Die „Solar to go“ Kampagne

Gestern hab ich ja schon den Kampagnen Namen verraten. „Solar to go“ soll in der Metropolregion Rhein Neckar zu einem Begriff werden. Seit 2006 versuchen wir von MetropolSolar Rhein-Neckar e.V. die 100%igen Energieversorgung aus Erneuerbaren Energien zu beschleunigen. Wenn wir ehrlich sind mit mehr oder minderem Erfolg. Wie der aktuelle Bericht von Daniel aufzeigt legen wir uns letztendlich mit den großen Playern dieser Welt an. Ich habe keine Lust mit meinen bescheidenen Blogger Mitteln gegen diese GroßKotz anzurennen.
Meine Ebene ist die unterste!
Der einzelne Mensch. Jeder muss für sich entscheiden wo er seine Energie her bekommt. Mit der gestrigen Rückmeldung des genervten Netzbetreibers: “GRUNDSÄTZLICH HABEN WIR NICHTSMEHR DAGEGEN” ist für mich der Startschuss gefallen. Jeder kann sich sein Solarsystem an das eigene Stromnetz anschließen. Punkt.

Terrassenmodul
Beipiel Foto

Ja aber, werden jetzt 90 plus X Prozent der Leser sagen.
-wie ist es mit der Netzüberlastung?
-darf an der Schukosteckdose Strom eingespeist werden?
-läuft der Zähler rückwärts?
-ist das sinnvoll ein Modul, ein Wechselrichter, ein Anschluss?
-kann das Potential (z.B. Einstrahlungswinkel, Ausrichtung) voll ausgenutzt werden?
-wird der NA-Schutz (Netz und Anlagenschutz VDE-AR-N-4105) erfüllt?
und und und.

Es gibt noch viele Fragen! Aber wir haben diese Fragen alle beantwortet!
Unser Solarmodul hängt am Balkon, die Bundesnetzagentur weiß es, die Hausbewohner wissen es und der Netzbetreiber weiß es und das Modul hängt immer noch und speist ein!
Gut Angela Merkel und Sigmar Gabriel wissen es noch nicht und dass ist auch gut so!

In unserem 5 monatigen ehrenamtlichen Engagement sind uns viele Vorurteile über den Weg gelaufen. Ich will keinem Vorwürfe machen sondern ich möchte mit meinen Freunden vom MPS Netzwerk aufzeigen dass es geht.

Ein Solarsystem kann wie ein Becher Kaffee „to go“ verkauft werden. Wohlgemerkt „kann“! Es muss nicht!

Das wichtigste ist, von dem Solarsystem geht keine Gefahr aus! Selbst wenn (bitte nicht machen 😉 ) an dem Solarsystem ein Schukostecker angeschlossen wäre, geht von den beiden „Zinken“ des Steckers keine Gefahr eines Stromstoßes aus! Die können angefingert werden auch mit nassen Fingern!

Natürlich macht es keinen Sinn etwas öffentlich zum Kauf anzupreisen was nicht legal verwendet werden darf. Da kommt jetzt unsere Kampagne ins Spiel! Woher soll der Käufer wissen wie sein Netzbetreiber auf das „Plug In“ Modul reagiert? Die wenigsten Kunden haben Lust sich 5 Monate mit Ihrem Netzbetreiber freundlichst zu unterhalten ob auch der letzte Mitarbeiter dort schon von den neuen tollen „Solar to go“ Solarsystemen erfahren hat. Wir brauchen also eine Aufstellung derjenigen Netzbetreiber die „Solar to go“ Solarsysteme akzeptieren. Der erste Netzbetreiber den wir beglückt haben, hat sich ja auch erst mündlich nur zu einem “GRUNDSÄTZLICH HABEN WIR NICHTSMEHR DAGEGEN” durchgerungen!

