Outing! Ich bin ein Schwarzsammler!!!

Na gut der Begriff ist neu und steht noch nicht im Duden aber in der nächsten Auflage könnte er drinstehen. Denn wenn ein Schnapsbrenner seine gebrannte Ware nicht versteuert nennt man ihn „Schwarzbrenner“. Ich aber brenne nichts sondern ich sammle Strahlung mit meinen Solarmodulen ein. In meiner „Strahlen Umwandlungs Maschine“ (auch Photovoltaik genannt!) wandle ich diese in Wechselstrom um. Zum Teil nutze ich diesen Wechselstrom im eigenen Haus und ich versteuere dies nicht! Also bin ich ein Schwarzsammler!

Damit oute ich mich und reagiere auf den Artikel von Energieblogger Thorsten, der auffordert sich zu zeigen!

Thorsten hier bin ich! Erhard der Schwarzsammler. Ich bekenne, neben dem Eigenverbrauch des produzierten Stroms mich auch noch höchst unsolidarisch zu verhalten. Denn schließlich habe ich seit 1991 einen Hausanschluß für den Bezug von Strom und nutze ihn nur sporadisch!!!

Anscheinend (ich habs nicht mit meinem privaten Vertrag gegengeprüft) habe ich einen Anschluß der 14,5 kW oder  sogar 63,5 kW dreiphasig in mein Haus einspeisen könnte? Als ehrbarer Kaufmann weiß ich natürlich wieder mal nicht mit welchem Wert ich rechnen soll deshalb setz ich mal den niedrigeren Wert an.
Trotzdem „boah“ ist das viel!
Den Anschluß habe ich damals bezahlt und das EVU war voller Hoffnung!
Ich hab also einen Anschluß über den ich in einer Stunde 14 Kilowatt Stunden Strom einkaufen könnte!
Am Tag wären dies 336 kWh und im Jahr sogar 122.640 kWh! Im Normaljahr jedenfalls im Schaltjahr wärs ja noch mehr!!!

Da ich aber „nur“ 3.700 kWh im Jahr verbrauche nutze ich den Anschluß nur zu 3% aus!!! Mein Energieversorger hält also schon seit mehr als 20 Jahren eine Infrastruktur vor, die ich nur zu 3 % nutze. Wer hat denn das (die 97 Prozent) bisher gezahlt?

Ich möchte mich auf diesem Weg bei meinem EVU und bei denen entschuldigen die diese Kosten tragen mussten. Es tut mir Leid, dies war mir bisher, so nicht bewußt!
Durch den selbst produzierten Strom wird es jetzt ja noch schlimmer!
Ich nutze dann die max. mögliche Strommenge nur noch zu 0,5-1 Prozent aus. Welches Chaos löse ich denn da aus, wenn mein EVU sich nicht auf mich verlassen kann!

Was die sogenannten Experten der alten fossilen/atomaren Energieversorgung von sich geben ist schon grenzwertig. Dass ich mit einer Photovoltaikanlage innerhalb einer Kommune durch die Produktion von Solarstrom dem Gemeinwohl nütze habe ich bereits dargestellt.
Nur ganz wenige Kilowattstunden Photovoltaikstrom die aus meiner Photovoltaikanlage kommen dürften im Jahr 2013 aus dem kommunalen Stromnetz „exportiert“ worden sein!
Dies wäre der Fall, wenn die Bürstädter Photovoltaikanlagen (nur die auf der Niederspannungsebene) in Summe mit den anderen Kraftwerken, zeitgleich mehr Strom produziert hätten wie von den ca. 4.000 Haushalten zeitgleich verbraucht wurden. Dies dürfte 2013 nach meiner Ansicht nicht der Fall gewesen sein? Vielleicht kann mir ja jemand mal vorrechnen wann dies der Fall hätte sein können…

Die meisten Kilowattstunden Strom speise ich zu Zeiten ein, in denen der Strom innerhalb des Bürstädter Niederspannungsnetzes verbraucht wird. Dies führt dazu, dass in Summe weniger Strom an das Bürstädter Netz geliefert werden muß. Da beißt die Maus kein Faden ab!

Photovoltaik in der Gemeinde ist damit Volkswirtschaftlich sinnvoll und muß nicht extra besteuert werden. Wer solchen Experten (EON, RWE, Vattenfall und EnBW) glaubt, sollte bei Tastatur Problemen am PC auch versuchen einen ehemaligen Mitarbeiter der Olympia Werke (Schreibmaschinenhersteller) zu kontaktieren.

3 Gedanken zu „Outing! Ich bin ein Schwarzsammler!!!

  1. Rainer

    Nun ja, das bin ich auch seit ca. 2 Jahren – aber auch (in diesem Sinn) „Schwarzatmer“ ungefähr seit über 68 Jahren. Ohne Reue atme ich kostenlos die mich umgebende Luft ein (manchmal auch etwas angereichert – auch dafür entrichte ich keine Zahlungen).

