Wenn man im Geo-Naturpark derzeit wandern geht dann gibt es eine ganz besonder Sehenswürdigkeit. Ich habe das Bild vom “Hausberg” der Bensheimer dem Kirchberg vom Kirchberghäusel aus aufgenommen.
Die Aussicht geht in das hessische Ried. Im Vordergrund das Industriegebiet von Bensheim im Mittelpunkt das Atomkraftwerk Biblis mit seinen beiden Blöcken links “B” und rechts “A”. Die vier Kühltürme verschleudern ihre Wärmeenergie. Normalerweise wird die Wärme in den Rhein eingeleitet. Bei der derzeitigen Hitzewelle aber ist das Rheinwasser schon derart warm, dass die Wärme vom AKW unerwünscht ist. Deshalb das seltene Bild in Biblis, dass alle vier Kühltürme dampfen.
Welch eine Verschwendung von Energie ohne Nutzen werden zwei Drittel der Energie in die Umwelt abgegeben um ein drittel als Strom in die Leitung zu stopfen. Aufgrund der Restlaufzeiten von Biblis A und B könnte es das letzte mal sein, dass alle vier Kühltürme kühlen. Dann wäre dies ein historisches Bild. Ich werde jedenfalls alles dafür tun.
Ausserdem können die Windfreunde klar sehen es gibt immer noch keine Windräder im hessischen Ried. Die Erklärung warum hat unter anderem damit zu tun, dass der Rauch aus den Kühltürmen senkrecht nach oben steigt.
Nach der tollen Ballonaktion in Biblis hab ich mich ja entschlossen auch in Krümmel dabeizusein und ich bedaure keine Minute. Wie schon in Biblis ging es in aller Früh um 2 Uhr los mit dem aufblasen von 13.000 Luftballons. Diesmla kam erschwerend hinzu, dass die Schläuche vor dem AKW in Form des Radioaktiv Zeichens aufgebaut werden sollten. Deshalb gab es diesmal viele Schläuche die nur mit gelben oder schwarzen Ballons gefüllt wurden. Jeder Schlauch hatte seine eigene Länge und war von dem Ballonzauberer Wolfgang bestens vorbereitet worden.
Auch dieses mal mussten die Ballons vom Aktionsplatz bis vor das AKW von Helfern getragen werden. Wie abgezählt kamen diesmal 300 Personen. Das war knapp denn die letzte Ballonwurst die aus dem Zelt getragen werden musste hatte einen Träger zu wenig. Also musste durfte ich einspringen und hab die letzte Ballonwurst vors AKW getragen. Eigentlich wollte ich ja fotografieren. Aber so ist es nun mal.
Bevor ich mit allem wiederhole empfehle ich meine Bildersammlung. Wie beim letzten mal aufgeteilt auf zwei Alben. Die uploads-Kontingente für diesen Monat sind damit endgültig ausgenutzt. Viel Spaß beim Anschauen der Tödliche Nachbarn Aktion in Krümmel Teil1 und Teil2.
Es war eine sensationelle Aktion die Campact da auf die Beine gestellt hat. 12.000 Luftballons bringen die Botschaft “Ihr hab tödliche Nachbarn” auch wenn ihr weiter weg wohnt. Ich war von Anfang an dabei und von nachts 1 Uhr an bei der Luftballon Füllaktion bis zum Ende um 16 Uhr vor Ort in Biblis aktiv. Es hat viel Spaß gemacht und von der Aktion gibt es einen tollen Film.
Natürlich bin ich auch im Filmchen zu sehen. An einer Stelle ziemlich offensichtlich bei anderen Stellen (Zeitraffer) flitze ich zu schnell für das menschliche Auge durch das Bild.
Wenn ihr wissen wollt wo die Ballons gelandet sind und ob sie auch gefunden und an Campact wieder zurückgesendet wurden dann könnt ihr dies in einer speziellen Landkarte nachschauen. Ich hätte jedenfalls nicht gedacht, dass die Ballons so weit fliegen!
Ja, ja die RWE verbietet die Ballonaktion von Campact. Da lach ich doch. RWE hat nix zu verbieten. Wir machen natürlich die Ballonaktion ob es RWE passt oder nicht. Wir werden die Aktion nicht auf dem Gelände von RWE machen. Das mag sein ist aber unerheblich.
Mehr als 18.000 Luftballons werden auf die “Tödlichen Nachbarn” aufmerksam machen. Ob RWE dies mag oder nicht ist uns egal. Die Luftballons werden fliegen. Sie werden fliegen und den Anwohnern zeigen wie sich der radioaktive Fallout verteilen würde. Auch wenn dadurch bei den RWE Mitarbeitern “massive Existenzängste” entstehen und wir (die Ballonstarter) uns um “unsere Sicherheit” selbst kümmern müssen.
