Jetzt rede ich

Nö keine Angst ich will nicht über das Buch eines Ex Spitzenkandidaten (Vorsicht Brüderle!) einer Fast Drei Prozent Partei schreiben. Wie so oft in meiner langen Zeit als Aktivist für Erneuerbare Energien möchte ich einen Schritt zurücktreten und schauen wie es momentan aussieht. Die GroKo zieht ihr EEG 2.0 mit großem medialem Getöse zur Freude der Industrie durch. Die Verbände, die Abgeordneten, die Opposition (Linke und Grüne) sowie sonstige Aktivisten der Erneuerbaren werden noch Nuancen verändern und der EEG 2.0 Murks wird demnächst beschlossen.

So wird’s kommen.

Was am EEG 2.0 alles Murks ist werde ich dann kommentieren wenn der Bundestag das Gesetz beschlossen hat. Nicht heute, zu einem Zeitpunkt, an dem das Kabinett sich einig ist.

Es ist die Zeit gekommen an dem die Träger der Energiewende sich zum x-ten Mal aufmachen um die Energiewende voran zu bringen.Die Bürger müssen es tun, egal wie negativ die Bedingungen sind und wie negativ die Berichterstattung in den Medien ist.

Ich komme mir momentan vor als ob ich im Monopoly folgende Ereigniskarte gezogen hätte:
„Gehe zurück nach Los! Ziehe keine 4.000 ein.“

Wenn ich mich dann frage warum ich mich erneut auf den Weg mache fällt mir meine uralte Geschichte (mehr als 10 Jahre alt) mit der Haaresbreite ein:
Haaresbreite

Was sich hinter diesem Bild versteckt hab ich mal vor fast 6 Jahren hier im Blog beschrieben.

Wenn wir von der zeitlichen Dimensionen reden dann muss man erkennen die Erde scheint es schon 5 Milliarden Jahre zu geben und die Experten meinen noch weitere 4,5 Milliarden könnte sie da sein. In meinem Beispiel (5 Meter langes schwarzes Band = 5 Milliarden Jahre) stellt die Haaresbreite noch 50.000 Jahre da!

Die Menschheit nutzt fossile und atomare Energien seit dem 15. Jahrhundert. Im 22. Jahrhundert wird damit Schluss sein. Wir die hochintelligenten Menschen bringen es fertig in 700 Jahren den Planeten komplett (zur Verständlichung nochmals: KOMPLETT) zu plündern. Es wird alles verbrannt sein. Punkt!

Die Verantwortung für die Plünderung des Planeten tragen unsere Großeltern, unsere Eltern, wir, unsere Kinder und unsere Enkel. Die einen mehr die anderen weniger. Aber dabei sind alle! Auch ich!

Es wird Zeit, dass wir einen anderen Weg einschlagen. In Deutschland haben wir diesen Weg mit Elan (EEG 2000) begonnen und auch umgesetzt. Die Erfolge sind da! Die Erfolge führen aber inzwischen dazu, dass wir diejenigen die wir nicht mehr haben möchten tatsächlich in den Ruin treiben. Es ist verständlich, dass diese sich wehren und das bestehende System noch beibehalten möchten.

Inzwischen ist mir klar, nur eine Energie kann das bestehende System kippen. Es ist die Photovoltaik.

Wer Begründungen von mir erwartet, dem empfehle ich die Ergüsse von Sigmar Gabriel und dem Kabinett zu lesen. Lasst uns deshalb weitere Photovoltaikanlagen bauen und wenn es nur noch Kleinanlagen unter 10 kWh sind dann machen wir eben dies! Bürgerenergie mit Photovoltaikanlagen unter 10 kWh. Los geht’s das Kabinett wird staunen…und der Siggi auch.

Es wird ein Punkt kommen an dem die Photovoltaik so günstig ist, dass der Verkauf von Strom Nebensächlich ist und sich PV nur durch den Eigenverbrauch rechnet. Weit weg von dieser Zeit sind wir nicht! Jede Photovoltaikanlage nagt an den Umsätze/Gewinnen der Energieversorger und jede Kilowattstunde die nicht von Energieversorger verkauft wird diesen Vorgang beschleunigen.

