Kategorie-Archiv: Allgemeines

25.000 Kronkorken für 2 Jahre Krankenversicherung

In Deutschland? Nöö, aber in Ghana.

Ob es meiner Gesundheit dienlich ist, wenn ich 1.250 Bier-Kästen leersaufetrinke um anschließend mit den 25.000 Kronkorken einem Kind die Krankenversicherung für zwei Jahre zu sichern, wage ich zu bezweifeln!
Aber da die Kronkorken sowieso da sind kann ich sie doch auch sammeln und einer sinnvollen Verwendung zuführen oder?

In meiner “geliebten” Nachbarkommune Lampertheim haben sich zwei junge Menschen aufgemacht direkt vor Ort in Ghana zu helfen. Sie sammeln Kronkorken (Flaschendeckel!) und verkaufen diese hier in Deutschland um anschließend mit dem Geld direkt in Ghana vor Ort zu helfen. Geiles Projekt und Kronkorken fallen bei mir, schon mal ab und an, von der Flasche! :-)
Auf Facebook agieren die beiden ebenfalls. Da gibt es eine Menge angelieferter Kronkorken zu sehen! Meine Mini-Sammlung sieht derzeit so aus:
SL275830
Also hab ich mir im Keller eine Tüte aufgehängt und sammle Kronkorken. So eine Art saufen für die Krankenversicherung! Ob ich damit viel Energie einspare weiß ich nicht, aber ich werde mich demnächst mal mit den beiden besprechen vielleicht gibt es ja eine Möglichkeit auch Solarenergie in ihr Projekt in Ghana zu integrieren? Für Indien und Kenia war ich ja schon vor Jahren aktiv, warum dann nicht in Ghana? Briefmarken sammle ich ja auch schon jahrelang für die Bodelschwinghschen Stiftung Bethel und die Korken von Sekt und Weinflaschen (fallen auch in niedriger Anzahl ;-) bei uns an!) werden auch separat gesammelt… Allerdings kann ich gar nicht sagen wo meine Korken landen? Jedenfalls gibt es auch dafür tolle Projekte.

Also machen wir es!
Wir sammeln Kronkorken!
Aber bitte nicht alle bei mir abliefern, macht ja keinen Sinn wenn in der Nachbarstadt schon eine Sammelstelle eingerichtet ist. Auf geht’s, leitet die Botschafter weiter und sammelt was in den Karton geht!

Jetzt spreng ich das Atomkraftwerk in die Luft!

“Hä, bist du total Wahnsinnig? Da gehen ja die ganzen Lichter aus.”

Die in Bayern haben wirklich Probleme! Sprengen ein Atomkraftwerk (spielerisch!) in die Luft und machen sich sorgen um ihr Licht! Ist denen noch kein Licht aufgegangen?
Jedenfalls beginnt so ein Trailer für das Energiespiel Bayern. Aber nicht genug damit auch in der Kooperationsanfrage für meinen Blog wird damit geworben, dass “nach Fukushima ist Deutschland um einen Ausstieg aus der Kernenergie bemüht”. Na Klasse in Bayern lehrt man also die Kids den Atomausstieg damit zu beginnen, dass man erstmal die Atomkraftwerke in die Luft sprengt! Selbst lässt die Bayrische Landesregierung Atomkraftwerke aber bis 2020 laufen…

Im weiteren Verlauf des Trailers baut der männliche Spieler Windräder und man glaubt es kaum sofort zeigen sich die Bürger nicht einverstanden mit dem Bau der Windräder! “Sie wurden ja nicht eingebunden”. Beim sprengen des AKW’s aber auch nicht? Da kam allerdings aus dem Lautsprecher kein Protestlärm? Ach so die waren alle tot um das AKW herum und die etwas weiter weg wohnen sind geflüchtet aus Bayern oder wie muss ich das verstehen? Schaut es euch selbst mal an…

Ich glaub, ich versteh das Energiespiel Bayern nicht und spielen werde ich es auch nicht. Oder doch ich spiele es, aber erst wenn alle bayrischen Landtags Abgeordneten (inclusive Seehofer) das Spiel einmal gespielt haben und eine Rezession dazu geschrieben haben. Ihr Punkteergebnis sollten sie natürlich auch veröffentlichen. Sozusagen ein Landtagsranking! Nominierungen sind ja gerade modisch. Ich nominiere die Mitglieder des bayrischen Landtags für das “Energiespiel Bayern”.

