Die widerliche Solarausschreibung

Es ist noch keine drei Jahre her da war die Branche in der Lage an fünf Tagen 150 MW (7.604 MW Jahresinstallation geteilt durch 250 Arbeitstage) Photovoltaik in Deutschland zu installieren!

Proteus-Statistik-Zubau-PV-Leistung-2009-2014

Dass war der Politik zu viel! In den Köpfen dieser Menschen war diese Entwicklung der Erneuerbaren Energien suspekt. Vor allem weil in diesen Köpfen noch Brennstäbe aus der Atomstromproduktion den Platz wegnehmen um wirkliche Neues zu denken!
Da wissen die immer noch nicht wohin mit dem Atommüll und da kommt diese junge Branche und zeigt einfach wie es geht. Da musste ein Riegel vorgeschoben werden.
Eines der Instrumente der Politik ist die Ausschreibung!
Damit wird klar (über 100 Seiten!) vorgegeben wieviel Erneuerbare Energien zugebaut wird. Bei der ersten Ausschreibung waren es Gnädiger weise noch 150 MW warum eigentlich nicht nur drei Projekte? Dann hätte die Politik jedem der eine Ausschreibung gewinnt eine Medaille umhängen können. Hätte tolle Fotos gegeben!

Aber so standen 170 Gebote von Firmen im Raum von denen beim ersten Windhund Rennen sich beim Ausfüllen der Formulare 37 selbst ins Knie geschossen haben!
Zitat: Margarete von Oppen im Interview vom PV Magazin
“ Ein Beispiel ist der Nachweis des Aufstellungsbeschlusses. Reicht eine Kopie des Beschlusses, muss der Bürgermeister im Original unterzeichnet haben oder ist gar die öffentliche Bekanntmachung des Aufstellungsbeschlusses erforderlich.“
Ja was nun? Da hätten die 37 Bewerber sich doch mal ordentlich informieren sollen wie das Formular auszufüllen ist…

Dass es dann nur noch 143 Projekte waren juckt in der Politik niemanden. Die Planwirtschaftliche Vorgaben sind ja noch dicke erfüllt! Vierfach überzeichnet! Damit sind die Arbeitsplätze für das nächste Jahr in der Planwirtschaftlichen Zuteilungsabteilung gesichert!

Da können ja die Spieler, die Manager, die Zocker weiter mitmachen, nur die Bürger nicht…

Zitat: Margarete von Oppen im Interview vom PV Magazin
Ist nicht doch ein Sonderkontingent für die Bürgersolarparks bei den Ausschreibungen notwendig, da diese in der ersten Ausschreibungsrunde nicht zum Zuge gekommen sind?

Wenn Sie mich fragen schon. Den Wettbewerb macht kein Bürger mit.

Ja, so einfach kann Wahrheit sein. Kein Bürger, spielt, zockt oder managt mit seinem Geld. Er ist ja kein Unternehmer sondern nur Bürger und wenn er aufmuckt kriegt er den Sondertitel Wutbürger.

Die Vielfalt der Akteure ist auch den Bach runter gegangen. Eine AG hat einen Zuschlag erhalten der Rest ging an GmbH&Co. KG. Gesellschaften mit beschränkter Haftung!
Wenn dann was schief geht macht man das Licht aus und hinterlässt 25.000 Euro als Sicherheit….
Bürger und Genossenschaften haben keinen Solarpark genehmigt bekommen. Die sind ja so teuer! Die Bürger und Genossenschaften die neuen Geldgeier der Solarbranche. Da werden sich Baake, Gabriel und Merkel freuen. Endlich wurden die Bürger mit ihren teuren Photovoltaik Planungen marktwirtschaftlich erwischt!

Dass alleine drei Unternehmen Sybac, Trianel und IBC Solar 60% des Ausschreibungsvolumen zugeteilt bekommen zeigt doch genug dass es Vielfalt gibt!

Die Flächen auf denen gebaut werden sind auch so richtig Bürgernah. Auf Konversionsflächen (121 MW) und entlang von Autobahn und Schienen (36 MW). Damit geht auch die Pachteinnahmen an den Bürgern vorbei!

So ganz nebenbei mal bemerkt. Das günstigste Angebot liegt bei 8,48 Cent je Kilowattstunde. Dies ist günstiger wie die derzeitige Windenergie Förderung an Land die derzeit bei 8,86 Cent liegt. Geschweige denn der üppigen Förderung von Offshore Strom denn den bekommen die Konzerne ausgezahlt und erreichen locker das Doppelte was Solar oder Wind an Land bekommen!

Die Ausschreibung ist ein bürokratisches Monster, von Monster für Bürokraten! Die Kreativität der Bürger wird mit Füßen getreten und alles unter dem Deckmäntelchen der Energiewende.

Die Ausschreibung der Photovoltaik Projekte ist widerlich aber noch obszöner wird die Ausschreibung der Windenergie Projekte werden. Es wird Zeit, dass wir sagen wir wollen weg von Öl, Kohle und Atom.

 

Ein Gedanke zu „Die widerliche Solarausschreibung

  1. Florian

    Stimme Dir zunächst voll und ganz zu.

    Vor allem für die Bürger Energiegenossenschaften sollte weiterhin Projekt Entwicklung ausserhalb dieses Ausschreibungsrahmens möglich sein – und auch wenn kontingentiert oder auf xMW pro Projekt beschränkt wär das mal besser als nichts.

    Von den mir bekannten Solarteuren aus Handwerk und Mittelstand hatte sich noch keiner in den Freiflächenbereich gewagt, auch die letzten Jahre nicht, die hatten sich alle auf Aufdach – vom EFH bis in den hohen dreistelligen kWp Bereich – beschränkt. Insofern für mich nun gut zu verschmerzen das nun überwiegend Firmen wie Trianel (div. Stadtwerke usw…) und IBC (immerhin einer der PV Pioniere) zum zug kommen. Die Konversionsflächentematik ist aber nichts neues.

    Vielleicht gibt es ja abseits des EEG Möglichkeiten für Freifläche wie den Bahnstrom Solarpark in Österreich der mit Frequenz 16 2/3Hz direkt ins Bahnstromnetz speist?

    Hoffentlich bleibt der Aufdach Bereich von weiteren Geniestreichen der GroKo verschont.

    Antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.