Schattenkraftwerk Photovoltaik

Wind und Sonnenenergie kann immer nur genutzt werden wenn der Wind weht oder die Sonne scheint. An diesem Satz gibt es nichts zu rütteln. Natürlich dreht sich ein Windrad erst dann wenn die Kraft des Windes die Flügel in Bewegung setzt. Bei Photovoltaik bewegen sich die Elektronen erst dann wenn durch Sonneneinstrahlung ein „Stromfluss“ entsteht. Aus diesem Grund wurde bisher auch Sonne und Windstrom bei der Bereitstellung von Regelenergie nicht berücksichtigt. Aber die Zeiten ändern sich!

Bei meiner Photovoltaikanlage kann ich inzwischen sagen ich könnte auch Regelenergie zur Verfügung stellen. Nicht nur Negative Regelenergie denn schon immer konnte ich meine Photovoltaikanlage einfach abschalten. Innerhalb von nullkommanix ist dann die Leistung weg. Diesen Vorteil der PV wird nie Thematisiert weil es ja Unsinn wäre auf das Einspeiserecht zu verzichten. Technisch aber wäre es möglich viel schneller als zum Beispiel Kohlekraftwerke. Ich könnte auch viel schneller wieder ans Netz gehen wie Kohlekraftwerke aber wie gesagt da ja keiner vom Netz geht ist es müßig darüber zu reden wie schnell man wieder ans Netz gehen könnte.

Verwunderlich ist es aber schon, dass diese Möglichkeit kaum diskutiert wird.

Ausserdem darf ich ja mit den neueren Photovoltaikanlagen bei bestimmten Größen nur noch 70% der installierten Spitzenleistung in das Netz einspeisen. Selbst wenn diese weggeregelte Energie im Netz benötigt wird, darf ich nicht einspeisen. Auch hier bestünde die Möglichkeit durch einfache Veränderung der gesetzlichen Rahmenbedingungen der Photovoltaik die Lieferung von positiver Regelenergie zu ermöglichen. Dann könnte ich die bisher blödsinnigerweise weggeregelte Photovoltaikleistung ins Netz einzuspeisen.

Ganz verrückt wird es wenn ich meine Batterie noch ins Spiel bringe. Natürlich könnte ich jederzeit aus meinem Photovoltaik Strom Speicher Positive Regelenergie zur Verfügung stellen. Oder im anderen Falle den Strom aus dem Netz in die Batterie aufnehmen. Technisch ginge das nur politisch nicht. Wie sollte es auch. Dazu hätten in den letzten Jahren die richtigen Menschen auf den wichtigen politischen Positionen sitzen müssen. Haben sie aber nicht. Dort saßen die Blender die nur die Kostenbelastung durch Ökostrom sahen und nicht die Chancen dies sich durch Erneuerbare Energien eröffnen.

Ich hoffe wir kriegen bei all dem politischen Geschachere was momentan abgeht endlich wieder Menschen die Energieautonomie wollen. So wie die meisten Bundesbürger.

Die Hoffnung stirbt zuletzt. Deshalb hier in diesem Artikel der kleine Gedankenanstoß dass Photovoltaik natürlich Regelenergie liefern kann. Man muß diese Regelenergie nur wollen.

5 Gedanken zu „Schattenkraftwerk Photovoltaik

  1. Petra Petrongolo

    Dieser Beitrag trifft den Nagel auf den Kopf.
    Die Erneuerbaren werden total ausgebremst! Die Energiekosten steigen weiter, die Konzerne setzen durch, was auch immer sie wollen: Bau eines Kohlekraftwerks, alte Kohlekraftwerke laufen weiter, Fracking wird in Niedersachsen unter dem Deckmantel des Bergbaugesetztes heimlich betrieben und so weiter. Wir werden belogen und verarscht. Und dann denken sie (Merkel, Öttinger, Altmeier & Co.) auch noch, wir würden es nicht merken. Das ist schon ganz schön dreist.
    Man kann deshalb nicht einfach aufhören, das Richtige zu tun! Also weiter in die richtige Richtung. Vielleicht kriegen sie ja irgendwann die Quittung dafür.
    In diesem Sinne
    Petra Petrongolo

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  2. Rainer

    Eine PV betreibe ich nun schon im dritten Jahr (rechnerisch volle 2 Jahre). Was einen wie immer großen Akku angeht bin ich noch in der „Findungsphase“. Dieser „Akkupack“ ist zwar (noch?) sehr teuer, wäre aber auch für „Nicht PV-Anlagen Betreiber“ durchaus eine Option. Warum nicht in verbrauchsarmen Zeiten Strom „preisgünstig“ abnehmen und zu Spitzenlastzeiten (den eigenen) „verbrauchen“ oder wieder einspeisen ?