Für Spielefreaks mach dieses Spielchen eine schöne Abwechslung (für 10 Minuten?) sein, aber mit Energiewende, glaub ich (auch wenn ich es noch nicht gespielt habe), hat das nix zu tun.
Klar Bayern muss was tun um die Energiewende tatsächlich hinzukriegen. Noch laufen die Atomkraftwerke Grafenrheinfeld, Grundremmingen und Isar/Ohu und wenn das Bayrische Staatsministerium für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie meint Geld ausgeben zu müssen so ist ihre Verantwortung.
Wer bei Windrädern einen unbegründeten Abstand gesetzlich vorgibt hat das Wort Energiewende nicht verstanden. Der Abstand von Windrädern zur Wohnbebauung sollte sich an Geräuschen und an den Auswirkungen auf die Landschaft orientieren. Eine pauschale Regelung, Zehn mal die Höhe des Windrades, muss als Abstand zur nächsten Wohnbebauung eingehaltenwerden, ist absurd. Bayern kassiert (dank seiner engagierten Bürger!) derzeit das meiste Geld aus der EEG Umlage. Die bayrischen Photovoltaikanlagen ziehen durch die EEG-Umlage viel Geld aus den anderen Bundesländern ab. Es wäre sinnvoller endlich auch Windräder zu bauen, Atomkraftwerke (aber ordentlich abschalten und zurückbauen) abzuschalten und nicht Energiewendespielchen für die Kids programmieren zu lassen. Dieses Spielchen fände ich in Ordnung wenn die Bayern tatsächlich ein Politisches Energiewende Programm aufsetzen würden, aber so ist es leider nur ein Gimmick!

Tut mir Leid für die netten Leute von der Social Media Agentur (ihr habt sehr nette Mails geschickt) aber das Produkt finde ich im bayrischen Umfeld für nicht angebracht.

Motivationsfilm für Kleinkredit

Ich bin ja schon einigen Jahre auf KIVA aktiv und vergebe Mikro-Darlehen. Da die Darlehen immer wieder zurückgezahlt wurden konnte ich inzwischen mehrere hundert Darlehen vergeben. Das hört sich viel an, ist es aber nicht weil ich meist die Minimalsumme von 25 Dollar vergebe!

Da ich auch schon einige motiviert habe ebenfalls als Geldgeber einzusteigen sind dadurch inzwischen auch schon mehr als 100 Darlehen entstanden.

Natürlich bin ich mit meinen Beiträgen “nur ein kleines Licht” wenn ihr euch die Summen anschaut die über KIVA seit 2005 gelaufen sind. Die Summe aller Darlehen übersteigt inzwischen 600 Millionen Dollar! Wer mehr wissen möchte im Blog einfach nach KIVA suchen ich hab schon einige Anleitungen geschrieben. Oder mich halt anmailen. Ich helfe gern. Denn mein Problem von Anfang an bis heute ist, dass die Homepage “nur” auf englisch vorhanden ist…

Auch der Neueste Motivationsfilm von KIVA liegt mir nur auf Englisch vor aber ich empfehle in trotzdem, denn eigentlich ist es ganz einfach… schaut selbst!

Wie gesagt wer Bock hat ebenfalls diesen Menschen direkt zu helfen einfach melden. Momentan sind eine ganze Menge Menschen im System eingetragen die gerne ein “Solar charging system” kaufen wollen. Wäre doch toll wenn durch diesen Artikel diese Solarsysteme eine Finanzierung finden würden.

Genossen machen in Biogas (ohne Banken!)

Dass Energiegenossenschaften Photovoltaikanlagen betreiben ist inzwischen schon allgemein anerkanntes Wissen. Vereinzelt gibt es auch schon Genossenschaften die Windenergieanlagen betreiben aber zu den PV und Windkraftwerken auch noch eine Biogasanlage zu betreiben ist mir nur eine Genossenschaft bekannt. Die Energiegenossenschaft Starkenburg eG (ES)!

Die betreiben inzwischen 680 kWp Photovoltaikanlagen (10 Anlagen), haben ein Windrad (2,5 MW), ein halbes Windrad (51% von 2,05 MW), ein 10% Anteil an einem anderen Windpark mit 4 MW und last but not least ein 0,2% Anteil an einem Park mit 16 MW und jetzt kommt die Biogasanlage mit 370 kW elektrisch und 386 kW thermisch dazu!!!! Suuupper gemacht.

