Meine politische Karriere bei den Bürger für Bürstadt

Nachdem ich im eigenen Umfeld nach ökologischen Gesichtspunkten ein Haus gebaut hatte kam ich in Kontakt mit den Bürger für Bürstadt (BfB). Einer kleinen Partei auf lokaler Ebene. Ich ließ mich überreden auf der Liste auf einem „unbedenklichen“ Listenplatz aufzustellen. Dieser „unbedenkliche Listenplatz“ hat gerade noch gereicht um als letzter BfB’ler in die Stadtverordnetenversammlung der Stadt Bürstadt aufzusteigen.
Acht Jahre habe ich das mitgemacht. In den verschiedensten Ausschüssen und Kommissionen. Mit Mehrheiten (BfB+CDU) die ich mir nicht hätte träumen lassen. Aber bereits nach ca. 6 Jahren war mir klar, die Politik ist nicht deine Welt. Meine Erkenntnis für mich lautete:

Ich bin nicht mehrheitsfähig.

Leider haben dies meine Freunde von der BfB ähnlich gesehen, denn wir haben nur noch bis zum Ende unserer Wahlperiode ordentlich gearbeitet sind dann aber trotz der ca. 17% Stimmen die wir hatten, nicht mehr zur Wahl angetreten. Die Parteikasse erlaubt es uns aber immer wieder einen jährlichen „Parteitag“ abzuhalten an dem die Rückkehr (neben essen und trinken) der BfB immer ein Thema ist. 🙂

Es ist nun mal eine richtige Ochsentour wenn „neue Ideen“ eine politische Mehrheite benötigen. Mit jeder neuen Vorgehensweise sind aber auch Menschen betroffen die von der bisherigen Situation profitiert haben. Gegen diese „Lobbyisten“ des „es ist doch gut so wie es ist“ muß man immer kämpfen. Natürlich muß es Politiker (Menschen!) geben die diesen Kampf  aufnehmen und durchstehen. Ich kann es leider nicht. Mir macht es Freude an der Spitze der Bewegung zu stehen und vorauszumaschieren. Wenn ich mal die falsche Richtung genommen habe, dann korrigiere ich und laufe weiter… Meine Erfahrung zeigt mir, daß man mit wenigen Mitstreitern sehr viel erreichen kann auch wenn man die Mehrheit gegen sich hat.

Eine schöne Geschichte von Franz Alt hat mich in dieser Meinung bestätigt. Er erzählte wenn man fest von etwas überzeugt ist muß man dazu stehen, selbst wenn man ganz alleine wäre. Als Beispiel hat er Jesus angeführt als dieser am Kreuz hing und keiner aber wirklich keiner mehr sich zu ihm bekannte. In diesem Moment hätte Jesus den Kram hinschmeißen können und hätte sich einiges erspart. Hat er aber nicht… und heute, 2000 Jahre später, „glauben“ Millionen? (Milliarden?) an ihn.

Da ich nicht religiös bin dafür aber einen schönen Dickschädel habe hat mich diese Geschichte fasziniert. Wenn ich doch fest davon überzeugt bin, daß unser Energiebedarf mit erneuerbaren Energien gedeckt werden kann und damit der Hunger dieser Welt besieg wird, warum sollte ich da auf eine Mehrheit warten???

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