    Nicht erst seit ich das Buch von Thorsten Zoerner „Strom : Rentieren sich Speicher auch ohne Photovoltaik ?“ (auch als E-Book für 0,89 € erhältlich) gelesen habe (bin noch dran), kam mir der Gedanke. Sicher, noch ist diese Welt nicht auf Neuerungen vorbereitet, doch wer hätte vor wenigen Jahren geglaubt, es gäbe Anno 2013 schon mehr als 1,3 Millionen PV-Anlagen auf privaten Hausdächern ?

    Doch wer als Mieter derzeit allenfalls über eine Genossenschaft an der „Energiewende“ teilnehmen kann oder könnte, dem würde sich so eine „Karriere“ als „Speicherbetreiber“ eröffnen. Da die Smartmeter kommen werden (bei mir werkeln schon 2 davon), wird wie das Amen in der Kirche damit auch der „mal preiswerte, mal sehr teure Strom“ für die Kleinverbraucher „Wirklichkeit“ werden. Womöglich „schon“ in dieser Legislaturperiode ? Wehe wer dann zu sehr stromintensiven Zeiten „ans Netz geht“. Fein, wer da aus eigenem Speicher „deckeln kann“. Ob auch „Rückspeisung“ erfolgt – alles eine politische und Preisfrage.

    Warum riesige und sehr verlustbehaftete Speicherseen an Orten wo sie keiner haben will ? Die Schweizer z.B. haben wegen mangelnder Gewinnaussichten schon einige Projekte „beerdigt“. Eigentlich wollten sie billigen – nahezu kostenlosen „Rechteckstrom“ aus D dafür abgreifen. Die davon betroffene Teile der Viererbande, beklagen erhebliche Gewinnverluste, weil die böse PV just zu den Mittagsspitzen billigst und in Mengen liefert – völlig unvorhersehbar – sozusagen „zufällig“.

    Nun wenn diese Kleinspeicher bezahlbar werden, kann deren Betreiber seine Tageskurve „glätten“ und ist in Folge ein Stückchen unabhängiger. Irgendwie so wie der Kleingärtner, der ja auch die Solarenergie nutzt um seine Nahrung zu „ergänzen“. Rein „zufällig“ wachsen Pflanzen meist auch nur wenn die Sonne scheint. Ein Umstand, der den geradezu militanten Gegnern von PV-Anlagen bisher wohl verborgen geblieben ist.

    Eine völlig neue Erkenntnis, sich der Natur anpassen, statt permanent gegen sie anzukämpfen. Neben den el. Akkupacks wird ja auch an anderen Lösungen gearbeitet. Was dann „massenweise“ zur Anwendung kommt ist im Moment noch nicht absehbar. Doch was kann daran falsch sein, wenn auch diese Technologien breit gestreut sind ? Sind schon die „virtuellen Kraftwerke“ praktisch „unkaputtbar“, so würde eine weite Verbreitung von Speichern diesen „Nebeneffekt“ erheblich steigern.

    Ein anders (leider sehr viel teureres >25 € ) auch als E-Book „Die smarte Batterie“ von Konstantin Heiller +

    Zitat :

    Kurzbeschreibung
    In Deutschland produzieren rund 1,3 Mio. Photovoltaikanlagen Strom, wenn die Sonne scheint. Doch der Strom kann nur zu einem Bruchteil dort genutzt werden, wo er erzeugt wird – im Haushalt oder im Betrieb.
    Ein Problem ist bisher das Fehlen von Speicherlösungen gewesen. Seit 2009 gibt es jedoch zahlreiche Batteriehersteller, die versprechen, den Eigenversorgungsgrad mit PV Strom dank PV Batterien massiv zu erhöhen. Ihnen angesichts des wachsenden Angebots von Speicherlösungen Orientierung zu geben, um die richtigen Aspekte bei Solarbatterien zu berücksichtigen, ist das Ziel von „die smarte Batterie“.