Es freut mich natürlich dass “meine” Genossenschaft, die wir mit 13 Personen 2010 gegründet hatten, sich so prächtig entwickelt. Mit der Übernahme der Biogasanlage in Lorsch von dem Energieversorger HSE AG aus Darmstadt kommt ein völlig Neues Gebiet der Erneuerbaren Energien zum Geschäftsfeld der ES. Mit der ES und den Landwirten vor Ort wird damit wieder einmal aufgezeigt wie lokale Wertschöpfung funktioniert! Wer wenn nicht die Menschen vor Ort wüssten am besten wie Biomasse zu Biogas verwandelt werden kann? Die Absprache zwischen den Landwirten auf Basis einer langjährigen Zusammenarbeit auf vielfältigen Gebieten wird sich auch hier als nachhaltig und gewinnbringend für alle erweisen.

Aber der ES gelingt (so wie es jedenfalls derzeit aussieht!) erneut Husarenstreich, denn das benötigte Kapital wird wie bisher alle anderen Projekte auch nur durch Bürger finanziert!

OHNE BANKEN!

Es sind mehr als 1 Million Euro von 131 Genossen bereitgestellt und täglich wird es mehr…
Diese Beteiligungsform ist für mich als ideal anzusehen. Natürlich sollen alle die an der Energieerzeugung sich engagieren einen Profit erzielen. Aber dieser Profit soll vor Ort bleiben. Bei denjenigen die sich untereinander kennen und nicht in irgendwelche Konzernzentralen abwandern!
Aber ich brauche nicht alles erneut zu beschreiben, auf der Homepage der Energiegenossenschaft Starkenburg eG ist alles bis ins Detail zum Projekt für jeden Bürger einsehbar. Aber immer dran denken! Die Energiegenossenschaft Starkenburg arbeitet nach dem Zwiebelschalenprinzip!

Erst werden diejenigen gefragt die im oder um oder nahe beim Kraftwerk wohnen.
Dann die Nachbarn und Genossen die bereits in der ES engagiert sind und erst dann können die “weiter entfernt” wohnenden Menschen zum Genossen bei der ES werden. Lokales Prinzip halt.

Oder auf Neudeutsch: Einfach Supergeil! ES halt.

Energieintensive Betriebe zu den Energiequellen!

Warum wird immer nur in eingefahrenen Schienen diskutiert?

Ist der Netzausbau die einzige Alternative? Oder können wir auch mal über die Verlagerung von Energieintensiven Firmen reden? Wäre es nicht sinnvoll die Energieverbraucher dort anzusiedeln wo die Energie produziert wird?

Ich weiß jetzt geht das Geschrei los, wir können doch nicht eine komplette Firma verlegen! Ja warum denn nicht? Wir werden noch viel mehr verändern müssen, warum dann nicht einen energieintensiven Produktionsstandort zur Energiequelle verlagern?

Ich nehme jetzt nur mal so als Beispiel die BASF in Ludwigshafen. Ich hab einen Ausschnitt aus Googl-Maps vom jetzigen Gelände in Ludwigshafen als Beispiel:
BASF

Sicherlich wurde BASF an diesem Standort errichtet weil der Rhein zum einen für den Transport interessant war. Aber auch weil das Wasser für die Kühlung und leider auch zur Aufnahme von Abwässern ideal war. Wir wollen aber hin zu 100% Erneuerbaren Energien und da muss es auch mal möglich sein über Veränderungen zu reden. Warum sollte es nicht möglich sein bei der Schaffung neuer Produktionsstätten über einen anderen Standort nachzudenken? Dort wo die Energie erzeugt wird müsste es doch kostengünstiger sein zu produzieren? Wenn die BASF natürlich weiterhin an ihrem Stammhaus produziert, muss die Erneuerbare Energie angeliefert werden. Wie wir allerdings wissen beteiligen sich große Energieintensive Firmen weder an der EEG Umlage noch am Netzausbau. Die Stromproduktion aus Erneuerbaren Energien um das BASF Werk rum ist allerdings sehr beschränkt. Weder die Windverhältnisse noch die Flächen für Photovoltaik sind vielversprechend für ein energieintensives Unternehmen. Was liegt also näher als für die Zukunft zu sagen wir schaffen dort neue energieintensive Produktionsstätten wo die Energie auch produziert wird?