Für die Menschen die sich für Erneuerbare Energien einsetzen wird es aber eine harte Zeit. Denn die Diffamierungen, die Lügen und die Bestechungen uns gegenüber werden zunehmen. Dass man uns als Solarmafia bezeichnet ist dabei noch eines der geringeren Übel:

Dr. Joachim Pfeiffer (MdB, CDU) schreibt Solarmafia aber schon lange und es ist auch nicht zu erwarten dass er das lässt.
Deshalb ein Schritt zurück, vollen Anlauf nehmen mit dem Kopf voran und wenn wir Glück haben platzt unser Schädel nicht an den Betonwänden der Gegner!

Ein Gedanke zu „Jetzt rede ich

  1. Rainer

    Diese Antwort sollte eigentlich bei Thorsten „blog.stromhaltig“ erscheinen – doch dessen sch… Captcha kann ich einfach nicht lesen ! Da der Inhalt mir selbst wichtig erscheint (hoffentlich nicht nur mir selbst !) poste ich den bei Dir lieber Erhard – in diesem Sinn – „jetzt rede ich !!“

    Das Zitat (ist selbst eine Lüge) :

    “Für diesen selbsterzeugten Strom zahlen die Anlagenbetreiber unter anderem weder Steuern noch EEG-Umlage oder Netzentgelte”

    Hallo Thorsten,

    meine eher technische Frage von neulich hat zwar schlussendlich ergeben wie der Strom auf der EVU-Seite fließt, ist nicht nachweisbar. Dennoch, es ist einfach nachweisbar, für jede selbst erzeugte kWh zahlen alle (bis auf eine eher geringe Anzahl PV-Betreiber welche „gezählten“ und vergüteten Eigenverbrauchsverträge haben) die volle „Dröhnung“ – genau das Selbe was heute auch jeder der privaten Bezieher „öffentlichen Stroms“ bezahlen.

    Das ist frei von der technischen Bindung aka. „tatsächlichem physikalischen Stromfluss“ ! Die in solchen (also der überwiegenden Zahl der PV-Anlagen) Fällen nicht eindeutig nachweisbaren physikalischen „Wege des PV-Stroms“ führen dazu, rein rechnerisch gibt es keinerlei Selbstverbrauch – was selbstverständlich „physikalischer“ Unsinn ist. Dem Argument, keine Netze (außerhalb des Ortsnetzes) je zu belasten, fehlt so die Grundlage, und somit auch der Beweis, ein Teil, des selbst erzeugten PV-Stroms verlässt niemals die „Grundstücksgrenze“. Was übrigens einer der größten Vorzüge der dezentralen Stromerzeugung überhaupt ist. Es wir sofort dort „verbraucht“ wo die Leistung entsteht. Keinerlei Übertragungsverluste. Etwas, was ganz offensichtlich längst nicht von jedem privaten PV-Betreiber tatsächlich verstanden wird (diverse Gespräche haben mir dies „vermittelt“). Ich kann nur fordern, dieser wichtige Umstand muss in seiner Konsequenz jedem klar gemacht werden .

    Anders ist es lediglich bei jenen, welche vertraglich vereinbart per „Überschusseinspeisung“ „ins öffentliche Netz“ einspeisen, was immer gerade NICHT selbst verbraucht wird. Wen das techn. Interessiert mag HIER nachsehen. Wer also im „Überschussverfahren“ abrechnet (das dürften hauptsächlich alle sein, die von Januar 2011 bis Ende Januar 2012 „online“ gingen), zahlt immer schon „nicht vorsteuerabzugsfähig“, die volle Mehrwertsteuer auf sein privaten gemessenen Selbstverbrauch. Was hier wegfällt ist alles was ansonsten auf jede private kWh „obendrauf“ kommt.

