Prokon Genossenschaft statt EnBW!

Eigentlich hab ich mich schon oft zum Thema Prokon geäußert. Jetzt aber geht es in eine entscheidende Phase die ich als hopp oder top bezeichnen möchte. Wie geht es weiter mit Prokon? Verkauf an EnBW oder Genossenschaft?

Meine klare Aussage und Bitte an alle Anteilseigner von Prokon:

Nehmt das Heft des Handelns in die eigenen Hände

Es wäre nicht gut wenn die vielen, vielen Windmühlen die mit eurem Geld finanziert wurden in die Hände von EnBW kämen. Da kann Herr Frank Mastiaux sich noch so viel Mühe geben. Seine schönen Worte werden bald Schall und Rauch sein. Das mindeste aber was passiert, immer mehr saubere Kraftwerke kommen in die falschen Hände. Bei Prokon wurden Fehler gemacht aber Fehler können korrigiert werden. Aber der „Spirit“ eines Unternehmens kann durch kein „Compliance“ geschrubbel verordnet werden, sondern es muss gelebt werden. Viele der Geldgeber von Prokon waren/sind gegen Atomkraft und haben deshalb in Windenergie investiert. Jetzt sollen die schönen Windräder für das halbe Geld an den Atomkraftwerksbetreiber gehen. Lasst euch dies nicht gefallen. Steht zu eurer Überzeugung dezentral, erneuerbar in Bürgerhand und lasst die EnBW ihr eigenen Ding machen. Wenn ich mir die Worte vom Vorstandschef anhöre wäre EnBW doch selbst in der Lage Windräder zu bauen. Dann soll er es doch in dem schönen Baden Württemberg tun. Wer hindert ihn daran? Laut seinen Worten kann EnBW doch alles! Nur mit Prokon ginge es noch besser. Aber nur eine Prokon Genossenschaft kann den „Spirit“ den die Branche der Erneuerbaren Energien weiterhin braucht versprühen. Wenn wir, diejenigen die von Anfang an die 100% Erneuerbare Energien glaubten, uns nach und nach unsere Pioniere aufkaufen lassen geht unsere gemeinsame den Bach runter. Dass Windwärts und Juwi (teilweise) uns schon entwendet wurden ist schlimm genug.

Schaut euch an mit wem ihr Geschäfte macht.

Schaut euch die Kommentar an von Franz Alt und Hubertus Grass und dann entscheidet euch.

Meine Bitte/Hoffnung/Traum wäre, dass ihr dem Konzern die Stirn bietet und ein Zeichen der Bürger setzt!

Kurz nach der Veröffentlichung meines Blogbeitrags erreicht mich die Pressemitteilung von den Freunden von Prokon. Hier zur Info FvP-Pressemitteilung_20150521

6 Gedanken zu „Prokon Genossenschaft statt EnBW!

  1. DEZ Moderator Hubertus Grass

    Lieber Erhard,

    „Dass Windwärts und Juwi (teilweise) uns schon entwendet wurden ist schlimm genug“ – was treibt Dich um mit solchen Sätzen? Wem wurde da etwas entwendet? Haltet den Dieb! Soll das etwa die MVV Energie AG sein, die die Arbeitsplätze gerettet hat und die nun dafür sorgt, dass das Geschäft dieser Pioniere fort geführt werden kann. Hast Du mal mit den Beschäftigten gesprochen, ob die froh oder unglücklich sind, jetzt in finanziell stabilen Strukturen zu arbeiten?
    Geht es Dir um die Energiewende oder um eine neue Idee des Wirtschaftens, in der „small is beautiful“ über alles geht? Ich glaube, die Energiewende bekommen wir nur gemeinsam hin. Wenn Konzerne wie die MVV und die EnBW aus den Fehlern der Vergangenheit lernen, sollte uns, die die Notwendigkeit der Energiewende schon Jahrzehnte früher erkannt haben, das doch nur recht sein. Besser spät als nie.
    Dir und den Deinen ein schönes Wochenende
    wünscht

    Hubertus

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    1. Erhard Beitragsautor

      Hallo Hubertus,
      ja ich habe schon mit Juwi Mitarbeitern geredet, weil ich ein Jahr lang Juwi beraten habe. Danach allerdings in den Unruhestand gefallen bin. Juwi wollte bundesweit PV Niederlassungen aufbauen. Peter Altmaier und der kleine Mann von der FDP haben das verhindert. Ich war in Wörrstadt wie Peter Altmaier vor den 250 gekündigten Mitarbeitern einen auf Kumpel gemacht hat.

      Welche Kompetenz bringt denn die EnBW ein?
      Glaubst du, dass die Mitarbeiter von Prokon plötzlich bei einem Konzern arbeiten wollen der AKW’s betreibt? Die Idealisten die von Anfang an dabei waren werden gehen.
      Prokons Verdienst sind die gebauten Windräder! Egal wie bescheiden die Buchführung war.
      Die vielen Prokon Geldgeber sollen mit wenig Geld abgespeist werden. Wer in Windenergie investiert muss wissen, dass dies eine langfristige Geldanlage ist. Eine Prokon Genossenschaft kann langfristig gutes Geld verdienen. Eine EnBW braucht sie dazu nicht.

