Ölsuche beendet?

Ja es gibt was Neues im hessischen Ried bezüglich der Ölförderung. Nachdem die Firma Rhein Petroleum sich in Bürstadt nicht viele Freunde schaffte, probierten es die Firma in der Spargelstadt Lampertheim. Die „junge“ Firma mit „viel Erfahrung“ (lt. Homepage!) vermutet aufgrund Ihrer seismischen Untersuchungen anscheinend gerade im Grenzgebiet zwischen Lampertheim-Hofheim und Bürstadt-Bobstadt Öl.

Nachdem es im Lampertheimer Parlament in den ersten Ausschüssen so aussah als ob Rhein Petroleum dort auf offene Ohren stößt kam es am Schluss dann doch ganz anders. Im „Umweltausschuss“ hatte sich die SPD noch komplett enthalten! Damit wurde mit Mehrheit von CDU und FDP gegen die Stimmen der Grünen dem Ansinnen von Rhein Petroleum stattgegeben. Es ging eigentlich nur um die Frage ob die Stadt ihre Flächen für die Ölbohrungen zur Verfügung stellt. Im nächsten Ausschuss (Haupt-+Finanz) wandelte sich das Blatt und die SPD erklärte sie würde die städtischen Flächen nicht zur Verfügung stellen. Damit war die Mehrheit im Lampertheimer Parlament gegen die Ölförderung. Beachtenswert ist der letzte Satz in diesem Bericht. „Gernsbeck erklärte auch, Rhein Petroleum ziehe es grundsätzlich vor, nicht das Bergrecht durchzusetzen, sondern Einvernehmen mit den Kommunen zu erzielen.“ Zur Erläuterung was H. Gernsbeck meint. Im Bergrecht besteht die Möglichkeit dass der Konzessionsnehmer (hier Rhein Petroleum) die benötigten Grundstücke durch Enteignung für ihr Projekt zu erlangen. Da H. Gernsbeck nur „im grundsätzlichen“ die Rhein Petroleum Philosophie bemüht bin ich noch vorsichtig. Was interessiert ein Investor das Geschwätz von gestern.

Damit das Ganze dann Rechtskraft erlangt wird ein Beschluss in der Stadtverordnetenversammlung benötigt. Allerdings zog Rhein Petroleum zur Überraschung aller seinen Antrag zurück und die Stadtverordnetenversammlung musste ohne diesen Tagesordnungspunkt durchgezogen werden.

Natürlich ist damit die Ölförderung noch lange nicht vom Tisch, aber ein Etappensieg ist schon mal eingefahren. Dass die Ölförderer jetzt erst einmal Stimmung machen zeigt mir dieser Artikel der vor ein paar Tagen veröffentlicht wurde. Schade finde ich auch die „Selbstknebelung“ die von den Lampertheimer Grünen als „Selbstkasteiung“ in deren Presseartikel aufgelistet wird. Ich entschuldige mich nicht, dass ich Öl und Gas verbrenne. Ich stehe dazu und trotzdem finde ich dass eine Ölförderung in Bürstadt, eine Stromproduktion mit Kernspaltung in Biblis und Kohlestrom aus Block 9 in Mannheim unnötig sind. Wir können es besser. Deshalb nein zur Ölförderung in Bürstadt, nein zur Atomkraft in Biblis und nein zu Kohlestrom aus Block 9 in Mannheim und all dies ohne schlechtes Gewissen.

Meint jedenfalls der Sonnenflüsterer.

Ein Gedanke zu „Ölsuche beendet?

  1. Rainer

    Hallo Erhard,

    das Thema „Ölsuche in D“ explizit in Bürstadt und drumherum, ist ein Dauerbrenner. Was mich dabei interessieren würde, mit welchem „EROEI“ gern auch mal kürzer „EROI“ oder deutsch „energetischer Erntefaktor“ rechnen diese Leute eigentlich. Ich verlinke mal zu meinem Beitrag vom 18.04. Dort gibt es einen internen Link zum Januar 2014 zu meinen „Eigenen Überlegungen“ (sozusagen mein Energieblog).

    Das mir dieser „Erntefaktor“ wichtig, ja grundlegend für alles was „wir“ ab sofort zu tun gedenken, ist, dürfte inzwischen klar sein. Da Du selbst auf Grund Deines „beruflichen Werdegangs“ sicher eher zu finanziellen „Erntefaktoren“ Beziehung hast, macht Dich mir „verdächtig“ 😯 Wer das Problem vom Geld her sieht (das unterstelle ich Dir mal frech als „unterschwellige Herangehensweise“), neigt dazu, etwas dann für möglich zu halten, wenn es a) finanzierbar ist und b) ein finanzieller Gewinn errechenbar ist. Dann wird alles gut !

    Wie sich aber der „errechnete Gewinn“ zusammensetzt – hier ein Entgegenkommen der Gemeinde (weil das ja irgendwie später Gewerbesteuer und oder Arbeitsplätze schafft) dort ein staatlicher Subventionstopf, aus dem mit geschickter Interpretation „Mittel“ fließen werden. Kurz eine echte Gegenüberstellung von „Kosten“ und „Nutzen“ (in €uro und Ct,) ist, wenn überhaupt, nur sehr schwer überprüfbar. „Börsen“ sehen so was grundsätzlich spekulativ, deren „Zielgenauigkeit“ ähnelt dem von Roulett, wo es immer Gewinner gibt, wenn das auch meistens die Bank ist.

