Kategorie-Archiv: Argumente

Die Argumente enthält einzelne Folien aus meinen Vorträgen

Schon wieder ein frecher Energieblogger

Was, da will ein Einzelner den Großen den Strommarkt erklären?
Wie, das Modell will keinen Profit aus der Angst vor Versorgungssicherheit schlagen?
Wer, Thorsten Zoerner? Nie gehört, ach so, schon mal gelesen (Blog stromhaltig) aber…
Wann, gerade jetzt werden die Voraussetzungen geschaffen
Wo, natürlich auf Startnext eine Projektbeschreibung hat bereits die notwendigen Fans erreicht aber…

Kaum ist Conny von der letzten Preisverleihung zuhause angekommen darf Sie sich mit dem nächsten Energieblogger Projekt beschäftigen. Thorsten Zoerner unser fleißigster Energieblogger (derzeit fast 500 Artikel veröffentlicht) sucht Unterstützung. Bei seinem Projekt Hybridstrommarkt geht es aber nicht um einen weiteren Artikel sondern um ein Buch!
“Diese Veröffentlichung – mit ISBN-Nummer und Eintragung in der Deutschen Nationalbibliothek – stellt sicher, dass es nicht “zufällig verschwindet” und ermöglicht es gleichzeitig einen Großteil, der in der Branche beteiligten Personen zu informieren. “

Boah, in der “Nationalbibliothek” (wußte gar nicht dass es sowas gibt) soll das Buch veröffentlicht werden! Darf ich gleich mal fragen, gibt es auch eine Nationalbloggerthek und steh ich da vielleicht sogar schon drin? Na ja, das wird man ja mal fragen dürfen…

Thorsten möchte einen Gegenentwurf die “Energiewirtschaft überraschen” und dazu braucht er Unterstützung (Fans) auf der Startnext Seite. Hoffentlich verbrennt er sich dabei nicht die Finger?
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Thorsten bei der Entwicklung des Hybridstrommarkt Modells! ;-)

Bei seinem Hybridstrommarkt sollen alle Akteure (auch die kleinen wie ich!) sich beteiligen können. Nicht nur die ehemals Big Four (man beachte das “ehemals” :-) ).

Aber was versuche ich Strommarktlaie hier zu erklären was der “Ehrenamtlicher Strommarkt Designer” viel besser kann. Schaut es euch an und werdet Fans wir brauchen bessere Modelle wie sie uns von den Alten Vier vorgegeben werden.

Ich vertraue Thorsten voll und ganz er ist ein Energieblogger! Die sind einfach Suuppper!

 

Wortprotokoll der Anhörung um das AKW Biblis

Zwei Monate nach dem Erörterungstermin zum Rückbau der beiden Atomruinen in Biblis, wurde vom Hessischen Umweltministerium das Wortprotokoll veröffentlicht. Auf 247 Seiten wird wörtlich dokumentiert wie Anwohner (auch ich und mein Sonnenschein) von RWE und dem Umweltministerium abgewatscht werden. Eines der “best off’s” (Seite 39) als Schmankerl:

Petrick (HMUKLV):
Als Erstes möchte ich sagen: Natürlich nehmen wir die Sorgen und Bedenken der Bürger ernst. Transparenz ist uns ebenfalls wichtig. Ich denke, Sie haben auch bemerkt, dass doch viele Informationen, zum Beispiel die Antragsunterlagen, im Internet verfügbar waren. Wir als Behörde haben auch festgestellt, dass davon rege Gebrauch gemacht wurde. Die Bürger haben sich sehr wohl diese Unterlagen im Internet angesehen, haben sie heruntergeladen. Dass man das alles noch optimieren könnte, da gebe ich Ihnen recht; das können wir gerne als Vorschlag aufnehmen und mit unserer Hausleitung mal besprechen.
Wenn Sie jetzt vorschlagen, Sie hätten gerne eine eigene Internetplattform für den Rückbau Biblis, dann würde ich fragen: Sollen wir als Umweltministerium die betreiben, oder soll sie von einer unabhängigen Stelle betrieben werden? Wie stellen Sie sich das vor?
Renz (Einwenderin):
Ich gehe doch davon aus, dass die Genehmigungsbehörde eine unabhängige Stelle ist. So würde ich als Bürgerin das jetzt mal deuten.
(Vereinzelt Beifall)
Petrick (HMUKLV):
Danke für das Vertrauen. Ich gebe das dann so weiter bei uns im Haus. – Vielen Dank.

