BioBoden

Bevor hier der Eindruck entsteht der Sonnenflüsterer zieht sich aus allem zurück, hier mal schnell ein Gebiet auf dem ich neu eingestiegen bin. Nachdem meine Mutter vor gut 18 Monaten nach langer Krankheit verstarb, haben meine Schwester und ich in Erbengemeinschaft einen Acker geerbt. Nach gefühlten 100 Telefonaten, zig Schreiben und x-Vor Ort Terminen wurde das Grundstück auf unser beider Namen übertragen. Der Acker war an einen Landwirt vor Ort verpachtet und brachte die stolze jährliche Pacht von 70 Euronen! Da wir beide mit den gut 3.000 Quadratmeter Acker nichts anfangen wollten hab ich vom Schwesterlein „freie Hand“ bekommen die Landwirtschaftliche Fläche zu verkaufen.

Just zu diesem Zeitpunkt hatte ich über die GLS Bank mitbekommen dass dort die BioBoden eG gegründet wurde. Logo, dass ich dort gleich Kontakt aufgenommen habe. Mein Vorschlag war die BioBoden kauft uns zum marktüblichen Bodenpreis die Ackerfläche ab. Im Gegenzug investiere ich diese Summe in Genossenschaftsanteile. Meiner Schwester hab ich ihren Anteil cash ausgezahlt. Gesagt getan!

Da diese Vorgehensweise auch für die BioBoden „Neuland“ war dauerte es einige Zeit bis wir die ganzen Formalitäten über die Bühne gezogen haben. Aber seit dem 11.3.2016 bin ich stolzes Mitglied bei der BioBoden Genossenschaft.
Ist der Slogan der Genossenschaft nicht genial:

Ackerland in Bürgerhand

In Summe betrachtet sind alle zufrieden. Meine Schwester und ich wollen mit den paar Quadratmetern uns nicht ständig rumärgern. Bei der Erbschaft sind einige hundert Euro an Kosten bei uns hängen geblieben. Vom Aufwand ganz zu schweigen. Wir haben kaum Einfluss auf das Gelände, der Pächter macht was er will und einen Wettbewerb um die Fläche gibt es nicht. Lohnt sich ja auch nicht bei der Peanuts Pacht. Hätten wir das Grundstück auf eine Person überschrieben, wären erneut Kosten für die Umschreibung entstanden. Oder wenn einer von verstorben wäre, hätte sich die Eigentümer Anzahl (Erbengemeinschaft) schlagartig vermehrt und eine Konsens Entscheidung wäre immer schwieriger zu treffen…

So hat meine Schwester ein paar Kröten mehr cash im Geldbeutel und ich habe über meine Genossenschaftsanteile weiterhin Ackerland im „Eigentum“! Sogar mit dem langfristigen Ziel dass diese Böden biologisch bearbeitet werden. Was will ich mehr!
Die BioBoden Genossenschaft hat gleich mehrere Vorteile.
Zum einen gehört ihr Ackerland welches zwar konventionell bearbeitet wird. Aber sie könnte den Grundbesitz beleihen! Außerdem hat die Genossenschaft, dem Wert der Fläche entsprechend, mich als Genosse gewinnen können.

Ich kann nur jedem empfehlen der kleine Ackerflächen besitzt oder geerbt hat sich der BioBoden Genossenschaft anzuschließen. Es macht aus meiner Sicht keinen Sinn kleine Flächen im Besitz zu halten. Die Verwaltungskosten sind viel zu hoch und das Verständnis was sinnvolles mit der Fläche gemacht werden könnte fehlt. Der Zusammenschluss in einer Genossenschaft mit dem Ziel langfristig die Böden biologisch zu bearbeiten dagegen ist eine sinnvolle Aufgabe.

Natürlich gilt wer selbst mit Hacke und Spaten sein Gemüse anbauen möchte sollte sein Grundstück im persönlich Besitz behalten. Aber dies dürften die wenigsten sein…

Jedenfalls bin ich mal wieder „stolz wie Bolle“ zu den ca. 2.000 BioBoden Genossen zu gehören.

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