    Aber auch der „energetischer Erntefaktor“ hat seine Tücken. Ob der positiv ist und für wie lange, ist dort erst mal ebenfalls Spekulation – mit mehr wissenschaftlichen Methoden – immerhin. Doch unterm Strich eigentlich das einzige Kriterium, welches einigermaßen verlässlich ist. Ein gewisser Marion King Hubbert (WIKIZITAT) :
    Forschung

    Hubbert lieferte verschiedene Beiträge zur Geophysik, darunter einen mathematischen Nachweis, dass sich Felsgestein in der Erdkruste auf Grund der enormen Drücke plastisch verhält und ein dem Ton ähnliches Fließverhalten zeigt. Dieser Nachweis erklärt, warum die Erdkruste sich über lange Zeiträume verformt.

    Hubberts bekannteste Studien beschäftigen sich mit der Kapazität von Kohle, Öl- und Gasfeldern. Er nahm an, dass die zeitliche Entwicklung der Erdölproduktion eines Feldes einer Logistischen Funktion ähnelt. Beim Treffen des American Petroleum Institute 1956 in San Antonio (Texas) machte Hubbert die Vorhersage, dass die Erdölförderung der USA in den späten 1960ern bzw. den frühen 1970ern das Fördermaximum erreichen würde. Er wurde berühmt, als diese Vorhersage 1970 bestätigt wurde. Die Kurve, die er zur Analyse benutzte, ist heute als Hubbert-Kurve bekannt, und der „Gipfel“ als Ölfördermaximum (englisch Hubbert peak oder peak oil).

    Das weltweite Fördermaximum sagte er 1974 für 1995 voraus. Die Bestimmung des weltweiten Peaks basierte dabei, ebenso wie seine Vorhersage aus dem Jahr 1956 für die USA, auf einer Reihe von Annahmen, die er aus seiner Erfahrung heraus traf. In der Rückschau von heute war seine Prognose des weltweiten Fördermaximums im Jahr 1995 nicht korrekt. Ein Blick in seine Annahmen jedoch zeigt, dass vor allem die angenommene Steigerung des Verbrauchs von ihm sehr viel höher eingeschätzt worden war, als dann eintrat. Diese Folge der beiden großen Ölkrisen hat er offensichtlich unterschätzt.

    Zwischen dem 17. Oktober 1973 und März 1974 verringerte die OPEC den Export von Erdöl in die Vereinigten Staaten und Europa. Dies verursachte die Ölkrise von 1973. 1975 bestätigte die National Academy of Sciences in einer Einschätzung Hubberts Berechnungen zum Nachlassen der Erdöl- und Erdgasförderung und gab bekannt, dass ihre eigenen, optimistischeren Einschätzungen unzutreffend waren. Dies lenkte ein großes Medieninteresse auf Hubbert. ZITATENDE

    Wo ich auch nicht müde werde darauf hinzuweisen, was „wir“ letztendlich „ernten“ hängt sehr stark davon ab, wo sich bei einer Lagerstätte unweigerlich etwas ereignet, was „Geld“ nur scheinbar beeinflussen kann. Der Punkt, wo sich der „EROEI“ dem Wert 1 : 1 nähert. Der energetische Aufwand ist gleich der gewonnen Energiemenge. Hier werden selbst „Kaufleute“ erkennen, wenn ich keinen „Gewinn“ mehr erziele, ist das damit verbundene „Unternehmen“ sinnlos. Schlimmer noch, selbst wenn der „Geldwert“ auf der „Ernteseite“ immer weiter steigt, weil das benötigte Produkt immer weniger zur Verfügung steht, wird auf der „Investitionsseite“ auch jede Erhöhung des finanziellen Beitrags, nichts, aber auch gar nichts, am energetischen Ergebnis ändern. Einzige Ausnahme könnte sein, wenn nur noch menschliche (körperliche) Energie eingesetzt wird, aber selbst da kann die Bilanz (Nahrung vs. Leistung) eben nicht vernachlässigt werden.

    Die Folge wird sein ein vergleichsweise großer Anteil der gesichteten fossilen Energievorkommen wird niemals förderbar sein – jedenfalls solange bis ein anderes „Energieäquivalent“ ohne Begrenzung zur Verfügung steht. Das gilt selbstverständlich auch für alles was „zukünftig noch gefunden werden wird“. Es ist wohl zu befürchten, nicht erst 1:1 wird den endgültigen „Schlussstrich“ ziehen. Es wird bereits irgendwo davor z.B. bei 1:2 zuende sein. Es gibt Gründe anzunehmen – je nach Fördergebiet – liegt auch heute das Verhältnis schon bei 1:5.

    Abschließend, was verlautbart eigentlich diese „junge Firma“ dazu ? Wurde diese Frage je gestellt ? Wie hoch schätzt „man“ die linke Seite (1 zu) denn ein ? Die „rechte Seite (: x ) wird sicher als „Betriebsgeheimnis“ verkauft. Die „oberflächlichen Kosten“ plus die „Folgekosten“ (welche Spätfolgen auch „energetische“ müssen kalkuliert werden ?). Was unternehmen „unsere“ Politiker um das alles herauszufinden ? Was „bleibt in der Schublade“ ?

    Ach ja, falls jemand Hinweise auf „Klimawandel, CO2 usw.“ vermisst, mit der Bande der „Klimawandelskeptiker“ befasse ich mich prinzipiell nicht, die sind so daneben, das dort jede Argumentation schlicht „Perlen vor die Säue“ darstellt…

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