Kategorie-Archiv: Photovoltaik

Jetzt spreng ich das Atomkraftwerk in die Luft!

“Hä, bist du total Wahnsinnig? Da gehen ja die ganzen Lichter aus.”

Die in Bayern haben wirklich Probleme! Sprengen ein Atomkraftwerk (spielerisch!) in die Luft und machen sich sorgen um ihr Licht! Ist denen noch kein Licht aufgegangen?
Jedenfalls beginnt so ein Trailer für das Energiespiel Bayern. Aber nicht genug damit auch in der Kooperationsanfrage für meinen Blog wird damit geworben, dass “nach Fukushima ist Deutschland um einen Ausstieg aus der Kernenergie bemüht”. Na Klasse in Bayern lehrt man also die Kids den Atomausstieg damit zu beginnen, dass man erstmal die Atomkraftwerke in die Luft sprengt! Selbst lässt die Bayrische Landesregierung Atomkraftwerke aber bis 2020 laufen…

Im weiteren Verlauf des Trailers baut der männliche Spieler Windräder und man glaubt es kaum sofort zeigen sich die Bürger nicht einverstanden mit dem Bau der Windräder! “Sie wurden ja nicht eingebunden”. Beim sprengen des AKW’s aber auch nicht? Da kam allerdings aus dem Lautsprecher kein Protestlärm? Ach so die waren alle tot um das AKW herum und die etwas weiter weg wohnen sind geflüchtet aus Bayern oder wie muss ich das verstehen? Schaut es euch selbst mal an…

Ich glaub, ich versteh das Energiespiel Bayern nicht und spielen werde ich es auch nicht. Oder doch ich spiele es, aber erst wenn alle bayrischen Landtags Abgeordneten (inclusive Seehofer) das Spiel einmal gespielt haben und eine Rezession dazu geschrieben haben. Ihr Punkteergebnis sollten sie natürlich auch veröffentlichen. Sozusagen ein Landtagsranking! Nominierungen sind ja gerade modisch. Ich nominiere die Mitglieder des bayrischen Landtags für das “Energiespiel Bayern”.

Für Spielefreaks mach dieses Spielchen eine schöne Abwechslung (für 10 Minuten?) sein, aber mit Energiewende, glaub ich (auch wenn ich es noch nicht gespielt habe), hat das nix zu tun.
Klar Bayern muss was tun um die Energiewende tatsächlich hinzukriegen. Noch laufen die Atomkraftwerke Grafenrheinfeld, Grundremmingen und Isar/Ohu und wenn das Bayrische Staatsministerium für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie meint Geld ausgeben zu müssen so ist ihre Verantwortung.
Wer bei Windrädern einen unbegründeten Abstand gesetzlich vorgibt hat das Wort Energiewende nicht verstanden. Der Abstand von Windrädern zur Wohnbebauung sollte sich an Geräuschen und an den Auswirkungen auf die Landschaft orientieren. Eine pauschale Regelung, Zehn mal die Höhe des Windrades, muss als Abstand zur nächsten Wohnbebauung eingehaltenwerden, ist absurd. Bayern kassiert (dank seiner engagierten Bürger!) derzeit das meiste Geld aus der EEG Umlage. Die bayrischen Photovoltaikanlagen ziehen durch die EEG-Umlage viel Geld aus den anderen Bundesländern ab. Es wäre sinnvoller endlich auch Windräder zu bauen, Atomkraftwerke (aber ordentlich abschalten und zurückbauen) abzuschalten und nicht Energiewendespielchen für die Kids programmieren zu lassen. Dieses Spielchen fände ich in Ordnung wenn die Bayern tatsächlich ein Politisches Energiewende Programm aufsetzen würden, aber so ist es leider nur ein Gimmick!

Tut mir Leid für die netten Leute von der Social Media Agentur (ihr habt sehr nette Mails geschickt) aber das Produkt finde ich im bayrischen Umfeld für nicht angebracht.