Das hessische Umweltministerium sieht sich selbst nicht als neutral an! Bleibt die Frage offen auf welcher Seite sich das Umweltministerium sieht! Auf der Seite der Konzerne oder der Bürger…

Demnächst mehr zu dieser tollen Quelle…

5 Jahre Dess is Dreck

Mit viel Geld haben die Protagonisten jetzt schon fünf Jahre überlebt und sie feiern sich mal wieder selbst. Ich muss zugeben der Neue Namen Dii ist prägnanter wie Desertec! Das Ziel wurde inzwischen viel geschmeidiger ausformuliert. Es ist nicht mehr beabsichtigt Strom in der Wüste für Europa zu produzieren. Nein, erst soll “…Wüstenstrom in der MENA-Region (Naher Osten und Nordafrika) für den lokalen Bedarf beschleunigt produziert und dann auch auf dem Europäischen Markt angeboten werden kann.” Der Desertec Gründer freut sich sogar, dass die Wüste noch lebt! Sicher kein Ergebnis der Desertec Foundation aber um die Wüste geht es ja nicht, es geht um die gesamte Erde. Jetzt werden Lösungen für eine Welt mit Zehn Milliarden Menschen gesucht…

Ich bleibe dabei Dii oder Desertec ist der falsche Ansatz. Bereits vor sechs Jahren hab ich Desertec mit Malefiz verglichen und diese einfache Beschreibung gilt auch heute noch!
In 2009 war ich kreativ und hab den Namen “Dess iss Dreck” geboren und meine Grafiken noch mehr vereinfacht. Um anschließend eine Woche später auf eine “Micky-Maus” Grafik von Desertec mit meiner “potentiellen Solarmodulstandortgrafik” zu antworten.

Natürlich muss ich zugeben, dass die Grafiken von Dii viel schöner sind wie meine. So schön heile Welt! Wer in dreistelligen Milliardenbeträge rechnet hat natürlich eine andere Basis wie der Sonnenflüsterer. Bei meinem aktuellen Projekt geht es auch um dreistellige Beträge, allerdings Euro’s die von (fast) jedem aufgebracht werden können. Ich möchte nämlich keine Energielösung für 10 Milliarden Menschen die Sklaven einiger weniger Konzerne sind, sondern 10 Milliarden Menschen die sich einen Großteil ihrer Energie direkt von der Sonne besorgen. DIRVOSO könnte man dies vielleicht beim derzeitigen Abkürzungswahn nennen. Direkt von der Sonne!

8 Tote pro Jahr sind o.k.! Aber…

Als praktizierender Atomkraftgegner möchte ich auch heute unser radioaktives Problem aus der Stromgewinnung aus der Atomkraft aufgreifen. In den nächsten Jahren werden ja in Biblis zwei Atomruinen zurückgebaut. Dabei fällt eine Unmenge an Material mit “leichter” Radioaktivität an. Dieses Material wird nach jetziger Rechtslage auf LKW’s verfrachtet und in Deutschland auf Mülldeponien verteilt. Die Genehmigung dafür basiert auf Grenzwerten die in Kauf nehmen dass es bei 100 Millionen Personen die der Strahlenbelastung ausgesetzt sind jährlich 10 Tote gibt. In Deutschland wären das acht Tote pro Jahr. Na ja acht Tote pro Jahr so viel ist das auch nicht oder?

Soweit die derzeitige Rechtslage. Wenn ich dem BUND Experten Werner Neumann seine Ausführungen zu dieser Strahlenbelastung anschaue wird mir schlecht! Er berechnet Werte von bis zu maximal 10.000 Tote pro Jahr. Dies ist ungefähr die Größenordnung die jährlich im Straßenverkehr sterben. Allerdings hätten die Menschen die durch Strahlen versterben keine Möglichkeit dies zu beeinflussen. Strahlung schadet ohne Ankündigung!

Wie kommt Werner Neumann zu seiner Zahl? Er hat als Experte vom BUND sich tief in die Materie eingearbeitet und als Einwendung zum Rückbau von Biblis schriftlich niedergelegt. Auf der Strahlentelex Seite wurden seine Berechnungen (pdf, Seite 1 bis 8) veröffentlicht. Aus meiner Sicht belegt er schlüssig dass systematisch das Risiko einer Krebserkrankung unterschätzt wurde. Er entlarvt den Trick durch viele kleine Faktorabweichungen ein Risiko kleinzurechnen.

