Was verstehst du denn unter “ordentlich entsorgt”? Weltweit gibt es noch kein Endlager. Auch in Deutschland nicht. Aus den Augen und aus dem Sinn der Konzerne heißt noch lange nicht, dass nachfolgende Generationen den radioaktiven Atomscheiß nicht mehr beachten müssen.
Sie müssen sehr wohl darauf aufpassen und die Verantwortung tragen diejenigen die heute die Kohle mit machen. Die armen Lichter…
Ausserdem solltest du dir eine Brille zulegen. Ich bin der Sonnenflüsterer. Die Lügen überlasse ich der Atom-Branche…
2. August 2010 um 16:58 Uhr
Weltweit gibt es noch kein Endlager.
-> doch in Finnland, in Schweden, in den USAusw. Schwachaktive Abfälle werden in Belgien, Frankreich, USA, Spanien etc. endgelagert….
Auch in Deutschland nicht.
->Asse, Morsleben, Konrad, Gorleben, Herfa-Neurode, Heilbronn (Letztere sind Endlagerbeispiele für Hoch-Toxische-Stoffe für JahrmillionenJahre)
Aus den Augen und aus dem Sinn der Konzerne heißt noch lange nicht, dass nachfolgende Generationen den radioaktiven Atomscheiß nicht mehr beachten müssen.
->Nein, Endlagerung heißt ENDGÜLTIGE Lagerung, niemand, außer er möchte (weil Rohstoff) kommt mit den Abfällen in Berührung
Ausserdem solltest du dir eine Brille zulegen. Ich bin der Sonnenflüsterer. Die Lügen überlasse ich der Atom-Branche…
-> Du bist einfach nur arrogant und bist als Kind in den Trank der Weisheit gefallen, armer Kerl
2. August 2010 um 19:30 Uhr
@Janosch
Ich danke dem großen Klugscheißer für seine Micky Maus Aussagen.
Bevor du mir erklären willst, dass es auch Endlager für Handkäse gibt, geb ich dir folgenden TiP.
Mach dich vom Acker (Blog) mir gehen die Anonymen Kommentatoren ohne Verweis auf Ihre Quellen auf den Senkel.
2. August 2010 um 20:16 Uhr
[...] « Atomprotest vor Historischem Rathaus [...]
3. August 2010 um 11:51 Uhr
Hallo Anti-Atom-Bewegte,
prima Aktion! Derzeit spriesst überall in der Republik Widerstand und Protest - ob mit so kreativen unübersehbaren Aktionen wie der Euren, mit störenden Einzelaktionen oder mit massenhaftem Protest - weiter so und empfehlenswert! Auch in HD gab es am 26.7 einen atomAlarm vor der CDU-Zentrale. Wir waren von der Resonanz sehr positiv überrascht - über 100 AtomkraftgegnerInnen, wow! Gemeinsam können wir das schaffen - die besseren Argumtente haben wir sowieso.
Bis zum nächsten Mal
M. Weyland /BUND Rhein-Neckar-Odenwald
12. August 2010 um 20:33 Uhr
justusjodel an janoschjahn
Natürlich wird/wurde der Müll NICHT kostenlos abgegeben sondern vom
Steuerzahler für die nächsten 250.000 Jahre ordentlich bezahlt…. entsorgt ist er damit natürlich noch lange nicht, denn er strahlt die nächsten 250.000 Jahre weiter. ABER DIE LÜGEN DES janoschJahn sind
bezeichnend für die LÜGEN-AKW-Lobby….. schon schade. dass so viele Menschen auf sie reinfallen….
Wer so unterirdisch wenig Bildung hat wie JanoschLÜGENJahn, dem kann man nur seine primitiven Kommentare löschen, die sind nämlich noch schlimmer als der Atommüll, armer Kerl
13. August 2010 um 20:47 Uhr
Ich hab dem anonymen janosch den Saft abgedreht. Ausser Beschimpfungen kam ja nix mehr rüber!
Das ganze lenkt von der Super Aktion ab die in Michelstadt gelaufen ist und das wäre schade. Ich hoffe die Aktion gibt vielen Anlass mal drüber nachzudenken ebenfalls Aktionen durchzuführen.
Ich bin momentan auf einer guten Spur demnächst mehr.
Natürlich öffentlich. Ich muss mich doch nicht verstecken.