Dass dort viel Energie benötigt wird hab ich schon einmal vor gut fünfeinhalb Jahren geschrieben. Damals ging es noch um den Neubau vom Kohlekraftwerk Block 9 in Mannheim und ich habe die inzwischen zwölf Jahre alte Studie von CDU und FDP ausgekramt in der man der Meinung war weitere 60 Atomkraftwerke in Deutschland zu bauen um die CO2 Reduktionen hinzubekommen. Wohlgemerkt diese Grafik wurde in einer Studie vor 12 Jahren veröffentlicht! In der Studie wurde ein Atomkraftwerk in Ludwigshafen vorgeschlagen und die “Prozesswärme” aus dem AKW sollte in dem energieintensiven Betrieb genutzt werden. Wenn solche Gedanken vor 12 Jahren legitim waren, warum sollten wir heute nicht mal drüber nachdenken energieintensive Betriebe bei den Kraftwerken der Erneuerbaren Energien anzusiedeln?

Klare verständliche Worte zum EEG

Ich hab schon viel gelesen zum EEG 2014 und zur Deutschen Energiewende. Aber im Interview der Neuen Energie (August 2014 S. 15, oder teilweise online) sind mir die Antworten von Paul Gipe besonders aufgefallen. Seine Sprache ist so klar und eindeutig, dass ich seine 3 Antworten hier gerne noch alleine darstellen möchte. Die Neue Energie hatte diese drei Fragen an Klaus Rave, Dörte Fouquet, Anil Kane, Andrew Garrad und eben an Paul Gipe gestellt. Ich will die Antworten der anderen nicht schmälern, aber wer meinen Blog liest, weiß ich liebe die klaren, verständlichen und eindeutigen Worte… ich wünsche euch ebenso viel Spaß wie ich ihn hatte!

1. Wie schätzen Sie die Bedeutung der deutschen Energiewende und des EEG für die internationale “Energy Transition” ein?
Paul Gipe: Die Energiewende und das EEG, das sie ermöglicht hat, sind Deutschlands Geschenk an die Welt. Und wir sind außerordentlich dankbar. Deutschland hat gezeigt, dass es gelingen kann, dass wir einen Wechsel von fossilen Brennstoffen und Atomenergie zu erneuerbaren Energien bewerkstelligen können, und das sehr viel schneller, als irgendjemand von uns sich das jemals vorgestellt hat. Andere Nationen reden viel und schlagen sich großspurig auf die Brust, aber Deutschland handelt – mit Windturbinen auf dem Land, Biogasanlagen auf den Feldern und Solaranlagen auf den Dächern. Deutschlands Leistungen inspirieren. Sie geben uns Hoffnung. Sie geben uns ein lebendes, atmendes Beispiel von einem Volk, das eine erneuerbare Zukunft direkt vor unseren Augen baut. Wichtiger und oft übersehen:
Die Deutschen haben gezeigt, dass erneuerbare Energie die Ressource der Menschen ist. Sie ist die Ressource des Volkes, durch das Volk und für das Volk. Darin ist Deutschlands Energiewende revolutionär. Thomas Jefferson, einer unserer Revolutionsführer, wäre stolz. Er würde der deutschen Demokratisierung der Stromerzeugung durch das lokale Eigentum erneuerbarer Energie applaudieren.

2. Wie bewerten Sie die Änderungen durch die aktuelle EEG-Reform, insbesondere die angekündigte Umstellung von festen Einspeisevergütungen auf Ausschreibungen ab 2017?
Paul Gipe: Katastrophal! Die Feinde erneuerbarer Energie, die Reaktionäre in den fossilen und atomaren Industrien außerhalb Deutschlands jubeln. Nur eine komplette deutsche Verleugnung der Energiewende hätte sie mehr gefreut. Diese rückschrittlichen Kräfte sagen eine solche Handlung seit Jahren vorher und haben Deutschland gezielt verschmäht. “Die Deutschen werden zur Vernunft kommen und diesen Nonsens beenden”, haben sie gesagt. Der Bundestag hat unwissentlich ihre Prophezeiung erfüllt.

3. Wie wird sich die Reform Ihrer Meinung nach auf die deutsche Energiewende und ihren Einfluss im Ausland auswirken?
Paul Gipe: Trotz frommer Erklärungen von Koalitionspolitikern kennen unsere Feinde – und das sind ein paar der mächtigsten Organisationen des Planeten – die Wahrheit. Sie haben eine neue Waffe gegen erneuerbare Energie und deren lokalen Besitz: Deutschlands Rückzug. Industrieanalysten und alle, die zwischen den Zeilen lesen können, wissen was wirklich passiert ist. Alle Begründungen, die CDU/CSU und SPD angeführt haben, sind Märchen. Wenn es um die Kosten ginge, warum dann der Deckel auf Onshore-Windenergie? Wenn es um die Netzintegration ginge, warum dann der Stopp beim Biogas? Nein, hier ging es darum, den Etablierten Marktanteile zu sichern, genau jenen Unternehmen, die die Energiewende lange abgelehnt haben. Es ging darum, die Energiewende zu verlangsamen, weil sie zu weit fortgeschritten ist, um noch gestoppt zu werden.