Wind- und Sonnenstrom im Verlauf des Jahres 2008

ralosHistory 15.11.2008 (erste Veröffentlichung)

Der Bundesverband der Energie und Wasserwirtschaft e.V. veröffentlicht regelmäßig die Prognosen für Strom der nach dem EEG vergütet wird.
2008 11 15

In dieser Statistik wird mit der roten Linie aufgezeigt wie hoch der prognostizierte Stromanteil der erneuerbaren Energien an der gesamten Deutschen Stromproduktion ist. Die blaue Linie zeigt den prognostizierten durchschnittlichen Euro-Wert der je produzierter erneuerbarer kWh Strom vergütet wird.

Bei der roten Linie fällt auf, dass in den Wintermonaten der Anteil höher ist. Dies ist den 22 GW Windkraftanlagen geschuldet die natürlich im Winter mehr Strom produzieren als im Sommer. Dass wir allerdings im Dezember 2008 bereits mehr als 22 % durch erneuerbare Energien erzeugen überrascht selbst einen Optimisten wie mich. Die Delle im Sommer ist “unser Arbeitgeber” in den nächsten Jahren. Wir müssen mehr Photovoltaik installieren damit wir das “Sommerloch” der Windenergie ausfüllen.

Die blaue Kostenlinie zeigt natürlich klar auf, dass die Windenergie derzeit die weitaus kostengünstigere Variante darstellt. Es ist ja auch klar für eine kWh Windstrom gibt es derzeit 8 Cent für Photovoltaikstrom 46 Cent. Aber ich möchte auch mal klarstellen, dass Windstrom bereits seit 1991 wirtschaftlich gefördert wird und Photovoltaik erst seit 2000. Diese zehn Jahre technische Entwicklung fehlen der PV-Industrie. In zehn Jahren werden wir den Steckdosenpreis längst geschlagen haben denn Photovoltaik wird frei Haus geliefert.

Da im Sommer der Photovoltaikstrom einen höheren Anteil hat ist auch der durchschnittlich vergütete Strompreis für EEG Strom höher. Aber auch hier bewegen wir uns mit weniger als 15 Cent noch unter dem “Verkaufspreis” von ca. 20 Cent je kWh.

Photovoltaik Ertragsabschätzung anhand real erzielten Erträgen

ralosHistory 13.11.2008 (erste Veröffentlichung)

Das A und O jeder Photovoltaik Wirtschaftlichkeitsbetrachtung sind die Erträge die mit einer Photovoltaikanlage erzielt werden. Wie viele Kilowattstunden Ertrag wird meine Photovoltaikanlage tatsächlich erzielen? Dies ist die meist gestellte Frage und es gibt viele Antworten. Deshalb werde ich in nächster Zeit ein paar Hilfen zu den Ertragsabschätzungen geben. Die Zukunft kann keiner vorhersagen und deshalb lohnt sich ein Blick zurück auf Anlagen die bereits seit Jahren in Ihrer Nachbarschaft installiert sind. Der Solaranlagen Förder Verein (SFV) hat vor einigen Tagen die 10.000 PV Anlage in seiner Datenbank vermelden können. Die eingegebenen Erträge sind für alle frei einzusehen und können von allen Interessenten ausgewertet werden.

Da man keiner Statistik glauben soll außer man hat sie selbst gefälscht  gebe ich noch ein paar Hinweise und Tipps zur Auswertung dieser Daten:

Wenn Sie keine Ahnung haben welche Photovoltaik Erträge in Ihrer Gegend erzielt werden, können Sie die “Regionale Ertragsübersichten (PLZ-Bereich 01-99)” nutzen. Hier können Sie aus allen 10.000 gespeicherten Photovoltaikanlagen diejenigen aussuchen die aus Ihrer Gegend (ersten beiden Stellen der Postleitzahl) stammen.

