Gibt es überhaupt schon so alte Module?

ralosHistory 19.9.2008 (erste Veröffentlichung)

Wenn wir auf Messen von den üblichen Garantien der Modulhersteller berichten, bekommen wir immer wieder diese Frage gestellt. Die Hersteller geben in der Regel eine Garantie, dass die Module nach 10 Jahren noch 90% der Leistung und nach 25 Jahren noch 80% der Leistung bringen.

Woher weiß der Hersteller, dass die Module 25 Jahre aushalten?

Natürlich verfügen die Hersteller keine Erfahrung über diesen Zeitraum für Ihre neuesten Photovoltaik Module. Wenn ein neues Modul auf den Markt kommen soll, dann wird dieses Modul im “Zeitraffer” getestet. Der Zeitraffer Test wird in drei Test-Klassen durchgeführt Licht, Klima und mechanische Belastung.
Natürlich wird zuerst das zu testende Modul einer Sichtkontrolle unterzogen. Danach wird die Leistung komplett vermessen unter verschiedenen Einstrahlungsstärken.

Diese Messungen werden nach jedem Alterungsprozess wiederholt und verglichen.

Dann kommt die erste Lichtprüfung im fünf Stunden Dauertest werden 1.000 Watt pro Quadratmeter eingestrahlt. Im nächsten Testschritt wird mit ultraviolettem Licht auf die Module eingestrahlt.

Danach beginnt der Klimatest in der “Kammer des Schreckens” in der die Module Temperaturunterschiede von minus 40 bis plus 85 Grad ausgesetzt werden. Diese Temperaturwechsel werden im ersten Zyklus 50 mal und im zweiten Zyklus 200 mal durchfahren anschließend bleiben die Module 1.000 Stunden bei 85 Grad und 85 Prozent Luftfeuchtigkeit in der Kammer.
Bei diesem Test machen die meisten Module schlapp.

Am Schluss kommt der mechanische Test auf der Streckbank. Hier werden die Module an den Anschlüssen auf Festigkeit geprüft. Anschließend wird im Wasserbad geprüft ob ein kriechender Strom vorhanden ist was allerdings nicht sein darf. Nach dem Bad wird gestreckt und gebogen. Dreimal eine Stunde lang werden die Module einer gleichmäßigen Zug- und Druckbelastung ausgesetzt. Diejenigen Module die diese Strapaze überstehen werden dem allseits beliebten Hageltest ausgesetzt. Hier werden Eiskörner mit 25 Millimeter Durchmesser auf die Module geballert. Die Geschwindigkeit wird mit 23 Meter in der Sekunde angegeben. Dies entspricht einer Stundengeschwindigkeit von gut 80 km…

Jetzt geht‘s zum Endspurt. Es werden Kratzprüfungen vorgenommen und gemessen ob diese zu Schäden an der Isolierung führen. Einen Stromimpuls mit 8.000 Volt sollen die Module ebenfalls aushalten. Auf alle Module die dies alles überstanden haben lässt man zum Schluss einen 45 kg schweren Sandsack plumpsen… Diesen Crashtest müssen die Module ohne zu splittern und ohne Loch überstehen.
Für diese Torturen erhält das Modul ein Zertifikat in dem die Haltbarkeit bestätigt wird.

Nach diesem Modultest haben sich die Module aber wirklich 25 Jahre Ruhe auf dem Dach verdient…

Ein Gedanke zu „Gibt es überhaupt schon so alte Module?

  1. Rainer

    Hallo Erhard,

    welch Zufall, eben kam von BINE diese zu Deinem letzten Blog passende News herein :

    Teststände für Solarkollektoren 12.05.2014 „Kollektoren altern im Zeitraffer“

    ZITAT :

    Standort bestimmt Kollektor-Alterung

    „Wie schnell Komponenten genau altern, hängt vom Einsatzort und den Bedingungen ab. In salzhaltiger Atmosphäre werden metallische Komponenten – wie Absorber, Spiegel und Rahmen – stärker angegriffen“, erklärt Karl Anders Weiß, Gruppenleiter Gebrauchsdaueranalyse am Fraunhofer ISE. Dafür sei in trockenen und heißen Gegenden die UV-Belastung höher, was Polymer-Komponenten stärker in Mitleidenschaft zieht, ergänzt Weiß.

    Erste Nachmessungen auf Gran Canaria zeigten nun, dass die Kollektoren bereits technisch recht zuverlässig sind. An den dort exponierten Kollektoren ist trotz der anspruchsvollen Bedingungen bislang keine Leistungsminderung festzustellen. Es zeigte sich zudem, dass die tatsächlichen Belastungen für die eingesetzten Materialien und Komponenten stark von der Bauweise des Kollektors und dem Installationsort abhängen. „Anhand der gemessenen meteorologischen und materialspezifischen Daten entwickeln wir Prüfverfahren, um Solarkollektoren auf ihre Eignung für sonnenreiche Gebiete zu testen“, erklärt Karl Anders Weiß.“

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