Ich werde deshalb in nächste Zeit dokumentieren wie sich die Strom-Netzbetreiber in der Metropolregion Rhein-Neckar zu den Plug In Solarsystem stellen. Dazu gehört natürlich auch die Dokumentation welche Solarsysteme akzeptiert sind. Denn nicht jeder Wechselrichter erfüllt die Anforderungen der Netzbetreiber…

Da ich keine theoretischen Textwüsten erstellen möchte, habe ich geplant einfach „Solar to go“ Systeme in der Region aufzuhängen. Ich suche also Standorte für Plug In Module. Am liebsten wäre mir am Balkon im 50. Stock des Collini-Centers in Mannheim. Aber natürlich sind mir auch ganz normale Wände, Balkone, Terrassen, Garagen oder Dächer recht. Hauptsache ich kann anschließend die Reaktion der Netzbetreiber dokumentieren und die verschiedensten Varianten ausprobieren. Mit Varianten meine ich z.B. haben wir in unserem ersten System einen Spezialstecker (Wielandsteckdose Folie Nr. 24) verwendet. Mich interessiert aber warum ein Schukostecker nicht auch verwendet werden darf. Ich weiß, dann kann ja das „alte Mütterchen“ den Stecker an den falschen Stromkreis anschließen… hab ich alles schon x-mal gehört. Ich will es ausprobieren und ich werde es tun egal wie viele jetzt mir den Untergang des Abendlandes prophezeien! Ich brauche aber Mitstreiter! Wer Bock auf „Solar to go“ hat einfach melden. Auch ich werde nicht meine ganze Kraft für die Kampagne einstellen können, aber voranbringen werde ich „Solar to go“ schon. Bevorzugt behandelt werden natürlich Mitglieder von Metropolsolar e.V. oder Mitglieder von befreundeten Organisationen wie Solaranlagenverein Bensheim e.V., Arbeitsgemeinschaft Solartechnik Bergstraße e.V., Initiative Windkraft Odenwald e.V., Energiegenossenschaft Starkenburg eG oder Heidelberger Energiegenossenschaft eG

Zum Schluß noch der Hinweise: im Vordergrund steht für mich natürlich weiterhin mein Lebensmotto: Leben Lieben Lachen

P.S.: Wer den Schnell Info Check haben will sollte sich zum Vortrag anmelden!

4 Gedanken zu „Die „Solar to go“ Kampagne

  1. volker massoth

    Guten Abend, bzw. eher guten Montag Morgen Herr Renz – > Grüsse aus Bensheim – wir sind über den Blog der Sonnenflüsterer auf das tolle regionale Projekt „Balkon-Solaranlage“ gestoßen und die Versuche die lokalen Energieversorger zu Aussagen diesbezüglich durch konkrete Anträge zu bewegen. Wir würden gerne – falls irgendwie möglich – dabei mitwirken – und könnten einen Südwestbalkon ( Eigentumswohnung) in einem Bensheimer Hochhaus (Taunusstrasse ) beim Versorger GGEW (Bensheim) anbieten – wäre spannend zu sehn ob das möglich wäre – auch wenns dann nur ein 200-300 Watt-Modul werden könnte von der Größe her – geht um das Prinzip – und Kleinvieh macht ja bekanntlich auch mist, oder? Mit umweltfreundlichen Grüssen Volker & Sandra

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  2. Simon Niederkircher

    Hallo,

    Einer meiner Leser hat mich auf Ihre Seite aufmerksam gemacht.
    Unter http://solarzwerg.wordpress.com dokumentiere ich seit fast einem Jahr die Situation in Österreich.

    Daher kann ich Dir schon einige Deiner Fragen beantworten, damit Du nicht das gesamte Rad neu erfinden musst. Deutschland und Österreich sind sich bei der Gesetzgebung und Normung von Photovoltaikanlagen relativ ähnlich.

    Zu Deinen Fragen:
    -wie ist es mit der Netzüberlastung?
    Stellt meiner Meinung nach keine reale Gefahr dar.
    Siehe meine Hochrechnung für Österreich unter https://solarzwerg.wordpress.com/2014/04/23/mein-zwerg-der-feind-des-netzbetreibers/
    Eine ähnliche Hochrechnung könntest Du mit deutschen Zahlen anstellen.