Nach der Auswahl des Postleitzahlenbereichs muss nur noch der Knopf “Alle Jahre zur Region” angeklickt werden. Jetzt wird für die vergangenen Jahre je eine Übersicht angezeigt. Die Monatswerte sind erst einmal uninteressant. Aber die Jahreswerte am rechten Bildschirmrand die sollte man sich anschauen. Ich empfehle die mittlere Reihe “Regionaler Durchschnitt (kWh pro kWpeak) für den Vergleich heranzuziehen. Hier werden die Erträge je installiertem kWp gemittelt und nicht pro Anlage wie in der dritten Zeile. In der dritten Zeile wird gemittelt je Anlage. Dies bedeutet die Erträge jeder kleinen ”Bastleranlage” wird gleich gewichtet wie eine “Investoren PV Anlage“. Da die “Bastleranlagen” oft unter ökologischen und nicht ökonomischen Gesichtspunkten gebaut werden sind die Beträge der Zeile drei meist niedriger.

Genau aus diesem Grund sind die Erträge die beim Solaranlagenverein eingegeben werden tendenziell konservativ zu betrachten. Wer mit diesen Erträgen rechnet liegt auf der sicheren Seite. Als Beweis möchte ich die Erträge meiner privaten Anlage den Erträgen aus dem Postleitzahlenbereich “68″ gegenüberstellen.

Meine Anlage             SFV PLZ 68         Anzahl Anlagen
Jahr 2002                877                      801                        12
Jahr 2003             1.134                   1.032                        16
Jahr 2004                956                      909                        28
Jahr 2005                995                      956                        60
Jahr 2006                987                      960                        63
Jahr 2007                990                      961                        74
Summe                 5.939                   5.619
Schnitt                     989                      936

Meine Anlag ist optimal nach Süden ausgerichtet, verschattungsfrei und mit einer idealen Neigung versehen. Deshalb habe ich sehr gute Erträge gegenüber dem Durchschnitt vom SFV. Dieser Mehr Ertrag wird immer weniger da die neueren Anlagen natürlich mit neuester Top-Technik ausgestattet sind und gegenüber meiner inzwischen acht Jahre alten Anlage bessere Erträge erzielen.
So jetzt haben Sie aus Ihrer Gegend die Erträge aus den letzten Jahren und sie können sich einen Durchschnittswert selbst ermitteln. Am besten die Jahreserträge durch die Anzahl der Jahre dividieren und schon haben sie einen Top Ertragswert aus der Praxis.
Natürlich können mit der SFV Datenbank noch viele andere tolle Dinge ausgewertet werden aber dazu mehr demnächst. Für heute muss dieser Quick Tipp reichen.

Hageltest und Hagelschäden bei Photovoltaiksolarmodulen

ralosHistory 12.11.2008 (erste Veröffentlichung)

Was passiert mit den Solarmodulen wenn es hagelt?

Eine der Top-Ten Fragen von Photovoltaikinteressenten. Nur “nichts” zu sagen würde die Bedenken des Interessenten nicht ausräumen. Aber eigentlich ist es so. Ein “normaler” Hagel führt zu keinen Schäden an den Photovoltaik Modulen. Es müssen schon extrem große “Eiskugeln” sein die den Solarmodulen etwas anhaben können. Wie groß ist dann immer die Frage…

Das kommt natürlich drauf an in welchem Winkel die Hagelkörner auf die Solarmodule auftreffen. Bei der normalen Schrägstellung von ca. 30 Grad der Solarmodule wird schone einiges an Energie beim Aufprall auf die Schräge genommen.
Wer es ganz genau wissen möchte der kann sich natürlich auch die Hageltest Kennzahlen vom Prüfzertifikat nach IEC 61215 von der TÜV Rheinland Group anschauen. Darin wird festgelegt, dass der Hageltest mit 25 mm großen Eiskugeln erfolgen muss diese werden mit einer Geschwindigkeit von 23 m/s (mehr als 80 km/h) auf 11 Stellen des Solarmoduls geschossen werden…

Das halten alle Module aus!!!

