Lärmschutzwand mit Photovoltaikanlage vor Verwaltungsgericht

9. Juli 2010

Sonnenwand” kommt vor Gericht

so stehts im Südhessen Morgen zu lesen. Na ja nicht direkt die Solaranlage steht vor Gericht zur Diskussion sondern das Verfahren wie der Bebauungsplan geändert wurde. Denn von dem Wohngebiet wurde ein ca. 5 Meter breiter Streifen (ca. 500 Meter lang) als Sondergebiet für Erneuerbare Energien ausgewiesen.

Mehr als eine “fehlerhafte Abwägung” konnte den Klägern und deren Anwalt nicht entlockt werden. Schade eigentlich, dass die Kläger nicht bereit sind ihre Bedenken der Öffentlichkeit darzulegen. Aber spätestens am 26.8.2010 wird in Kassel vor dem Hessischen Verwaltungsgerichtshof offengelegt werden was an der Umwidmung denn falsch gelaufen war. Mir wurde übrigens vorgeworfen ich hätte nicht alle Fakten von Anfang auf den Tisch gelegt.

Ein Sondergebiet zur Energiegewinnung gehöre ebenso wenig direkt neben ein Wohngebiet wie ein Industriegebiet. Auch dieser Hinweis versetzt mich in erstaunen wenn man bedenkt, dass hinter der Lärmschutzwand sich derzeit eine Bundesstraße befindet die demnächst vierspurig ausgebaut wird. Im überarbeiteten Erneuerbaren Energien Gesetz wird ausdrücklich eine Bebauung im Umkreis von 110 Metern um Straßen und Schienen befürwortet.

Es gibt halt immer mindestens zwei Seiten von denen aus man die Sache betrachten kann.

Module lösten sich an der Sonnenwand

2. März 2010

Orkan Xynthia ging leider auch nicht an der Sonnenwand vorbei. Nachdem sich die Medien aufgrund der vielen Schäden bundesweit mit Kommentaren zurückhielten konnte es einer im Photovoltaikforum nicht lassen und im vorbeifahren (von der Rückseite aus) erkennen warum sich die Module gelöst haben. Ausserdem findet er dass die überstehenden Module ziemlich doof aussehen. Na ja was schön ist kann jeder für sich entscheiden.

Dass die Module aber wegen dem Überstand sich gelöst haben ist allerdings falsch. Hier dazu das Foto wie sich die Module gelöst haben.
Module lösten sich aus der Wand
Nachdem das Modul aus der Halterung draussen war klapperte es beim nächsten Orkanstoß. Dies ging so lange gut bis auch die oberen Halter nachgaben und das Modul abrutschte. Dies konnte teilweise stundenlang dauern.

Wie bereits Olaf Greshake (SolarArt) in der Bürstädter Zeitung beschrieben hat:

 ”Die Abrissmuttern waren erst mit einem vorläufigen Drehmoment befestigt. In 99 Prozent aller Fälle ist das ausreichend.” Noch befinde sich das Kraftwerk im Anlaufbetrieb. Für Feineinstellungen müsse nachjustiert werden können. Mit der abschließenden Arretierung wurde deshalb gewartet. “Das endgültige Drehmoment ist unlösbar und soll vor Diebstahl schützen.”

Passend dazu kommt heute ein Bericht beim Photovoltaik Magazin. Dort wird genau der Schraubentyp beschrieben. Wer sich das Bild dort Großzoomt kann die Schraube mit der “Wespentaille” erkennen. Erst wenn mit einer entsprechenden Kraft die Schraube angezogen wird reißt der Kopf ab. Danach kann die Schraube nicht mehr einfach gelöst werden und schreckt somit Diebe ab.

An der Bürstädter Photovoltaikwand waren diese Schrauben noch nicht endgültig angezogen worden da noch ein Test der Anlage “unter Sonne” ausstand. Wenn bei diesem Test ein Modul ausgetauscht werden müsste dann wäre dies kaum noch möglich gewesen. Erst nach dem Test werden alle Schrauben mit Kraftaufwand die Sicherheitsschrauben “abgerissen”. Leider kam Xynthia dazwischen. Aber inzwischen wurden die Module bereits wieder eingearbeitet und selbst am Orkantag gab es noch sensationelle Fotos. Von wegen “sehen ziemlich doof” aus.
Xynthia an der Sonnenwand

Die Größte Photovoltaik-Anlage an einer Gabionen-Lärmschutzwand

13. Februar 2010

Na ja der “Titel” ist etwas sperrig aber wir haben es geschafft. Die Pressemitteilung von SolarArt gebe ich hier gerne zum besten.

Einweihung der Sonnenwand im Wohnviertel Sonneneck / Bürstadt am 23.2.2010 16:00 Uhr

Auf einer Länge von über 450 Meter wird seit Ende 2009 umweltfreundlicher Strom erzeugt. Mit Beginn der neuen Dekade leistet die Sonnenwand damit einen zeitgemäßen Beitrag zur Stabilisierung des Klimas.