Das dramatische ist: um in Summe das 1.000 fache…

Es setzt sich zusammen aus:

Faktor 10: Neubewertung des Risikofaktors der Strahlenbelastung
Als erstes zeigt Neumann auf, dass der rechtliche Wert auf Basis eines Strahlenbelastungswertes von 1977 (ICRP 26, 1977) basiert. Dieser wurde jedoch nach Tschernobyl um das zehnfache (BEIR-Bericht V 1990) erhöht.

Faktor 2: Wegfall des Dosis-Reduktionsfaktor
Das Bundesamt für Strahlenschutz hat bereits im Jahr 2009 geschrieben dieser Reduktionsfaktor sollte nicht mehr angewandt werden!

 

Faktor 3: Aufrundens der Grenzwerte
Eine ganz billige Nummer ist das Runden von Werten. Üblich ist das kaufmännische Runden (0,5 wird auf 1 aufgerundet und 0,49 auf null abgerundet). In der Ableitung von Grenzwerten werden jedoch ganz andere Rundungen vorgenommen die in nachfolgenden Gutachten nicht berücksichtigt werden…

Faktor 5: höheren Gesamtanfalls von radioaktiven Abfällen
Die schwach radioaktiven Abfälle wurden zu Zeiten berechnet als noch keine Erfahrung mit dem Rückbau von AKW’s bestand. Durch den Atomausstieg werden die Mengen in Deutschland sich auf wenige “Hausmülldeponien” konzentrieren entsprechend steigt das Krebsrisiko.

Faktor X: Nicht-Berücksichtigung von allen Radionukliden
Man beschränkt sich auf die Messung nur einiger Radionuklide,
die man gut, schnell, einfach und kostengünstig messen kann
und unterstellt, dass damit auch
die nicht einfach, nicht schnell und nur sehr aufwändig messbaren anderen Radionuklide ausreichend erfasst wären.

Weiterhin benennt Neumann den Faktor 2 für zu geringen Dosisfaktor bei besonderen Risikogruppen und den Faktor 5 für zu geringe Transferfaktoren und willkürliches Anheben von Grenzwerten!

Natürlich sind dies alles nur “theoretische” Werte die Werner Neumann nach bestem Wissen und Gewissen zusammengetragen hat. Dies ist immer so bei der Festlegung von Grenzwerten. Dem Betroffenen der sich mit Krebserkrankungen dann rumschlägt ist dies alles egal. Er trägt die Folgen dieser unverantwortlichen Stromgewinnung.

Als Beispiel möchte ich meine Operation vor gut 3 Jahren anführen. Mir wurde ein “gutartiger Darmtumor” entfernt. Natürlich kann auch ich nicht diese Erkrankung der jahrelangen Radioaktiven Strahlung vom 8 km entfernten Atomkraftwerk Biblis zuschreiben. Aber das Risiko war und ist da und aus meiner Sicht sollte es so gering als möglich gehalten werden. Deshalb geht mit dem strahlenden Müll sorglicher um wie bisher geplant. Ich werde auf jeden Fall den Rückbau der Atomruinen in Biblis weiter kritisch begleiten und danke Werner Neumann für seine akribische Aufarbeitung der aktuellen Situation.

Wer schreibt der bleibt!

Diese alte Skatregel gilt auch heute noch! Gut einen Monat nach der 3. Sitzung des Infoforums zum Rückbau der Atomruinen in Biblis wurde das Protokoll veröffentlicht. Jetzt kann jeder selbst sich ein Urteil dazu bilden. Wie Bürgernah die Informationen des Öko-Institutes waren. Als Beispiel möchte ich nur die Folie 11 aus der Präsentation von Christian Küppers zeigen. Die komplette Präsentation kann als pdf im Protokoll aufgerufen werden.
Öko Institut Freimessung

Was sagt die Folie dem interessierten Anwohner?

Antwort: Mir sagt das nix!

Mir erscheint der ganze Vortrag als scheinheilig wenn ich die Schlussfolgerungen auf Folie 17 anschaue.

“Die Freigabe von gar nicht oder nur sehr gering radioaktiv belasteten Räumen und Materialien macht Sinn, wenn sie unter kontrollierten Bedingungen erfolgt.” Wir sollen also die Freigabe der “sehr gering radioaktiv belasteten Materialien” nur zum Zeitpunkt der Freigabe betrachten. Nicht die Jahrzehnte, Jahrhunderte oder gar Jahrtausende danach. Denn wenn sie mal auf der Hausmülldeponie liegen dann sind sie ja Hausmüll! Was mit dem Hausmüll danach “unkontrolliert” passiert kann der Herr Küppers mit seinen Formeln natürlich nicht berechnen. Da muss jeder Körper dann selbst mit fertig werden…Schaut euch die Präsentation an inclusive drei ähnlicher Formeln die für Anwohner der Atomruinen gedacht war. Das “Öko-Institut” wurde uns als Leckerli angepriesen! Als ob diese Präsentation auf die Bedenken der Anwohner auch nur im Geringsten eingegangen wäre…

Meine Fragen zur Finanzierung (gestellt im August 2014) des Rückbaus entwickeln sich zur “never ending story“. Dabei sind die Fragen doch klar verständlich und könnten kurz und knapp beantwortet werden!