Solche “Hageltests” werden natürlich mit allen Werkstoffen (Ziegeln, Verglasung, Faserzement, Sonnenschutzvorrichtungen)  die auf Dächern oder Fassaden verbaut werden durchgeführt. Für die Prüfung solcher Tests gibt es spezielle Hagelbeschussanlagen. Diese Anlagen beschießen mit weitgehend naturgetreuen Eiskugeln die Prüfstoffe. Für die verschiedenen Bauteile werden Hagelwiderstandsklassen festgelegt.

Aus dem Nähkästchen von Ralos geplaudert können wir sagen, dass Hagelschäden obwohl wir bereits ein paar tausend Photovoltaikanlagen gebaut haben erst bei einer Anlage aufgetreten sind. Wenn die Module dann noch auf dem privaten Häuschen installiert sind übernimmt die normale Gebäudeversicherung die Kosten. Trotz intensiver Suche ist es mir nicht gelungen ein Bild zu finden auf dem zerschlagenen Solarmodule und die verursachenden Hagelkörner zu sehen sind.
Vielleicht machen wir uns da viel zu viel Gedanken.

Weltweite Elektroenergieversorgung durch Photovoltaik – Kein Problem!

ralosHistory 11.11.2008 (erste Veröffentlichung)

Seit Jahren sperren sich die Energieversorger gegen jegliche Formen der Erneuerbaren Energien. Wo sie nur können, versuchen sie den Ausbau abzubremsen und gebetsmühlenartig wiederholen sie den Satz: „Es ist technisch einfach nicht möglich eine Stromversorgung zu einem großen Teil über Erneuerbare Energien zu gewährleisten.“

Das würde ich natürlich als großer Energieversorger auch sagen, zum Glück bin ich aber keiner. So ist mein Blick durch veraltete Technologien wie Atomkraft oder Stromerzeugung durch Verbrennung fossiler Rohstoffe auch nicht vernebelt und ich kann mir ein Bild über neue und sinnvolle Technologien machen.

Eine Stromversorgung über Erneuerbare Energien ist möglich, es besteht sogar die Möglichkeit, die weltweite Stromversorgung rein durch Photovoltaikanlagen sicherzustellen. Glauben Sie nicht? Ich kann’s beweisen!

Nehmen wir uns einmal den weltweiten Stromverbrauch des Jahres 2004. Dieser lag ungefähr bei 16.330 Terrawattstunden. Der durchschnittliche Stromertrag einer Photovoltaikanlage mit einer Nennleistung von einem Kilowattpeak liegt bei 800 Kilowattstunden pro Jahr. Um eine Photovoltaikanlage mit einer Nennleistung von einem Kilowattpeak installieren zu können benötigen wir eine Fläche von ca. 8m². Um den Stromverbrauch des Jahres 2004 decken zu können, wäre also eine Fläche von 163.300 km² nötig. Das entsprich knapp der Hälfte der Fläche der Bundesrepublik Deutschland oder 2 % der Fläche der Sahara! Platz ist also genug da.

Da irgendwo auf unserer Erde immer die Sonne scheint, können weltweit dezentral errichtete Photovoltaikanlagen auch rund um die Uhr Strom produzieren.

Der gut informierte Zweifler würde jetzt sicherlich einwenden, dass die Verluste durch Stromtransfer in Deutschland (über knapp 1000 km) schon zwischen 12 und 30 % (je nach Studie) liegen und eine weltweite Verteilung damit unökonomisch oder gar unbezahlbar wäre. Mein Blick ist wie gesagt nicht durch veraltete Technologien getrübt und ich kann mich daher auf neue Technologien konzentrieren. Eine dieser Technologien ist die High Voltage Direct Current Technologie mit Verlusten von ca.  3 % je 1000 km. Hierbei wird Gleichstrom mit einer hohen Spannung transferiert. Die Firmen Siemens und ABB bauen derartige Leitungen bereits heute. Mit einer derartigen Technologie ist ein weltweiter Stromtransfer möglich.

