Kategorie-Archiv: erneuerbare Energie

Jetzt spreng ich das Atomkraftwerk in die Luft!

“Hä, bist du total Wahnsinnig? Da gehen ja die ganzen Lichter aus.”

Die in Bayern haben wirklich Probleme! Sprengen ein Atomkraftwerk (spielerisch!) in die Luft und machen sich sorgen um ihr Licht! Ist denen noch kein Licht aufgegangen?
Jedenfalls beginnt so ein Trailer für das Energiespiel Bayern. Aber nicht genug damit auch in der Kooperationsanfrage für meinen Blog wird damit geworben, dass “nach Fukushima ist Deutschland um einen Ausstieg aus der Kernenergie bemüht”. Na Klasse in Bayern lehrt man also die Kids den Atomausstieg damit zu beginnen, dass man erstmal die Atomkraftwerke in die Luft sprengt! Selbst lässt die Bayrische Landesregierung Atomkraftwerke aber bis 2020 laufen…

Im weiteren Verlauf des Trailers baut der männliche Spieler Windräder und man glaubt es kaum sofort zeigen sich die Bürger nicht einverstanden mit dem Bau der Windräder! “Sie wurden ja nicht eingebunden”. Beim sprengen des AKW’s aber auch nicht? Da kam allerdings aus dem Lautsprecher kein Protestlärm? Ach so die waren alle tot um das AKW herum und die etwas weiter weg wohnen sind geflüchtet aus Bayern oder wie muss ich das verstehen? Schaut es euch selbst mal an…

Ich glaub, ich versteh das Energiespiel Bayern nicht und spielen werde ich es auch nicht. Oder doch ich spiele es, aber erst wenn alle bayrischen Landtags Abgeordneten (inclusive Seehofer) das Spiel einmal gespielt haben und eine Rezession dazu geschrieben haben. Ihr Punkteergebnis sollten sie natürlich auch veröffentlichen. Sozusagen ein Landtagsranking! Nominierungen sind ja gerade modisch. Ich nominiere die Mitglieder des bayrischen Landtags für das “Energiespiel Bayern”.

Für Spielefreaks mach dieses Spielchen eine schöne Abwechslung (für 10 Minuten?) sein, aber mit Energiewende, glaub ich (auch wenn ich es noch nicht gespielt habe), hat das nix zu tun.
Klar Bayern muss was tun um die Energiewende tatsächlich hinzukriegen. Noch laufen die Atomkraftwerke Grafenrheinfeld, Grundremmingen und Isar/Ohu und wenn das Bayrische Staatsministerium für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie meint Geld ausgeben zu müssen so ist ihre Verantwortung.
Wer bei Windrädern einen unbegründeten Abstand gesetzlich vorgibt hat das Wort Energiewende nicht verstanden. Der Abstand von Windrädern zur Wohnbebauung sollte sich an Geräuschen und an den Auswirkungen auf die Landschaft orientieren. Eine pauschale Regelung, Zehn mal die Höhe des Windrades, muss als Abstand zur nächsten Wohnbebauung eingehaltenwerden, ist absurd. Bayern kassiert (dank seiner engagierten Bürger!) derzeit das meiste Geld aus der EEG Umlage. Die bayrischen Photovoltaikanlagen ziehen durch die EEG-Umlage viel Geld aus den anderen Bundesländern ab. Es wäre sinnvoller endlich auch Windräder zu bauen, Atomkraftwerke (aber ordentlich abschalten und zurückbauen) abzuschalten und nicht Energiewendespielchen für die Kids programmieren zu lassen. Dieses Spielchen fände ich in Ordnung wenn die Bayern tatsächlich ein Politisches Energiewende Programm aufsetzen würden, aber so ist es leider nur ein Gimmick!

Tut mir Leid für die netten Leute von der Social Media Agentur (ihr habt sehr nette Mails geschickt) aber das Produkt finde ich im bayrischen Umfeld für nicht angebracht.

#glskoop Die GLS Blog-Kooperative

Stolz wie Bolle!

Ich bin bei der GLS Blog Kooperative dabei!

Die GLS Gemeinschaftsbank eG stellte am 15.4.2014 in ihrem Blog einen Aufruf ins Netz und suchte 10 “Neugierige” BloggerInnen. Na klar, dass ich da meine Bewerbung auch hinschicken musste! Die Mail ging um 9:02 Uhr raus! Der Sonnenflüsterer ist nun mal ein Frühaufsteher.