    Dabei tue ich das Gleiche wie die mich umgebende Industrie, die allermeisten KFZ usw. Die zahlen auch nix dafür und berechnen uns das Ergebnis ihrer teilweise sehr finstren Herstellungsprozesse ganz selbstverständlich.

    Bislang ist es noch niemandem gelungen direkt einen Anspruch auf Licht (meist von der Sonne) zu erheben. Doch die „Einfangeinrichtungen“ wie Fenster und Solarkollektoren kann man steuerlich „berücksichtigen“. Auch der Regen ist eine Einnahmequelle. Wer die (bislang vorgeschrieben) in das Abwassersystem einleitet, der muss blechen. Ganz ungeachtet der Tatsache, die Betreiber dieser Anlagen brauchen dieses Wasser eigentlich zur Spülung. Gnädigerweise, wird nun keine Gebühr erhoben, wenn dieses Niederschlagswasser auf dem Grundstück versickert.

    Eigentlich sollte es umgekehrt sein, wer „sein“ Niederschlagswasser einleitet, sollte etwa dafür erhalten, schließlich verrichtet es einen nachweislich „nützlichen“ Beitrag in den meist etwas zu groß geratenen unterirdischen Machwerken.

    Die Welt ist also voller Rätsel. Logik, eine übrigens griechisches Fremd-Wort, ist dieser Welt tatsächlich fremd. Dazu eine Betrachtung mit Logik :

    Wer nach dem weißen Ratschluss unserer nahezu vergangen, aber wohl auch künftigen Regierung, Kindertagesstätten für seine Brut vermeidet, bekommt für die Nichtbenutzung eine Entschädigung. Soweit verstanden ?

    Nun sollte eine Verbraucher der sich nachweislich so verhält auch so behandelt werden – was nur logisch wäre ! So lieber Erhard könntest Du (und eigentlich jeder) für das Nichtbenutzen eines Systems eine vergleichbare Entschädigung beanspruchen. Schließlich muss in dieser Zeit auch kein Trafo transferieren, keine Leitung Übertragungsverluste erdulden und was da sonst noch in diesen „Netzen“ vorgeht geschieht wegen Dir (nebst Weib) !

    Die Leute welche in ihrer eigenartigen Logik verlangen selbst genutzte PV-Energie ebenfalls zu berechnen sollten auch alle Schrebergärten gleich behandeln, schließlich essen die Leute ihr selbst produziertes Zeug statt es konsumorientiert zu kaufen wie jeder ordentliche Bürger !

    Wer also glaubt bei diesen Diskussionen und genialen Vorschlägen würde „Wissenschaft“ und Logik irgendeine Rolle spielen ist Optimist (das wiederum sind die sehr viel schlechter informierten Zeitgenossen).

    Ach ja Michel – wie hieß es doch schon früher „wer hat uns verraten – die Sozialdemokraten“ (ganz egal von wem der Spruch stammt) – sie bleiben sich „Kraft“-voll in ihrer 150 jährigen Tradition treu. Schade um jede Stimme die sie dem einen oder der anderen abversprochen haben. Doch das wird in Zukunft sehr viel weniger oft vorkommen….

    Hier noch etwas aus der „Bananenrepublik“ http://www.youtube.com/watch?v=e_egLjJAZR4

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    1. Rainer

      Überaus erschröckliches passiert in Sachen „Schwarzsammler“ Nun hat auch wenigstens ein Teil der nicht privaten Stromkunden das „Schwarzsammeln“ für sich (wieder)entdeckt. Sicher die Nachricht ist bereits mehr als ein Jahr alt : http://www.manager-magazin.de/unternehmen/energie/a-863495.html „Hamburg/Wittenburg – Die Manager des Fischvermarkters „Deutsche See“ sehen der nächsten Strompreiserhöhung jetzt etwas entspannter entgegen. Auf dem Dach ihres Kühlhauses in Bremerhaven liefern seit kurzem 315 Solarmodule Strom, den ausschließlich die Kältemaschinen vor Ort verbrauchen.“ weiter im Zitat : „“Deutsche See“ ist eine der ersten Firmen, die die sinkenden Preise für Solaranlagen auf diese Weise nutzen. Doch ihre Zahl nimmt zu. Auch Supermärkte und Skihallen liebäugeln verstärkt mit der Fotovoltaik. Größere Industriebetriebe wiederum bauen einfach Windräder oder Blockheizkraftwerke auf ihr Firmengelände. Subventionen sind in vielen Fällen schon nicht mehr nötig.“ Hier Bilder http://www.manager-magazin.de/fotostrecke/hohe-strompreise-wie-firmen-die-versorgung-in-die-eigene-hand-nehmen-fotostrecke-88842.html Hohe Strompreise: Wie Firmen die Versorgung in die eigene Hand nehmen.