Jetzt müssen wir nur noch Möglichkeiten finden, mit den einzelnen Lastarten (Grundlast, Mittellast und Spitzenlast) richtig umgehen zu können. Die Grundlast kann auf jeden Fall mit photovoltaisch erzeugtem Strom gedeckt werden, irgendwo auf dieser Erde scheint ja immer die Sonne. Die Mittellast kann ebenfalls fast vollständig durch Photovoltaik gedeckt werden. Die nicht gedeckten Teile der Mittellast wie auch die Spitzenlast können wie bereits heute über Pump- & Druckspeicher Kraftwerke und ein intelligentes Energiemanagement gedeckt werden. Beispielsweise besitzen wir viele elektrische Geräte welche innerhalb eines verhältnismäßig langen Zeitraumes betrieben werden könnten. Eine Wasch- oder Geschirrspülmaschine beispielsweise wird morgens eingeschaltet und um 18 Uhr abends muss sie fertig sein. Der Energieversorger hat über eine Netzwerkähnliche Steuerung (hierzu kann das Stromnetz auch heute schon verwendet werden) nun die Möglichkeit die Maschinen Tagsüber einzuschalten, und zwar dann, wenn der Strom vorhanden ist. Wenn wir nun noch eine ständig wachsende Zahl an Elektroautos haben, so wird einen bestimmter Prozentsatz immer zu Ladezwecken ans Stromnetz angeschlossen sein. Über diese dann gigantische Akkukapazität können Teile der Mittellast und die Spitzenlast dann ebenfalls gesteuert werden.

Natürlich ist diese Betrachtung recht oberflächlich, beweist jedoch eindeutig, dass die weltweite Elektroenergieversorgung durch Photovoltaik technisch/technologisch auch heute schon möglich ist. Über diese Thematik wurden schon einige Studien veröffentlicht, in denen teilweise in die Selbe oder ähnliche Richtung gedacht wurde. Letztendlich gibt es ja zusätzlich noch viele weitere sinnvolle Möglichkeiten den Strom aus erneuerbaren Quellen zu erzeugen. Wir sind auf dem Weg in das Zeitalter der Erneuerbaren Energien, jeden Tag arbeiten wir von Ralos weiter daran, dieses Zeitalter näher rücken zu lassen.

Drei Termine für MPS-Energiegespräche Bergstraße fest!

Ich hab jetzt endlich drei Termine für unsere MPS Energiegespräche Bergstraße jeweils im “Restaurant Stadtgraben” in Heppenheim, Gräffstraße 8 reserviert. Damit sind die Veranstaltungen in der zweiten Jahreshälfte 2014 fest. Los geht es demnächst am Donnerstag den 28.8.2014 um 19 Uhr. Da werde ich einen Kurzvortrag zum Thema wie geht es weiter bei den Erneuerbaren Energien halten. Es wird tatsächlich ein sehr kurzer Vortrag werden, denn ich möchte etwas Neues ausprobieren. Der Vortrag wird nach den “Pecha Kucha Regeln” abgehalten. Ein Pecha Kucha Vortrag (Power Point) besteht aus 20 Bildern á 20 Sekunden. Jedes Bild wird exakt 20 Sekunden gezeigt, die Bilder wechseln automatisch, ich habe keinen Einfluss darauf. Das bedeutet nach 20*20 Sekunden oder genauer gesagt 6 Minuten 40 Sekunden ist der Vortrag beendet!

Das wird spannend ob die Zuhörer damit zufrieden sind! Ich probiere es jedenfalls aus und wenn es gut ist werden wir solche “Appetithappen Vorträge” öfter anbieten. Auf jeden Fall ist damit gesorgt, dass genügend Zeit für Fragen der Zuhörer und Diskussionen mit dem Referenten (mir!) aber auch unter den Zuhörern vorhanden ist. Also am besten anmelden im Doodle damit wir planen können.