Zufällig wurde am Tag drauf mein Interview als GLS Mitglied im Blog veröffentlicht. Dann hörte ich lange nix mehr von der #GLSkoop nur dass sich viele Blogger beworben hatten. Am letzten Donnerstag dann die frohe Kunde ich bin dabei! Zusammen mit 17 anderen BloggerInnen wurde ich als #glskoop Blogger benannt. Entgegen des GLS-Blog Artikels wurden die 18 BloggerInnen nicht ausgewürfelt sondern einem Auswahlverfahren unterzogen. Schön, jetzt sitz ich zuhause und warte auf das was da kommt!

Boah ist dass eine tolle Mannschaft was sich in dem auserwählten Kreis tummelt

dasnuf.de; wirres.net; www.anti-uni.com; www.jawl.net; der-kleine-horror-garten.de; salatwerkstatt.de; www.junaimnetz.de; www.dieweltanalysieren.de; www.papatogo.de;e13.de; www.sustainyourfuture.com; fruehstueckbeiemma.blogspot.com; www.texterella.de; www.muenchen-querbeet.de; madiko.com; www.schaeferweltweit.de; www.architexturbuero.de

Da bin ich ja wieder mal so richtig exotisch. Sowohl mit meinen Themen als auch mit meinem “einfachen Blog”. Die haben ja teilweise richtig tolle Seiten mit allem Schnick-Schnack! Leider kann ich noch nicht erkennen wer für welches Gebiet schreiben soll. Das wird in dieser Woche sicherlich noch veröffentlicht. Natürlich würde ich gerne meine Blogger-Nachbarn kennenlernen. Jedenfalls gibt es wieder viel zu lesen und deshalb fass ich mich heute wieder mal kurz. Ihr habt jetzt ja erst mal viel zu lesen. Bei den KollegInnen der #glskoop. Ach so eine eigene Twitterliste gibt es auch schon, die Zwitscherliste der #glskoop könnt ihr hier einsehen. (was es alles gibt in der Welt des Internet’s!)

Wind- und Sonnenstrom im Verlauf des Jahres 2008

ralosHistory 15.11.2008 (erste Veröffentlichung)

Der Bundesverband der Energie und Wasserwirtschaft e.V. veröffentlicht regelmäßig die Prognosen für Strom der nach dem EEG vergütet wird.
2008 11 15

In dieser Statistik wird mit der roten Linie aufgezeigt wie hoch der prognostizierte Stromanteil der erneuerbaren Energien an der gesamten Deutschen Stromproduktion ist. Die blaue Linie zeigt den prognostizierten durchschnittlichen Euro-Wert der je produzierter erneuerbarer kWh Strom vergütet wird.

Bei der roten Linie fällt auf, dass in den Wintermonaten der Anteil höher ist. Dies ist den 22 GW Windkraftanlagen geschuldet die natürlich im Winter mehr Strom produzieren als im Sommer. Dass wir allerdings im Dezember 2008 bereits mehr als 22 % durch erneuerbare Energien erzeugen überrascht selbst einen Optimisten wie mich. Die Delle im Sommer ist “unser Arbeitgeber” in den nächsten Jahren. Wir müssen mehr Photovoltaik installieren damit wir das “Sommerloch” der Windenergie ausfüllen.

Die blaue Kostenlinie zeigt natürlich klar auf, dass die Windenergie derzeit die weitaus kostengünstigere Variante darstellt. Es ist ja auch klar für eine kWh Windstrom gibt es derzeit 8 Cent für Photovoltaikstrom 46 Cent. Aber ich möchte auch mal klarstellen, dass Windstrom bereits seit 1991 wirtschaftlich gefördert wird und Photovoltaik erst seit 2000. Diese zehn Jahre technische Entwicklung fehlen der PV-Industrie. In zehn Jahren werden wir den Steckdosenpreis längst geschlagen haben denn Photovoltaik wird frei Haus geliefert.

Da im Sommer der Photovoltaikstrom einen höheren Anteil hat ist auch der durchschnittlich vergütete Strompreis für EEG Strom höher. Aber auch hier bewegen wir uns mit weniger als 15 Cent noch unter dem “Verkaufspreis” von ca. 20 Cent je kWh.

Genossen machen in Biogas (ohne Banken!)

Dass Energiegenossenschaften Photovoltaikanlagen betreiben ist inzwischen schon allgemein anerkanntes Wissen. Vereinzelt gibt es auch schon Genossenschaften die Windenergieanlagen betreiben aber zu den PV und Windkraftwerken auch noch eine Biogasanlage zu betreiben ist mir nur eine Genossenschaft bekannt. Die Energiegenossenschaft Starkenburg eG (ES)!