Ich will doch nur drei einfache Antworten auf diese Fragen:

Entspricht der Monitor Bericht der Wahrheit?
Wurden die Atomruinen in Biblis auch in eine Tochtergesellschaft übergeben?
Wie ist der Name Tochtergesellschaft von der RWE AG?

Ich wiederhole hier die Fragen weil im Infoforum niemand wusste was ich gefragt habe. Die Sitzungsleitung hatte die Fragen nicht veröffentlich! Im Protokoll bleibt man diesem Stil treu und veröffentlicht alle Fragen (auch die 31 Fragen von Ingo!) nur meine Fragen werden “per Prosa” protokolliert.
Anfrage von Herrn Renz. Sicherung der Finanzierung des Rückbaus.”

Dass RWE zur Beantwortung dieser Frage angesprochen wurde habe ich auch schon geschrieben. Aber auf einen Satz im Protokoll möchte ich schon hinweisen. Wobei dieser Satz natürlich keinerlei rechtliche Bedeutung hat und wenn wir über den Rückbau von zwei Atomruinen reden werden nur die Dinge zählen die rechtlich “atombombensicher” abgedeckt sind. Es ist der letzte Satz wie er vom Kraftwerksleiter zitiert wird:
“Dies gilt auch für den Rückbau, so dass die finanzielle Vorsorgemaßnahme entsprechend verlängert werden muss.”

Aus meiner Sicht ist es die Bestätigung des Monitor Berichtes. Der Rückbau deutsche Atomkraftwerke ist nur bis 2022 durch die Mutterkonzerne abgedeckt. Danach “muß die finanzielle Vorsorgemaßnahme entsprechend verlängert werden“.

Wer glaubt ein Dax-Konzern würde so einfach die Risiken (Kosten) des Rückbaus von Atomruinen länger wie rechtlich vereinbart übernehmen, der hat nicht mehr alle Tassen im Schrank!

Ab 2022 zahlt der Bürger, fangt schon an zu sparen RWE wird nix mehr dazugeben!

P.S.: Übrigens war die FDP schon wieder nicht anwesend! Weiß jemand ob es die noch gibt?

Stromsparstrumpf und Strom Girokonto

Angeregt durch einen Beitrag im Windwärts Blog zum Thema Strom Girokonto möchte ich dieses Thema heute vertiefen. Mein erster Artikel zum Solarstrom Girokonto liegt ja bereits zweieinhalb Jahre zurück. Anschaulicher habe ich vor eineinhalb Jahren dieses Thema unter dem Titel “Ist Eigenverbrauch ungerecht?” dargestellt. Schön, dass diese Überlegungen jetzt von der MVV, der Uni Stuttgart und dem Batteriehersteller ads-tec aufgegriffen wurde. Aus meiner Sicht steigen die Projektpartner allerdings schon eine Stufe zu hoch ein und die Stufe  des Bargeldes im Geldbeutel, Geldkarte, Sparschwein oder Sparstrumpf übergangen. Im Stromsektor meine ich den Stromspeicher im eigenen Haus. Den habe ich natürlich auch seit gut zwei Jahren im Keller stehen!

Ich kann die Projektbeteiligten ja verstehen, sie suchen natürlich ein Geschäftsmodell für ihre Unternehmen. Eine Privatperson wie ich versucht aber so wenig wie möglich Energie zu kaufen und viel selbst zu erzeugen. Deshalb sind unsere Girokonten vom Denkansatz etwas unterschiedlich.

Da vom Projektbeteiligten bisher keinerlei Kostenaussagen veröffentlicht wurden, spare ich mir diese Betrachtung heute ebenfalls. Ich rechne da sowieso nicht sondern ich mache es einfach mit der Begründung: “es ist der richtige Weg”.