Übrigens verteilt RWE selbst momentan auf dem Maimarkt Gasgefüllte Luftballons an Kinder. Was soll ich denn davon halten? Oder das RWE Ballonteam auch eine Werbekampagne des Atomkonzerns. Bezahlt wird dies natürlich aus dem Werbebudget des Großkonzerns. All das darf ich als Anwohner mir anschauen. Mitfinanzieren auch da ich meinen Strom in Bürstadt nun mal aus dem Netz der EWR kaufen muß und an denen besitzt RWE 50%.
Mit Geld kann man halt große Töne spucken wir diejenigen die das Risiko tragen dürfen werden nicht gefragt. Ob ich als Anwohner “massive Existenzängste” habe juckt die 700 AKW`ler nicht. Aber ich gehe mal davon aus, egal wo die Ballons starten sie werden den Menschen erneut aufzeigen. Wer in der Nähe von Atomkraftwerken wohnt trägt das Risiko eines radioaktiven GAU’s und nur dies wollen wir mit der Aktion “Tödliche Nachbarn” aufzeigen.
Wir hätten natürlich auch ein anderes Thema nehmen können z.B. mein Lieblingsplakat von der Biblis Umzingelung aufgenommen von Kristina:
Atomkraft? Kotz drauf
Einfach genialer Slogan. Mit drei Worten alles gesagt. Vielen Dank an die junge Demonstrantin für diese tolle Plakat. Mach weiter so du wirst mal einen tollen Job in der Werbebranche bekommen oder in einer Public Relations Abteilung der Erneuerbaren Energien landen.
Es war ein sensationelles Erlebnis. Nach einer langen Vorbereitungszeit mit vielen Menschen diese Veranstaltung zu planen und dann durchzuziehen. Die Emotionen des Tages vom Aufbau der Stände über dem entgegenfiebern der ersten Demonstranten bis zur Umzingelung in Dreierreihen und dem Ausklang beim Abbau und säubern des Platzes.
Es waren sehr viele Eindrücke die ich im laufe des Tages gesammelt habe. Heute möchte ich im Blog den ersten und den letzten Eindruck in Form von Bildern darstellen. Bevor ich mit meinem Sonnenflüsterer Smart nach Biblis gefahren bin habe ich den Smart vor dem Großflächenplakat der Grünen (hmpfhmpf ) in Bürstadt geparkt.
Leider wurde das Plakat tatsächlich nach 10 Tagen schon wieder überklebt. In Mitlechtern dagegen hängt das Plakat immer noch.
Nach einem begeisternden Demotag in Biblis ist mir beim aufräumen folgender Bub/ folgendes Mädel ins Auge gesprungen:
Er/Sie buddelte auf dem Parkplatz des AKW in aller Seelen Ruhe. Irgendwie kam mir die Suche nach einem Endlager in den Sinn. Da demonstrieren 20.000 Atomkraftgegner für das abschalten der Schrottreaktoren und dem Kind reicht eine kleine Schippe und ein wenig Schotter um seinen Spaß zu haben.
Spaß hatten auch die 20.000 aber nur weiß Sie gemerkt haben sie können sich drauf verlassen sie sind nicht allein und wenn wir erst abgeschaltet haben, dann kriegt das Kind von uns ne ordentliche Schippe und dann darf es ein Endlager bauen mit einer ganzen LKW Ladung voll Sand.
RWE verhandelt mit E.ON über die Übertragung der Reststrommengen vom Atomkraftwerk Stade auf Biblis A. Was auf den ersten Blick als legal angesehen werden könnte. Das AKW Stade war noch vor Biblis A ans Netz gegangen und es dürfen nur Reststrommengen von älteren auf neuere AKW’s übertragen werden erweist sich nach näherem Studium der Vereinbarung von 2000 im Fall von Biblis A als falsch.
In der Anlage 2 dritter Absatz wurde folgendes vereinbart:
“Die Regelungen der Vereinbarung zwischen der Bundesregierung und den Energieversorgern vom 14. Juni 2000 sehen vor, dass Biblis A ab dem 01.01.2000 bis zur Stilllegung maximal 62 TWh produzieren darf.”
Da Biblis A bis Januar 2010 ca. 57.800 GWh Stunden bereits produziert haben bleiben ihm noch nach Adam Zwerg 4.200 GWh dann ist Schluß. Abschalten.
