Atomkraftwerke zu Bratpfannen!

Auch wenn bei mir gerade der Dampf aus den Ohren kommt, möchte ich mir heute nochmals das 2. Infoforums Protokoll anschauen. Es geht um das Freimessen von radioaktiv verstrahltem Material aus den Atomruinen von Biblis. Klar ist nachdem die beiden Atomruinen noch nicht einmal 40 Jahre lang Strom produziert haben, müssen wir die radioaktiv verstrahlten Materialien noch lange, lange, lange sorgfältig behandeln. Unter Punkt 2.1 kann die Präsentation mit dem Titel „Gibt es eine ungefährliche Dosis?“ angesehen werden. Ich verweise auf Folie 4 „Biologische Wirkung ionisierender Strahlung“. Da wird von direktere Schädigung von Biomolekülen, Bildung von chemischen Radikalen, absterben von Zellen, Organen, Organismus und DNA Brüchen, Mutationen: Kanzerogenese gesprochen. Da dieses Infoforum ja auf Jahrzehnte die Bürger rund um die Atomruinen informieren soll, frage ich mich was der Bürger der sich Folie 4 anschaut mitnehmen soll? Es kann anscheinend eine Menge passieren wenn Mensch Radioaktivität ausgesetzt ist.

Die Mitarbeiter in den Atomruinen dürfen nach der Info aus Folie 11 das 20-fache an Verstrahlung im Jahr erhalten. Na gut wenn diejenigen das Risiko bewusst eingehen kann ich es akzeptieren. Dass für die nichtsahnende Bevölkerung auch ein Grenzwert festgelegt werden muss ist auch klar und ich kann nicht mitreden wie hoch dieser sein sollte. Aber was mir auf den Keks geht sind die freigemessenen Materialien denen ja noch eine gewisse Radioaktivität anhaftet. Laut den Verlautbarungen auf dem Infoforum werden diese Materialien wenn sie „freigemessen“ sind in den ganz normalen Wertstoffkreislauf eingebracht.

Da werde ich kribbelig! In Obrigheim werden freigemessene Materialien auf der ganz normalen Bauschuttdeponie abgeladen. Wo werden denn die Materialien von den Atomruinen in Biblis abgeladen? Gibt es da schon einen Plan? Wäre doch mal nett zu erfahren, welche Kommune von diesen Hinterlassenschaften noch lange was haben. Aber es ist ja nach atomrechtlicher Betrachtung kein radioaktiver Stoff mehr sondern Hausmüll. Also alles prima.

Die freigemessenen Metalle sollen natürlich dem Wertstoffkreislauf zugeführt werden. Na prima, dann werden tatsächlich aus den Metallrohren aus den Atomruinen in Biblis Bratpfannen! Die kriegt der Ökobewußte Kunde dann bei Alnatura um sein Biogemüse mit fettarmen Zutaten zubereiten zu können. Vielleicht spart er dann mit den ganz, ganz leicht radioaktiven Pfannen auch noch Energie beim Braten?

Nö, so nicht! Ich meine wir sollten den Bauschutt aus den zurückgebauten Atomkraftwerken nicht in Deutschland unkontrolliert streuen. Dieser radioaktive Dreck sollte auf eigenen Deponien so lange gelagert werden bis nix, aber auch gar nix mehr gemessen werden kann. Ansonsten werden in Zukunft die Verbrauchermärkte an ihren tollen Kassen nicht nur den Barcode scannen, sondern wir werden an diesen Verkaufsstationen Messstationen erhalten die dem verehrten Kunden die Informationen gibt die er möchte. Ob da die Radioaktivität der letzte Wert wäre oder nur der Anfang weiß ich auch nicht. Aber das Vertrauen der Verbraucher schwindet immer mehr und keiner traut keinem mehr und das ist aus meiner Sicht derzeit auch berechtigt. Ich vertraue dem Infoforum in Biblis nicht viel…

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