10. Juli 2010
Jetzt hab ich mir während dieser Hitze tatsächlich die 2:38 Stunden Umweltausschuss angehört/angesehen. Ich kann nur jedem empfehlen sich dieses Frage und Antwortspiel mal anzuschauen. Wie hier argumentiert wird.
Ein paar Anmerkungen möchte ich noch machen.
Dr. Rolf Martin Schmitz, Vorstand der RWE AG z.B. meint Offshore Windkraftanlagen wären “Großtechnische Anlagen” die nur von großen Konzernen finanziert werden könnten. Dazu wären die Gewinne aus den Atomkraftwerken da!
Leider hat RWE bis heute noch keinen Offshore Windpark realisiert…
Dann argumentiert er damit, dass Atomstrom CO2 frei wäre was natürlich eine Lüge ist. Eine Laufzeitverlängerung würde dazu führen dass RWE, EnBW, EON und Vattenfall die CO2 Zertifikate einsacken würden und an andere Länder verkaufen würden. Auf europäischer Ebene gesehen wäre also der Atomstrom aus Laufzeit verlängerten Kraftwerken auf keinen Fall CO2 frei!
Bei der Sicherheitsfrage (1:36:00 Stunde) stottert er rum und meinte auch bei Chemieunfällen wären die Besitzer nur bis zu einer bestimmten Höhe versichert. In meinen Verträgen steht im Kleingedruckten nur was von Nuklearschäden wären nicht versichert von Chemie steht da nix?
Stephan Weil Oberbürgermeister Hannover und Verband kommunaler Unternehmen (VUK) vertritt 700 Stadtwerke. Die decken 10% bei der Stromerzeugung und 54% bei der Stromverteilung zum Kunden ab. Er hat zwei schöne Aussagen gemacht. Wenn Brücken gebaut werden, dann dort wo die Ufer nah beisammen sind. Nicht die Vergangenheit verlängern sondern die Zukunft beschleunigen.
Bei den Stadtwerken wird es am Augenfälligsten. Wo war der Vertreter im Bundestag der Erneuerbaren Energien die 16% Strom einspeisen vertritt? Ich fühle mich nicht vertreten! Auch ich habe in Kraftwerke investiert die vom Weiterbetrieb von AKW’s geschädigt werden, auch wenn keiner in der Runde dies erkannt hat. Meine Photovoltaikanlage hat EEG Vergütung “nur” bis 2022 danach muss ich meinen Strom auf dem “Markt” verkaufen. Wenn AKW’s länger laufen werde ich weniger bekommen!
Dies war auch dem Prof. Dr. Justus Haucap Heinrich Heine Universität neu. Dafür meinte er man sollte die Lizenzen für die Atomstromproduktion versteigern. Bei vier deutschen Atomkraftwerksbetreibern kann ich nur sagen absolut lächerlich was der Prof. da von sich gibt. Vier potentielle Steigerer mit bekannten Produktionsstandorten, den kann ich nicht für voll nehmen…
Auf die kostenlosen CO2 Zertifikate in Milliardenhöhe weist Prof. Dr. Uwe Leprich hin. Er kennt auch keine seriöse Studie zu flexibel fahrbaren AKW’s und weist zu recht auf die immer noch Millionen Nachtspeicheröfen hin. Wenn Atomkraftwerke regelbar wären, würde es Sinn machen diese Nachts runter zu regeln und mit dem Unsinn Nachtspeicheröfen Schluß zu machen.
Rainer Baake Deutsche Umwelthilfe e.V. hat eine wunderschöne Definition von Grundlast. Da Erneuerbare Energien eine Vorrangige Einspeisung genießen sind die Erneuerbaren Energien die Grundlast! Alle anderen Energien müssen nur noch die Lücke zum Verbrauch schließen.
Ausserdem weist er auf die EEG Umlage erhöhenden Minuspreise hin. Kraftwerksbesitzer haben also einen weiteren Grund warum sie Ihre Atomkraftwerke nicht runterfahren wenn Wind und Sonne ausreichend vorhanden wären.
Für den Schluß hab ich mir Prof. Dr. Ing. Alfred Voß aufgehoben. Er spricht von 50 bis 140 Milliarden Kostenentlastung für die Stromverbraucher. Kostenentlastung setzt voraus dass die Preise von den Atomkraftwerksbetreibern an die Kunden gesenkt werden. Dann würde es eine massive Wechselwelle von Stromkunden der Stadtwerke zu den großen vier geben. Die Stadtwerke haben ja schließlich keine Milliardenvorteile.
Der Prof.Dr.Ing. spricht auch noch zusätzlichen Gewinnen von 40 bis 160 Milliarden für die Atomkraftwerksbesitzer. Dies bedeutet die kaufen dann die maroden Stadtwerke auf.
