Photovoltaik liefert Billigstrom

Mit Photovoltaik wird automatisch „teurer Strom“ verbunden. Dass dies schon lange nicht mehr der Fall ist wird gerne verschwiegen. Die Anwendung weit weg von Stromnetzen waren die ersten Anwendungsfälle in denen die Photovoltaik kostengünstiger war wie z.B. Strom aus Dieselgeneratoren. Photovoltaikstrom vom eigenen Dach in Deutschland ist längst auch günstiger im Vergleich zum Strom aus der Steckdose. Bei Freiflächen sind wir inzwischen bei Kosten von 7 Cent je kWh angekommen.

Wenn ich zurückdenke an den Beginn des EEG damals gab es 99 Pfennige je kWh plus ein zinsgünstiges KfW Darlehen für die Finanzierung der Anlage.
Ab 2004 konnte je kWh ein Betrag von 57,4 Cent je kWh erzielt werden.
Jetzt sind es gerade mal noch 12,76 Cent je kWh und monatlich werden es 3 hundertstel Cent je kWh weniger.

Auch wenn meine Freunde aus der Windenergie es nicht gerne hören. Die Kostenreduzierung bei der Windenergie ging bei weitem nicht so steil nach unten. Im Stromeinspeisungsgesetz war geregelt dass 1991 für jede kWh ein Betrag von 90% des Endkundenpreises vergütet wurde. Dieser Endkundenpreis lag damals bei ca. 30 Pfennigen je kWh. Wir hatten also zu Beginn des Windkraftbooms eine Vergütung von ca. 13,5 Cent je kWh (30 Pfennige sind ca. 15 Cent davon 90%).

Windvergütung

Aus der Wikipedia Tabelle kann ebenfalls abgelesen werden, dass die Anfangsvergütung sich seit 2000 kaum verringert hat. Erst wenn sich die Investition gerechnet hat wird die Wind Vergütung abgesenkt!

Es ist aber auch nicht verwunderlich denn Windräder haben nun mal nicht die Möglichkeit in hohen Stückzahlen industriell produziert zu werden.
Bei Solarzellen ist dies vollkommen anders.
Die Rationalisierungsmöglichkeiten bei Solarzellen und der industriellen Fertigung von Modulen sind phänomenal.

Photovoltaik ist derzeit weltweit in einer Größenordnung von knapp 200 GW installiert (Zahlen aus Solarzeitalter 2/2015 Prof. Dr. Eicke Weber). Für 2050 werden von der Internationalen Energieagentur (IEA) 6.000 Gigawatt Leistung erwartet. Die Analyse des Fraunhofer Institutes ISE kommt ebenfalls auf diese Zahl. Allerdings in ihrem konservativsten Szenario. Das optimistischste geht von 30.000 Gigawatt aus!

(Bei Spitzenleistung wäre dies die Leistung von 30.000 Atomkraftwerken!
Wir hatten aber weltweit nie mehr als 500 Atomkraftwerke am Netz!!!)

Das wäre das 150-fache der derzeit installierten Photovoltaik Leistung!

Das ISE schätzt die Kosten in 2050 für PV Strom auf 2-4 Cent je kWh. Damit dürfte sich auch die Frage erledigt haben wo die vielen Solarzellen installiert werden sollen.

Sie werden überall hängen, stehen, schwimmen und liegen. An Wänden, Balkonen, Dächer, Türen, Fenster, Straßen, Wüsten und im Wasser.

Kein Verbraucher wird für eine kWh 30 Cent bezahlen wenn er eine Möglichkeit sieht diese Energie mit ein paar Solarzellen herzustellen…

Deshalb glaube ich dass Photovoltaik die kostengünstigste Energiequelle wird.
Wir drehen die Kostenspirale weiter nach unten.

Von 57 Cent auf 2 Cent!

Ein Gedanke zu „Photovoltaik liefert Billigstrom

  1. Rainer

    Hallo Erhard,

    billig muss nicht schlecht sein….. „Solar to go“ beim Discounter

    Na das scheint nun auch langsam in die französischen Gehirnwindungen einzusickern

    Gust Du de e mol : Frankreich beschließt Energiewende


    Frankreich hat ein ehrgeiziges Reformgesetz beschlossen. Innerhalb von zehn Jahren soll der Anteil an Atomstrom deutlich sinken und der CO2-Ausstoß zurückgehen.

    Frankreich steigt auf nachhaltige Energiequellen um. Die Nationalversammlung hat das Gesetz über die nationale Energiewende beschlossen. Demnach soll der Ausstoß von Treibhausgasen deutlich sinken und mehr Strom aus erneuerbaren Quellen produziert werden. Besonders umstritten war das Ziel der sozialistischen Regierung, den Anteil des Atomstroms, der in Frankreich einen vergleichsweise hohen Anteil hat, in zehn Jahren von heute etwa 75 Prozent auf 50 Prozent zu senken. Abgeordnete der Opposition bezeichneten dies als unrealistisch.

    Wohin die allerdings die „leicht radioaktiven Hinterlassenschaften“ von immerhin 58 „Dauerbrennern“ verschwinden lassen werden ? – man darf gespannt sein – wohin „wir“ mit „unserem Abfall“ wollen – auch da darf man weiter gespannt sein ….

    Bei soviel „Spannung“ fehlt nur noch der Strom und schon wäre eine neue Quelle der Energie gefunden.

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