Schottern

8. September 2010

Wenn jemand viel Schotter hat dann geht man umgangssprachlich davon aus, dass er viel Geld hat. In der Praxis muß das nicht so sein. Die Deutsche Bundesbahn hat zwar viele Schotter aber kaum Geld. Sie hat zwar eine Beteiligung am Atomkraftwerk Neckarwestheim aber anscheinend macht ein Anteil am Atomkraftwerk allein noch nicht reich.

Jedenfalls gibt es momentan ein Aufruf der armen Bahn noch den Schotter wegzunehmen. Oder besser gesagt umzuverteilen. Oder leihweise neben der Schiene zwischen zu lagern. Es ist klar es soll kein Endlager sein nur eine punktuelle Verschiebung des Lagerortes. Na ja eigentlich weiß ich nicht genau was es sein soll. Ich glaub ich werde es mir mal anschauen. Die Aktion soll im Wendland geschehen und ein neues Ritual für den Castorempfang sein. Vielleicht kann ich ja auch ein klein wenig im Weg rumstehen. Obwohl ich mir schon vorstellen könnte einen Schotter mit nach Hause zu nehmen. Nur so als Andenken muß aber auch nicht sein. Vielleicht gibt es ja in nächster Zeit noch nähere Informationen was mich dort erwartet ich werde jedenfalls ab und zu mal vorbeischottern.

Von wegen Freie Presse

2. August 2010

Die AntiAtom Aktion in Michelstadt wurde von der Presse schlichtweg ignoriert. Auf Anfrage wurde geantwortet man hätte die Aktion nicht veröffentlicht “weil Nachahmer befürchtet werden”.

Ich dachte immer ein Lokaler Zeitungsredakteur berichtet über das Geschehen in seiner Gemeinde. Dass er nicht über alles und jeden berichten kann dürfte auch klar sein. Wenn aber eine politische Aktion die (aus meiner Sicht) für eine kleine Stadt was Aussergewöhnliches darstellt nicht berichtet wird dann ist dies keine neutrale Darstellung mehr.

Die lächerliche Aussage man befürchtet Nachahmer würde ja bedeuen es darf über keine Straftat mehr berichtet werden da auch dort Nachahmer zu befürchten sind.

AntiAtom Transparent an Historischem Rathaus in Michelstadt
Transparent am Historischen Rathaus in Michelstadt!

Aber ich glaube dran, dass wir die lokale Presse auch nicht brauchen. Wr probieren es jetzt mal mit dem Internet. Wäre doch gelacht wenn die Aktion in Michelstadt keine Nachahmer fände! Bei der Aktion ist niemand zu Schaden gekommen. Es ist ja wohl auch nicht verboten die Gelben Säcke von A nach B zu tragen? Das Transparent wurde ja auch ziemlich schnell entfernt (um 7:20 Uhr war das Transparent schon weg!) und die Gelben Säcke wurden rechtzeitig bevor die ersten Touristen den “schrecklichen Müllhaufen” gesehen haben entfernt.

Es war eine pfiffige symbolische Aktion die wenig Aufwand und wenig finanziellen Aufwand machte. Mit den Gelben Säcken kann die Atommüllproblematik wunderbar dargestellt werden. Auf der einen Seite die geordnete Entsorgung die der Bürger vorab bezahlt und mit einer akribischen Sammelwut wochenlang aufbewahrt um am Sammlungstag seine gelben Säckchen vors Türchen zu stellen. Auf der anderen Seite diejenigen die 126.000 radioaktive Fässer in den Undergrund kübeln und sich einen Dreck drum kümmern was damit geschieht.

Es würde mich deshalb nicht wundern wenn demnächst öfters Gelbe Säcke von A nach B getragen werden. Ich könnt mir zum Beispiel vorstellen mit vier Säcken das gelbe X auszulegen. Ganz einfach in 10 Sekunden erledigt. Mit acht Säcken dauerts ungefähr 20 Sekunden oder bei 55 jährigen auch mal 30 Sekunden.

