Röttgen arbeitet sich ein

5. Februar 2010

So nach und nach kommt Röttgen auf den Punkt. Er hat das Ende der Brückentechnologie Atomkraft benannt. Wenn 40% Erneuerbare Energien erreicht sind ist kein Platz mehr für die Atomenergie. Da dies bei gleichbleibendem Strombedarf schon 2017 der Fall ist und bei verstärktem Einsatz von Energieeinsparung und Effizienz noch früher der Fall wäre haben wir keine Not die Laufzeit von Atomkraftwerken zu verlängern.

Allein ich glaube noch nicht, dass der CDU Umweltminister dies auch so gemeint hat und die Korrektur seiner Aussage wird nicht lange auf sich warten lassen.

Auf jeden Fall ist ein Ausbau der Photovoltaik wichtig und eine kurzfristige Reduzierung der Einspeisevergütung wäre kontr produktiv. Deshalb hätte ich die Bitte an alle die den Sonnenflüsterer Blog lesen unterstützt den Aufruf der Solarenergie Branche.

Danke schon im voraus!

100% Erneuerbare Energien geht das?

21. Dezember 2009

Diese Frage wird einem immer wieder gestellt wenn wir das Vereinsziel von Metropolsolar e.V. nennen. Da ich zweiter Vorsitzender (Dank Daniel!) bin darf ich diese Frage öfters beantworten.

Natürlich geht das. Es ist nur eine Frage der Zeit und dann werden sich alle komplett aus Erneuerbaren Energien versorgen. Spätestens wenn alle atomaren und fossilen “Vorräte” verballert sind.

Es gibt allerdings Vorreiter die heute schon sehr weit sind. Ich meine jetzt nicht die Gemeinden die Dank einiger Windmühlen oder eines Photovoltaikparks mehr Strom produzieren wie sie selbst verbrauchen. Nein ich rede von ganzen Landkreisen bei denen man zumindest schon nachweisen kann, daß Sie mehr Strom mit Erneuerbaren Energien produzieren wie sie selbst verbrauchen.

Um dies nachzuweisen verwende ich mal wieder Energymap die Homepage mit allen (allen gemeldeten!) EEG Kraftwerken. Dort sind derzeit fünf Landkreise dokumentiert die über 100% Strom Erneuerbar erzeugen. Führend sind “natürlich” die Schleswig-Holsteiner mit den Landkreisen Dithmarschen (186% - Top = Wind!) und Nordfriesland (183% - Top = Wind!). Ebenfall ganz vorne dabei Prignitz (157% - Top = Wind!) ) aus Brandenburg. Stendal (121% - Top = Biomasse) ) aus Sachsen-Anhalt und aus Brandenburg die Uckermark (119% - Top = Wind!) ) schaffen es auch noch über die 100% Hürde.

Dann ist es aber auch schon aus. Klar diese fünf Landkreise decken “nur” den Strombedarf und nicht die Energie für Wärme und Verkehr mit Erneuerbaren Energien ab. Dies nachzuweisen wäre auch nicht so einfach zu ermitteln. Aber der Anfang ist gemacht. Für vieles fehlt noch die Überregionale Regelung z.B. kann ein Landkreis nicht die Elektromobilität einführen wenn es noch keine E-Autos gibt. Ich meine damit E-Autos die man zu einigermaßen vergleichbaren Preisen bezahlen kann und in entsprechender Stückzahl kaufen könnte.

Diese fünf Vorreiter haben allerdings schon einen schönen Vorsprung gegenüber den restlichen Landesbesten. Ich hab diese aus Energymap mal selektiert und führe sie hier auf:

99% Niedersachen, Emden (knapp gescheitert!) :-)
93% Schleswig-Holstein, Schleswig Flensburg
88% Rheinland Pfalz, Bitburg-Prüm
81% Brandenburg, Ostprignitz-Rupin
81% Saarland, Freisen
78% Sachsen Anhalt, Börde
49% Thüringen, Sömmerda
38% Bayern, Unterallgäu
33% Baden Württemberg, Neckar Odenwaldkreis (Christine läßt grüßen!)
31% Nordrhein Westfalen, Höxter
31% Hessen, Vogelsbergkreis
17% Sachsen, Görlitz
9% Bremen, Bremerhaven
2% Hamburg, Hamburg
1% Berlin, Berlin

Ich finde die Energymap eine gute Messlatte um Vergleiche von erreichtem zu dokumentieren. Ich warte immer noch auf die Energyrevolution in Hessen. Dass Hessen vor Sachsen landet hat sie im Vogelsbergkreis der Windenergie zu verdanken. Vielleicht sollte das zu denken geben. Jedenfalls geht 100% Erneuerbare Energien derzeit nicht ohne die Windenergie einzubinden. Von den fünf Vorreitern wird bei vieren die Masse des Stroms mit Windenergie erzeugt nur in Stendal hat die Biomasse einen kleinen Vorsprung vor der Windenergie.