Nochmals vielen Dank an die Neue Energie für dieses tolle Interview und besonders die klaren Worte von Paul Gipe. Ich unterschreibe alle seine Aussagen würde allerdings widersprechen, “der Bundestag hätte unwissentlich die Prophezeiung erfüllt”, ich bin der Meinung der Bundestag wusste genau was er mit diesem bescheidenen EEG anrichtet!

Barcamp? Blogparade??

Da haben mir die Jungen Wilden wieder was eingebrockt. Ich soll bei der Blogparade der Energieblogger zum Barcamp renewables mitmachen. Die haben gut lachen. In einer Bar war ich schon aber Campen war noch nie mein Ding und jetzt soll ich für die Teilnahme am Barcamp werben?

Bisher war es mir nicht vergönnt an den ersten Barcamp’s teilzunehmen. Aber diesmal bin ich dabei! Jedenfalls am Freitag und an der Abendveranstaltung bin ich in Kassel. Den Rest des Wochenendes bin ich schon verplant! Ich sag nur Hochzeit, Windparkeinweihung und Staatstheater. Wow das wird ein Wochenende!

Kopie von BC-Banner-180-150

Freitags (19. September) trifft Mann/Frau sich in der SMA Solar Academy. Schon bei der Location kann ich nur sagen: “Erste Sahne” was die Nordhessischen Solarier dort zu bieten haben. Es sind halt Hessen! Es geht los um 9:30 Uhr! Ein gemeinsames Frühstück. Dann gibt es Begrüßung, Vorstellung und Sessionplanung! Hä, Sessionplanung? Die wissen noch gar nicht was laufen soll? Ach so es ist ja ein Camp da muß man sein Zelt selbst aufbauen. Auch nicht schlecht, da kann ich meine Ideen endlich mal einbringen. Ich hab ja noch Zeit, irgendwas fällt mir schon ein und den Rest der Camper dann für das Thema zu begeistern wird schon klappen. Ansonsten was soll’s, die anderen haben ja auch tolle Ideen. Die kommen ja auch alle aus der Praxis. Ich freu mich drauf…

Dann gibt es “Session”, Essen, “Session”, Kaffee, “Session”, Ausklang und Abendveranstaltung.
Na Klasse das ist ja wie die Überraschungstüte in meiner Kindheit. In den anderen Ankündigungen lese ich viel von “Offline” Treffen. Dass ich nicht lache. Wetten, dass in den “Session’s” es ständig piepst, brummt und duddelt! Von wegen “Offline” die werden alle von der NSA abgehört! Permanent! Ich werde deshalb in meinem tiefsten südhessichen Slang reden damit der NSA “sou rischdisch was zum üwwersetze hot”.

Also kommt zum Barcamp der Energieblogger nach Kassel die Veranstaltung kostet keine Euros, nur eure Zeit und euer Engagement.

Jetzt zum Thema Blogparade!

Ich war damals (in meiner Jugend) auch im Vorstand meines (damals) geliebten Fußballvereins VFR Bürstadt im Vorstand. Auf dem Sportplatz habe ich so manche Torwartparade erlebt. War Klasse! Ansonsten verbinde ich damit wenn Musikkapellen durch die Stadt laufen und spielen! Da kann ich allerdings in meiner Heimatstadt nich mit dienen. Hier reichts nur zum Fastnachtsumzug…

Aber Online eine Blogparade? Na da mach ich es mir doch ganz einfach, ich Reihe mich in die vorhandene Parade (scheint so eine Art Polonaise zu sein?) ein und verweise diejenigen die sich ernsthaft mit dem Thema beschäftigen wollen auf die Beiträge meiner Kollegen. Aber egal wie das Barcamp beschrieben wird, ich freu mich drauf und würde mich freuen wenn viele kommen.