Vorgemerkt können die zwei anderen Termine schon. Am 26.9.2014 um 19 Uhr steht der Referent noch nicht fest. Aber am 31.10.2014 ebenfalls 19 Uhr wird Dr.-Ing. Peter Kosack von der Technischen Universität in Kaiserslautern seinen Impulsvortrag “Das Energie-Autonomie-Haus” vortragen. Also wie ihr seht es geht weiter! Ich würde mich natürlich sehr freuen wenn ihr euch bald anmeldet und auch zahlreich (Platz für 75 Zuhörer ist vorhanden!) kommen würdet.

 

Voraussetzungen für Photovoltaik in Amerika sind genial

ralosHistory 8.11.2008 (erste Veröffentlichung)

Bisher hat Amerika den Anschluss an die Photovoltaik komplett verschlafen. Mit Barack Obama soll sich dies jedoch ändern. Momentan ist es sicherlich noch zu früh zu spekulieren was im Einzelnen gemacht wird.
Aber eines ist jetzt schon klar: Die Sonnen Einstrahlung in Amerika ist im Vergleich zu Deutschland hervorragend. Auf der folgenden Karte (aus der Zeitschrift Photon) sind die Einstrahlungswerte von Deutschland und Amerika gegenüber gestellt.
2008 11 08

Der derzeitige Photovoltaik Weltmeister Deutschland hat weitaus weniger Einstrahlung wie Amerika. Die schlechtesten Einstrahlungswerte in Amerika entsprechen ungefähr den besten in Deutschland. Weiterhin muss die Größenordnung (Karte nicht maßstabsgerecht) berücksichtigt werden. In Amerika sind Räume vorhanden. Es könnte sich also eine andere Photovoltaiktechnik durchsetzen.

Photovoltaik Freilandanlagen

Auf jeden Fall kann in den Bundesstaaten New Mexiko, Colorado und Arizona ein ähnlicher Stromertrag wie in Spanien erzielt werden. Allerdings Bedeuten doppelt so hohe Einstrahlungswerte nicht auch doppelter Ertrag. Bei der Freilandanlage Avila (2,2 MW) die von Ralos in Spanien gebaut wurde, haben wir eine Ertragsprognose von 1.431 kWh je kWp. Das heißt trotz doppelter Sonneneinstrahlung “nur” 50% mehr Ertrag. Dieser Effekt ist auf den geringeren Wirkungsgrad bei “heißen” Modulen zurückzuführen.

Auf jeden Fall das Potential ist vorhanden und wenn die Amerikaner jetzt die Weichen richtig stellen, dann kann es auch in Amerika eine solare Zukunft geben.

Photovoltaik EEG 2000 bis EEG 2009

ralosHistory 5.11.2008 (erste Veröffentlichung)

Inzwischen haben fast alle die sich über Photovoltaik Anlagen informieren schon gehört:

“Dass es jedes Jahr weniger gibt”

Was genau, dank des Erneuerbaren Energien Gesetz (EEG) abgeht wissen dann allerdings die wenigsten. Wenn es dann langsam gegen Ende des Jahres geht kommt öfters die Frage rechnet sich die Photovoltaikanlage im nächsten Jahr überhaupt noch. Die wenigsten können sich vorstellen, dass die Gestehungskosten günstiger werden könnten.

Ich habe deshalb mal die Einspeisevergütung von 2000 bis 2008 für Anlagen bis 30 kWp aufgelistet. Dabei ist allerdings zu berücksichtigen, dass in den Jahren 2000 bis 2003 zu der Einspeisevergütung noch die Förderung durch einen zinsgünstigen KfW Kredit mit 1,9% gewährt wurde. Da dieser Kredit einiges an zusätzlichem Verwaltungsaufwand mit sich brachte wurde dieser Vorteil ab 2004 in die Einspeisevergütung mit eingerechnet. Deshalb erhöht sich die Einspeisevergütung von 2003 auf 2004.