Technisch gesehen ist die Betrachtung der Projektbeteiligten sowieso falsch oder diplomatisch ausgedrückt “wir betrachten die kaufmännische Seite”.
Wenn ein Besitzer einer PV Anlage mehr Strom produziert wie er im eigenen Haushalt benötigt fließt dieser Strom in das öffentliche Netz. Dort wird dieser Strom nicht in den Batteriespeicher fließen, sondern in das Nachbarhaus und dort verbraucht. Erst wenn im lokalen Stromnetz mehr Strom produziert würde, wäre es sinnvoll im Ortsspeicher (Niederspannungsnetz) Strom zwischen zu speichern. Im Artikel “Ist Eigenverbrauch ungerecht?” habe ich eigentlich die detaillierte Beschreibung hinterlegt. Als weitere Komponente fehlt da “nur” der Ortsstromspeicher.

Wenn wir über die zukünftige Stromversorgung reden sollten wir immer von unten nach oben denken. Erst im Haushalt so wenig Energie wie möglich verbrauchen, soviel als möglich selbst produzieren und kleine Zwischenspeicher nutzen. Erst wenn die Kapazitäten im eigenen Haushalt überschritten werden, wird Energie exportiert oder importiert.

Sollte die übergeordnete Ebene (Ortsnetz!) dazu bereit sein, kann eine Abstimmung der zeitlichen Verbräuche zu einer gemeinsamen Optimierung erfolgen.Hier hänge ich gerade in meinem realen Leben, der örtliche Netzbetreiber hat “Null Bock” mit mir über solche Themen zu diskutieren. Denen ist es egal wann ich meinen Speicher be- oder entlade…

Ich könnte mir z.B. vorstellen meine Strombatterie nicht sofort am Morgen mit Sonnenstrom zu füllen, sondern wenn im lokalen Netz günstiger Strom vorhanden ist. Ebenso wäre es sinnvoll meine Batterie auch in jeder Produktionslosen Zeit (Nachts!) vollständig zu entleeren und nicht so wie heute nur so viel Energie zu entnehmen wie ich im eigenen Haushalt gerade benötige.

Die finanzielle Optimierung muß natürlich auch von unten nach oben erfolgen. Eine Abstimmung zwischen Hausbesitzer und lokalem Netzbetreiber muß unter dem Gesichtspunkt der lokalen Wertschöpfung laufen und nicht mit einem marktwirtschaftlichen Geschwafel vermischt werden. Wenn der lokale Netzbetreiber “Leipziger Börsenpreise” für den Strom aus der lokalen Solaranlagen in die Diskussion einbringt dann ist die Basis für eine partnerschaftlichen lokalen Energieversorgung nicht gegeben… Oder wenn der Gesetzgeber meint der lokale Energiehandel müsste sich an den Kosten des “europaweiten/weltweiten Energiehandels” beteiligen dann sind die lokalen Bemühungen für die Tonne!

Ich bin mal gespannt ob es erneut mehr als ein Jahr dauert bis der Stromgirokonto Eröffnung einen Schritt näher kommen. ;-)

Die Zukunft der abgebrannten Energien

Seit sich die Nachricht vom “radikal” verändernden E.on Konzern verbreitet, berichten die unterschiedlichsten Medien gerade so als ob es eine andere Alternative gegeben hätte. Der Vorstandschef steht schließlich ca. 60.000 Mitarbeitern vor. Er hat 31 Milliarden Schulden im Konzern und soll für den Rückbau der Atomkraftwerke weitere 14,5 Milliarden irgendwann mal flüssig machen. Für seinen Kohlestrom kriegt er Jahr für Jahr weniger und im Geschäft mit den Erneuerbaren Energien sind die Renditen nicht in “AG-Höhe” zu erwirtschaften.

Oder habe ich da was verpasst und die 800 Energiegenossenschaften betreiben Kraftwerke mit einem üppig gut bezahlten Personalstand und geben ihren Genossen noch eine auskömmliche Ausschüttung. Den Genossenschaften wohlgesonnenen Verbände werden Spenden überwiesen und der Werbewirtschaft werden tausende von Euros zugeschoben um das Energiegenossenschaftsmarketing zu betreiben. Nee, ich hab nix verpasst. Mit den Einspeisetarifen die momentan für Erneuerbare Energien gezahlt werden kann kein Konzern alle seine Nutznießer weiter beschäftigen. Ausnahmen gibt es natürlich wie immer! Mit der Offshore Windenergie ist es möglich die satten Strukturen eines Konzerns zu ernähren. Der Netzbetrieb (mit staatlich garantierten 9,05 Prozent ) ist natürlich auch ein Leckerli was sich ein E.on gerne einverleiben würde. Unter dem schicken Wort “Kundenbetreuung” darf man sich den Rundum-Sorglos-Flatrate Energie Kunden vorstellen, der nur noch die Abbuchungserlaubnis vom Girokonto unterschreiben muss. Ansonsten ist alles in der Flatte-Ratte drin. Aufgehübscht natürlich von tollen Bildern der exklusiven E.on App die allen Kunden Tag und Nacht zur Verfügung stehen.