Blogparade zum Barcamp

Dieser Artikel gehört zur Blogparade zum Barcamp. In der hier unten aufgeführten Liste findet ihr alle bereits veröffentlichten Artikel und die, die noch folgen werden. Ein Besuch der anderen Beiträge lohnt sich definitiv:

Bergrecht

Die Energieversorgung der Zukunft ist erneuerbar, dezentral und von Bürgern getragen. So sieht die Prosa aus wenn ich über die zukünftige Energieversorgung rede und wir haben schon sehr viel erreicht. Noch vor zehn Jahren wurde mir lokal vorgehalten 12% Erneuerbare Energien sind “pure Fantasterei”! Na ja inzwischen haben wir das Doppelte umgesetzt…

Aber im Detail, Tag für Tag ist dieser Weg sehr, sehr mühsam. Ich habe mich entschlossen in Zukunft auch mein Kommunalpolitisches Engagement als “Grüner” im Bürstädter Stadtparlament (Stadtverordneter seit 1.4.2011) hier zu kommentieren. Natürlich nur wenn es um Energie geht. Aber die Energieversorgung der Zukunft wird nur gelingen wenn wir vieles in unseren Städten verändern! Aktuelle Nachricht dazu zum Beispiel aus Helsinki!

Wir Bürstädter haben derzeit einiges an Energiethemen vorzuzeigen. Ölförderung auf unserem Städtischen Gebiet, Konzessionsvergabe für Strom und für Gas und stillgelegte Biogasanlage sind die Hauptthemen. Aber auch mein “Lieblingsthema” Gehwegparken sehe ich als Energiethema…

Aber heute soll es um den Antrag meiner Fraktion zum Thema Bergrecht gehen. Wir wollten, dass die Stadt Bürstadt an die Bundesregierung schreibt und eine Überarbeitung des Bergrechtes anmahnt. Mehr nicht. Im Umweltausschuss wurde dieser Antrag schon kontrovers diskutiert und aus allen Fraktionen (CDU, FDP und SPD) kamen ablehnende Stimmen die sich bei der späteren Abstimmung allerdings in ein zustimmendes Ergebnis (5 dafür und 4 dagegen) wendete. Dies war Fakt aber uns war klar in der Stadtverordnetenversammlung würde es nochmal eng werden. Die Überraschung auf der Stadtverordnetenversammlung war allerdings, dass die CDU den Antrag stellte diesen Tagesordnungspunkt von der Tagesordnung zu nehmen! Dies geschah dann auch mit Stimmen aus den Regierungsparteien CDU und FDP aber auch mit Stimmen von der SPD. Das war dann mal nix mit Brief an Angela… Kommunalpolitik ist anstrengend!

Schade, dass noch nicht einmal so viel demokratisches Verständnis vorhanden ist einen Antrag der Opposition im Stadtparlament zu diskutieren. Mir ist mal wieder die Galle (die ich nicht mehr habe!) übergelaufen und ich habe die Stadtverordnetenversammlung verlassen. Ich hatte danach noch ein schöner Abend. Die Quittung kam zwei Tage später in der lokalen Presse.
Parteien gehen aufeinander los” dabei bin ich doch ohne Worte gegangen?
Grüne verlassen Sitzung” wir sind ja nur zu zweit von sechs gegangen… und mein ca. 20 Minuten Telefongespräch mit dem Redaktionsmitglied führt auch nur dazu, dass einige wenige ausgewählte Worte von mir zitiert werden. Was nützt ein Parlament in dem nicht diskutiert wird und eine Presse die nur die Worte zum Sonntag veröffentlicht? Im Parlament waren zwar “nur” zwei Bürger anwesend und selbst wenn die Presse mehr Bürger erreicht kann durch die bescheidene Berichterstattung der Bürger sich kein Bild von der Kommunalpolitischen Bühne machen…

Warum ich so verärgert war wird verschwiegen, denn es gab ja noch einiges an diesem Abend was meinen Vorstellungen von Demokratie widerspricht… aber dies ist Material für einige weitere Artikel…

Auch der Leserbrief des Berufspolitikers aus dem Hessischen Landtag, der die “beleidigte Leberwurst” bemüht, kann mich nicht beirren. Ich lasse mich nicht vereinnahmen. Mein Verständnis von Demokratie ist ein anderes. Ich bin gewählt (Grüne mehr als 19%) und lasse mich nicht wie ein Schüler von einem Oberlehrer behandeln. Das werden einige noch akzeptieren müssen…

Deshalb werde ich mich auch nicht mehr in der örtlichen Presse verkämpfen. Wer meine Meinung wissen will kann mich ansprechen oder hier im Blog nachlesen. Natürlich im Sonnenflüsterer Blog, weil ich meine Meinung veröffentliche und nicht die der Bürstädter Grünen.
Und! In meinem Blog da steht so einiges drin…

Warum Bürger/Städte ihre Regierung nicht anschreiben dürfen ist mir schleierhaft. Selbst wenn eine Gesetzesüberarbeitung schon “am Laufen” ist kann der Bürger, die Stadt Einwendungen und seine Sicht der Dinge klar machen. Dass das Bergrecht massiv die Rechte der Bürger einschränkt und längst verändert gehört zeigt eine Animation von Greenpeace.