Im Jahr 2000 – 2001 gab es je kWh 50,62 Cent
In 2002 wurde nur noch je kWh 48,10 Cent gezahlt (5% weniger)
Ebenfalls 5% weniger gab es 2003 für jede kWh nämlich 45,70 Cent
Auch 2004 hat sich die Einspeisevergütung um 5% reduziert durch die bereits erwähnte Streichung des 1,9% KfW Kredits erhöhte sich jedoch die Vergütung je kWh auf 57,40 Cent.
Ab 2005 reduzierte sich die Vergütung wieder um 5% auf 54,53 Cent je kWh.
In 2006 erhielt der Photovoltaikanlagen Betreiber wieder 5% weniger nämlich 51,80 Cent je kWh.
Ebenfalls 5% weniger gab es ab 2007 je kWh 49,21 Cent
Nochmals 5% weniger 46,75 Cent gibt es je kWh bei Inbetriebnahme in 2008.
Ab 2009 müssen wir zwar eine Vergütungs Reduzierung von 8% auf 43,01 Cent je kWh verkraften.

Aber wie man an der langen Liste von Kostenreduzierungen sehen kann wird die Solarbranche sicherlich auch diese Reduktion schaffen. Diese höhere Reduzierung wurde politisch bei der Überarbeitung des EEG vereinbart. Überarbeitet wird das EEG alle vier Jahre die neueste Überarbeitung wird als EEG Novelle 2009 bezeichnet.

Zum besseren Verständnis sei nochmals gesagt:
Dieser Vergütungswert wird ab Inbetriebnahme der Anlage
für das laufende Jahr gezahlt
und für zwanzig weitere Jahre.
Es besteht als eine Investitionssicherheit für mindestens zwanzig Jahre.

Energiewende am Ende?

Mit der jetzigen Regierung ja! Aber wir haben ja die Chance etwas zu ändern. Vielleicht kommt ja auch irgendwann die Erkenntnis, dass Erneuerbare Energien die Zukunft sind und dann bleibt ja immer noch die Hoffnung auf Biologische Lösungen. Dass der momentan eingeschlagene Weg die selbst gesteckten Ziele aus dem Jahr 2010 nicht erreicht hat Dr. Joachim Nitsch auf dem 3. Windbranchentag Hessen eindrucksvoll und in wenigen Folien (Download unter 11:10 Uhr)  aufgezeigt.

Die Mindesterfüllung (Folie 2) der Klimaziele, bis 2020 sollen 40% weniger CO2 Emissionen und bis 2040 mindestens 80% weniger CO2 ausgestoßen werden, sind absolut notwendig. Dr. Nitsch stellt zwei Szenarien gegenüber. Das Szenario GroKo “eine eingriffsarme Energiepolitik mit unkoordinierten Einzelaktivitäten” und das Szenario 100 “aktive, koordinierte Energiepolitik mit Blick auf das Gesamtsystem”.

Auf Folie 4 zeigt er die vergessenen Ziele die nicht mehr im Fokus (Koalitionsvertrag) der GroKo stehen. Dass dadurch die CO2 Ziele (Folie 5) nicht mehr zu erreichen sind schert Angela Merkel und den Sigmar Gabriel natürlich nicht. Das ist ja noch so weit weg!

In den nächsten Folien macht Dr. Nitsch auf den “Repowering Effekt” aufmerksam. Damit ist gemeint, dass nach einer gewissen Lebensdauer von PV oder Windkraftanlagen diese Kraftwerke ersetzt werden müssen. Bei dem geringen geplanten Zubau der GroKo führt dies bei PV und Biogasanlagen in Summe zu weniger installierten Kraftwerken! Damit sind die Mindestziele der Bundesregierung natürlich nicht zu erreichen. Bei der Erneuerbaren Wärme Erzeugung (Folie 10 rechts) sieht das Ganze noch dramatischer (planloser!) aus. In 35 Jahren soll nur 50% mehr Wärme durch Erneuerbare Energien erzeugt werden. Erbärmlich, fremdschämen und Wut sind da meine Gefühle!