Den Höhepunkt der Anhörung findet sich bei 1:45:00 wo der Prof.Dr.Ing. von höheren externen Kosten bei der Photovoltaik wie bei Atomstrom spricht. Ich bin dafür ihm einen Platz in der Irrenanstalt zu reservieren aber im Bundestag hat er als Experte keinen Platz verdient.
Schlagworte: Atomkraft, Grundlast, Laufzeit
Veröffentlicht in Allgemeines, Argumente, Atomkraft, Politik | 1 Kommentar »
15. Dezember 2009
Wenn ihr in den nächsten Tagen an Kohlekraftwerken vorbeifahrt, werdet ihr sehen es qualmen alle Schornsteine. Eines der Gründe warum wir in Deutschland die Kohlen verfeuern sind die Stromlieferungen nach Frankreich. In Frankreich setzt man nämlich auf die kostengünstige Atomenergie und empfiehlt dem Franzosen mit Strom zu heizen. Da man den Franzosen diesen Strom kostengünstig liefert greifen die Franzosen zu den praktischen Nachtspeicheröfen. Das funktioniert ja auch im Herbst, Frühjahr und in lauen Wintern. Aber wenn es Arschkalt wird dann wird es kritisch.
Jetzt ist es grade mal wieder soweit. Es ist kalt! Arschkalt!!!
Der Franzose wird aufgefordert erst nach 20 Uhr seine Wäsche zu waschen. Fehlt nur noch, daß er sich auf die Waschmaschine setzen soll um einen warmen Hintern zu bekommen.
Plötzlich merkt der Französische Energieversorger, daß man bei Atomkraftwerken nicht die Leistung variieren könne! Aufgemerkt liebe Deutsche Politiker!! Diese dummen Grundlastwerke können nur eins “volle Kanne produzieren”. Sie können sich weder an den Verbraucher anpassen noch an die wechselnde Intensität von Sonnen und Windkraftwerken. Sie können nur “volle Kanne laufen”.
Ausserdem merkt der Stromversorger EDF, daß sein finanzielles Engagement ausserhalb Frankreichs dem gemeinen Franzosen momentan grad nicht hilft!
Er läßt zwar seine grenzüberschreitenden Stromleitungen glühen aber auch da gibt es Kapazitätsgrenzen. Die umliegenden Länder dürfen jetzt ihre steuerbaren Kraftwerke (Kohle, Gas und Wasserkraft) laufen lassen. Das schlägt sich natürlich in den Preisen nieder. Schauen wir uns doch mal die Strombörse an.
Auf Folie 1 sind die Stundenkontrakte an der EEX für Frankreich vom 10.12.2009 bis 16.12.2009 aufgelistet. Der Spotpreis steigt innerhalb einer Woche um 70 Prozent von 51 Euro je MWh auf 88 Euro je MWh.
Folie 2 Wenn ich diese Statistik lese sind die Strompreise (wenn man in Stundenblöcken kauft) in der Abendzeit 17 bis 20 Uhr am teuersten.
Folie 3 Hier habe ich den Tagesverlauf vom 15.12 (unten) und dem 16.12. untereinander gestellt. Grafisch fällt der hohe Preis um 18/19 Uhr noch besser ins Auge.
Folie 4 zeigt den Preisverlauf in der letzten Woche wieder.
P.S.: Für Windenergie werden derzeit in Deutschland 90 Euro je GWh gezahlt!
Nun bin ich kein Experte bei der Analyse der EEX Daten aber es wird in den nächsten Tagen sicher spannend wie es in Frankreich weiter geht. Wenn ihr also in Deutschland rauchende Schlote seht dann nicht weil die Wirtschaft aufwärts geht sondern weil wir Strom nach Frankreich exportieren. Leider bleiben die Luftschadstoffe hier in Deutschland. Eigentlich gehört der Dreck doch auch exportiert oder?
Schlagworte: Atomkraft, Frankreich, Grundlast
Veröffentlicht in Allgemeines, Argumente, Atomkraft, Kohle | Keine Kommentare »
3. Oktober 2009
Immer wieder hört man die Atomkraft wäre in Deutschland nicht zu ersetzen. Ich versuch es wieder einmal aufzuzeigen damit es auch der letzte kapiert.
Wir brauchen diese menschenverachtende Technik nicht.
Dazu verwende ich wieder einmal die Grafik die den Lastgang einer Woche von 2005 aufzeigt. Es wird klar, daß wir tagsüber mehr Strom verbrauchen wie nachts. Ein ewiges auf und ab des Stromverbrauchs. Wobei der Spitzenverbrauch des Jahres bei max. 70 GW liegt.