      Noch was zur MVV. Die MVV war schon einmal in der Windenergie engagiert. Damals hatten sie Anteile an DeWind. Haben sie aber nicht lange gehalten… Aber vor ein paar Tagen ein neues Kohlekraftwerk eingeweiht. Nein, danke dass sind nicht die Partner die ich mir beim Weg zu 100% Erneuerbare Energien wünsche.

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    2. Rainer Doemen

      Darf bei vernünftigen Menschen – das sind wir Genussrechtsinhaber (GRI) bis ins höchste Alter – „Gier“ auf Sofort-Cash unsere ehemals richtige, ökologisch sinnvolle Entscheidung als verantwortungsvolle/r Bürger/in verdrängen? Nein! Wenn EnBW die Energiewende wirklich wollte, könnte es genauso gut das um 100 Mio. Euro zu niedrige Angebot für PROKON (550 Mio. Euro) in die Errichtung eigener Windkraftanlagen an Land, Photovoltaikanlagen mit/ohne Speichern oder Wasserkraftwerke investieren. Nur so könnte der mit Atomenergie und Kohleverstromung wirtschaftende Energiekonzern an Anerkennung gewinnen. Überzeugendes Handeln für den Umwelt- und Klimaschutz sieht anders aus. Es erfordert, durch eigene Kräfte und Maßnahmen seinen Beitrag für eine lebenswerte Zukunft für nachfolgende Generationen auf unserer Erde zu leisten! Mit einem solch niedrigen Angebot PROKON aufkaufen zu wollen, ist weder überzeugendes Handeln für den Umwelt- und Klimaschutz noch ein eigener Beitrag für eine lebenswerte Zukunft. Bürger/innen, die, wie auch wir GRI, mit einem kalkulierbaren Risiko und aus fester Überzeugung selbst in den Umbau des Energiesystems investieren, machen dank des EEG seit Jahren vor, wie echte Energiewende funktioniert. Zudem habe ich aus langjähriger Erfahrung mit Erneuerbaren Energien keine Angst, dass die PROKON Genossenschaft ihre wirtschaftliche Zukunft finanziell nicht gestalten könne. Das zeigt mir einmal mehr: EnBW ist noch lange nicht angekommen in der Welt der klimaschützenden Energieversorgung mit Erneuerbaren Energien. Ferner muss kein Mitglied einer Genossenschaft befürchten, es werde seinen Genossenschaftsanteil nicht übertragen oder vererben können.

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      1. Erhard Beitragsautor

        Hallo Rainer,

        ich als alter Konzern Mitarbeiter beim Benz in Mannheim in der Controllingabteil möchte einen weiteren Aspekt einbringen.
        Den Prokon Investoren und Prokon selbst wurden die „hohen“ Renditen (meines Wissens 6% + X) immer vorgeworfen. Diese 6 Prozent wären ein zu hohes Versprechen…den Investoren wurde Gier vorgeworfen.

        Konzerne investieren nicht wenn der Return on Investment (ROI) länger wie 4 Jahre dauert.
        Zur Verdeutlichung: Die wollen innerhalb von 4 Jahren dass Geld was sie hineingesteckt haben wirder bar auf der Hand haben…

        Mit einem selbst entwickelten Windpark oder Solarpark geht das nicht. Wenn sie den Prokon Besitzern die Windräder aber zu einem Schnäppchenpreis abluchsen können.
        Dann geht das schon.
        Deshalb liebe Prokon Besitzer, lasst euch Prokon nicht für einen Appel und Ei abkaufen.
        Setzt gute Leute in den Vorstand und Aufsichtsrat einer Prokon Genossenschaft und arbeitet weiter an einer dezentralen Erneuerbaren Energieversorgung.

        Erhard

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        1. DEZ Moderator, Hubertus Grass

          Hallo Erhard,
          Du schreibst „Konzerne investieren nicht wenn der Return on Investment (ROI) länger wie 4 Jahre dauert“.
          Gerade in Bezug auf Energieunternehmen geht das voll daneben. Alle Investements in diesem Bereich sind sehr, sehr langfristig (Kraftwerke incl . Wind über 20 Jahre, Netze noch länger).
          Und von einem Schnäppchenpreis kann bei einem Bieterverfahren ja wohl keine Rede sein: Da kommt nur der Bieter mit dem höchsten Angebot zum Zuge.
          Ich habe bei diesen weit her geholten Argumenten das Gefühl, dass hier sehr viel gewachsene Abneigung gegen einen Atomkonzern im Spiel ist, dem man seine Veränderungsbereitschaft nicht glaubt.
          Es ist hat seine Berechtigung, misstrauisch zu sein. Das sollte man dann aber auch so sagen, statt Argumente ins Feld zu führen, die einer ernsthaften Prüfung nicht standhalten.

          Hubertus

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          1. Erhard Beitragsautor

            So ist es, bei mir ist es eine „gewachsene Abneigung gegen Atomkonzerne“ seit der Atomkatastrophe in Tschernobyl, bei anderen ist es die „Liebe zum Konzern die monatlich durch den Geldbeutel“ geht.
            Übrigens die Netzrendite liegt bei staatlich festgelegten 9%! Prokon hat mit 6% geworben…

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