Die betreiben inzwischen 680 kWp Photovoltaikanlagen (10 Anlagen), haben ein Windrad (2,5 MW), ein halbes Windrad (51% von 2,05 MW), ein 10% Anteil an einem anderen Windpark mit 4 MW und last but not least ein 0,2% Anteil an einem Park mit 16 MW und jetzt kommt die Biogasanlage mit 370 kW elektrisch und 386 kW thermisch dazu!!!! Suuupper gemacht.

Es freut mich natürlich dass “meine” Genossenschaft, die wir mit 13 Personen 2010 gegründet hatten, sich so prächtig entwickelt. Mit der Übernahme der Biogasanlage in Lorsch von dem Energieversorger HSE AG aus Darmstadt kommt ein völlig Neues Gebiet der Erneuerbaren Energien zum Geschäftsfeld der ES. Mit der ES und den Landwirten vor Ort wird damit wieder einmal aufgezeigt wie lokale Wertschöpfung funktioniert! Wer wenn nicht die Menschen vor Ort wüssten am besten wie Biomasse zu Biogas verwandelt werden kann? Die Absprache zwischen den Landwirten auf Basis einer langjährigen Zusammenarbeit auf vielfältigen Gebieten wird sich auch hier als nachhaltig und gewinnbringend für alle erweisen.

Aber der ES gelingt (so wie es jedenfalls derzeit aussieht!) erneut Husarenstreich, denn das benötigte Kapital wird wie bisher alle anderen Projekte auch nur durch Bürger finanziert!

OHNE BANKEN!

Es sind mehr als 1 Million Euro von 131 Genossen bereitgestellt und täglich wird es mehr…
Diese Beteiligungsform ist für mich als ideal anzusehen. Natürlich sollen alle die an der Energieerzeugung sich engagieren einen Profit erzielen. Aber dieser Profit soll vor Ort bleiben. Bei denjenigen die sich untereinander kennen und nicht in irgendwelche Konzernzentralen abwandern!
Aber ich brauche nicht alles erneut zu beschreiben, auf der Homepage der Energiegenossenschaft Starkenburg eG ist alles bis ins Detail zum Projekt für jeden Bürger einsehbar. Aber immer dran denken! Die Energiegenossenschaft Starkenburg arbeitet nach dem Zwiebelschalenprinzip!

Erst werden diejenigen gefragt die im oder um oder nahe beim Kraftwerk wohnen.
Dann die Nachbarn und Genossen die bereits in der ES engagiert sind und erst dann können die “weiter entfernt” wohnenden Menschen zum Genossen bei der ES werden. Lokales Prinzip halt.

Oder auf Neudeutsch: Einfach Supergeil! ES halt.

Energieintensive Betriebe zu den Energiequellen!

Warum wird immer nur in eingefahrenen Schienen diskutiert?

Ist der Netzausbau die einzige Alternative? Oder können wir auch mal über die Verlagerung von Energieintensiven Firmen reden? Wäre es nicht sinnvoll die Energieverbraucher dort anzusiedeln wo die Energie produziert wird?

Ich weiß jetzt geht das Geschrei los, wir können doch nicht eine komplette Firma verlegen! Ja warum denn nicht? Wir werden noch viel mehr verändern müssen, warum dann nicht einen energieintensiven Produktionsstandort zur Energiequelle verlagern?

Ich nehme jetzt nur mal so als Beispiel die BASF in Ludwigshafen. Ich hab einen Ausschnitt aus Googl-Maps vom jetzigen Gelände in Ludwigshafen als Beispiel:
BASF

Sicherlich wurde BASF an diesem Standort errichtet weil der Rhein zum einen für den Transport interessant war. Aber auch weil das Wasser für die Kühlung und leider auch zur Aufnahme von Abwässern ideal war. Wir wollen aber hin zu 100% Erneuerbaren Energien und da muss es auch mal möglich sein über Veränderungen zu reden. Warum sollte es nicht möglich sein bei der Schaffung neuer Produktionsstätten über einen anderen Standort nachzudenken? Dort wo die Energie erzeugt wird müsste es doch kostengünstiger sein zu produzieren? Wenn die BASF natürlich weiterhin an ihrem Stammhaus produziert, muss die Erneuerbare Energie angeliefert werden. Wie wir allerdings wissen beteiligen sich große Energieintensive Firmen weder an der EEG Umlage noch am Netzausbau. Die Stromproduktion aus Erneuerbaren Energien um das BASF Werk rum ist allerdings sehr beschränkt. Weder die Windverhältnisse noch die Flächen für Photovoltaik sind vielversprechend für ein energieintensives Unternehmen. Was liegt also näher als für die Zukunft zu sagen wir schaffen dort neue energieintensive Produktionsstätten wo die Energie auch produziert wird?