Atomkraft wird nicht benötigt…

3. Oktober 2009

Immer wieder hört man die Atomkraft wäre in Deutschland nicht zu ersetzen. Ich versuch es wieder einmal aufzuzeigen damit es auch der letzte kapiert.
Wir brauchen diese menschenverachtende Technik nicht.

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Dazu verwende ich wieder einmal die Grafik die den Lastgang einer Woche von 2005 aufzeigt. Es wird klar, daß wir tagsüber mehr Strom verbrauchen wie nachts. Ein ewiges auf und ab des Stromverbrauchs. Wobei der Spitzenverbrauch des Jahres bei max. 70 GW liegt.
In diese Grafik sind die verschiedenen Beiträge der Photovoltaik je nach installierter Leistung eingetragen. Bereits bei 10 GW installierter Leistung kann die Spitzenlastkurve um eben jene 10 GW reduziert werden da die PV genau zu den Zeiten produziert wo der Mensch den Strom nachfragt. Wir werden aber nach der Prognose des Bundesverbandes Erneuerbare Energien (BEE) bereits 40 Gigawatt installiert haben. Deshalb gibt es nach Sonnenuntergang einen neuen Tagesspitzenbedarf!

Installierte Leistung Stromerzeugung Erneuerbare Energien in Deutschland

Wir könnten aber auch schon 12% vom Strombedarf mit Photovoltaik abdecken. Dies wurde von dem Europäischen Photovoltaik-Industrieverbands (EPIA) und dem Beraterunternehmen A.T. Kearney in einer Studie “SET For 2020″ untersucht. Dies würde eine installierte Leistung von 72 GW bedeuten. Diese Untersuchung werde ich in den Folien aber nicht einarbeiten.
Die Frage ist also wie decken wir den Strombedarf (grau) ab der nicht durch Wind und Sonne abgedeckt wird.

Folie 2
Die Politik erzählt uns ja permanent zumindest diejenigen die derzeit eine Regierung stellen wollen: Ohne Atomkraft geht es nicht. Ich hab deshalb die Atomkraftwerke “als Grundlast” mal vorgegeben. Die Höhe des Balkens entspricht der installierten Leistung! Die Atomkraft behauptet ja dass 48% der Kraftwerke rund um die Uhr (24 Stunden) laufen. Dies wären derzeit 10 GW und weitere 11 GW sind derzeit noch installiert. Der Einfachheit setze ich auch diese Atomkraftwerke komplett als rund um die Uhr laufende Kraftwerke.

Folie 3
Hier habe ich die bis 2020 installierten 7 GW Wasserkraft, die Bioenergie mit 9 GW und die Speicherkraftwerkskapazität mit 10 GW eingetragen. Die Gaskraftwerke sind mit 15 GW für den Spitzenbedarf einsetzbar allerdings sieht man schon die 15 GW brauchen wir nicht komplett. Wobei die Spitzen ja durch Speicherung und Abgabe zu Spitzenzeiten gekappt werden können. Mir ist natürlich klar, daß Kraftwerke nicht “immer” am Netz sind sondern auch Wartungen und Reparaturen durchgeführt werden müssen!!!

Folie 4
Hier sind nur die Steinkohle mit 21 GW und die Braunkohle mit 16 GW installierter Leistung hinzugekommen. Bloß die brauchen wir nicht! Wenn die Atomkraftwerke komplett am Netz bleiben müssten wir “ALLE” Steinkohle und “ALLE” Braunkohlekraftwerke abschalten. Da es für den Betrieb dieser Kraftwerke keine Laufzeibeschränkungen gibt können diese derzeit nicht “politisch” abgeschaltet werden. Wer sollte also diese Kraftwerke abschalten? Die Eigentümer? Dass ich nicht lache… :-)

Folie 5
Nach dem gleichen Prinzip habe ich hier die Atomkraftwerkskapazität aussen vor gelassen. Selbst in diesem Szenario sind die Hälfte der Steinkohle (11 GW) und die Braunkohle mit 16 GW nicht “unbedingt” notwendig! Allein durch die halbe Steinkohlekapazität (10 GW), den Gaskraftwerken (15 GW) und den erneuerbaren Energien kann der Energiebedarf gedeckt werden. OHNE ATOMKRAFTWERKE!

Wer jetzt kleinlich anfängt auf fehlende GW hinzuweisen dem möchte ich nochmals das Bild mit der installierten Leistung empfehlen. Dort sind 55 GW installierter Windkraftleistung vorgesehen. Die können zu windigen Zeiten zwei drittel des Strombedarfs alleine decken. Hört auf die Erneuerbaren Energien klein zu reden.

Die Erneuerbaren Energien haben Energie für alle Menschen. Die meisten wissen das nur noch nicht.