Selbst wenn es Zuschauer gibt (gabs in Michelstadt!) kommt von diesen eher Hilfe “do liegt noch einer” als dass sich die Bürger gegen die Aktion stellen. Schließlich will die Mehrheit der Bürger den Atomausstieg.

Mit den gelben Säcken könnte man natürlich auch noch andere Formen legen. Das schwarz gelbe Radioaktivitäts Zeichen einen langen Castor Zug oder halt einfach Stapeln. Oder aber die Castor Strecke Kennzeichnen mit vielen, vielen Gelben Säcken. Auf die Säcke könnte man Gesichter malen. Schließlich sind es schwarz gelbe Säcke. Noch ein paar Anti AKW Parolen drauf fotografiert und das Foto an mich geschickt ich nehms gerne hier im Blog auf. Schließlich kann es doch wohl nicht sein, dass ein Lokalredakteur entscheidet was nachgeahmt wird und was nicht!

Auf gehts an die Gelben Säcke! :-)

bei euch liegen sicherlich auch welche rum.

AntiAtom Großdemo in Berlin

5. Juli 2010

Jetzt ist es offiziell wir werden am 18.9.2010 in Berlin wieder in großer Zahl demonstrieren. Eine Große AntiAtom Demo gleich nach den Sommerferien wenn die Bundesregierung meint die Laufzeit der Atomkraftwerke zu verlängern werden wir vor Ort in Berlin sagen:

Atomkraft, nein Danke!

Wir verlängern keine Laufzeiten von Atomkraftwerken und wir verlängern auch die Laufzeit dieser Regierung nicht. Im Gegenteil die Laufzeit der Bundesregierung und die der Atomkraftwerke sollte verkürzt werden.

Dies werden wieder viele Menschen in Berlin zeigen. Aber es braucht keiner zu denken damit hätten wir es geschafft. Im November wird es Castor Transporte geben an denen wir erneut aufzeigen können dass radioaktiver Abfall weder transportiert noch neu produziert werden darf.

Es wird eins/zwei Wochen vor dem tatsächlichen Castor Transport nach Gorleben ebenfalls eine bundesweite Großaktion geben. Wir werden die möglichen Castoren Strecken “kennzeichnen” indem wir an den möglichen Strecken aktiv sind. Die Aktivitäten sollen bunt sein. Vom Brückenfest, Bahnhofskennzeichnung, Chorgesang, Fanfarengruppen, Chearleader Tanz bis zu politischen Veranstaltungen der Parteien an den möglichen Strecken ist alles erwünscht. Die Strecke ist lang und an jedem Bahnhof oder an jeder Brücke kann was ablaufen.

Wir sind viele!
Wir sind bunt!
Wir sind kreativ!
Wir sind unberechenbar!

Deshalb werden wir beim Castortransport auch vor Ort sein. Dort wo der Castor rollt. Dort können wir sein. Überall x-tausenmal quer. :-)

und wem die Deutschlandfähnchen an den Autos zu langweilig werden dem empfehle ich ausgestrahlt!

Castor Transport durch Biblis und ums Atomkraftwerk herum

27. Februar 2010

Wie vermutet interessiert sich in Biblis niemand um einen Castor Transport. Warum auch, wo der Müll hinkommt interessiert in Biblis niemanden. Das Atomkraftwerk ist ja nur für die Energieversorgung da. Was anschließend passiert ist Sache der Allgemeinheit.

