Gaskraftwerk stilllegen? Warum nicht verkaufen?

Der Energiemarkt ist verrückt! Diese Erkenntnis liegt mir schon lange vor. Aber es erstaunt mich immer wieder, wie es die Konzerne schaffen aus Mücken Elefanten zu machen und sich bei der Politik die Taschen mit Euros vollstopfen lassen. Dieses mal erstaunen mich die Berichte über das „Stillegen“ des Gaskraftwerkes in Irsching. Betrieben wird dieses Kraftwerk von E.on, der Frankfurter Mainova, N-Ergie aus Nürnberg und die Darmstädter HSE. Wohlgemerkt nur ein „Stilllegen“ kein abbauen und schon gar nicht ein verkaufen. Da wird mal wieder richtig geklappert. Im Spiegel und beim Bayrischen Rundfunk wird mal wieder richtig Stimmung gemacht. Die Betreiber drohen und die Politik haut sich Gegenseitig mal ordentlich auf die Köppe. Wie im Kasperltheater!

Die Konzerne nutzen mal wieder dieses Theater aus und verlangen was sie immer besondern gern tun – Geld! Aber keine Kleckerlesbeträge, nö 100 Millionen Euro im Jahr sollten es schon sein! Wieviel tatsächlich fließen kann ich nicht sagen. Bei 400 Millionen Baukosten wäre dieser „verlorene Zuschuß“ jedenfalls ein ordentliches Sümmchen.

Jedes andere Unternehmen müsste sich einen Käufer suchen! Machen die aber nicht, denn sie wissen demnächst (in ein paar Jährchen) werden flexible Kraftwerke mit wenigen Emissionen hoch wirtschaftlich. Nun ja die Jährchen bis dahin möchten sich diese Firmen natürlich durch freiwillige Spenden der doofen Politk aus dem Geldbeutel der Bürger versilbern lassen.

Schaltet die Atomkraftwerke (noch 9 Stück) in Deutschland ab, nehmt die CO2 Zertifikate in Höhe des Zubaus der Erneuerbaren Energien aus dem Markt und ihr werdet erleben wie schnell Kohlekraftwerke vom Netz gehen. Dann sind „saubere“, technisch top aktuelle Gaskraftwerke auch schnell wieder rentabel. Aber hört auf diesen Bettlern immer wieder Geld zu geben.

 

3 Gedanken zu „Gaskraftwerk stilllegen? Warum nicht verkaufen?

  1. Thorsten Zoerner

    In jeder anderen Branche würde man bei einem Produzenten fragen, ob man nicht Kunden finden kann. Vor dem Verkaufen frage ich mich, warum es dem Konsortium nicht gelungen ist, die Erzeugung an einen Stromkunden zu verkaufen. Am Ort ist ein großer Stromabnehmer, der sich über ein gepachtetes Kraftwerk bestimmt freuen würde – Audi ist auch nicht weit – und ansonsten gibt es dort Kunden. Soll der Staat jetzt auch noch die Vertriebsorganisation für die Kraftwerker sein?

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  2. Pingback: Staat als Salesforce für Kraftwerker? | blog.stromhaltig

  3. heinbloed

    Betr. „Warum nicht verkaufen?“

    Weil es keiner will. Die braunen Umschlaege mit den Provisionen muessen damals prall gewesen sein als man den Bedarf fuer diese Kraftwerke feststellte und sie bestellte.

    RWE kann fast keinen Gas- und Steinkohlestrom mehr verkaufen:

    http://www.platts.com/latest-news/electric-power/london/rwe-hedging-for-coal–gas-fired-power-plants-26034559

    Nicht nur verfaellt der Boersenpreis,auch der Strombedarf geht staendig zurueck:

    http://www.ag-energiebilanzen.de/
    [ Pressedienst Nr. 1, 2015 (10. März) ]

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