      Wen wundert das ? Doch statt sich „kostentechnisch vom Acker zu machen“ (was unsere „weiße“ Regierung nach Kräften unterstützt hat), sind einige längst dabei durch entsprechende Investitionen sich dem hausgemachten Kostendruck zu entziehen – schreibt doch die „Wirtschaftswoche“ http://www.wiwo.de/unternehmen/energie/monitoring-der-wiwo-strompreis/8379402-2.html weitgehend realistisch : „Das Problem

      Seit der Liberalisierung des Strommarktes 1998 erhöhten sich die Tarife für Haushaltskunden in Deutschland bis Januar 2013 um knapp 67 Prozent, doppelt so schnell wie die sonstigen Preise. Haupttreiber war der Staat, dessen Steuern, Gebühren und Abgaben um 242 Prozent explodierten. Die Kosten für Erzeugung, Transport und Vertrieb inklusive Gewinn legten nur um 11 Prozent zu. Als größter Sprengsatz erwies sich dabei die Abgabe auf Ökostrom. Die EEG-Umlage schnellte allein in den vergangenen drei Jahren von rund 2,05 auf über 5 Cent pro Kilowattstunde – ein Plus von rund 157 Prozent. Einen Teil trug dazu bei, dass die Bundesregierung immer mehr Unternehmen von der Ökoabgabe und den Netzentgelten befreite, wodurch immer weniger Stromkunden alles bezahlen. Hinzu kam die Umlage der Haftung der Windparkinvestoren vor den deutschen Küsten auf alle Stromkunden.“

      Nun ja, ganz objektiv ist der Artikel sicher nicht, die Zusammensetzung der Umlage wird nicht kritisch hinterfragt – ist diese doch eine weitgehend politisch motivierte „Umlage“…..

      Immerhin ein Anfang ist gemacht ! Der Trend sich durch Investition „selbst zu versorgen“ (energetisches Schwarzbrennen) wird heftig zunehmen, nachdem die von der EU Gesetzgebung die unzulässigen Subventionen auch (wenn etwas spät) von der sich bildenden neuen Regierung als unzulässig erkannt wurden : http://www.zeit.de/politik/deutschland/2013-11/oekostrom-umlage-industrie oder http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/oekostrom-umlage-milliarden-rabatte-fuer-industrie-koennten-wegfallen/9033724.html

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  2. Rainer

    Gerade reingekommen – wenn das „aufgegriffen“ wird …..

    TELEPOLIS Energie & Klima NewsWiderstand gegen Steuern auf Sonne und Wind
    Ralf Streck 20.11.2013
    In Spanien wehren sich Eigenverbraucher von erneuerbarem Strom gegen Netzzwang, Besteuerung und Durchsuchungen ohne richterliche Anordnung

    „Ich habe die Solaranlage abgebaut, weil der Solarstrom teurer wird als der Strom aus dem Netz“, erklärte der Madrider Architekt Iñaki Alonso. Die drei Solarpanels, die dem Eigenverbrauch dienen sollten, hatte er schon vom Dach genommen, bevor am späten Dienstag im Parlament das neue Energiegesetz verabschiedet wurde. Mit ihrer absoluten Mehrheit hat die konservative Volkspartei (PP) all das verabschiedet, was den Architekten empört. Er hatte sich schon im Sommer für den Abbau entschieden, als der Gesetzesentwurf vorgestellt wurde.

    Kritiker meinen, mit der beschlossenen „peaje de respaldo“ (Netzunterstützungsgebühr) werde eine Steuer auf Sonne und Wind eingeführt. Nun sollen sechs Cent pro Kilowatt für allen Strom bezahlt werden, der zu Hause produziert wird.

    …Ardanza will seinen kleinen Windgenerator und sein Solarpanels nicht registrieren lassen. Er hofft, unentdeckt zu bleiben und riskiert eine Strafe. Das drakonische Geldstrafen bis zu 30 Millionen Euro drohen, hat den Madrider Architekt Alonso abgeschreckt, die Anlage unangemeldet zu betreiben. Ardanza ist das egal, bezahlen könnte der Arbeitslose sie ohnehin nicht. Er hofft, im spanischen Chaos unterzugehen. Viele Gesetze würden gemacht, deren Umsetzung nicht kontrolliert werde. Angesicht ständiger Entlassungen im öffentlichen Dienst und Sparmaßnahmen werde sich das weiter verstärken.

    Um seinen Widerstand zu zeigen und anderen zu helfen, die es trifft, will er nun Mitglied von Som Energia werden. Die Kooperative bietet nicht nur Kits für Eigenverbraucher an, sondern auch Schutz für die Mitglieder. Etwaige Strafen und Rechtsschutz sollen gemeinsam aus Beiträgen bezahlt werden. Die „Plattform für ein Neues Energiemodell“ unterstützt die Initiative.

    Keine Ahnung ob „wir“ uns da vernetzen könnten / sollen – wenn „die dort“ damit durchkommen, werden alle „klammen“ Staaten diese „neue Einnahmequelle“ haben wollen. Was kommt als nächstes ? Eine Steuer auf Gemüse – Kleinvieh – arbeiten am eigenen Haus ??? Extra Luftsteuer für Sportler ????

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