Jedenfalls war ich schon mal vorsorglich mit einem Castor Transport in Biblis. Als krönenden Abschluss bin ich nochmal ums Atomkraftwerk gelaufen. Auch da gabs keinerlei Probleme mit meinem Castor Transport. Nur einmal war es ziemlich makaber. Ich bin ziemlich vorne bei den ersten Test Umzinglern gelaufen als eine Lautsprechdurchsage uns verunsicherte. “Bitte verlassen Sie das Kraftwerksgelände“. So schallte es aus den x-Lautsprechern die an der Mauer um das AKW installiert sind. In diesem Moment bin ich mir schon hilflos vorgekommen. Der kleine Erhard vor dem Riesen Klotz von AKW. Man sieht keine Menschenseele weiß aber genau durch die vielen Kameras, der Polizei, Wasserschutzpolizei und dem Werkschutz die beobachten dich und dann diese blecherne Stimme. “Bitte verlassen Sie das Kraftwerksgelände“.

Später hab ich dann erfahren es wäre ein langhaariger Fotograf zu nahe an die Kraftwerksmauer gegangen. Na da hab ich ja ein gutes Alibi bei meinem Haarschnitt. ;-)

Jedenfalls haben auch die vielen Kameras meinen Castor Transport nicht endecken können. Genaugenommen habe ich nämlich einen Castor fiber transportier oder noch genauer einen kleinen Teil davon.
Castor fiber

Es handelt sich um einen teil vom Unterkiefer des Europäischen Biber (Castor fiber). Diesen Knochen habe ich vom hessischen Nabu Landesvorsitzenden ausgeliehen bekommen. Er hat ihn in der Gegend von Biblis gefunden. Der Knochen dürfte mehrere tausend Jahre alt sein. In der Nähe vom Bibliser Atomkraftwerke wurden die Baggerseen ausgebaggert um den Kies für das Atomkraftwerk zu fördern. Bei diesen Ausgrabungen sind massenweise Knochen gefunden worden. Gerhard besitzt jedenfalls eine ordentliche Sammlung mit einigen Raritäten davon.

Durch konsequenten Schutz und Auswilderungen hat der Biber in den letzten Jahrzehnten ein großes „Comeback“ erlebt. Mir wäre es recht wenn wir das AKW abschalten und der Biber käme wieder zurück in seine Heimat. Die Bibliser sind ja früher schon durch ihren Kampf gegen den Sumpf aufgefallen. Vielleicht erinnern sie sich ja daran und bekämpfen demnächst den Sumpf der Atomkraftwerksbetreiber. :-)

Auf jeden Fall hat es mir Spass gemacht mal einen Castor Transport selbst durchzuführen und habe damit auch mal die “andere Seite” kennengelernt. Das nächste mal bin ich aber wieder auf der Seite der Gegner der Castorentransporte. Ganz bestimmt!

Castor Transport durch Biblis

14. Februar 2010

Ich hab mich grad entschieden bei meinem nächsten touristischen Ausflug nach Biblis einen Castor Transport durchzuführen. Am 21. Februar um 14 Uhr werde ich ja wieder mit dem Foto unterwegs sein. Hoffentlich sind bis dahin die Straßen vom Matsch frei und ich kann gute Bilder machen.

Ich habe ja bereits einige Themen aufgegriffen aber trotzdem bin ich sicher, es gibt noch vieles mehr was Biblis zu bieten hat. Die enormen Gewerbeeinnahmen der Gemeinde durch die beiden Atomkraftblöcke A und B seit mehr als 35 Jahren haben ihre Spuren in Biblis hinterlassen. Die ehemalige Gurkengemeinde hat sich zum Dubai von Südhessen entwickelt. Leider habe ich noch nicht das Einkaufzentrum gefunden aber ich lasse mich nicht entmutigen. Selbst wenn ich noch öfters in Biblis unterwegs sein muss.

Momentan werden im Atomkraftwerk ja noch radioaktive Brennstäbe zwischengelagert. Dies muss in Zukunft natürlich weggefahren werden. Welcher Tourist würde sich denn in solch eine Gemeinde begeben wo radioaktives Zeugs rumliegt. Da sind die Bibliser natürlich ganz konsequent, daß Zeugs muss weg. Wohin ist egal aber in Biblis kanns nicht bleiben.