In diese Grafik sind die verschiedenen Beiträge der Photovoltaik je nach installierter Leistung eingetragen. Bereits bei 10 GW installierter Leistung kann die Spitzenlastkurve um eben jene 10 GW reduziert werden da die PV genau zu den Zeiten produziert wo der Mensch den Strom nachfragt. Wir werden aber nach der Prognose des Bundesverbandes Erneuerbare Energien (BEE) bereits 40 Gigawatt installiert haben. Deshalb gibt es nach Sonnenuntergang einen neuen Tagesspitzenbedarf!

Wir könnten aber auch schon 12% vom Strombedarf mit Photovoltaik abdecken. Dies wurde von dem Europäischen Photovoltaik-Industrieverbands (EPIA) und dem Beraterunternehmen A.T. Kearney in einer Studie “SET For 2020″ untersucht. Dies würde eine installierte Leistung von 72 GW bedeuten. Diese Untersuchung werde ich in den Folien aber nicht einarbeiten.
Die Frage ist also wie decken wir den Strombedarf (grau) ab der nicht durch Wind und Sonne abgedeckt wird.
Folie 2
Die Politik erzählt uns ja permanent zumindest diejenigen die derzeit eine Regierung stellen wollen: Ohne Atomkraft geht es nicht. Ich hab deshalb die Atomkraftwerke “als Grundlast” mal vorgegeben. Die Höhe des Balkens entspricht der installierten Leistung! Die Atomkraft behauptet ja dass 48% der Kraftwerke rund um die Uhr (24 Stunden) laufen. Dies wären derzeit 10 GW und weitere 11 GW sind derzeit noch installiert. Der Einfachheit setze ich auch diese Atomkraftwerke komplett als rund um die Uhr laufende Kraftwerke.
Folie 3
Hier habe ich die bis 2020 installierten 7 GW Wasserkraft, die Bioenergie mit 9 GW und die Speicherkraftwerkskapazität mit 10 GW eingetragen. Die Gaskraftwerke sind mit 15 GW für den Spitzenbedarf einsetzbar allerdings sieht man schon die 15 GW brauchen wir nicht komplett. Wobei die Spitzen ja durch Speicherung und Abgabe zu Spitzenzeiten gekappt werden können. Mir ist natürlich klar, daß Kraftwerke nicht “immer” am Netz sind sondern auch Wartungen und Reparaturen durchgeführt werden müssen!!!
Folie 4
Hier sind nur die Steinkohle mit 21 GW und die Braunkohle mit 16 GW installierter Leistung hinzugekommen. Bloß die brauchen wir nicht! Wenn die Atomkraftwerke komplett am Netz bleiben müssten wir “ALLE” Steinkohle und “ALLE” Braunkohlekraftwerke abschalten. Da es für den Betrieb dieser Kraftwerke keine Laufzeibeschränkungen gibt können diese derzeit nicht “politisch” abgeschaltet werden. Wer sollte also diese Kraftwerke abschalten? Die Eigentümer? Dass ich nicht lache…
Folie 5
Nach dem gleichen Prinzip habe ich hier die Atomkraftwerkskapazität aussen vor gelassen. Selbst in diesem Szenario sind die Hälfte der Steinkohle (11 GW) und die Braunkohle mit 16 GW nicht “unbedingt” notwendig! Allein durch die halbe Steinkohlekapazität (10 GW), den Gaskraftwerken (15 GW) und den erneuerbaren Energien kann der Energiebedarf gedeckt werden. OHNE ATOMKRAFTWERKE!
Wer jetzt kleinlich anfängt auf fehlende GW hinzuweisen dem möchte ich nochmals das Bild mit der installierten Leistung empfehlen. Dort sind 55 GW installierter Windkraftleistung vorgesehen. Die können zu windigen Zeiten zwei drittel des Strombedarfs alleine decken. Hört auf die Erneuerbaren Energien klein zu reden.
Die Erneuerbaren Energien haben Energie für alle Menschen. Die meisten wissen das nur noch nicht.
Schlagworte: Grundlast, installierte-Leistung, Strombedarf
Veröffentlicht in Allgemeines, Argumente, Atomkraft, erneuerbare Energie | 1 Kommentar »
16. Mai 2009
Die Atomkraft steht rund um die Uhr zur Verfügung. Sie ist Grundlastfähig. Das Rückgrat der Industrie. Immer Verfügbar. Technisch berechenbar. Sie produzieren rund um die Uhr. Tag und Nacht, Sommer und Winter.
Was muß ich mir immer alles anhören wie toll die Atomkraftwerke sind. Jetzt sehe ich plötzlich, die haben es ja gar nicht so dicke drauf. Das habe ich der Internetplattform ContraAtom zu verdanken.