Dass dort viel Energie benötigt wird hab ich schon einmal vor gut fünfeinhalb Jahren geschrieben. Damals ging es noch um den Neubau vom Kohlekraftwerk Block 9 in Mannheim und ich habe die inzwischen zwölf Jahre alte Studie von CDU und FDP ausgekramt in der man der Meinung war weitere 60 Atomkraftwerke in Deutschland zu bauen um die CO2 Reduktionen hinzubekommen. Wohlgemerkt diese Grafik wurde in einer Studie vor 12 Jahren veröffentlicht! In der Studie wurde ein Atomkraftwerk in Ludwigshafen vorgeschlagen und die “Prozesswärme” aus dem AKW sollte in dem energieintensiven Betrieb genutzt werden. Wenn solche Gedanken vor 12 Jahren legitim waren, warum sollten wir heute nicht mal drüber nachdenken energieintensive Betriebe bei den Kraftwerken der Erneuerbaren Energien anzusiedeln?

Klare verständliche Worte zum EEG

Ich hab schon viel gelesen zum EEG 2014 und zur Deutschen Energiewende. Aber im Interview der Neuen Energie (August 2014 S. 15, oder teilweise online) sind mir die Antworten von Paul Gipe besonders aufgefallen. Seine Sprache ist so klar und eindeutig, dass ich seine 3 Antworten hier gerne noch alleine darstellen möchte. Die Neue Energie hatte diese drei Fragen an Klaus Rave, Dörte Fouquet, Anil Kane, Andrew Garrad und eben an Paul Gipe gestellt. Ich will die Antworten der anderen nicht schmälern, aber wer meinen Blog liest, weiß ich liebe die klaren, verständlichen und eindeutigen Worte… ich wünsche euch ebenso viel Spaß wie ich ihn hatte!

1. Wie schätzen Sie die Bedeutung der deutschen Energiewende und des EEG für die internationale “Energy Transition” ein?
Paul Gipe: Die Energiewende und das EEG, das sie ermöglicht hat, sind Deutschlands Geschenk an die Welt. Und wir sind außerordentlich dankbar. Deutschland hat gezeigt, dass es gelingen kann, dass wir einen Wechsel von fossilen Brennstoffen und Atomenergie zu erneuerbaren Energien bewerkstelligen können, und das sehr viel schneller, als irgendjemand von uns sich das jemals vorgestellt hat. Andere Nationen reden viel und schlagen sich großspurig auf die Brust, aber Deutschland handelt – mit Windturbinen auf dem Land, Biogasanlagen auf den Feldern und Solaranlagen auf den Dächern. Deutschlands Leistungen inspirieren. Sie geben uns Hoffnung. Sie geben uns ein lebendes, atmendes Beispiel von einem Volk, das eine erneuerbare Zukunft direkt vor unseren Augen baut. Wichtiger und oft übersehen:
Die Deutschen haben gezeigt, dass erneuerbare Energie die Ressource der Menschen ist. Sie ist die Ressource des Volkes, durch das Volk und für das Volk. Darin ist Deutschlands Energiewende revolutionär. Thomas Jefferson, einer unserer Revolutionsführer, wäre stolz. Er würde der deutschen Demokratisierung der Stromerzeugung durch das lokale Eigentum erneuerbarer Energie applaudieren.

2. Wie bewerten Sie die Änderungen durch die aktuelle EEG-Reform, insbesondere die angekündigte Umstellung von festen Einspeisevergütungen auf Ausschreibungen ab 2017?
Paul Gipe: Katastrophal! Die Feinde erneuerbarer Energie, die Reaktionäre in den fossilen und atomaren Industrien außerhalb Deutschlands jubeln. Nur eine komplette deutsche Verleugnung der Energiewende hätte sie mehr gefreut. Diese rückschrittlichen Kräfte sagen eine solche Handlung seit Jahren vorher und haben Deutschland gezielt verschmäht. “Die Deutschen werden zur Vernunft kommen und diesen Nonsens beenden”, haben sie gesagt. Der Bundestag hat unwissentlich ihre Prophezeiung erfüllt.

