Nachhaltiges EEG statt politisches herumgewurschtel

ralosHistory 29.3.2008

Je näher die Beratungen (im Jahr 2008!) zum Erneuerbaren Energien Gesetz (EEG) im Bundestag kommen, um so mehr Menschen betätigen sich als Berater der Politik. Fast in jeder Publikation werden derzeit Experten zu ihrer Meinung gefragt. Meist sind es diejenigen die schon immer den Boom der erneuerbaren Energien nicht vorhergesehen haben und auch nichts dazu beigetragen haben.
Ich möchte denen in nichts nachstehen und aus meiner Sicht auf ein wichtiges Detail hinweisen. Die “Grid Parity” auf Deutsch die Netzparität oder für die Ureinwohner unter uns:
“Der Zeitpunkt an dem der selbst erzeugte Solarstrom billiger ist, wie der Strom den der Kunde vom Energieversorger aus der Steckdose kauft”.
Die Zeitschrift Sonne, Wind & Wärme (5/2008) meint 2018 wäre es soweit. Die Solarthemen (27.3.2008) sehen dies spätestens 2017 wenn die Stromverkaufspreise steigen (5% jährlich) wärs allerdings schon Anfang 2016 soweit und wenn die EEG Vergütung nach dem derzeitigen EEG Entwurf reduziert würde, dann wäre dies schon 2014 soweit.
Warum schreib ich das?
Stellen wir uns vor 2014 könnte Ralos Module und Wechselrichter zu Preisen einkaufen die Verkaufspreise und Erträge für den Kunden ermöglichen die dem Kunden einen günstigeren Strompreis als der gelieferte Strom vom Energieversorger garantieren.

Toll. Ganz Klasse.

Dann würde doch jeder, der Solarmodule irgendwo an seinem Haus oder im Garten anbringen könnte, bei Ralos anrufen und eine PV-Anlage bestellen. Wenn diese “Grid Parity” erreicht wird brauchen wir also ein paar Monteure mehr als heute. Am besten solche die eine gute Ausbildung hingelegt haben wie Alexander (ex Azubi bei Ralos). Wir brauchen Deutschlandweit (denn Ralos schafft es alleine leider nicht ) eine Ausbildungsoffensive im Solarstromsektor.
Die mittelständischen Unternehmer können aber nur in neue Ausbildungsplätze investieren wenn wir ein kontinuierliches Wachstum haben. Jugendliche werden sich nur für die Solarlaufbahn entscheiden wenn ein sicherer Arbeitsplatz winkt.
Die geplante Degression (Reduzierung des Einspeisepreises für Solarstrom) für 2009 in Höhe von mehr als 9% ist deshalb ein schlechter Witz. In 2010 soll 7% und ab 2011 soll dann jährlich 8% reduziert werden.
Die Achterbahn läßt grüßen… weiß man in der Politik überhaupt was man will? Oder hat man gewürfelt?
Die 9% Einspeisereduzierung sind ein nettes Spiel mit unseren Arbeitsplätzen. Es besteht die Gefahr, daß die Modulhersteller im Ausland bessere Preise für ihre Module erhalten und wir keine Aufträge mehr in Deutschland erhalten. Die Folge wäre: Entlassungen…
Ein Gegenvorschlag vom Bundesverband der Solarwirtschaft (BSW) der die Degression von derzeit 5% jährlich bis 2011 auf 7% erhöht kommt nur ein Jahr später am Ziel der “Grid Parity” an! Wegen einem Jahr unsere Arbeitsplätze riskieren? Wenn 2009 in Deutschland der Markt einbricht wer soll den die notwendige Infrastruktur aufbauen? Werden die handvoll Experten später geklont?
Mich klont keiner!!! Ich bleibe EINMALIG!
Das macht alles keinen Sinn.
Wir brauchen eine kontinuierliche Entwicklung. Derzeit stellen wir jeden Monat neue Mitarbeiter ein. Im März waren es zwei im April kommen vier neue!!! Deshalb sollte die Politik keine abrupte Reduzierung der Einspeisevergütung vornehmen. Jedes Jahr die Degression um ein halbes Prozent erhöhen und wir riskieren kein abreißen des Marktes und alle können sich auf diese kontinuierliche Entwicklung einstellen. Dies könnte ich auch jedem Kunden erklären. Den Entwurf den die Politik gemacht hat ist niemandem vermittelbar auch uns “den Beschäftigten in der Solarstrom Branche” nicht.