Die “Neue E.on” will also mit Offshore Kraftwerken Strom produzieren, über eigene Netze transportieren und den zufriedenen Kunden frei Haus liefern.
Wohlgemerkt mit 40.000 Mitarbeitern!
Wohlgemerkt die Gehälter in dieser Branche sind nicht die schlechtesten!
Wohlgemerkt die Sozialleistungen bei E.on liegen leicht über denen der Branche der Erneuerbaren Energien! (Achtung da spielte leichte Ironie mit!)

In die noch Neuere E.on, (übernehmen wir einfach mal den Namen E.off aus der Süddeutschen) steckt das Management von E.on mal kurz 20.000 Mitarbeiter und alle Kraftwerke der abgebrannten Energien. Das sind dann die Öl, Gas, Kohle und Atomkraftwerke. Die E.off wird dann nach und nach ihre Einnahmequellen verlieren, denn E.on baut ja Kraftwerke mit Erneuerbaren Energien! Viele Kraftwerke müssen es schon sein wenn tausende E.on Mitarbeiter davon leben wollen! Die Aktionäre von E.on wollen natürlich auch ernährt werden! Wobei die E.on Aktionäre anscheinend eine gleiche Anzahl von den tollen E.off Aktien erhalten sollen! Nicht erklärt wurde wie der Aktienkurs der Neuen E.on Aktien stabil bleiben soll wenn man die 20.000 Mitarbeiter inclusive aller Kraftwerke rausnimmt und an der Börse Aktien von E.off anbietet! Wo der Mehrwert herkommen soll erschließt sich mir nicht. Oder vielleicht hab ich doch so eine klitzekleine Ahnung was da angedacht ist. Wenn die Aktionäre von E.off plötzlich nicht in Deutschland sondern aus dem Ausland nicht an die Gerichten sondern ein frei verhandelbares “Investor-Staat-Schiedsverfahren” anstreben, dann ist klar wo der Mehrwert liegt. Die ziehen uns BürgerInnen in den Hinterzimmern bei Kaffee, Schampus und Häppchen die Kohle in einer Art “Flatrate” für abgebrannte Energien aus dem Hintern.

Aber das war doch klar!
Nachdem wir schon üppig für die Bereitstellung von Energie gezahlte haben, fleißig das Quecksilber aus den Schloten der Kohlekraftwerken inhaliert haben, die atomare Minimalststrahlung in unseren Körpern biologisch abgebaut haben zahlen wir auch in naher Zukunft für den IrRWEg der abgebrannten Energien. Wer sonst als die Bürger?

Was allerdings auch klar ist! Wir Bürger können es kostengünstiger! Wir müssen es nur tun. Deshalb mein Tip wie immer: Baut Photovoltaikanlagen!

5.000 Volllaststunden mit Windenergie im Binnenland!

Ja da können wir im Binnenland von träumen, aber es ist ein Traum der demnächst Realität werden könnte. Aber erst mal “Guude Mosche” an alle meine Leser ich bin nach dem Geburtstagsstreß wieder online. Obwohl ich bereits zum 60sten mal dieses Fest feiern durfte war es alles andere als Routine. Vielen Dank an alle die an mich gedacht haben und die Zeit fanden mir Wünsche zu übermitteln. Es sind einfach zu viele  die sich über Whats App, Twitter, Facebook, Telefon und Mail meldeten. Danke an euch alle es hat mich sehr gefreut.

Gefreut hat mich natürlich auch der tolle Vortrag am 14. November in Heppenheim-Kirschhausen von Alexander Bohrmann und seinem fliegenden Drachen Enerkite.

