In der Sonnenstadt wird weiter nach Öl gesucht!

Gefragt hat die Bürstädter Bürger zwar noch keiner aber es könnte in den nächsten Monaten (ca. Frühjahr 2014) losgehen.

Als Stadtverordneter hatte ich gestern ja das Vergnügen im Ausschuß für Umwelt und Stadtentwicklung die Ergebnisse der Seismischen Untersuchung von der Fa. Rhein Petroleum vorgestellt zu bekommen. Die Informationen wurden vom Geschäftsführer Dr. Suana vorgestellt. Der zuständige Projektleiter Guido Vero war ebenfalls anwesend. Natürlich waren beide gut gelaunt schließlich war gestern auch der Start des ersten Probelochs in Riedstadt-Crumstadt. Die Informationen in Bürstadt waren geprägt von Sachlichkeit und ich empfand die Atmosphäre viel angenehmer wie ich sie von vielen Bürgerversammlungen zum Thema Windenergie, Sonnenwand gewohnt bin. Von den grausligen Veranstaltungen wenn es um Atomkraft geht ganz zu schweigen. Was die Pressekollegen aber über Riedstadt-Crumstadt berichten ist mal wieder das übliche Niveau:

„Dallas in Südhessen“, „Schwarzes Gold“, „Ölrausch“, „Ölrausch im Ried“, „J.R. Ewing“,

Ich bin immer wieder erstaunt wie prosaisch die fossil/atomare Sprache ist. Öl sprudelt zum Beispiel. Im Vergleich das sperrige Wort Photovoltaik und die Sonne strahlt auch noch. Ich Verweise auf unsere 5 Blendgutachten (z.B. hier) wegen „Sonnenstrahlen“ von der Photovoltaikanlage…

Aber zurück zu gestern in Bürstadt. Dr. Suana hatte eine Umfangreiche Präsentation dabei. Da auch Echtdaten aus der seismischen Untersuchung und andere „Betriebsgeheimnisse“ drin waren konnte er einer Veröffentlichung nicht zustimmen. Um diese hatte ich gebeten. Eine „abgespeckte“ Version soll aber folgen. Ich bleibe natürlich dran und ich habe natürlich auch Verständnis für diese Vorgehen.

Die wichtigste Nachricht war sicherlich: „Dass es möglicherweise Bohrziele geben kann!“

Mir wurden sehr viele Fragen beantwortet aber auf einige muß ich mir noch selbst die Antwort suchen.

Da wäre die Aufteilung der Gewerbesteuer. Ich kenne die Aufteilung der anfallenden Gewerbesteuer auf die Gemeinde in der die Produktion stattfindet und auf die Gemeinde in der die Firma ihren Sitz hat. Dr. Suana meinte die Gewerbesteuer würde komplett an Bürstadt gehen und müsste nicht mit Heidelberg teilen. War sich aber nicht sicher?

Da die Rhein Petroleum eine GmbH (Gesellschaft mit beschränkter Haftung) ist, wollte ich wissen wie hoch das Gesellschaftsvermögen ist. Dr. Suana konnte hierzu keine Angaben machen. Musste er auch nicht. Ich nehm mal (frech wie ich bin!) die niedrigste Summe (25.000 Euro) an. Wenn was passiert (was auch immer!) kann nur auf dieses Gesellschaftsvermögen zugegriffen werden.

Schön fand ich dass es auch aus Reihen der CDU eine Stimme gab die das Ganze nicht so positiv sah! Darauf läßt sich aufbauen. Besonders krass finde ich, dass bisher niemand, ich wiederhole niemand die Bürstädter Bürger gefragt hat ob wir wollen, dass Öl in Bürstadt gefördert wird. Aus meiner Sicht gibt es auch keinerlei politische Willensbekundungen von den ortsansässigen Parteien. Auf Landesebene schon gar nicht.

Mein Standpunkt bleibt der Gleiche wie bisher. „Kein Tropfen Bürstädter Öl für die Klimaerwärmung„. Auch wenn dies mit „pure Ideologie“ kommentiert wurde. Meine Argumentationskette kann hier und hier eingesehen werden.

Mein „extremer“ Standpunkt ist mir klar. Vermutlich müsste ich das Bergrecht ändern. Dieses Gesetz würden SPD, Linke und Grüne gerne ändern zwar jeder noch mit anderen Zielen aber immerhin…

Aber ich werde mir Unterstützer suchen und wenn ich sie finde schaun mer mal ob ich das Bürstädter Öl für „mögliche Enkelkinder“ bewahren kann. Meine Kinder jedenfalls finden das Engagement schon mal gut!

5 Gedanken zu „In der Sonnenstadt wird weiter nach Öl gesucht!

  1. Erhard Beitragsautor

    Hallo Martin,

    ich kann deine Infosammlung nur empfehlen. Klasse gemacht!
    Ich befürchte allerdings, dass wir die Ölbohrungen/-förderungen nicht durch Kommunal parlamentarische (auch wenn ich Stadtverordneter bin) Arbeit stoppen können. Aus meiner Sicht brauchen wir eine ausserparlamentarische Gruppierung/Organisation die sich dem Thema annimmt.

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  4. Rainer

    Götterdämmerung ? Oder einfach mal ein Gewinneinbruch ?

    „Unsere Ergebnisse im Geschäftsjahr 2013 entsprechen nicht dem, was ich von Shell erwarte“, sagte Konzernchef Ben van Beurden.

    Die Gewinnmargen im verbrauchernahen Downstream-Geschäft – etwa bei den Raffinerien und beim Verkauf von Benzin – seien schwach gewesen. Höhere Kosten und geringere Volumen im Upstream-Geschäft, also der Erschließung und Förderung von Öl und Erdgas, wirkten sich ebenfalls negativ auf die Bilanz aus.

    cte/dpa/Reuters

    4 Milliarden „erwartet“ 2,9 Milliarden werden es sein – klingt wenig. Doch ein Überschuss vom 16,4 Milliarden (2013) „entspricht einem Gewinneinbruch um 40 Prozent gegenüber dem Vorjahr.“ Es hätten also 27,3 Milliarden „sein müssen“ um gleichauf zu liegen ?

    Was passiert eigentlich wenn man das auf die „jährlich angestrebte Fördersteigerung“ umrechnet ? Wie sehen in diesem „Spiel“ die Mitbewerber aus ? Und besonders interessant, wie war der „Trend“ beim Weltkonsum im Rückblick ? Ist entgegen all der auf Optimismus getrimmten Erwartungen nun doch der „rückwärtige Teil“ der Kurve – jenseits des „Peak-Oil“ erreicht ?

    Falls das mit einem JA beantwortet werden muss, wird das auf die „Bemühungen“ auch hier in D noch ein paar Tropfen Öl förmlich aus dem Boden zu pressen sehr „förderlich“ sein.

    Derzeit sieht das Bild so aus 4 Barrel Verbrauch stehen lediglich einem einzigen Fass „Neufunde“ gegenüber. Dies nicht erst seit Heute. Dabei wird noch erhebliches „Wachstum“ auf der Konsumentenseite erwartet (China und andere „entwickeln“ sich heftig). Je nach „vermutlichem“ Prozentsatz kann man recht leicht voraussagen, wann sich heutiger Bedarf verdoppeln wird. Einfach mal 70/ Prozentsatz teilen 70/ 3 = 23Jahre kling recht wenig bedrohlich, bedeutet aber das bis dahin alles was je verbraten wurde noch einmal in der selben Menge verbraucht wurde. Eine grafische Darstellung würde das besser vermitteln (die findet sich auf unserer Webseite) unter Verdoppelung als Grafik

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