Die Zusammenarbeit mit dem lokalen Netzbetreiber, der in Worms ansässigen EWR und der Stadt Bürstadt verliefen dabei äußerst kooperativ.
283,5 kWp Anlagenleistung werden jährlich ca. 250.000 kWh Strom erzeugen und ca. 265 Personen versorgen können. Dabei werden ungefähr 175 Tonnen CO2 p.a. vermieden.
Die herausfordernde Leistung lag in den aufwendigen und langwierigen Genehmigungsverfahren, die sich bald 3 Jahre hinzogen. Dazu mussten verschiedene Gutachten erarbeitet werden, um die Unbedenklichkeit der Anlage nachzuweisen.
Nachdem die Genehmigungen vorlagen und zwei Investoren die Finanzierung sichergestellt hatten, dauerte die reine Bauzeit weniger als 10 Wochen, eine rekordverdächtige Leistung, wie die Geschäftsführung von SolarArt erklärte.

Um diese interessante Phase einen würdigen Abschluss zu verleihen, laden wir die Anwohner des Wohnviertels Sonneneck zu einem kleinen Sektempfang an der Sonnenwand ein. Ihr Kommen zugesagt haben:

Tarek al Wazir,
(Fraktionsvorsitzender Bündnis 90/ Die Grünen im hessischen Landtag)
Ursula Hammann
(Mitglied des hessischen Landtages Bündnis 90/ Die Grünen )
Alexander Bauer
(Mitglied des hessischen Landtages für die CDU)
Matthias Wilkes
(Landrat des Kreises Bergstraße / CDU)

Sonnenwand und Wärme! Gutachten (5)

13. Dezember 2008

Zu der Bürgerinitiative gegen die Photovoltaikanlage an der ”Sonnenwand” und das geforderte Gutachten möchte ich noch ein Highlight daraus zum besten geben. Ohne es näher zu spezifizieren wurde von den Gegnern die Wärme durch die Solarmodule als negativ benannt. In dem Gutachten durch die Solarpraxis mußten natürliche verschieden “Ursachen” begutachtet werden deshalb gab es dann einige bemerkenswerte “Gutachterliche” Äußerungen:

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Sonnenwand stolpert mühsam über bürokratische Hürden (4)

30. November 2008

Ich möchte es schnell hinter mich bringen deshalb gleich den nächsten Artikel über die Sonnenwand bis zum aktuellen Stand. Vor der Bauauschussitzung wurde ein positiver Leserbrief veröffentlicht der mir wieder Mut gab. Ich habe immer ein schlechtes Gefühl wenn ich nicht einschätzen kann wie “die schweigende Mehrheit” zum Projekt steht. Die Politik steht jedenfalls wie eine eins für die Sonnenwand. Sowohl im Bauausschuß als auch in der Stadtverodnetenversammlung gaben alle Politiker ihr Votum pro Solarwand ab.

Respekt!

Vor allem an die CDU da sie ja ihre eigene Vorsitzende des Umweltausschusses aus dem Amt und aus der Partei entließ und dann doch noch komplett pro Sonnenwand abstimmte.

Im Juli 2007 gab es weitere Unterstützung von Andrea Ypsilanti die für ihren Wahlkampf eine Tour durch Hessen machte. Dabei kam sie “natürlich” in Bürstadt vorbei und informierte sich an der Lärmschutzwand.

Andrea Ypsilanti an der Lärmschutzwand in Bürstadt

Man kann sicher auf dem Bild erkennen, daß Andrea Ypsilanti und ich auf einer Wellenlänge sind. Ich durfte an diesem Tag den kompletten Tag ihre Tour begleiten. Wir besuchten noch die Biogasanlage in Bürstadt, Ralos in Michelstadt und das Bioenergiedorf Rai Breitenbach. Andrea startete einen sensationellen Wahlkampf und gewann 8% plus (CDU 12 % minus) leider wurde in letzter Sekunde der Siegeszug durch einen “Parteikollegen” Wolfgang Clement (IrRWEg) sabotiert.

Mir jedenfall machte der Besuch von Andrea Ypsilanti Mut auf dem weiteren Weg. Allerdings hätte ich mehr Geduld als Mut gebraucht. Denn jetzt ging der lange Weg durch die Instanzen los. Natürlich sind uns alle wohlgesonnen. Aber…

…als erstes brauchten wir einen einen Beschluß der Stadtverordentenversammlung, dann arbeitet das Bauamt eine 100% sichere Lösung aus. Da hat man sich natürlich auch bei allen möglichen Stellen informiert. Dann hat noch das Bauamt des Landkreises geprüft und genehmigt. Wir haben ein Gutachten von der Solarpraxis erstellen lassen. Darin hat die Solarpraxis bezüglich Lichtreflexion, Elektromagnetischer Strahlung und Wärmestrahlung der Sonnenwand eine unbedenklichkeit nachgewiesen.