3 Gedanken zu „Nachhaltiges EEG statt politisches herumgewurschtel

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  2. Rainer

    Auch Kleinvieh macht Mist oder warum ein „Nachhaltiges EEG statt politisches herumgewurschtel“ so wichtig wäre

    900 MW (900.000 kW) installierte Leistung führt im Jahr zu 230 GWh (230.000.000 kWh) durchschnittlich 255 ½ Std „nur“ für das elektrische Enteisen von Weichen von insgesamt ca. 72.000 Weichen für Bahnen und auch Straßenbahnen in D. Mehr als 50.000 4-Personenhaushalte elektrische Leistung „verbrauchen“.

    Der Vergleich hinkt sehr, wenn rein rechnerisch 900 MWp PV daraus werden. Wer so rechnet vergisst, wenn Weichen enteist werden müssen, ist PV in seiner schlechtesten Phase. WKA sehen lt. Fraunhofer deutlich besser aus, aber schon auf dem Weg dorthin (zu jeder einzelnen Weiche) geht einiges an Leistung verloren, und wer die Energie per fossiler Kraftwerke liefert, kann aus 900 MW schon mal das Dreifache machen, 2/3 „Wärmeverluste“ beim „Erzeuger“ grob gerechnet….

    Leider gehen derartige Tatsachen in der allgemeinen Diskussion über Energie meist vollständig unter. Ohne im Moment weitere Beispiele bringen zu können, da draußen gibt es ganz sicher noch mehr in dieser Art von „nützlicher Verschwendung“.

    Umso mehr hat mich dies überrascht

    BINE : Wärmerohr enteist Weichen
    („BINE“]… Der Hersteller von Weichenheizungen Pintsch Aben geotherm hat gemeinsam mit dem Bayerischen Zentrum für Angewandte Energieforschung (ZAE) ein alternatives Heizmodell entwickelt. Es verwendet ausschließlich Erdwärme als Energiequelle. „Die zentralen Komponenten sind Wärmerohre, die dem Untergrund Wärme entnehmen und der Weiche zuführen“, erläutert Damian Schink, Leiter des Forschungsprojektes. „Der Wärmetransport setzt selbstständig ein, wenn die Temperatur der Weiche die des Erdreiches deutlich unterschreitet. Die geothermische Weichenheizung arbeitet somit völlig autark und ist viel wartungsärmer als konventionelle Systeme“.

    Geothermische Weichenheizung wurde zugelassen

    Im Winter 2010 ging der erste Prototyp bei der Hamburg Port Authority in Betrieb. Im folgenden Winter erprobten die Wissenschaftler eine weitere Weichenheizungen im Schienennetz der Deutschen Bahn im Bahnhof Grünberg (Hessen). Eine dritte Anlage in Sponholz (Mecklenburg-Vorpommern) ist noch im Bau. „Alle Pilotanlagen haben unsere Erwartungen weit übertroffen. Unsere Systeme konnten bei Eis und Schnee eine uneingeschränkte Verfügbarkeit der Fahrwege garantieren“, erläutere Schink.

    Einen wichtigen Meilenstein auf dem Weg zum kommerziellen Produkt erreichten die Wissenschaftler im Dezember 2013: Das System wurde vom Eisenbahnbundesamt zugelassen….[/quote]

    Entgegen der allgemeinen „weiter so mit der Verschwendung“ Mentalität, kann also auch „Kleinvieh“ nicht nur „Mist“ produzieren. Zwar angesichts des bundesrepublikanischen jährlichen Primärenergieverbrauch (PEV) von 13.599 PJ /Jahr (Petajoule/Jahr) = 3.777.500.000.000 kWh oder ~3,78 PWh (Petawatt/Jahr)
    wenig aufregend. Aber was wirklich aufregend sein kann, ist die Frage bei schwindenden Ressourcen, woher bekommen wir dann jährlich all diese Joule ?

    Oder gern auch TWh ? Weil der Stromverbrauch (1991 bis 2013 = 23Jahre) im Durchschnitt bei 579,4 TWh betrug, der durchschnittliche jährliche „Primärenergieverbrauch“ (3.981,6 TWh) ~6,9 fach höher war, 2012 (3.821,4 TWh) waren die EE (143,2 TWh) am Strom mit 23,6% beteiligt, gemessen am „Primärenergieverbrauch“ kamen gerade mal 3,75 % zustande. Die elektr. „Lücke“ liegt bei 96,25 %. Die dazu 3fach größere Zahl 11,4% erklärt das WIKI „Bedarf an elektrischer Energie“ nicht näher.

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