Von unten denken und handeln

Bis 2050 will die Bundesregierung 80% des Strombedarfs durch Erneuerbare Energien decken. Dieser Minimalkonsens der im Bundestag vertretenen Parteien kann man sicherlich als gegeben hinnehmen. Schließlich ist noch lang bis dahin und wer weiß wie oft bis dahin noch die Regierenden wechseln.

Wenn ich mir aber vor Augen halte, dass ich in meinem eigenen Haus bis dahin CO2 neutral sein soll, dann wird mir bewußt, dass ich noch was tun muß. Bis dahin werde ich vermutlich noch zweimal meine Heizung erneuern müssen. Dies bedeutet aber ich darf noch einmal mit CO2 heizen beim zweiten Einbau muß die Heizung bereits CO2 neutral sein.

Damit ich nicht zu viel heizen muß wäre sicherlich noch eine zusätzliche Dämmung meines Hauses (Baujahr 1991) fällig. Ob ich meine solathermische Heizung nach 22 Jahren demnächst nicht lieber „aus dem Dach“ nehmen sollte habe ich mir bereits überlegt, wegen der Eingriffe ins Haus aber unterlassen.

Mein Schwerpunkt bleibt erst einmal die Reduzierung meines Stromverbrauchs. Dank meiner PV Anlage (9.000 kWh/a), dem Batteriespeicher (ca. 1.000 kWh Lade/Entladekapazität im Jahr) komme ich hoffentlich auf einen Abdeckungsgrad von 2/3 meines Stromverbrauchs. Ich werde also noch ca. 4-5.000 kWh Strom ins öffentliche Netz einspeisen. Spannend ist die Frage wann ich einspeise. Schließlich könnte ich mit meinem Speicher ja dem lokalen Netzbetreiber entgegenkommen und dann meine Batterie laden/entladen wenn dem Netzbetreiber es von Vorteil ist. Natürlich würde ich auch gerne Strom von meinem lokalen Netzbetreiber/Stromversorger kaufen. Dazu müsste dieser natürlich zu 100% Erneuerbaren Strom liefern. Was er derzeit nicht tut! Da wir hier in Südhessen sehr schlechte Windverhältnisse (unter 5,5 m in 140 m Höhe) haben sieht es aber damit auch sehr schlecht aus. Die haben kaum eigene Erneuerbare Energien Kraftwerke und auch wenig Phantasie. Trotzdem wären die lokalen Energieversorger mein nächster Ansprechpartner wenn wir 100% Erneuerbare Energien möchten. Genau wie ich versuche meine Energie direkt vor Ort zu erzeugen und wenn möglich zwischen zu speichern müssten die lokalen Energieversorger nach dem gleichen Prinzip handeln. So viel wie möglich selbst produzieren und so viel wie möglich vor Ort zwischenspeichern.

Aus meiner Sicht ist dies die Vorrangige Aufgabe von Häuslebesitzer und Netzbetreibern. Gemeinsam eine Lösung zu finden wie die Energieautonomie für den Hausbesitzer und den lokalen Netzbetreiber gestaltet werden kann. Dass wir in jeder Kommune/ jedem Haushalt diese Autonomie hinbekommen ist unrealistisch. Aber dass wir immer mehr vor Ort dort wo die Energie verbraucht wird auch Energie gewinnen davon bin ich überzeugt.

Der Energie Endverbraucher der aber auch gleichzeitig Energieproduzent (PV, KWK und Wärmepumpe) ist in Kooperation mit dem lokalen Netzbetreiber. Diese Akteure gilt es zu Verbinden und nicht Afrika mit Deutschland. Dies ist Aufgabe die vor uns liegt nicht mehr und nicht weniger…

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