    Die „smarte Batterie“ ist ein Konzept, dessen Umsetzung den Eigenversorgungsgrad eines Gebäudes und damit die individuelle Energie-Unabhängigkeit massiv erhöhen kann. Bis zu 90% des eigenen Stromverbrauchs können selbst erzeugt und genutzt werden.
    Mit diesem Buch sollen die Antworten auf folgende Fragen geliefert werden:

    1. Warum sollte ich mich überhaupt unabhängiger von fossilen Energieträgern machen?
    2. Wie kann ich klimaneutralen Strom nicht nur erzeugen, sondern auch speichern?
    3. Wie dimensioniere ich einen Stromspeicher richtig und wo platziere ich ihn?

    Durch die richtige Dimensionierung einer smarten Batterie können sowohl Kosten beim laufenden Stromverbrauch als auch bei der Anschaffung eines Speichersystems selbst gespart werden. Die „smarte Batterie“ ist der erste umfangreiche Leitfaden zur Unterstützung Ihrer richtigen Batterieauswahl.
    Zitatende

    wird mir hoffentlich helfen die für mich richtige Entscheidung zu treffen. Einen (noch) leeren schönen stählernen Schaltschrank habe ich schon mal. Ganz sicher werde ich meine sommerlichen Eigenverbräuche damit optimieren. Zusammen mit einem Energiemanagement, stromintensives in die sonnenintensiven Zeiten zu verlagern, werde ich meine PV selbst besser nutzen, aber auch Spitzen – negative wie positive – „glätten“. Ganz nebenbei werden meine Kommunikationsanlagen, meine PC und Beleuchtung (meist schon LED) „gehärtet“ per „USV“ = http://de.wikipedia.org/wiki/Unterbrechungsfreie_Stromversorgung der etwas größeren Ausführung. Schließlich will ich auch als Rentner noch von meiner Berufsausbildung und -erfahrung „profitieren…..

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  3. Thorsten Zoerner

    also bei mir wird das Thema Regelenergie aus EE schon diskutiert 🙂 …

    Die Szenarien für Baden-Württemberg zeigen, dass wir in Zukunft einen kaum ansteigenden Bedarf an positiver Regelenergie benötigen werden. Explosiv ansteigen wird dagegen der Bedarf an negativer Regelenergie – einfach Abschalten verursacht Gradienten (s.h. 50,2 Hz. Problematik) , die negative Auswirkungen auf die Netzstabilität haben. Technisch sind dann auch noch zusätzliche, neue Verbraucher hilfreich, die dann Strom abnehmen, wenn wir zuviel haben.

    Das Problem, warum man PV-Anlagen heute nicht wirklich in der Regel- oder Ausgleichenergie berücksichtigt ist das Fehlen einer Betriebsführungskomponente. Gerade für die Kleinanlagen will man ja nicht, dass irgend ein Fremder die Anlage nach belieben hoch oder runter regeln kann., weshalb alle Steuerfunktionen bislang auf das Minimum (50,2Hz.) reduziert wurden.

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  4. Harald

    naja, die die E.Ons und RWEs dieser Welt sind einfach viel zu sehr involviert, als das es mit der Energiewende wirklich sinnvoll vorangehen kann. Schade eigentlich. So aber wird man im Laufe der Zeit einfach nicht mehr daran vorbeikommen den Großteil seines gewonnenen Stroms selbst zu verbrauchen (Was ja irgendwie auch sinnvoll ist, auf eine Art)

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  5. Erhard Beitragsautor

    Ich hab schon mit Firmen gesprochen die sowohl positive als auch negative Regelenergie handeln würden wenn es erlaubt wäre! Natürlich zuerst nur die großen Parks/Kraftwerke. Aber dazu müssen die Gestze erst so gestaltet werden, dass Wind- und Sonnenstrom gehandelt werden darf. Ich würde den Zugriff bei meiner Anlage schon erteilen Thorsten. Schließlich greifen die netzbetreiber ja auch ein wenn zuviel Strom vorhanden wäre im Netz. Ich rüste gerade ein PV Anlage (fremdes Dach) nach…

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