Solarstrom im positiven Bereich seit 15. Mai!

Heute möchte ich vom Turn around in meiner Solarstrombilanz 2013 berichten. Ende April hatte ich ja noch einen höheren Stromverbrauch (Januar-April 2013) wie meine Stromproduktion auf dem eigenen Dach in dieser Zeit war. Mein Stromverbrauch in diesen vier Monaten lag bei 1.261 Kilowattstunden und der Ertrag aus der PV (8,88 kWp) Anlage lag bei 1.138 Kilowattstunden. Am 15. Mai war es dann so weit die PV Anlage hatte 1.391 Kilowattstunden Strom produziert und mein Verbrauch lag bei 1.385 Kilowattstunden.

Eigentlich könnte mein Strom(Einkaufs)zähler bei null stehen. Oder besser gesagt auf plus 6 Kilowattstunden. Tut er aber nicht. Wir müssen es ja kompliziert machen!!!!

Dank meiner drei Stromzähler kann ich nachweisen, daß ich 1.391 kWh produziert und die gleiche Menge (1.385 kWh) verbraucht habe. Von den 1.385 kWh hab ich 612 kWh direkt aus meiner PV-Anlage oder meiner Strombatterie abgedeckt. Es entstehen also keinerlei Zahlungen an irgendjemanden. Die restlichen 773 kWh Strom kaufe ich bei Naturstrom ein und darf am Jahresende dafür 199 Euro abdrücken plus ca. 40 Euro für den Grundpreis! Sagen wir in Summe also ca. 240 Euro!

Zu den Zeitpunkten an denen die PV Anlage produzierte ich im Haus allerdings keine Abnahme hatte wurde der Strom (einfachhalber 773 kWh) in das öffentliche Netz eingespeist. Dank der großzügigen „Förderung“ der schwarzgelben Regierung erhalte ich je kWh 18,73 Cent netto die Umsatzsteuer gebe ich ja an das Finanzamt weiter. Damit erhalte ich also fast 145 Euro! Grundgebür erhalte ich „natürlich“ keine.

Bilanz ich habe mir 773 kWh irgendwann aus dem Netz genommen aber auch wieder zurückgegeben! Bezahlen darf ich dafür 240 Euro und erhalte auf der anderen Seite 145 Euro. Fette Förderung sage ich da nur!

Wäre es da nicht einfacher wir vergessen den blöden „Einkauf“ von Strom? Am Jahresende stelle ich fest wieviel Strom hab ich in das öffentliche Netz eingespeist und dafür erhalte ich eine Vergütung? Die müsste dann ja nich so üppig sein wie jetzt mit 18,73 Cent je Kilowattstunde? Ich hätte keinen Stromlieferanten mehr und die ganze Rechnerei/Verwaltung entfällt? Bisher hat es doch auch niemanden interessiert wann ich unterjährig meinen Strom verbraucht habe?

Dass die jetzige Berechnung auch noch physikalischer Quatsch ist habe ich ja bereits im April beschrieben…

3 Gedanken zu „Solarstrom im positiven Bereich seit 15. Mai!

  1. Achim

    Ich befürchte eher es könnte noch komplizierter werden. Du hast die Vorsteuer beim Kauf der PVA vom FA zurückbekommen. Da dein Eigenverbrauch aber deutlich über 10-15% liegt könnte es sein daß das FA auch nur einen Teil der PVA als Bestandteil des Unternehmens gelten läßt und damit auch nur einen Teil der Vorsteuer anerkennt.
    Ich hab aber keine Ahnung wie das derzeit vom Finanzamt real behandelt wird, vermutlich wird das bisher noch selten vorgekommen sein.

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  2. Daniel

    Das ist doch noch gar nicht richtig kompliziert – das EEG und die ganze Strom-Gesetzgebung kann noch mehr:
    Wenn die Anlage auf dem Dach nicht dem Mieter unter dem Dach gehört – z.B. bei Bürger-Energiegenossenschaften.
    Der Anlagen-Besitzer will aber an den Mieter unter dem Dach den Sonnenstrom verkaufen.
    Dann muss der Anlagen-Betreiber MWSt und die EEG-Umlage (um 2 cent reduziert – dafür aber noch mehr Papierkram) vom Mieter (=Stromverbraucher) verlangen…

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  3. Rainer

    Hallo Erhard,

    Deine Argumentation deckt sich durchaus mit meinen Vorstellungen. Doch auch wenn ich „meine Wege“ mit eigenem KFZ „befahre“, werde ich dennoch über meine Steuern am Unterhalt der öffentlichen Transportsysteme beteiligt. Umgekehrt werden alle „anteilig“ am Erhalt der Straßen beteiligt, auch wenn sie diese nicht selbst und direkt nutzen. Das hier jede Menge Ungerechtigkeiten mehr oder weniger verborgen sind, ist wohl jedem bekannt.

    Was im Fall von E-Netzen und der Bereitstellung el. Energie stärker erregen sollte, sind die überhaupt nicht versteckten steuerlichen Subventionen der altbekannten „Stromversorger“. Ganz im Gegensatz zu der Majorität der PV-Anlagenbetreiber, entstehen weitere Kosten für die Allgemeinheit, welche nahezu unmerklich aus dem Steuertopf finanziert werden. Kosten die dem Verursacher nicht entstehen, sind versteckte Gewinne. Ganz zu schweigen von den nicht in Rechnung gestellten Folgekosten durch Schäden an der Umwelt und oder „sichere“ Lagerung von unvermeidbaren „Hinterlassenschaften“ bestimmter Verfahren der „Energieerzeugung“.