3. Wie wird sich die Reform Ihrer Meinung nach auf die deutsche Energiewende und ihren Einfluss im Ausland auswirken?
Paul Gipe: Trotz frommer Erklärungen von Koalitionspolitikern kennen unsere Feinde – und das sind ein paar der mächtigsten Organisationen des Planeten – die Wahrheit. Sie haben eine neue Waffe gegen erneuerbare Energie und deren lokalen Besitz: Deutschlands Rückzug. Industrieanalysten und alle, die zwischen den Zeilen lesen können, wissen was wirklich passiert ist. Alle Begründungen, die CDU/CSU und SPD angeführt haben, sind Märchen. Wenn es um die Kosten ginge, warum dann der Deckel auf Onshore-Windenergie? Wenn es um die Netzintegration ginge, warum dann der Stopp beim Biogas? Nein, hier ging es darum, den Etablierten Marktanteile zu sichern, genau jenen Unternehmen, die die Energiewende lange abgelehnt haben. Es ging darum, die Energiewende zu verlangsamen, weil sie zu weit fortgeschritten ist, um noch gestoppt zu werden.

Nochmals vielen Dank an die Neue Energie für dieses tolle Interview und besonders die klaren Worte von Paul Gipe. Ich unterschreibe alle seine Aussagen würde allerdings widersprechen, “der Bundestag hätte unwissentlich die Prophezeiung erfüllt”, ich bin der Meinung der Bundestag wusste genau was er mit diesem bescheidenen EEG anrichtet!

Vier Energieversorger in einem Gebiet

Viele Köche verderben den Brei!
Vier Energieversorger in einer Kommune verderben die Energiewende!

Ja es ist kaum zu fassen meine Heimatkommune erlaubt sich den Luxus vier verschiedene Firmen auf der eigenen Gemarkung mit dem Thema Energie zu beauftragen. Da sind “traditionell” die Elektrizitätswerke Rheinhessen (EWR) die das Stromnetz (noch!) besitzen. Ebenso lang ist die HEAG Südhessische Energie AG (HSE) für das Gasnetz (noch!) zuständig. Seit kurzem darf sich die Mainova um unsere Straßenbeleuchtung kümmern. Ja und dann kommt unser gemeinsames “Stadtwerk” die Energieried GmbH & Co. KG die sich vor allem um Lampertheim und Bürstadt kümmern soll. Bei der Energieried spielt allerdings ein weiterer Energieversorger die Gruppen- Gas- und Elektrizitätswerk Bergstraße AG (GGEW) mit einem 34,5% Anteil mit. Die Stadt Lampertheim hält 40,4% und meine Heimatstadt 25,1%.

Mit der Energieried, die seit 2006 sich um Bürstadt und Lampertheim energetisch kümmern soll, geht es allerdings nicht so richtig voran. Bei der Gaskonzession konnte Energieried zwar die Bürstädter Konzession bekommen und eine Rechtsstreitigkeit vor dem BGH in Karlsruhe gewinnen, aber der Kaufpreis für dieses Netz wartet derzeit auf gerichtliche Klärung! Ohne Kaufpreis kein Kauf!

Auch die Stromkonzession wurde am 1.1.2012 von den Städten Lampertheim und Bürstadt an die Energieried vergeben. Leider hat Energieried diese Konzession zurückgegeben! Die mir bekannten Begründungen sind nicht stichhaltig. Es gab zwar ein BGH Urteil in dem die Vergabe von Konzessionsverträgen nach bestimmten Kriterien (die in diesem Fall auch ausschlaggebend waren) zu beanstanden wären! Gegen die Vergabe der Konzession klagte niemand und auch das Bundeskartellamt hat sich nicht um unseren Fall (meines Wissens!) gekümmert. Hätte doch die Energieried, die Erlaubnis für 20 Jahre die Stromnetze zu betreiben, auch nutzen können? Es ist nicht zu erklären warum dieser wirtschaftliche Vorteil nicht genutzt wird? In diesem Fall gilt, wo kein Kläger, da ist auch kein Richter…

