Hessischer Energiegipfel Photovoltaik

Ich war auf dem Gipfel. Dank einer Empfehlung von Tarek Al Wazir hat mich die Hessische Umweltministerin Frau Lucia Puttrich eingeladen. Auf dem Gipfel war das Gedränge allerdings ganz schön groß, denn dreißig Personen waren der Einladung gefolgt. Wobei ich ehrlicherweise dazu sagen muß die Hälfte der Zeit war für das wichtige Thema Geothermie reserviert. Eine Aufteilung der beiden Themen hätte der Veranstaltung gut getan. Vor allem weil dann die Seitenhiebe der Geothermie Leute mir erspart geblieben wären. Die Herren der Tiefenenergie haben leider noch nicht kapiert, daß die Zeit der Grundlastkraftwerke vorbei ist. Mir wurde bei den Geothermieleuten allerdings einiges klar. Die Tiefengeothermie ist was für Großkonzerne. Die Investitionen und Risiken könnten nur von Konzerne vorfinanziert werden. Wenn die Bundesregierung aber eine Einspeisevergütung wie bei anderen Erneuerbaren Energien mit einer 7% Rendite errechnet. Dann hat die Bundesregierung noch nicht kapiert, daß nur Bürger bei 7% Rendite investieren. Konzerne tun das nicht. Dies ist meiner Ansicht nach der größte Hemmschuh warum diese Technik noch nicht voran gekommen ist. Ich vermute Sie wird auch so schnell nicht in eine relevante Größenordnung kommen. Bei 25 Cent für eine Kilowattstunde Strom scheint jedenfalls die Investitionsbereitschaft noch nicht da zu sein und ab 2018 soll ja noch eine Degression der Einspeisevergütung erfolgen. Also liebe Geothermiefreunde lasst euch mal was von einem Sonnenmenschen sagen. Das wird nix! (Leider…)

Aber vor dem Geothermie Desaster gab es ja noch die Gipfelbesteigung der Photovoltaik. Wobei ich mich schon wunderte, dass von den 30 Experten/Professoren/Lobbyisten/Beamten/Politikern ausser mir nur noch ein Gast ein klar erkennbarer Solarier war. Vom Bundesverband Solarwirtschaft war Herr Volker Wasgindt gekommen. Ich kenne Herrn Wasgindt allderdings von seiner Tätigkeit bei SMA. Dies bestätigte er auch in seinem ersten Wortbeitrag dass er in Vertretung des BSW gekommen ist. Na Klasse der Bundesverband der Solarwirtschaft hat besseres zu tun wie auf den Hessischen Energiegipfel zu kommen. Volker Wasgindt hat allerdings zwei hervorragende Wortbeiträge zum Photovoltaik Thema beigesteuert für die ich mich auch von hier aus recht herzlich bedanken möchte. Natürlich viel eloquenter wie meine drei Statements die ich mir erlaubte beizusteuern.

Der Status Quo und die Potentiale vorgetragen von H. Gütling vom “Hessischen Ministerium für Umwelt, Energie, Landwirtschaft und Verbraucherschutz” leiteten die Diskussion ein. Die Redebeiträgen von den sicherlich hochkompetenten Professoren, Doktoren und Vorständen der verschiedensten Institutionen waren korrekt. Aber ihnen fehlten die Emotionen. Meine Damen und Herren Photovoltaik ist Emotion pur. Wer so wie ich gerade auf der Terasse in der Sonne sitzt der kann sich keine andere Energieversorgung vorstellen. Was kann schöner sein wie mit der Sonne zu leben? In der Sonne! Morgens 8:41 Uhr im Südhessischen Bürstadt auf der Terasse. Ich brauche keine größere Einstrahlung wie in der Sahara sicherlich vorhanden. Mir reicht das bißschen Sonne in Bürstadt. Fast schon ein wenig zuviel weil ich die Augen zukneifen muss…

Mal im Ernst:

Photovoltaik kann man nicht mit dem Wissen von Professoren, Doktoren und Vorständen beurteilen. Photovoltaik wird mit Emotionen verkauft an Kunden die keine wissenschaftliche Analyse wollen. Sie wollen Solarstrom vom eigenen Dach für den eigenen Bedarf. Ich hab H. Gütling auf seine Kostenentwicklungsfolie angesprochen. Er hat eine dramatische Kostenreduzierung bei der PV bis 2011 aufgezeigt. Ich habe eine weitere Halbierung der Kosten bis 2020 angekündigt. Dies bedeutet wir produzieren Strom für 12 Cent auf dem eigenen Dach und für ca. 9 Cent auf der Fläche. Wer will dem Häuslebesitzer dann (2020) noch vor dem Kauf einer Photovoltaikanlage abraten? Wenn er für den Strom 30 Cent bezahlen muß? Wer wird dann Strom aus der Nordsee für 19 Cent vom Konzern kaufen? Ich hab Frau Puttrich gesagt wir werden mehr Photovoltaikanlagen in Hessen bauen wie in Ihrer Studie (3.300 MW bis 2020) aufgezeigt wurde.

Frau Puttrich hat dies veranlasst leicht amüsiert zu bemerken, dann wäre es ja gut wenn wir früher das Ziel erreichen ca. 3.300 MW in Hessen zu installieren. Da wir bereits ca. 920 MW installiert haben müssten wir nur noch 2.400 MW in ca. 10 Jahren zubauen.

Ich wollte aber mit dieser Aussage auf die Wirtschaftlichkeit der PV hinweisen. Unsere Investoren (Häuslebesitzer) entscheiden nicht nach dem Strompreis an der Börse sondern an der Steckdose. An diesem Punkt sind wir demnächst angelangt. Dann werden viele, viele kleine Solaranlagen gebaut. Die werden alle im Sommer um 12 Uhr Spitzenergebnisse produzieren und dies Frau Puttrich sollten Sie und ihre Kollegen im Hessischen Parlament berücksichtigen. Die neue Grundlast wird von vielen, vielen hessischen Bürgern in Form von Solarstrom geliefert und die steuerbaren Kraftwerke (auch Geothermie) werden sich anpassen müssen. Denen vermasseln wir natürlich die 8.000 jährlichen Volllaststunden und damit die Wirtschaftlichkeit. Dies sollten sie in den weiteren Überlegungen der nächsten hessischen Energiegipfeln berücksichtigen. Ich werde da ja leider nicht mehr mit anwesend sein. Denn ich bin unterwegs um weiter Menschen für die Photovoltaik zu begeistern und ich bin sicher mir gelingt das.

Natürlich wurde noch vieles mehr auf dem Gipfel besprochen aber für heute solls mal reichen…

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