Ich habe mal meine Heimatstadt als “Zentrum” angegeben um die Dimension darzustellen was in Deutschland legalisiert durch das Bergrecht möglich ist. Wenn Firmen ein Recht auf Förderung von Braunkohle haben…

Da wäre vom Lorscher Kloster bis zum Wormser Dom alles weg, aber die Atomruinen in Biblis blieben verschont!
Aber keine Angst liebe Bürstädter es ist ja nur eine Animation und es geht um Braunkohle bei Öl wäre dies sicherlich bei weitem nicht so schlimm!

Atomkraftwerke zu Bratpfannen!

Auch wenn bei mir gerade der Dampf aus den Ohren kommt, möchte ich mir heute nochmals das 2. Infoforums Protokoll anschauen. Es geht um das Freimessen von radioaktiv verstrahltem Material aus den Atomruinen von Biblis. Klar ist nachdem die beiden Atomruinen noch nicht einmal 40 Jahre lang Strom produziert haben, müssen wir die radioaktiv verstrahlten Materialien noch lange, lange, lange sorgfältig behandeln. Unter Punkt 2.1 kann die Präsentation mit dem Titel “Gibt es eine ungefährliche Dosis?” angesehen werden. Ich verweise auf Folie 4 “Biologische Wirkung ionisierender Strahlung”. Da wird von direktere Schädigung von Biomolekülen, Bildung von chemischen Radikalen, absterben von Zellen, Organen, Organismus und DNA Brüchen, Mutationen: Kanzerogenese gesprochen. Da dieses Infoforum ja auf Jahrzehnte die Bürger rund um die Atomruinen informieren soll, frage ich mich was der Bürger der sich Folie 4 anschaut mitnehmen soll? Es kann anscheinend eine Menge passieren wenn Mensch Radioaktivität ausgesetzt ist.

Die Mitarbeiter in den Atomruinen dürfen nach der Info aus Folie 11 das 20-fache an Verstrahlung im Jahr erhalten. Na gut wenn diejenigen das Risiko bewusst eingehen kann ich es akzeptieren. Dass für die nichtsahnende Bevölkerung auch ein Grenzwert festgelegt werden muss ist auch klar und ich kann nicht mitreden wie hoch dieser sein sollte. Aber was mir auf den Keks geht sind die freigemessenen Materialien denen ja noch eine gewisse Radioaktivität anhaftet. Laut den Verlautbarungen auf dem Infoforum werden diese Materialien wenn sie “freigemessen” sind in den ganz normalen Wertstoffkreislauf eingebracht.

Da werde ich kribbelig! In Obrigheim werden freigemessene Materialien auf der ganz normalen Bauschuttdeponie abgeladen. Wo werden denn die Materialien von den Atomruinen in Biblis abgeladen? Gibt es da schon einen Plan? Wäre doch mal nett zu erfahren, welche Kommune von diesen Hinterlassenschaften noch lange was haben. Aber es ist ja nach atomrechtlicher Betrachtung kein radioaktiver Stoff mehr sondern Hausmüll. Also alles prima.

Die freigemessenen Metalle sollen natürlich dem Wertstoffkreislauf zugeführt werden. Na prima, dann werden tatsächlich aus den Metallrohren aus den Atomruinen in Biblis Bratpfannen! Die kriegt der Ökobewußte Kunde dann bei Alnatura um sein Biogemüse mit fettarmen Zutaten zubereiten zu können. Vielleicht spart er dann mit den ganz, ganz leicht radioaktiven Pfannen auch noch Energie beim Braten?

Nö, so nicht! Ich meine wir sollten den Bauschutt aus den zurückgebauten Atomkraftwerken nicht in Deutschland unkontrolliert streuen. Dieser radioaktive Dreck sollte auf eigenen Deponien so lange gelagert werden bis nix, aber auch gar nix mehr gemessen werden kann. Ansonsten werden in Zukunft die Verbrauchermärkte an ihren tollen Kassen nicht nur den Barcode scannen, sondern wir werden an diesen Verkaufsstationen Messstationen erhalten die dem verehrten Kunden die Informationen gibt die er möchte. Ob da die Radioaktivität der letzte Wert wäre oder nur der Anfang weiß ich auch nicht. Aber das Vertrauen der Verbraucher schwindet immer mehr und keiner traut keinem mehr und das ist aus meiner Sicht derzeit auch berechtigt. Ich vertraue dem Infoforum in Biblis nicht viel…

Wenn Renè die Windkraftgegner in Stephanshausen rockt!