Aber was soll’s es wird die Zeit kommen wo der wahre Grund ans Tageslicht kommt. Momentan läuft die zweite Ausschreibung für unser Stromnetz. Über dieses Verfahren darf ich aber nix schreiben. Ist ja alles ganz, ganz Geheim! Die Öffentlichkeit wird regelmäßig ausgeschlossen bei allen Diskussionen. Soviel zur Beteiligung der Bürger an ihrer Energieversorger. Auf einem Vortrag von Professor Leprich sagte dieser, er verstehe nicht den Optimismus den die Freunde der Erneuerbaren Energien den Stadtwerken entgegenbrächten. Seiner Meinung nach sind 90% der Stadtwerke genau schlimm wie die 4 großen Konzerne. Das schreckliche an dieser Aussage ist der Professor hat recht. Die Stadtwerke die als GmbH geführt werden informieren ihre Bürger nicht ausreichend und ob sie an der Seite der Bürger bei der Energieversorgung mit Erneuerbaren Energien stehen sehe ich auch seltenst. Bei der Energieried mündet dieses “Engagement” in der Aussage: Seit 2008 befassen wir uns mit der Planung zur Erschließung weiterer Geschäftsfelder im Bereich Erneuerbare Energien. Mit unseren Partnern arbeiten wir vielversprechend an Plänen für den Einsatz erneuerbarer Energien mit den Schwerpunkten Solar- und Windenergie. (Nachzulesen hier!)
Gemerkt hab ich davon bis heute nicht viel…

Photovoltaik EEG 2000 bis EEG 2009

ralosHistory 5.11.2008 (erste Veröffentlichung)

Inzwischen haben fast alle die sich über Photovoltaik Anlagen informieren schon gehört:

“Dass es jedes Jahr weniger gibt”

Was genau, dank des Erneuerbaren Energien Gesetz (EEG) abgeht wissen dann allerdings die wenigsten. Wenn es dann langsam gegen Ende des Jahres geht kommt öfters die Frage rechnet sich die Photovoltaikanlage im nächsten Jahr überhaupt noch. Die wenigsten können sich vorstellen, dass die Gestehungskosten günstiger werden könnten.

Ich habe deshalb mal die Einspeisevergütung von 2000 bis 2008 für Anlagen bis 30 kWp aufgelistet. Dabei ist allerdings zu berücksichtigen, dass in den Jahren 2000 bis 2003 zu der Einspeisevergütung noch die Förderung durch einen zinsgünstigen KfW Kredit mit 1,9% gewährt wurde. Da dieser Kredit einiges an zusätzlichem Verwaltungsaufwand mit sich brachte wurde dieser Vorteil ab 2004 in die Einspeisevergütung mit eingerechnet. Deshalb erhöht sich die Einspeisevergütung von 2003 auf 2004.

Im Jahr 2000 – 2001 gab es je kWh 50,62 Cent
In 2002 wurde nur noch je kWh 48,10 Cent gezahlt (5% weniger)
Ebenfalls 5% weniger gab es 2003 für jede kWh nämlich 45,70 Cent
Auch 2004 hat sich die Einspeisevergütung um 5% reduziert durch die bereits erwähnte Streichung des 1,9% KfW Kredits erhöhte sich jedoch die Vergütung je kWh auf 57,40 Cent.
Ab 2005 reduzierte sich die Vergütung wieder um 5% auf 54,53 Cent je kWh.
In 2006 erhielt der Photovoltaikanlagen Betreiber wieder 5% weniger nämlich 51,80 Cent je kWh.
Ebenfalls 5% weniger gab es ab 2007 je kWh 49,21 Cent
Nochmals 5% weniger 46,75 Cent gibt es je kWh bei Inbetriebnahme in 2008.
Ab 2009 müssen wir zwar eine Vergütungs Reduzierung von 8% auf 43,01 Cent je kWh verkraften.

Aber wie man an der langen Liste von Kostenreduzierungen sehen kann wird die Solarbranche sicherlich auch diese Reduktion schaffen. Diese höhere Reduzierung wurde politisch bei der Überarbeitung des EEG vereinbart. Überarbeitet wird das EEG alle vier Jahre die neueste Überarbeitung wird als EEG Novelle 2009 bezeichnet.

Zum besseren Verständnis sei nochmals gesagt:
Dieser Vergütungswert wird ab Inbetriebnahme der Anlage
für das laufende Jahr gezahlt
und für zwanzig weitere Jahre.
Es besteht als eine Investitionssicherheit für mindestens zwanzig Jahre.

Barcamp? Blogparade??

Da haben mir die Jungen Wilden wieder was eingebrockt. Ich soll bei der Blogparade der Energieblogger zum Barcamp renewables mitmachen. Die haben gut lachen. In einer Bar war ich schon aber Campen war noch nie mein Ding und jetzt soll ich für die Teilnahme am Barcamp werben?