    Wer sich den Stromlaufplan ansieht, weiß auch genau warum. Kein „eigen verbrauchter Strom“ kommt ungezählt auf die EVU-Seite (also ins öffentliche Netz). Da sich das sozusagen im ausschließlich „privatem“ Bereich abspielt, fällt es dem Gesetzgeber schwer, auch diesen gezählten Selbstverbrauch mit Netzentgelten usw. zu belasten. Der „Zweirichtungszähler“ tut was sein Name sagt !

    Anders die Erhebung von MwSt. Das ließ sich fiskalisch geschickt konstruieren. Zunächst wird der gesamte „Ertrag“ (gemessen am PV-Zähler „Ertragszähler“) mit dem zum Tag der Inbetriebnahme gültigen „leistungsabhängigen Fördersatz“ berechnet, und danach, unter Abzug des jeweils gültigen Sätze (Erzeugerpreis minus „X“ Cent – anteilig bis zu einem Schwellwert von 30% und geringer ab >30%) als Entnahme des selbst produzierten Produkts gewertet. Dabei ist ein Vorsteuerabzug nur für die gewerbliche Nutzung des selbst verwendeten Produkts möglich. Ergo zahlen alle die ihren selbst erzeugten Strom nutzen in allen Fällen die jeweils gültige MwSt auf den jeweils unterschiedlichen Betrag. Ergo ist alles was etwas anderes behauptet, schlich eine LÜGE !

    Wer das „exotisch findet“, sollte sich einmal ansehen was steuerlich passiert, wenn jemand „sein erzeugtes Produkt“ vermarktet. Die „MwSt“ wird solange „weitergereicht“, bis sie das Endprodukt beim Endverbraucher erreicht – wo sie dann „wirksam“ wird. Ist er / sie selbst der Endverbraucher, muss eben dann die „Wertschöpfung“ versteuert werden. Wer also „Äpfel“ gewerblich „herstellt“, wird für seine „Selbstentnahme“ ebenfalls die dann gültige MwSt zahlen müssen.

    Anders, der „Hobbygärtner“ der ja keinen Handel treibt. Er „entnimmt“ was er produziert, ohne als gewerblicher Produzent in Erscheinung zu treten. Denkbar ist auch jemand, der zwar gewerblich Äpfel (es können auch Tomaten sein LOL ) produziert und vermarktet. Seinen Eigenbedarf deckt dieser allerdings aus seinem „Hobbygarten“ dessen Produktion völlig getrennt von seinem Gewerbebetrieb stattfindet. Womit diese „Selbstnutzung“ steuerlich nicht relevant ist.

    Genau so könnte es auch bei der PV funktionieren. Ein Teil der Anlage – des Stroms – fließt niemals im öffentlichen Bereich. Ein „privater Wechselrichter“ für „der privaten PV-Anlage“, versorgt eine dann vom öffentlichen Bezug vollkommen getrennten Bereich. Wer „neu einsteigt“ meldet erst gar nix an und kann eventuellen Überschuss eben nicht einspeisen. Diesen Weg sollten jene welche dazu technologisch in der Lage sind „verfolgen“. Die PV-Anlage als „Hobbygarten“ – ganz wie der eigene Schrebergarten angepasst zur teilweisen oder kompletten Eigenversorgung.

    All diese Aspekte und einige Grundlagen habe ich versucht „allgemeinverständlich“ im CCW-Forum (mein „pseudo-Block“) aufzudröseln (eine Tabelle dazu findet sich unter „beim Sonnenflüsterer kommentiert“ „16. März 2014 (2)“ ) Ich hätte das gern „ordentlich und bequem verlinkt“, aber leider muss jede Antwort die mehr als einen Hyperlink enthält erst freigeschaltet werden. So habe ich nur den einen (weiter oben) „eingebaut“. Nervig ist es auch, das anscheinend keine der Blogger „BB-Code“ in seinen Antworten zulässt. Zum einen wäre das sicherer, weil dann eben kein HTML verwendet werden kann / muss, bequemer, weil der / die Schreiber(in) seine Text besser gestalten kann (wenn er / sie das wünscht).

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