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Langfristig realisierbares, nachhaltiges Nutzungspotential Erneuerbarer Energien

Wieviel ist denn möglich. Welchen Beitrag kann die Photovoltaik zum Energiemix leisten. Diese Frage wird immer wieder gestellt. Bei meinen früheren Vorträgen war es noch Vision wenn ich im Jahr 2000 erzählte der aktuelle Anteil der Photovoltaik an der Stromproduktion beträgt 0,01 Prozent. Inzwischen leistet die PV locker 3 Prozent und wir sind in der Lage in einem Jahr ein Prozent dazu zu bauen.

In meiner absoluten Lieblingsbroschüre vom BMU “Erneuerbare Energien in Zahlen” habe ich mir die Potential Statistik angeschaut. Das BMU aktualisiert jährlich die Broschüre und veröffentlicht diese ca. im Juli. Die Broschüre wird immer umfangreicher und so kann man die Potentialabschätzung 2011 auf Seite 53 und in der alten Broschüre auf Seite 38 finden.

Zu meiner Überraschung hat das Bundesumweltministerium unter Leitung von Herrn Röttgen völlig andere Potentiale entdeckt die völlig Gegenläufig zu seiner Politik stehen.

Die Offshore Windkraft wird von 80.000 MW potentieller Leistung kurzerhand auf 70.000 MW reduziert! Damit dies in der Gesamtbilanz nicht so auffällt wird die Durchschnittsleistung der Windräder kurzerhand von 3.750 h/a auf 4.000 h/a erhöht und damit hat man immer noch 280 TWh Strom (ca. die Hälfte des derzeit benötigten Stroms).

Obwohl Herr Röttgen den Ausbau der Windenergie an Land mit geringerer Förderung gerade ausbremst. Erhöht man in der Broschüre das Nutzungspotential von 50.000 auf 70.000 MW. Ich sage mal dies sind ca. 1.000 Windmühlen zu je 2 MW mehr! Nicht genug damit erhöht man noch die Durchschnittsleistung von 2.200 auf 2.500 h/a und damit könnte die Onshore Windenergie ca. 175 TWh Strom zum Energiemix beitragen.

Die Photovoltaik erfährt ebenfalls (oh Wunder) einer Erhöhung des langfristig, realisierbaren, nachhaltig nutzbaren Potentials. In Deutschland wird das Solarpotential von einem CDU Umweltminister erhöht. Dass ich dies noch erleben durfte macht mich glücklich. :-)
Bisher standen 125.000 MW als Potential in der Broschüre und seit 2011 sind es 165.000 MW und damit ca. das 10-fache der aktuell installiertn PV Leistung. Damit könnten ca. 150 TWh Strom im Jahr produziert werden und damit ca. 25% des aktuellen Strombedarfs sonnig abgedeckt werden!

Problem daran wäre natürlich, daß 165 TW installierter Leistung im Sommer mittags auch ca. 130 TWh produzieren würden!!! Der aktuelle Spitzenverbrauch aber “nur” bei 80 TWh liegt! Oh, Ooh Herr Röttgen was machen wir dann?

Übrigens gibt die Broschüre das langfristig, realisierbares, nachhaltiges Nutzungspotential im Strombereich mit insgesamt 128,3% vom derzeitigen(2010) Bruttostromverbrauch an. Wir dürfen also garnicht alle Potentiale nutzen oder wir müssten unseren EE-Strom an Frankreich exportieren. Aber keine Angst die Potentiale für Wärme liegen nur bei 61,1% und bei den Kraftstoffen sogar nur bei 14,5% des aktuellen Verbrauchs. Bei der Wärme spielt natürlich die Dämmung eine gravierende Rolle und bei der Mobilität gehen wir ja davon aus, daß diese zum Großteil elektrisch sein wird. Also dann brauchen wir vielleicht doch die vorhandenen Potentiale.

Die Kosten der erneuerbaren Energien durch das EEG

In vielen Köpfen steckt noch die Propaganda der großen Energieversorger, daß erneuerbare Energien teuer seien. Für die Diskussionen im deutschen Bundestags für die EEG Novelle 2009 hat das Bundesumweltministerium die Kosten und den Nutzen der durch das EEG geförderten Energien gegenübergestellt.

Natürlich entstehen Beschaffungs Mehrkosten für erneuerbare Energien gegenüber der konventionellen Stromerzeugung. Diese Mehrkosten betrugen in 2006 ca. 3,2 Mrd Euro. Die Mehrkosten für Regelenergie und die Transaktionskosten sind zu vernachlässigen.

Allein der dagegen entstehende Nutzen durch die Senkung der Großhandelspreise in Höhe von 5 Mrd. Euro zeigt schon die Überlegenheit der erneuerbaren Energien gegenüber den konventionellen Energien. Dieser Effekt entsteht dann wenn sehr viel erneuerbare Energie produziert wird. Derzeit sind dies windige Tage an denen durch den in Unmengen vorhandene Windstrom die Preise an der Strombörse fallen. Diese niedrigen Strompreise wirken sich für die Energieversorger Kosten mindernd aus. Denjenigen denen die Kraftwerke gehören passt dies natürlich nicht…

Aber auch die Einsparungen beim Einkauf (Import) der Rohstoffe (Gas und Kohle) erspart den deutschen knapp eine Milliarde Euro.

Lediglich über die letzte Position der vermiedenen externen Kosten (Klimawandel und Luftschadstoffe)läßt sich über die Höhe streiten. Aber eigentlich ist es ja wurscht ob wir dadurch 1 Euro oder 3,4 Mrd. Euro einsparen. Volkswirtschaftlich gesehen sind erneuerbare Energien immer ein Gewinn. Nur so denken die großen Energieversorger nicht…