Bisher war es mir nicht vergönnt an den ersten Barcamp’s teilzunehmen. Aber diesmal bin ich dabei! Jedenfalls am Freitag und an der Abendveranstaltung bin ich in Kassel. Den Rest des Wochenendes bin ich schon verplant! Ich sag nur Hochzeit, Windparkeinweihung und Staatstheater. Wow das wird ein Wochenende!

Kopie von BC-Banner-180-150

Freitags (19. September) trifft Mann/Frau sich in der SMA Solar Academy. Schon bei der Location kann ich nur sagen: “Erste Sahne” was die Nordhessischen Solarier dort zu bieten haben. Es sind halt Hessen! Es geht los um 9:30 Uhr! Ein gemeinsames Frühstück. Dann gibt es Begrüßung, Vorstellung und Sessionplanung! Hä, Sessionplanung? Die wissen noch gar nicht was laufen soll? Ach so es ist ja ein Camp da muß man sein Zelt selbst aufbauen. Auch nicht schlecht, da kann ich meine Ideen endlich mal einbringen. Ich hab ja noch Zeit, irgendwas fällt mir schon ein und den Rest der Camper dann für das Thema zu begeistern wird schon klappen. Ansonsten was soll’s, die anderen haben ja auch tolle Ideen. Die kommen ja auch alle aus der Praxis. Ich freu mich drauf…

Dann gibt es “Session”, Essen, “Session”, Kaffee, “Session”, Ausklang und Abendveranstaltung.
Na Klasse das ist ja wie die Überraschungstüte in meiner Kindheit. In den anderen Ankündigungen lese ich viel von “Offline” Treffen. Dass ich nicht lache. Wetten, dass in den “Session’s” es ständig piepst, brummt und duddelt! Von wegen “Offline” die werden alle von der NSA abgehört! Permanent! Ich werde deshalb in meinem tiefsten südhessichen Slang reden damit der NSA “sou rischdisch was zum üwwersetze hot”.

Also kommt zum Barcamp der Energieblogger nach Kassel die Veranstaltung kostet keine Euros, nur eure Zeit und euer Engagement.

Jetzt zum Thema Blogparade!

Ich war damals (in meiner Jugend) auch im Vorstand meines (damals) geliebten Fußballvereins VFR Bürstadt im Vorstand. Auf dem Sportplatz habe ich so manche Torwartparade erlebt. War Klasse! Ansonsten verbinde ich damit wenn Musikkapellen durch die Stadt laufen und spielen! Da kann ich allerdings in meiner Heimatstadt nich mit dienen. Hier reichts nur zum Fastnachtsumzug…

Aber Online eine Blogparade? Na da mach ich es mir doch ganz einfach, ich Reihe mich in die vorhandene Parade (scheint so eine Art Polonaise zu sein?) ein und verweise diejenigen die sich ernsthaft mit dem Thema beschäftigen wollen auf die Beiträge meiner Kollegen. Aber egal wie das Barcamp beschrieben wird, ich freu mich drauf und würde mich freuen wenn viele kommen.

Blogparade zum Barcamp

Dieser Artikel gehört zur Blogparade zum Barcamp. In der hier unten aufgeführten Liste findet ihr alle bereits veröffentlichten Artikel und die, die noch folgen werden. Ein Besuch der anderen Beiträge lohnt sich definitiv:

Bergrecht

Die Energieversorgung der Zukunft ist erneuerbar, dezentral und von Bürgern getragen. So sieht die Prosa aus wenn ich über die zukünftige Energieversorgung rede und wir haben schon sehr viel erreicht. Noch vor zehn Jahren wurde mir lokal vorgehalten 12% Erneuerbare Energien sind “pure Fantasterei”! Na ja inzwischen haben wir das Doppelte umgesetzt…

Aber im Detail, Tag für Tag ist dieser Weg sehr, sehr mühsam. Ich habe mich entschlossen in Zukunft auch mein Kommunalpolitisches Engagement als “Grüner” im Bürstädter Stadtparlament (Stadtverordneter seit 1.4.2011) hier zu kommentieren. Natürlich nur wenn es um Energie geht. Aber die Energieversorgung der Zukunft wird nur gelingen wenn wir vieles in unseren Städten verändern! Aktuelle Nachricht dazu zum Beispiel aus Helsinki!