Gestern hab ich die 6 Hürden der Windbranche in Hessen aufgezeigt. Heute veröffentliche ich eine Rede die in Stephanshausen vom “ausgewiesenen Fachmann” dem  umweltpolitischen Sprecher der FDP Fraktion im hessischen Landtag gehalten wurde. Damit können sich die Windfreunde ein Bild machen, was ihnen auf dem Windbranchentag entgangen ist. Da hat ja die FDP gekniffen und stellte sich dem Forum aller im hessischen Landtag vertretenen Parteien nicht. Deshalb nochmals auch aus meinem Blog recht herzlichen Dank an Janine Wissler, Timon Gremmels, Peter Stephan und Frank Kaufmann dass ihr euch die Zeit genommen habt.
Jetzt aber zu der Lästerrede des umweltpolitischen Sprechers der FDP hier mal ein paar Auszüge:

“Es gibt Menschen die verdienen sich damit dumm und dämlich!”
“Es geht um ganz Deutschland”
“Die Windradlobby wird diesen Kampf verlieren!”
“Windräder rechnen sich nur durch Subventionen!”
“Kein Windrad in Hessen hilft dem Klimaschutz.”
“Die Projektierer machen ihr Projekt und streichen das Geld ein.”
“Kasse machen auf Kosten der Natur.”

Herr Rock dies ist kein Kampf sondern die Energieversorgung der Zukunft. Dass der Rocker angehimmelt wird kann man bei der Ansage erkennen:
“Ihm muss man glauben”.
Liebe Windkraftgegner ich glaube dem Rock nicht. Wir hatten schon mal einen Energie Heilsverkünder von der FDP, der den Windbaum propagierten. Ach so die jüngeren von uns haben davon noch nichts gehört? Ja es war damals im Jahr 2001 und sogar das Internet hat diesen Ausflug der FDP vergessen. Nein doch nicht eine tapfere Homepage hat diesen Schwachsinn noch dokumentiert. Der SFV kennt den Windbaum noch und hatte damals schon einen netten Vergleich aufgestellt. Das moderne Verkehrskonzept sollte auf “fliegende Teppiche” basieren…

Jetzt aber endlich zu dem “enorm wichtigen Redebeitrag”

Da bleibt euch wohl die Spucke weg! Der Renè freut sich schon auf den “Treckerumzug”. Im HR Video wird daraus eine Straßenblockade! Auch hier mein Dank an Timon Gremmels dass er gegen die lächerliche Micky Maus Graphik in diesem Bericht interveniert hat. Ein öffentlich rechtlich finanzierter Sender sollte sich solche verzerrenden Grafiken sparen. Die Vergleiche mit Protesten bei Castortransporten wie sie im HR Bericht gemacht wurden sind absolut lächerlich. Ich war schon bei Castortransporten und sage euch die Treckerchen die da in Stephanshausen rumgefahren sind ähneln eher einem Fastnachtsumzug (da bin ich auch Experte!) und haben nichts aber auch garnichts mit einer Castorblockade zu tun. Dass diese “Eskalation” der Sprache überhaupt stattfindet hat natürlich was mit den Sprüchen von Volker Bouffier zu tun. Er hat ja die Windgegner geradezu aufgefordert diese Art des Protestes anzuwenden…

Anmerkungen des Sonnenflüsterer:
Da auch ich schon Einnahmen durch Windräder hatte, suche ich einen Arzt der mich (natürlich kostenlos) untersucht ob auch ich mich schon “dumm und dämlich verdient habe”. Diese Vorsorgeuntersuchung wäre mir schon sehr wichtig!
Zum Hunderttausendstenmal, die Förderung der Erneuerbaren Energien sind keine Subventionen selbst wenn dies der einfach denkende Renè so selbstverständlich sagt.

Zum Schluss möchte ich noch anmerken, dass ich die Windvorrangflächen in Stephanshausen “nur” kurz auf einer Folie (Windbranchentag!) gesehen habe. Auf diesen “ersten Blick” halte ich diese Ausweisung auch für Diskussionswürdig! Aber das Ziel 2% der Landesfläche auszuweisen muss natürlich erfüllt werden, egal wen der Renè noch alles rockt.