Der Abtransport erfolgt natürlich in gesicherten Behältern. Vom Kraftwerk aus muß natürlich das radioaktive Material so schnell wie möglich auf gesicherten Wegen raus aus Biblis. Wie so etwas geschieht dazu mach ich mir dann ein Bild vor Ort. Deshalb werde ich meinen persönlichen Castor Transport durchführen. Mal sehen was es da zu berichten gibt.

Prozesstermin für Helden der letzten Castor Blockade

26. November 2009

Wer erinnert sich nicht gern an den letzten Castor Transport der zum Medien Desaster für die Atomkraftbefürworter wurde. Begonnen hatte alles mit dem blockieren der Bahnstrecke in Berg begonnen. Diese äußerst gelungene Blockade des Castors brachte den kompletten Fahrplan durcheinander. Damit wurde das Meisterstück der Castor Blockade, die Beton-Pyramide der Bäuerlichen Notgemeinschaft, sicherlich erst möglich.

Letztendlich haben diese beiden Aktionen, die Medial, die vielen anderen Aktion überstrahlten mit dazu beigetragen, daß wir am 5.9.2009 eine tolle Demo in Berlin erleben durften. Sicherlich haben sich viele der 50.000 auf den Weg nach Berlin gemacht “Weil wir eine Chance haben”. Wir können Castoren blockieren und wir können Politiker zum Umdenken und zum “umhandeln” bringen. Ganz einfach, weil wir die Mehrheit der Menschen hinter unserer Idee einer Atomfreien Bundesrepublik haben.

Jetz soll am 1.12.2009 zwei der drei Beteiligten Bergblockierer ein Prozess gemacht werden. Um 14 Uhr im Amtsgericht in Kandel. Der Vorwurf lautet “Nötigung”. Wer wurde denn genötigt? Wir die Atomkraftgegner werden permanent genötigt auf unsere Mehrheit hinzuweisen. Auf die ständige Bedrohung hinzuweisen die uns seit fast 40 Jahren mit den Atomkraftwerken in dieser Republik umgibt.

Jedenfalls wäre es nett wenn möglichst viele auf Franziska und Floh aufmerksam machen würden. Die beiden haben alles andere verdient als eine “Verurteilung”. Wer im Namen des Volkes Recht spricht, sollte dem Volk auch aufs Maul schauen und nicht in den Goldcontainer der Konzerne.

Biblis hat Angst

8. November 2008

Während in der ganzen Republik die Menschen aufstehen und sich gegen die Castor Transporte nach Gorleben x-tausenmalquer stellen gehen in Biblis die Uhren anders. Dort wurde beschlossen 50 Jahre alte Pappeln zu fällen. Die Ängste der Bibliser Bürgermeisterin Dr. Hildegard Cornelius-Gaus “die Verwaltung wollte kein Risiko durch umfallende Bäume eingehen”. Da das kleine Waldstück “ökologisch wertvoller” aufgeforstet wird kann die Gemeinde Biblis zwischen “Ökopunkten und einem finanziellen Zuschuß” wählen. Dreimal darf geraten werden für was sich der Bibliser Bauausschuß entschieden hat.

Natürlich für die Knete.

Fünfzig Jahre alte Bäume als Risiko zu bezeichnen und gleichzeitig beim Atomkraftwerk von 60 Jahren Laufzeit ausgehen. In Biblis laufen halt die Uhren anders…

 Wenn ich mal eine Aussage von Frau Dr. Hildegard Cornelius-Gaus benutzen darf “Entscheidend ist, was hinten raus kommt” (Helmut Kohl sei Dank!) dann würde ich ihr doch empfehlen mal zu schauen was da hinten rausgekommen ist und was das in unserer Republik auslöst. Wo dieser radioaktiv verstrahlte Dreck hinkommt und wie fahrlässig damit umgegangen wird.

Aber in Biblis hat man Angst, daß die “alten Bäume” umfallen.