Wir Bürstädter haben derzeit einiges an Energiethemen vorzuzeigen. Ölförderung auf unserem Städtischen Gebiet, Konzessionsvergabe für Strom und für Gas und stillgelegte Biogasanlage sind die Hauptthemen. Aber auch mein “Lieblingsthema” Gehwegparken sehe ich als Energiethema…

Aber heute soll es um den Antrag meiner Fraktion zum Thema Bergrecht gehen. Wir wollten, dass die Stadt Bürstadt an die Bundesregierung schreibt und eine Überarbeitung des Bergrechtes anmahnt. Mehr nicht. Im Umweltausschuss wurde dieser Antrag schon kontrovers diskutiert und aus allen Fraktionen (CDU, FDP und SPD) kamen ablehnende Stimmen die sich bei der späteren Abstimmung allerdings in ein zustimmendes Ergebnis (5 dafür und 4 dagegen) wendete. Dies war Fakt aber uns war klar in der Stadtverordnetenversammlung würde es nochmal eng werden. Die Überraschung auf der Stadtverordnetenversammlung war allerdings, dass die CDU den Antrag stellte diesen Tagesordnungspunkt von der Tagesordnung zu nehmen! Dies geschah dann auch mit Stimmen aus den Regierungsparteien CDU und FDP aber auch mit Stimmen von der SPD. Das war dann mal nix mit Brief an Angela… Kommunalpolitik ist anstrengend!

Schade, dass noch nicht einmal so viel demokratisches Verständnis vorhanden ist einen Antrag der Opposition im Stadtparlament zu diskutieren. Mir ist mal wieder die Galle (die ich nicht mehr habe!) übergelaufen und ich habe die Stadtverordnetenversammlung verlassen. Ich hatte danach noch ein schöner Abend. Die Quittung kam zwei Tage später in der lokalen Presse.
Parteien gehen aufeinander los” dabei bin ich doch ohne Worte gegangen?
Grüne verlassen Sitzung” wir sind ja nur zu zweit von sechs gegangen… und mein ca. 20 Minuten Telefongespräch mit dem Redaktionsmitglied führt auch nur dazu, dass einige wenige ausgewählte Worte von mir zitiert werden. Was nützt ein Parlament in dem nicht diskutiert wird und eine Presse die nur die Worte zum Sonntag veröffentlicht? Im Parlament waren zwar “nur” zwei Bürger anwesend und selbst wenn die Presse mehr Bürger erreicht kann durch die bescheidene Berichterstattung der Bürger sich kein Bild von der Kommunalpolitischen Bühne machen…

Warum ich so verärgert war wird verschwiegen, denn es gab ja noch einiges an diesem Abend was meinen Vorstellungen von Demokratie widerspricht… aber dies ist Material für einige weitere Artikel…

Auch der Leserbrief des Berufspolitikers aus dem Hessischen Landtag, der die “beleidigte Leberwurst” bemüht, kann mich nicht beirren. Ich lasse mich nicht vereinnahmen. Mein Verständnis von Demokratie ist ein anderes. Ich bin gewählt (Grüne mehr als 19%) und lasse mich nicht wie ein Schüler von einem Oberlehrer behandeln. Das werden einige noch akzeptieren müssen…

Deshalb werde ich mich auch nicht mehr in der örtlichen Presse verkämpfen. Wer meine Meinung wissen will kann mich ansprechen oder hier im Blog nachlesen. Natürlich im Sonnenflüsterer Blog, weil ich meine Meinung veröffentliche und nicht die der Bürstädter Grünen.
Und! In meinem Blog da steht so einiges drin…

Warum Bürger/Städte ihre Regierung nicht anschreiben dürfen ist mir schleierhaft. Selbst wenn eine Gesetzesüberarbeitung schon “am Laufen” ist kann der Bürger, die Stadt Einwendungen und seine Sicht der Dinge klar machen. Dass das Bergrecht massiv die Rechte der Bürger einschränkt und längst verändert gehört zeigt eine Animation von Greenpeace.

Ich habe mal meine Heimatstadt als “Zentrum” angegeben um die Dimension darzustellen was in Deutschland legalisiert durch das Bergrecht möglich ist. Wenn Firmen ein Recht auf Förderung von Braunkohle haben…

Da wäre vom Lorscher Kloster bis zum Wormser Dom alles weg, aber die Atomruinen in Biblis blieben verschont!
Aber keine Angst liebe Bürstädter es ist ja nur eine Animation und es geht um Braunkohle bei Öl wäre dies sicherlich bei weitem nicht so schlimm!