Da bahnt sich eine Sensation in der Windenergie an. Dies war meine Einschätzung nach den ca. 2 Stunden Vortrag, Fragen und Diskussionsrunde. Die ca. 40 ZuhörerInnen waren fasziniert von der Chance der Windenergie “ohne Turm”. Es war der 10. Windstammtisch vom Bundesverband Windenergie in Südhessen. Zusammen mit Franz Mitsch hatte ich schon lange die “windige Truppe” um Alexander Bohrmann auf meiner Referentenliste stehen. Aber mit solchen klaren Vorstellungen wie die Drachenenergie zur Wirtschaftlichkeit gebracht werden sollen, hatte ich nicht gerechnet. Natürlich stelle ich euch gerne die Präsentation von Alexander zur Verfügung. Allerdings solltet ihr (wenn ihr den noch heute am 1.12.2014) lest erst beim Live-Stream vorbeischauen. Die fliegen gerade einen Testflug in Brandenburg. Ich lach mich kaputt die machen gerade “eine kurze Zwischenlandung wegen eines “Akkuwechsels für Beleuchtung des Flügels”!
Enerkite Zwischenlandung
Am Wochenende hatte ich mehrfach vorbeigeschaut im Livestream und immer ist Enerkite bei ca. 8 m/s geflogen und hat zwischen 25 und 30 kW/h Strom produziert. Aber jetzt schnell rüber zum Live Stream und schaut selbst!

Ich weiß in der Flugphase ist das Video langweilig deshalb hier noch die Präsentation von Alexander.

Die Knaller aus der Präsentation:

Ziel ist weniger wie 4 Cent je Kilowatt Stunde Strom!
Ressourcensparende Technik – 3 Gummibärchen Material für den täglichen Strombedarf! Der Drachen startet alleine “ohne Wind”! (rotierender Ankermast – Folie Transport und Errichtung)
und was auch wichtig ist! Bei Flaute sehen ja Windräder richtig Sch…e aus. Bei Flaute, bei Gewitter, wenn Wildgänse oder Fledermäuse fliegen landet Enerkite einfach und wartet bis die Luft wieder “rein” ist.

Späßle am Rande: Es ist kein “Luftfahrtgerät” sondern ein Drachen der den Luftraum nur als Hindernis nutzt . (siehe Folie Genehmigungen!)

Es war ein toller 10. Windstammtisch mit Visionen, Fakten und Potentialen zu “Flugwindkraftanlagen”. Wer noch mehr Infos möchte oder noch besser wer sich finanziell beteiligen möchte der kann dabei sein. Unter FunderNation sammelt Dr. Alexander Bohrmann und sein sensationelles Windteam Geld um dieses Projekt voran zu bringen. Ich kann es nur wärmstens empfehlen…

P.S.: Inzwischen fliegt er wieder. :-)
Enerkite Leistungsbetrieb

Wenn Bürger lästig sind!

Vor meinem Urlaub habe ich den Ball an die Politik im Bundestag, im Landtag und im Kreistag gegeben. Heute möchte ich Bilanz ziehen. Wobei die Bilanz ernüchternd aussieht. Ich habe nur eine Rückmeldung erhalten und zwar von Angela Dorn von den Grünen im Hessischen Landtag, die meine Mail über den Fraktionsvorsitz (Matthias Wagner) anscheinend erhalten hatte. Ich werde mich in den nächsten Tagen mit ihr in Verbindung setzen. So stelle ich mir Demokratie vor. Meine Mail wurde von den hessischen Grünen im Landtag Ernst genommen.

Alle anderen meinen wohl, mich müsste man nicht ernst nehmen.
Alle anderen werden mich auch noch kennenlernen!
Alle anderen kann ich nur sagen, setzen Note “6”!

Ich hatte folgende Fraktionsvorsitzende ohne Rückmeldungen angeschrieben:

Bund CDU Volker Kauder volker.kauder@bundestag.de
Bund SPD Thomas Oppermann oeffentlichkeitsarbeit@spdfraktion.de
Bund Die Linke Gregor Gysi fraktion@linksfraktion.de
Bund Grüne Katrin Göring-Eckardt + Anton Hofreiter info@gruene-bundestag.de
Hessen CDU Michael Boddenberg ‘cdu-fraktion@ltg.hessen.de’
Hessen SPD Thorsten Schäfer Gümbel ‘t.schaefer-guembel@ltg.hessen.de’
Hessen Die Linke Janine Wissler ‘j.wissler@ltg.hessen.de’
Bergstraße CDU Alfons Haag ‘info@bergstrasse.cdu.de’
Bergstraße SPD Josef Fiedler ‘ub.bergstrasse@spd.de’
Bergstraße Grüne Evelyn Berg + Thilo Figaj ‘mail@gruene-bergstrasse.de’

Keiner dieser angeschriebenen “Fraktionsvorsitzenden” hat sich bei mir zurückgemeldet! Die Mailadressen scheinen korrekt zu sein, jedenfalls kam keine zurück. Die Fraktionsvorsitzenden hatten also meine Mail. Aber keiner hat sich mit mir in Verbindung gesetzt. Es könnte ja sein, dass die Fraktionsvorsitzende nicht die richtigen Ansprechpartner sind. Aber nein, meine Mail vergammelt in irgendwelchen Postfächern. Denn weitergeleitet haben die Fraktionsvorsitzenden meine Mail auch nicht. Sonst hätte sich doch irgendjemand gemeldet? In jedem dieser Parlamente sind Abgeordnete die mich persönlich kennen. Ich bekam nur die eine Rückmeldung. Wenn dies demokratische Mitbestimmung ist kann ich drauf verzichten!

