WENN NICHT JETZT, WANN DANN?

Jetzt mische ich mich schon wieder in die Prokon Geschichte ein, obwohl es mich nichts angeht. Bei meinen eigenen Invests leitete mich nicht das Streben nach der größtmöglichen Rendite, sondern eine andere Energieversorgung die möglich ist!

Wenn ich aber sehe, dass eine Gemeinschaft von ca. 75.000 Menschen (die sich einer Idee verschrieben hatten) ihre Gemeinschaft für ein paar Silberlinge aufgeben könnten, kann ich nicht still sein.

Diese Gemeinschaft gibt man nicht so einfach auf! Euer gemeinsames Ziel war Kraftwerke zu bauen die umweltfreundlich Strom produzieren. Der Zuspruch zu Prokon war enorm und von einer genialen Medienkampagne ausgelöst. Auf diese blickten viele andere Unternehmen neidisch. Dabei hat Prokon nichts anderes gemacht wie es die großen tagtäglich tun. Bitte gebt eure Anteile nicht an EnBW. Was habt ihr denn davon? Ein paar Silberlinge, o.k. damit könnt ihr euch etwas kaufen. Aber was ihr nicht könnt, ist das Gefühl loszuwerden, da hat euch ein Konzern für ein Appel und ein Ei eure Identität abgekauft. Dieses Gefühl werdet ihr bei einem Verkauf nicht loswerden. Ihr seid so viele Menschen mit Talenten, Visionen, Engagement und finanziellen Mitteln und da wollt ihr aufgeben einem Konzern der gerade mal 20.000 Mitarbeiter hat? Die GLS Bank hat es punktgenau beschrieben. Der Kurswert der EnBW ist in 4 Jahren um 40% gesunken! Der Wertverlust für die Aktionäre lag bei 2,6 Milliarden Euro und die wollen euch erzählen sie machen etwas sinnvollen aus euren Kraftwerken?

Wer in Prokon investierte dem unterstelle Ich er wollte etwas an unserer Energieversorgung verändern. Diese Veränderung habt ihr geschafft und ihr habt das Potential und engagierte Mitarbeiter die für euch und mit euch diesen Wandel durchziehen wollen. Es sind diejenigen Menschen die jetzt auf euch hoffen und die nicht für EnBw arbeiten wollen. Jedenfalls ca. 80% der Belegschaft wollen dies nicht! Die Mehrheit der Belegschaft hat eine ethisch-politische Motivation! Diese Motivation klage ich von den Geldgebern ein. Steht zu dieser Belegschaft und eurer eigenen Vision einer Energieversorgung ohne Folgeschäden für euch und eure Kinder. Schaut euch selbst die Entwicklung der EnBW auf Wikipedia an. Ich empfehle besonders die Punkte 9 „Kritik“ und 10 „Ermittlungen und Gerichtsverfahren“ wer da noch nicht genug hat kann sich auch noch die „EnBW-Affäre“ antun.

Da könnt ihr alles nachlesen was ihr bei eurer Investition in Prokon nicht unterstützen wolltet. Ihr hab die Chance mit ca. 75.000 anderen aber im Kern gelichgesinnten eine der größten Genossenschaften in Deutschland aus dem Stand zu gründen. Nehmt diese Chance wahr. Es ist die mutigere Variante die den Pionieren aber besser zu Gesicht stehen wie das wegducken und verkaufen an die EnBW.

Weiterhin möchte ich eine „Ketten-Email“ von Rainer Doemen hier veröffentlichen. Er beschreibt wie die wichtigen GRI’s (GenussRechtsInhaber) den Weg pro Genossenschaft gehen müssen um. Ich bitte jeden GRI dies zu tun.

Ein Gedanke zu „WENN NICHT JETZT, WANN DANN?

  1. Kilian Rüfer

    Moin Erhard,

    das Angebot von EnBW ist wirtschaftlich gesehen auch mies. Man bietet 51 % der Investitionssumme und will innerhalb von 2 Jahren zahlen. Da nehme ich mir doch lieber mehr Zeit und erhalte einen Großteil zurück. Ob wirklich alle Anleger mit dem Motiv der Bürgerenergie unterwegs waren mag ich bezweifeln. Vielleicht fanden einige auch einfach die 7-%-Rendite-Werbung in der S-Bahn gut. Aber alle die ich kenne, die hatten sich primär für Bürgerenergie entschieden und bei denen hat die EnBW keine Chance – auch nicht, wenn weiter tausende under zehntausende in die Werbung um Anteilseigner fließen. Hast Du mal beobachtet, wie oft da Anzeigen zum Thema von den Baden Würtembergern sichtbar werden?

    Beste Grüße aus dem Norden
    Kilian

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