Zur Zeit produzieren weniger wie 70% der gesamt installierten Leistung. Nur zum Vergleich die Windräder erreichen eine technische Verfügbarkeit von 97 Prozent. Wer möchte kann sich unter “Aktuelle Tagesbilanz für Deutschland” noch mehr Infos anzeigen lassen. Das geht dann so weit, dass zu jedem AKW alle möglichen Infos angezeigt werden. Vielen Dank an contrAtom wir dürfen die verseuchten nicht aus den Augen lassen.
Wer eine Stunde investieren will kann sich den Arte.tv+7 Film “Alles im Griff” über französische Atomkraftwerke ansehen. Bitte nur auf nüchternen Magen ich könnte 
Schlagworte: Grundlast, Leistung, Verfügbarkeit
Veröffentlicht in Allgemeines, Atomkraft, Wind | 2 Kommentare »
3. Februar 2009
Immer wieder wird behauptet die erneuerbaren Energien könnten keine Grundlast liefern. Natürlich ist das gelogen. Die atomaren, fossilen Energien setzen sich gemütlich auf die solare Grundlast oben drauf und riskieren eine dicke Lippe.
Wahrheit ist, die atomaren und fossilen Energien können die solare Grundlast Energie nicht ersetzen!
Ich trete gerne den Beweis an:
Die einzige Energiequelle ist nun mal die Sonne. Wenn wir uns die Sonne wegdenken, dann hätten wir auf der Erde minus 80 Grad…und es wäre dunkel.
Dank der permanenten (übrigens Tag und Nacht) Einstrahlung von Sonnenenergie auf unseren Planeten erwärmt sich dieser auf angenehme Temperaturen. Im Freien schwankt diese Temperatur im Winter von -10 Grad auf ca. plus 35 Grad im Sommer. In den Gebäuden hält sich eine Temperatur von +5 bis +30 Grad Celsius. Ausserdem liefert die Sonne tagsüber noch eine angenehme Beleuchtung.
Diese solare Grundlast ist weder durch Kohle, Gas, Atom, Öl noch Holz zu ersetzen. Wo sollten die Massen auch herkommen?
Für alle Wünsche die uns die Energiequelle in der Grundlast nicht erfüllt, setzen wir Menschen derzeit atomare und fossile Energieträger ein. Wir erhellen die Nacht. Im Winter heizen wir unsere Gebäude. Wir machen mit Motoren aus Stehzeugen - Fahrzeuge um von A nach B zu kommen und wir ersetzen körperliche Arbeit durch Energie. Für all diese Dinge verbrennen wir atomare und fossile Vorräte.
Wir plündern derzeit unsere Vorräte an Uran, Erdöl, Kohle, Gas und Holz.
All diese atomaren und fossilen Energien die wir verbrennen haben energetisch gesehen einen Anteil von
0,007 Prozent
an der Energie die wir jährlich von der Sonne erhalten.
Fazit:
Wir bedienen uns bereits zu 99,993 Prozent aus der solaren Grundlast.
Die restlichen 0,007 Prozent ebenfalls auf erneuerbare Energien umzustellen wird doch wohl kein Problem sein. Oder?
Schlagworte: Grundlast, Öl, Uran
Veröffentlicht in Allgemeines, Argumente, erneuerbare Energie | Keine Kommentare »
15. Dezember 2008
Da merkt man, daß die Damen und Herren krampfhaft nach weiteren “Argumenten” pro Atomkraft gesucht haben. Hier schwafeln sich die Öffentlichkeitsarbeiter einen ab ohne auf den Punkt zu kommen.

Diesen Beitrag weiterlesen »
Schlagworte: Energieversorger, Grundlast, RWE
Veröffentlicht in Allgemeines, Atomkraft | Keine Kommentare »
30. August 2008
Die hessische Landtag hat in seinem Umweltausschuß das Thema Energie aufgegriffen. Am 2.9. bis 4.9. werden einige Experten zum Thema “Zukünftige Energie- und Klimaschutzpolitik in Hessen” eingeladen. Ich lese mich gerade durch die Stellungnahmen. Eine absolute Lachnummer haben sich die EXPERTEN vom BDEW (Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft) erlaubt. Ich kann nur jedem empfehlen sich dieses Statement durchzulesen. Wie jeder gute Büttenredner haben sich die EXPERTEN den beste Witz bis zum Schluß aufgehoben. Die letzte Seite der Stellungnahme befaßt sich mit der “legendären” Grundlastfähigkeit von erneuerbaren Energien.
Hiermit beantrage ich, daß die EXPERTEN vom BDEW wegen Unwissenheit ausgeladen werden.
Diesen Beitrag weiterlesen »
Schlagworte: Experten, Grundlast, Landesregierung, Stellungnahmen
Veröffentlicht in Allgemeines, Politik, erneuerbare Energie | Keine Kommentare »