EEG Vergütung für Photovoltaikstrom eine Schande!

Der Photovoltaikstrom ist für die atomar/fossilen Stromunternehmen die größte Gefahr. Bei Windenergie haben diese Unternehmen die Möglichkeit sich beim Ausbau zu engagieren. Besonders Offshore bleibt ein Riesen Geschäft für die Konzerne. Ich möchte heute aus der Prognos Studie „Zukunft der bayrischen Stromversorgung“ die Folie 6 „Mittlere Gestehungskosten der Erneuerbaren Energien nach Regionen für 20 Jahre“ näher anschauen. Dort ist klar zu erkennen die Photovoltaik wird bewusst zu niedrig vergütet um weitere Investitionen in diese Technik zu verhindern zum Schutz der atomar/fossil betriebenen Kraftwerke!

Vergleich Strom Gestehungskosten der Regionen

Zum einen wird darin belegt, dass in Bayern + Baden Württemberg die Photovoltaik bereits die kostengünstigste Erneuerbare Energie ist! Ich gehe davon aus, dass die Kostensenkungen bei der Photovoltaik auch weiterhin noch rasanter wie bei der Windenergie vorangehen werden.

Weiterhin fällt auf dass die EEG Vergütungen wie sie aktuell per Gesetz festgelegt wurden die Photovoltaik massiv benachteiligen. Dazu habe ich die Prognos Zahlen mit den Vergütungen 2015 gegenüber gestellt. Die Biogas und Biomasse Werte können vernachlässigt werden da dort ja nur noch ein minimalster Ausbau erfolgen wird.

Prognos Kostenvergleich mit Einspeisung

Bei der Dachphotovoltaik habe ich nur die bis 10 kWp Vergütungen angeführt. Es wird klar, dass nur durch einen gehörigen Anteil von Eigenverbrauch die Photovoltaikanlage wirtschaftlich betrieben werden können. Obwohl die Vergütung viel niedriger ist wie z.B. bei der Offshore Technik wird somit der Ausbau dieses Segmentes der Erneuerbaren Energien bewusst gebremst. Natürlich sind die Prognos Werte, Durchschnitts Werte und in der Realität gibt es immer wieder Abweichungen die sicherlich tendenziell zu günstigeren Kosten führen. Die Projekte die schlechtere Werte hätten werden in der realen Welt schließlich nicht realisiert…

Bei den Freiflächen ist es ähnlich. Die reine EEG Vergütung deckt gerade mal die Kosten im Süden obwohl die Freiflächen dort die Kostengünstigste Erneuerbare Energie darstellt. Im Norden sind PV Freiflächen nur realisierbar wenn ein Stromabnehmer vor Ort vorhanden ist.

Bei der Windenergie zeigt die Prognos Studie das Nord/Süd Gefälle sehr gut auf. Wenn im Norden an fast jedem Ort ein Windrad betrieben werden kann, sind im Süden die wirtschaftlichen Standorte mit der Lupe zu suchen. Die zweite Vergütungsstufe (4,95 Cent je kWh) wird im Süden sowieso fast nie erreicht. Mit diesem Stufen Vergütungsmodell wird ja versucht die Standortnachteile im Süden auszugleichen. Laut Prognos liegen die Kosten zwischen Süd und Nord bei der Windenergie um ca. 40 Prozent auseinander. Wenn ich die Unterschiede bei Sonnenenergie anschaue sind es „nur“ 20 Prozent. Bei der Photovoltaik gibt es aber keinen Ausgleich für Standortnachteile!

Völlig absurd wird es wenn man dann noch die Offshore Windvergütung anschaut. Dort wird acht Jahre lang mit 19 Cent vergütet und erst danach abgesenkt auf die 3,5 Cent. Dem Investor (Konzerne) kann dies aber egal sein, denn nach 8 Jahren sind die Investitionen schon längst eingespielt! Dann kann auf eine EEG Vergütung auch verzichtet werden, da diese Konzerne den direkten Zugang zu den Netzen und den Endverbrauchern haben. Die kleinen Betreiber von PV Anlagen bleiben aber immer Abhängig von den EEG Vergütungen. Sie tragen das Risiko, welches die Konzerne nicht tragen. Deshalb sind die aktuellen Vergütungssätze eine bewußte Vollbremsung für Photovoltaik. Meint jedenfalls der Sonnenflüsterer…

Ein Gedanke zu „EEG Vergütung für Photovoltaikstrom eine Schande!

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