Slurry – Wertvoller Schlamm?

ralosHistory 21.10.2008 (erste Veröffentlichung)

Slurry so nennt man das uneinheitliche Stoffgemisch das beim zersägen des Ingots (Silizium Barren) in Scheiben (Wafer) benötigt wird. Dieses Slurry besteht aus Glykol oder Öl und Siliziumcarbid-Körner. In der Fertigungskette des Solarmoduls ist das zersägen des Ingots die verlustreichste Fertigungsstufe. Bis zu 40% des Solarsiliziums geht beim Sägen in den Slurry über. Auf das Recycling dieses Stoffgemisches hat sich die Fa. SIC Processing AG spezialisiert. Bis zum Jahr 2010 soll die weltweite Kapazität von 78.000 tonnen auf 238.000 tonnen erhöht werden.

Das zersägen des Ingots darf man sich nicht mit einer hin und her Bewegung vorstellen, sondern ein Draht der ca. 400 km lang ist wird durch den Ingot gezogen. Bis der Ingot in Wafer zerschnitten ist, dauert es zwischen 5 und 7 Stunden. Der Draht erreicht eine Geschwindigkeit von 10 bis 15 m/Sekunde das sind immerhin 36 – 54 Stundenkilometer…

Die Fa. SIC Processing AG bereitet den Slurry wieder auf und gewinnt daraus Siliziumcarbid zu 75 bis 90% und Glykol zu 85 bis 95% in hoher Reinheit zurück. Außerdem werden die kleinen “Sägespäne” die vom Verschleiß des Drahtes entstehen aus dem Slurry komplett entfernt. Es ist klar, dass sich dadurch die Gestehungskosten der Solarzellen verringern.

Das Ziel muss aber sein das Solarsilizium zurückzugewinnen. Aber leider ist das Solarsilizium ein Bestandteil der Feinfraktion und zur Behandlung dieses “Schlammes” fehlt derzeit noch ein wirtschaftliches Verfahren.

Aber nicht jeder Modulhersteller hat das Slurry Problem die Fa. Evergreensolar mit ihrem besonderen String Ribbon Verfahren kennt kein Slurry…

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