Natürlich wissen die sehr verehrten (vom wem eigentlich?) Vorstände von dieser Klausel nichts mehr. Wobei im Netz von E.ON noch die Meldung zu finden ist:
“Die Vereinbarung ist vielmehr ein pragmatischer Kompromiss: Einer wirtschaftlich vertretbaren Befristung der Laufzeit steht die Zusage des ungestörten Betriebs der Anlagen gegenüber.”
Wirtschaftlich vertretbar war die Vereinbarung also und jetzt gehts nur noch um Zusatzgewinne der Großkonzerne. Das Risiko tragen die Anwohner. Atomkraft nein Danke!
Jetzt wird es aber Zeit ein Großflächenplakat für die Mobilisierung zu ordern. Wer es noch nicht getan hat der muss sich jetzt aber sputen. Es gibt die Auswahl zwischen einem Plakat der Grünen und einem Plakat von ausgestrahlt. Ich finde das Motiv von ausgestrahlt schöner aber die Anmeldeprozedur kompliziert im Vergleich zu dem der Grünen. Da ich derjenige war der bei den Grünen auf ein eigenständiges Plakat für die Umzingelung in Biblis gedrängt hat habe ich auch ein Plakat geordert. Mein Plakat wird in Bürstadt in der Wilhelminenstraße/Schulstraße 4 hängen.
Die Grünen haben richtig fett mobilisiert denn neben meinem Plakat werden bundesweit über 400 weitere Großflächenplakate hängen. Aber es ist noch Zeit jeder von euch kann auch noch reservieren. Wäre doch nett wenn wir die 444 noch voll machen.
Bei ausgestrahlt haben sich nicht so viele engagiert. Aber immerhin auch ca. 50 Großflächenplakate werden gestellt. Vielleicht habt ihr ja noch Lust das bunte Plakat bei euch in eurer Stadt zu sehen.
Ich merke gerade, daß es mir momentan nicht gelingt alle Blogs die ich schreibe regelmäßig (täglich) mit Geschichten zu füllen. Kein Mensch aber auch keine Maschine schafft die “volle Leistung” rund um die Uhr. Atomkraftwerke schon gar nicht. Auch wenn AKW’s in der Prosa immer als Grundlastkraftwerke bezeichnet werden. Auch jetzt im Moment sind nur 78% der Kapazität der Deutschen Atomkraft am Netz. Von ca. 20,5 GW sind nur 16 GW produktiv.
Wenn ich mich recht erinnere haben die Windräder an denen ich beteiligt bin im letzten Jahr an 80% der Zeit produziert. Natürlich nicht Vollast. Aber es heißt ja immer “die Windräder stehen meist”. Das ist natürlich falsch. An fast 7.000 Stunden im Jahr lieferten meine Windmühlen (mein kleiner Anteil jedenfalls ) hier im Binnenland Strom ins Netz.
Jetzt hat der Kraftwerksdirektor Dr. Lauer im 62. Kraftwerksgespräch mal wieder einen Kalauer rausgehauen. Er beschreibt, daß Erneuerbare Energien und Atomkraft zusammenpassen. Denn die AKW’s können jederzeit mit unterschiedlich geregelter Leistung arbeiten. Na ja was Lauer sagt muß noch lange nicht stimmen.
Was ich in Spanien jedenfalls sehe ist was anderes. Dort hat Windenergie teilweise schon einen Anteil über 50% an der Stromversorgung und die AKW’s werden ungeniert in Volllast weiterlaufen lassen. So wie in Deutschland halt. Dort schreibt keiner was von Regelkraftwerk sondern es wird einfach produziert so viel wie geht und der Kunde darfs dann zahlen. Natürlich wird vorher noch gegen den “unsteten” Wind geholzt.
Selbst wenn Lauer der Meinung ist er könnte seinen alten Schrottreaktor regeln möchte ich mal zu bedenken geben was dann passiert. Die Störungen in den AKW’s würden zunehmen und die alten Blöcke würden noch mehr belastet wie unter Volllast. Diesen Effekt kennt jeder von seinem Auto. Ein Motor der gleichmäßig läuft schafft mehr Betriebsstunden wie der Motor der ständig im Stadtverkehr hoch und runtergefahren wird.
Bei den alten Blöcken vom AKW Biblis wäre dies einfach nur Leichtsinnig. In Biblis sollte man nicht nur Block A und B abschalten sondern auch noch Lauer in den Ruhestand versetzen bevor er einen Irreparablen Schaden anrichtet.
Wie vermutet interessiert sich in Biblis niemand um einen Castor Transport. Warum auch, wo der Müll hinkommt interessiert in Biblis niemanden. Das Atomkraftwerk ist ja nur für die Energieversorgung da. Was anschließend passiert ist Sache der Allgemeinheit.