Lageskizze der Photovoltaikanlage an der Lärmschutzwand

Der besondere Kniff den das Bauamt ausgetüftelt hat war die Abtrennung eines dreiMeter breiten “Sondergebietes für erneuerbare Energiegewinnung” aus dem normalen Wohngebiet… Dazwischen immer wieder Beschlüsse und die Sensation. Die Lärmschutzwand wurde wegen einem weiteren Baugebiet verlängert und…

die Politik hat von ANFANG an eine PHOTOVOLTAIKANLAGE vorgesehen.

Für mich ist dies der eigentliche Erfolg. Erstmals wurde ein Lärmschutzwand gebaut mit dem Beschluß an diese Lärmschutzwand eine Photovoltaikanlage zu bauen.

Dass muss zum Standard werden.

Diese Genehmigungstour zieht sich derzeit noch hin. Momentan haben wir das Problem, daß Solarart eigentlich eine Bürgersolar Anlage bauen wollte. Zwischendurch wurde die Geschichte in verschiedenen Zeitschriften aufgegriffen. Keiner versteht wie man eine Bürgerinitiative gegen Photovoltaikmodule gründen kann. Ich habe es am eigenen Leib erlebt und kann nur sagen es ist nicht angenehm.

Leider haben wir das Problem, daß es an der 500 Meter langen Lärmschutzwand nur einen Einspeisepunkt gibt und deshalb viele kleine Anlage mit je einem Besitzer wegen der langen Verkabelung leider ausscheiden. Es wird deshalb voraussichtlich im Frühjar 2009 eine Investorenanlage realisiert werden…

Danach werden wir weitersehen ob wir diese Lösung an weiteren Lärmschutzwänden anwenden können.

Sonnenwand Solarstromgegner schüren Ängste (3)

26. November 2008

(Fortsetzung)
Wenn ich jetzt zwei Jahre später über das abgelaufene schreibe, brauche ich wirklich ab und zu eine Pause. Die Anfeindungen gingen weiter und ich habe inzwischen anonyme Briefe und Zettel am Auto mit Beschimpfungen gehabt. Sicherlich sind diese Widerstände nicht nur allein der Photovoltaikwand geschuldet denn ich bin einer der letzten bekennenden Atomkraftgegner  in der Nähe (8 km) vom Atomkraftwerk Biblis. (deren Tage gezählt sind…)

Das tut vielen weh. Richtig weh…

Nach dem Info abend der Anwohner wurde als erstes die Politik aktiv. Ein Abwahlversuch der Umweltausschuss Vorsitzende durch die Opposition scheiterte an der Mehrheit der CDU im Parlament. Allerdings stand zufällig bereits eine Woche später bei der CDU eine Klausurtagung auf dem Terminkalender. Nach dieser Klausurtagung verabschiedete sich Frau Schöcker aus dem Bürstädter Parlament.

Mitte April 2007 fand eine lustige Veranstaltung statt. Leider war ich beruflich (damals noch Daimler) verhindert und konnte nicht vor Ort sein. Ich hatte angedroht das Theater zu filmen und auf Youtube zu stellen. Die ganze Aktion muß einfach genial gewesen sein. Die Stadt Bürstadt hat aus Sperrholzplatten (die grün angestrichen waren) die verschiedenen Gebüschhöhen dargestellt und wollte mit den Anwohnern die möglichen Bepflanzungen besprechen.

Lärmschutzwand mit Photovoltaik und Sichtschutzbepflanzungs Test

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Bürgerinitiative gegen Sonnenwand (2)

23. November 2008

Ja Andy, nachdem die zehn Beispielmodule an der Wand standen habe ich für die Verwaltung der Stadt, den Magistrat der Stadt und den Stadtverordneten in getrennten Veranstaltungen das Projekt vorgestellt. Alle waren auf meiner Seite. Aber aufgrund des Zeitungsartikels fanden sich die ersten kritischen Stimmen von den “Anwohnern” oder Interessenten die einen Bauplatz kaufen wollten. Lustigerweise kam ein älteres Ehepaar aus Biblis (Atomkraftwerk) und wollten sich in Bürstadt einen Bauplatz kaufen. Das AKW hat die nicht gestört aber die Solarwand… Inzwischen haben die “Alten” aber Abstand von einem Grundstück genommen. Ich meine wir brauchen auch nicht jeden in Bürstadt aufzunehmen…::):
Schließlich sind wir die “Solar Metropole im hessischen Ried”!

Lageskizze der Photovoltaikanlage an der Lärmschutzwand

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Photovoltaik an einer Lärmschutzwand

22. November 2008

Vor zwei Jahren am 15.11.2006 ging die Stadt Bürstadt an die Öffentlichkeit mit meiner Idee an der Lärmschutzwand eine Photovoltaikanlage (Bürstädter Sonnenwand) zu bauen. Jetzt zwei Jahre später steht die Photovoltaikanlage immer noch nicht.
Ich bin heute aber noch genau so sicher wie vor zwei Jahre:

An dieser Lärmschutzwand wird eine Photvoltaikanlage stehen.

 
Sonnenflüsterer Lärmschutzwand Diesen Beitrag weiterlesen »