Ist es Größenwahnsinnig wenn ich von den Fraktionsvorsitzenden um eine Weiterleitung an die Fraktionsmitglieder bitte? Oder habe ich nicht das Recht als Bürger auf eine Weiterleitung? Ich weiß es nicht, aber wenn mir keiner Rückantwort gibt stehe ich ganz schön im Regen. Was soll ich denn als Bürger tun? Ach so, wenn Wahl ist soll ich ein Kreuz machen. Mach ich auch aber ein wenig würde ich schon mein Fachwissen akzeptiert wissen…

Die “Energiewende” wird immer wieder bei politischen Sonntagsreden als dezentral und Bürger basierend betitelt. Wenn aber die Bürger von den Politikern nicht mehr ernst genommen werden dann ist was faul in unserem System. Egal auf welcher Ebene ich die Fraktionsvorsitzenden angeschrieben habe, das Energiethema ist auf allen politischen Ebenen präsent. Deshalb finde ich die Ignoranz der politisch Verantwortlichen meines offenen Briefes ist ein Schlag in das Gesicht unserer Demokratie. Ich erwarte Rückmeldungen wenn ich meine Abgeordneten anschreibe und nicht ein wegducken vor meinen Fragen. Ihr kennt den Sonnenflüsterer und ihr wißt damit ist nicht Ende meiner Aktion. Die Fraktionsvorsitzenden werden demnächst von mir hören… Auf welchem Weg verrate ich noch nicht…

Nochmals vielen, vielen Dank an Angela Dorn und den Hessischen Grünen es hat mich sehr gefreut von euch eine Rückmeldung zu erhalten. Ich melde mich demnächst bei Angela und ich bin mir sicher mit unserer Erneuerbaren Power schaffen wir die Energiewende auch wenn viele andere uns ignorieren, bremsen oder Knüppel zwischen die Beine werfen wollen.

Wir können schreiben und reden was wir wollen, wenn uns keiner liest oder zuhört ist all dies unnötig. Wichtiger ist natürlich nicht nur zuhören oder lesen sondern handeln. Wem dies immer noch nicht genug ist dem empfehle ich diese 6 Minuten Rede. Da ist alles gesagt:

Referenten machen Solarenergie bewußt teuer

Was ist das eigentlich für eine Politik die immer erst mal “Referentenentwürfe” im Netz kursieren läßt bevor die echten Entscheider ihre Gesetzentwürfe auf den Tisch gelegt werden? Im Moment kann man den “Referentenentwurf” zur “PV-Pilotauschreibung” im Netz finden.

Natürlich hat der nix damit zu tun was die Bundesregierung machen möchte! Oder doch? Ich weiß es nicht. Ich weiß aber, dass der Vorschlag im “Referentenentwurf” die größe der Photovoltaikanlagen auf 10 MW zu begrenzen nicht zu akzeptieren ist. Was würden denn die Windparkplaner sagen wenn es EEG Vergütung nur noch für Windparks bis 10 MW gäbe? Wenn der Park größer ist gibt es nix mehr. Wäre doch bekloppt oder? Wenn große Flächen zur Verfügung stehen und Photovoltaik seine Stärke ausspielen könnte, warum sollte dann der kostengünstige Solarstrom nicht produziert werden? Das einzige was doch dagegen spricht wäre: wir wollen, dass viele Menschen in Deutschland an vielen Stellen Solarkraftwerke bauen. Ja dann, wenn wir das wirklich wollen, dann laßt uns den idiotischen Deckel (Ausschreibungsdeckel 600 MW im Jahr) in die Tonne treten.

Wenn juwi in Amerika Photovoltaikstrom für 4 Cent die kWh produzieren kann, dann könnten meine Rheinland Pfälzischen Freunde dies sicherlich auch in Deutschland! Dann laßt es uns endlich tun und Kohlekraftwerke abschalten (und nicht deren Arbeitsplätze erhalten!) damit Bürger die Bürger Energie produzieren wollen, wieder eine Chance haben.