Jedenfalls war ich schon mal vorsorglich mit einem Castor Transport in Biblis. Als krönenden Abschluss bin ich nochmal ums Atomkraftwerk gelaufen. Auch da gabs keinerlei Probleme mit meinem Castor Transport. Nur einmal war es ziemlich makaber. Ich bin ziemlich vorne bei den ersten Test Umzinglern gelaufen als eine Lautsprechdurchsage uns verunsicherte. “Bitte verlassen Sie das Kraftwerksgelände“. So schallte es aus den x-Lautsprechern die an der Mauer um das AKW installiert sind. In diesem Moment bin ich mir schon hilflos vorgekommen. Der kleine Erhard vor dem Riesen Klotz von AKW. Man sieht keine Menschenseele weiß aber genau durch die vielen Kameras, der Polizei, Wasserschutzpolizei und dem Werkschutz die beobachten dich und dann diese blecherne Stimme. “Bitte verlassen Sie das Kraftwerksgelände“.
Später hab ich dann erfahren es wäre ein langhaariger Fotograf zu nahe an die Kraftwerksmauer gegangen. Na da hab ich ja ein gutes Alibi bei meinem Haarschnitt.
Jedenfalls haben auch die vielen Kameras meinen Castor Transport nicht endecken können. Genaugenommen habe ich nämlich einen Castor fiber transportier oder noch genauer einen kleinen Teil davon.
Es handelt sich um einen teil vom Unterkiefer des Europäischen Biber (Castor fiber). Diesen Knochen habe ich vom hessischen Nabu Landesvorsitzenden ausgeliehen bekommen. Er hat ihn in der Gegend von Biblis gefunden. Der Knochen dürfte mehrere tausend Jahre alt sein. In der Nähe vom Bibliser Atomkraftwerke wurden die Baggerseen ausgebaggert um den Kies für das Atomkraftwerk zu fördern. Bei diesen Ausgrabungen sind massenweise Knochen gefunden worden. Gerhard besitzt jedenfalls eine ordentliche Sammlung mit einigen Raritäten davon.
Durch konsequenten Schutz und Auswilderungen hat der Biber in den letzten Jahrzehnten ein großes „Comeback“ erlebt. Mir wäre es recht wenn wir das AKW abschalten und der Biber käme wieder zurück in seine Heimat. Die Bibliser sind ja früher schon durch ihren Kampf gegen den Sumpf aufgefallen. Vielleicht erinnern sie sich ja daran und bekämpfen demnächst den Sumpf der Atomkraftwerksbetreiber.
Auf jeden Fall hat es mir Spass gemacht mal einen Castor Transport selbst durchzuführen und habe damit auch mal die “andere Seite” kennengelernt. Das nächste mal bin ich aber wieder auf der Seite der Gegner der Castorentransporte. Ganz bestimmt!
Ich hab mich grad entschieden bei meinem nächsten touristischen Ausflug nach Biblis einen Castor Transport durchzuführen. Am 21. Februar um 14 Uhr werde ich ja wieder mit dem Foto unterwegs sein. Hoffentlich sind bis dahin die Straßen vom Matsch frei und ich kann gute Bilder machen.
Ich habe ja bereits einige Themen aufgegriffen aber trotzdem bin ich sicher, es gibt noch vieles mehr was Biblis zu bieten hat. Die enormen Gewerbeeinnahmen der Gemeinde durch die beiden Atomkraftblöcke A und B seit mehr als 35 Jahren haben ihre Spuren in Biblis hinterlassen. Die ehemalige Gurkengemeinde hat sich zum Dubai von Südhessen entwickelt. Leider habe ich noch nicht das Einkaufzentrum gefunden aber ich lasse mich nicht entmutigen. Selbst wenn ich noch öfters in Biblis unterwegs sein muss.
Momentan werden im Atomkraftwerk ja noch radioaktive Brennstäbe zwischengelagert. Dies muss in Zukunft natürlich weggefahren werden. Welcher Tourist würde sich denn in solch eine Gemeinde begeben wo radioaktives Zeugs rumliegt. Da sind die Bibliser natürlich ganz konsequent, daß Zeugs muss weg. Wohin ist egal aber in Biblis kanns nicht bleiben.
Der Abtransport erfolgt natürlich in gesicherten Behältern. Vom Kraftwerk aus muß natürlich das radioaktive Material so schnell wie möglich auf gesicherten Wegen raus aus Biblis. Wie so etwas geschieht dazu mach ich mir dann ein Bild vor Ort. Deshalb werde ich meinen persönlichen Castor Transport durchführen. Mal sehen was es da zu berichten gibt.