In Folie 11 sagt Dr. Nitsch den eindeutigen Satz: “Mit der Energiepolitik der GroKo über längere Zeit, würde die fossil (atomare = eigene Anmerkung!) Energieversorgung auf sehr lange Zeit stabilisiert!”

Die 12. Folie hat zum Inhalt wie wenig ambitioniert das Energiekonzept der GroKo in Bezug auf Energieimporte ist. Wie unsere Volkswirtschaft diese Verschwendung von Geld ausgleichen soll ist mir schleierhaft wenn es den einfachen Weg “Ausbau Erneuerbare Energien” gibt?

Seine vier Erkenntnisse möchte ich nur kurz wiederholen und auf ganzer Linie unterstützen.

1. Grundvoraussetzung: Der CO2-Preis muss deutlich erhöht werden
2. Fossile Kraftwerksstruktur konsequent umbauen
3. Grundelemente des EEG erhalten, Vorrang für EE-Nutzung beibehalten
4. Voraussetzungen für wirksame Effizienzstrategie im Wärmesektor schaffen

Da bleibt mir nur zu sagen vielen Dank Dr. Joachim Nitsch es war eine tolle Ausarbeitung leider saßen im Plenum wie immer nicht die richtigen. Denen müssen wir aber immer wieder aufzeigen, ihr habt den falschen Weg eingeschlagen…

CHANGE – Ein deutsches Energiemärchen

Nach der 4. Revolution wird jetzt ein neuer Film von Carl-A. Fechner “CHANGE – Ein deutsches Energiemärchen” gedreht. Die Revolution geht weiter!

So jedenfalls stellt sich Carl-A. Fechner den Fortgang der 4. Revolution vor. Wobei wir alle Wissen, nicht jedes Märchen geht für alle gut aus. Momentan gebe ich den Erneuerbaren Energien natürlich alle Chancen, dass diese umweltfreundliche Energieerzeugung die Energiequelle der Zukunft darstellt. Wo ich noch Bauchschmerzen habe sind die Eigentümer Strukturen! Schaffen wir es, dass die Kraftwerke im Besitz der Bürger sind oder holen sich die Kraken (Konzerne) die Kraftwerke?

Aufklärung ist in jedem Fall das Beste was gemacht werden kann. Wollen wir weiter an die Konzerne zahlen und unsere Umwelt verbrennen und  verstrahlen lassen oder wollen wir Erneuerbare Energien dezentral vor Ort? Dieser Kampf steht auf Messers Schneide und die derzeitige Regierung läßt keinen Zweifel daran, dass ihr die Großkonzern Lösung lieber ist. Deshalb ist es wichtig, dass die Energiezwerge auf allen Ebenen wehren und mit jedem Medium dagegenhalten. Ein Kinofilm ist da natürlich ein hervorragendes Medium. Vor allem wenn wir uns den Film die 4. Revolution in Erinnerung rufen, dann bin ich mir sicher, dass Carl-A. Fechner erneut mit kräftigen Bildern und aussagefähigen Statements der Branche aufwarten wird. Das Drehbuch wurde Ende 2013 begonnen zu schreiben und die Dreharbeiten sollen jetzt im August beginnen. Die Kino Premiere soll im September 2015 stattfinden.

Doch bis dahin ist noch ein steiniger Weg. Die Finanzierung muß noch gestemmt werden. Deshalb können sich Unterstützer (Supporter, Sponsoren und Haupt-Sponsoren) noch finanziell engagieren.

Ich freue mich auf jeden Fall auf diesen Kinofilm wobei ich sicher bin, dass es kein besseres Kinoplakat geben wird wie bei der 4. Revolution! ;-)