    -darf an der Schukosteckdose Strom eingespeist werden?
    Die Gefahr ist, dass man mit dem Einspeisen an der Schuko Steckdose den Leitungsschutzschalter aushebelt. Je nach Absicherung im Hauptverteiler ab 600 Watt, bzw. 2,6 Ampere ein reales Problem, darunter eher nicht. In Österreich hat man Angst davor, dass die Menschen auf die Idee kommen, auch große Solaranlagen nicht mehr sauber verdrahten zu lassen, sondern über eine Verteilersteckdose z.B. 20 Solarmodule anstecken wollen. Das führt zu einer Brandgefahr. Damit begründen sie auch weiterhin ein Verbot steckfertiger Solarmodule.
    Gesetzlich ist das in Österreich über eine Norm mit Gesetzescharakter verboten. Interessanterweise geht die österreichische Norm auf die deutsche Übersetzung eines europäischen Harmonisierungsdokumentes mit der Bezeichnung HD 60364-7-712:2005 zurück. Meines Wissens nach beziehen sich deutsche Normen auf dasselbe Dokument. Darin ist festgehalten, dass „photovoltaikanlagen grundsätzlich fest anzuschließen sind“. Also nicht über einen Schuko Stecker.
    Meiner Meinung nach ist eine Einspeisung über die Steckdose zumutbar, wenn Verbraucher ausreichend über mögliche Gefahren informiert werden. 600 Watt okay, darüber Gefahr. So einfach kann das sein.

    – läuft der Zähler rückwärts?
    Je nach Zähler, JA
    Im besonderen ältere Feraris Zähler mit Drehrad ohne Rücklaufsperre.
    Teilweise sind Drehrad Zähler mit Rücklaufsperre im Einsatz.
    Zu beachten ist jedoch, dass laut EU-Richtlinie bis 2020 Smart Meter flächendeckend ausgerollt sein müssen. Spätestens dann wäre das „Rückwärtsdrehen“ als Problem ausgeschlossen.

    – wird der NA-Schutz erfüllt?
    Wichtig ist, dass der Wechselrichter über eine eingebaute ENS verfügt. Dabei handelt es sich um ein redundantes System zur Netzüberwachung und Entkoppelung vom Netz im Falle von Fehlern. Darüber hinaus rate ich dazu, dass man einen Wechselrichter mit galvanischer Trennung (Trenntrafo) einsetzt, damit der Solarzwerg nicht direkt mit dem Stromnetz verbunden ist. Dann erspart man sich nämlich einen Typ B Fehlerstromschutzschalter, der mehrere Hundert Euro kostet. Die galvanische Trennung verhindert, dass im Fehlerfall ein Gleichstrom auf die Wechselstromseite „springt“, welcher von einem handelsüblichen Fehlerschutzschalter nicht erkannt wird. Derzeit gibt es allerdings kaum einen Wechselrichterhersteller, der diese Anforderungen erfüllen.
    Probleme können noch beim Blitzschutz entstehen, wenn man das Modul so aufstellt, dass es wie eine Art Fangstange fungiert. D.h. bei der Montage drauf achten, dass man hier nicht das Modul selbst zum Blitzableiter macht (höchster Punkt am Gebäude auf Dachterrasse z.B.)

    Hoffe, der Input hilft Dir weiter.

    Viel Erfolg bei Deiner Initiative!

    LG aus Wien

    Simon

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  3. Erhard Artikelautor

    Danke Zwerg Simon,
    das Witzelchen konnte ich mir nicht verkneifen…
    Danke für deine Hinweise. Leider ist es in Deutschland so, dass wir bei jedem Netzbetreiber die Rechtsgültigkeit durchboxen müssen, ansonsten werden immer wieder „Neue Zwerge“ von der Installation von Ploug In Modulen abgehalten. Ich beabsichtige deshalb eine Karte der Bundesrepublik (vorerst nur die Region Rhein-Neckar) mit allen Netzbetreibern aufzubauen. Ich werde dort dokumentieren wie sich die Netzbetreiber gegenüber den „Zwregen“ verhalten.
    Ein großes Lob aber an dich ich weiß von Cornelia wie schwierig es in Österreich ist pro Photovoltaik zu sein…
    Cornelia http://dachgold.net/blog

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  4. Pingback: "Simon" von der Firma Oekostrom - sedl.at

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