    Nachdem die unterschiedlichen Preise welche die per PV geerntete Solarenergie nun einmal den Endkunden belasten – direkt und unübersehbar auf jeder Stromrechnung – ist es womöglich taktisch unklug, bei weiterer Verbindung zu den öffentlichen Stromnetzen, für eine Befreiung von Kosten zu plädieren, die jedem der selbst nicht produziert, aber sparsam partizipiert, genauso entstehen. Je weniger jemand „verbraucht“, desto höher fällt dessen „Preis unterm Stich“ (per kWh) aus. Zusätzlich ist der „Kleinverbraucher“ noch mit dem höchsten kWh-Satz gestraft. Wer viel verbraucht, hat günstigere Tarife UND der „Preis unterm Stich“ (per kWh) ist ebenfalls günstiger. Der Zusammenhang ist unbestreitbar, weil mit steigendem Verbrauch auch auf allen Ebenen tatsächliche direkte bzw. systemimmanente indirekte Kosten entstehen.

    Die einzige Chance diese Kosten völlig zu vermeiden, läge in voller Autarkie. Doch selbst dann wären all die (anteilig gezahlten) steuerlichen Subventionen die permanent geleistet werden noch immer unvermeidlich. Jeder wird weiter für die Folgekosten aufkommen müssen die z.Z. „unser“ atomares Arsenal jetzt, morgen und in einer sehr langen Zukunft verursachen werden. Darauf den Fokus zu setzen, erscheint mir klüger, als einer völligen finanziellen „Abkoppelung“ auch nur andeutungsweise „das Wort zu reden“. Die Stimmungsmacher, welchen es schon jetzt gelungen ist die Fakten zu Ungunsten der PV erfolgreich zu verdrehen, werden derartige (durchaus nachvollziehbare !) Gedanken begierig aufgreifen und mit Lust gegen unsere Interessen einsetzen.

    Um klar zu machen, wie inhomogen eigentlich mehr als eine Million von PV-Kleinerzeuger in ihrem „Verbrauchsverhalten“ letztendlich sind, möchte ich mein eigenes Beispiel einbringen. Trotz einer PV >10 kWp gelingt es mir nicht, meine komplette „Eigennutzung“ durch meine Anlage wenigstens rechnerisch voll zu decken. Da auch meine komplette Heizenergie direkt elektrisch abgedeckt wird, liegt mein „Minus“ derzeit etwa in der Größenordnung eines „üblichen“ Jahresverbrauchs einer vierköpfigen Familie. Da ich dabei in der sonnenschwächsten Jahreszeit das „Netz“ belaste, kann ich wohl kaum mit einem „reinen Austausch“ (des Verbrauchs gegen die Überschusserzeugung) argumentieren.

    Sicher, ich werde alles tun um den Verbrauch weiter zu senken (immer wenn nicht genügend PV-Leistung zur Verfügung steht). Doch es ist völlig unrealistisch anzunehmen, ich könne mein „gebrauchtes“ Haus in ein Passivhaus verwandeln. Unterm „Umwelt-Strich“ wäre der Umstieg auf eine andere Energieform ebenfalls nur eine Milchmädchenrechnung. Doch andererseits ist bei wachsender Größe der PV-Leistung („um mich herum“) auch mein tatsächlicher Anteil kleiner. Noch muss ich (derzeit) davon ausgehen, jede kWh die für was auch immer ich nachts oder zur sonst „falschen Zeit“ aus dem öffentlichen Netz beziehe, verursacht im ungünstigsten Fall weitere drei kWh „irgendwo“ beim „konventionellen Erzeuger“.

    Klar werde ich versuchen wenigstens in Zeiten von Überschusserzeugung, meine aus dem Netz bezogene Energie gegen Null zu treiben. Doch das erfordert wohl erst mal die richtigen Maßnahmen dafür zu finden.

    Was jedoch Deine berechtigten Einwände angeht, da wäre erst mal die Anforderung an alle EVU zu stellen, Offenlegung der Energieströme in den ihnen angeschlossenen Netzen. Die Bilanz ob der Strom aus dem Niederspannungsnetz stammt, ob aus den Mittelnetzen oder ob der gar über die hoch verlustbehafteten Hochspannungsnetze „zu uns“ kommt, wäre nicht nur „interessant“, sondern ein echter Vorteil für alle, die womöglich vom „Nachbarn“ ohne weitere Übertragungskosten versorgt werden. Würde schnell klarmachen, es ist durchaus ein Unterschied ob eben diese Nachbarn auf eigene Kosten in PV investieren oder ob der Strom von „weither“ und teuer am Ende aus der Steckdose kommt. Auch das ein Argument zur „Dezentralisierung“).

    Der Unsinn, „seinen Strom“ von jedem Anbieter beziehen zu können, versteckt erst mal die physikalischen Tatsachen sehr geschickt. So als ob alle tatsächlich die selben „Anfahrtskosten“ hätten. Das ist auch so eine „Wundertüte“ die uns die „asoziale Marktwirtschaft“ erfolgreich verkauft hat. Möglich weit weg von der Realität ist Devise. Das in solchen Dingen zunehmend ungebildete „Volk“ schluckt das ohne Widerstreben.

    Nachtrag – weil jetzt erst gelesen – Achim könnte damit durchaus auf dem „richtigen Weg“ sein – PV-Anlage zur ausschließlichen Privatnutzung könnte ebenso wie ein „privates KFZ“ gesehen werden – in diesem Fall der Steueranteil….

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