Es brummt!

Ja, ja die Photovoltaik in Bürstadt. Da haben schon Module (Sonnenfleck) gebrannt, Module (Sonnenwand) sind weggeflogen, Module haben im Wasser (Sonnenfleck) gestanden, Module (Sonnensegel) haben sich nicht mehr gedreht und jetzt brummen die Module. Besser gesagt es brummt der Wechselrichter! Von dem „Schattendach“ habe ich ja auch schon berichtet.

Jetzt brummt es also. Jedenfalls bei denen die es hören, hören wollen oder aber genau hinhören. Auch Gutachter waren anscheinend schon unterwegs und haben zu wenig gemessen. Erlaubt wären 50 Dezibel aber gemessen wurden nur 48 Dezibel. Aber der Besitzer der Anlage zeigt sich trotzdem Kompromissbereit und könnte sich eine weitere Dämmung vorstellen. Die einfachste Lärmminderung wäre bei der Baumaßnahme gewesen den Wechselrichter auf der Ostseite und nicht auf der Westseite der Anlage zu bauen. Wenn der Wechselrichter dann noch am Südende der Anlage gebaut worden wäre könnten wir das Lärmthema sicherlich vergessen. Können wir aber nicht, der Wechselrichter steht im Westen und damit in der Nähe der Wohnbebauung.

Ich will die Lärmbelastung der Anwohner im Boxheimerhof nicht kleinschreiben denn Lärm wird immer mehr zum Problem in unserer Gesellschaft. Gerade in dieser Woche habe ich die aktuelle kostenlose Broschüre (Heft 57 April 2014) vom Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Ernährung, Weinbau und Forsten Rheinland Pfalz erhalten. Diese Broschüre habe ich vor Jahren (kostenlos) abonniert. Ich kann dieses „Umwelt Journal“ nur empfehlen. Hier werden Umweltthemen „unaufgeregt“ und journalistisch korrekt aufgearbeitet. In diesem aktuellen Heft geht es um Lärm! In Rheinland Pfalz derzeit ein hochaktuelles Thema. Zum einen die Lärmbelastung durch den Frankfurter Flughafen, den „Anwohner Terror“ im Rheintal durch die Bahn, den Straßenverkehrslärm und den Schallschutz vor Windkraftanlagen. Alles in einem Heft und emotionslos aufbereitet. Ich kann diese Broschüre nur empfehlen. Bestellen kann man leider nur per Telefon (06131 164433) oder Fax (06131 164629) oder per Postkarte an:

Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Ernährung, Weinbau und Forsten
-Redaktion umweltjournal-
Postfach 3160
55021 Mainz

Nur so mal als Kennzahl aus dem ersten Artikel der Zeitschrift:
„An den nach der Umgebungslärmrichtlinie kartierten Hauptverkehrsstraßen in Rheinland Pfalz ist für mehr als 112.000 Einwohner der Mittelungspegel von 55 dezibel in der Nacht überschritten“.
„Von Überschreitungen durch Güterzugverkehr sind alleine im Mittelrheintal weitere 25.000 Menschen betroffen. Statt abstrakten dB(a) ausgedrückt, ist die zulässige Lärmdosis, die Schallenergie, dort um bis zum 400-fachen überschritten!“

Natürlich muss diesem Lärmterror begegnet werden. Aber bitte im Gespräch und auf Nachbarschaftlicher Ebene. Der Hetzer Kommentar in der Bürstädter Zeitung hilft da nicht. Ebenso wenig wie der Rundumschlag im Leserbrief des „fast Bürgermeisters“ im Südhessen Morgen. Mit solchem pauschalen gequatsche ist niemandem geholfen.

Ein Gedanke zu „Es brummt!

  1. Rainer

    Brummt es den wirklich ?

    Neben dem „Placebo-Effekt“ gibt es nachweislich auch dessen Gegenstück den „Nocebo-Effekt“. Kaum zu trennen von den tatsächlichen messbaren Effekten, hat „entfaltet“ dieser Effekt gerade bei Gerüchten wie „Infraschall“ oder einfach „Superhörleistungen“ seine schädliche Wirkung. Wer sich etwas negatives einbildet, erleidet einen Schaden, der dem von realen Ereignissen durchaus vergleichbar ist.

    Andererseits werden objektiv messbare Beeinträchtigungen weniger wirksam, wenn der Exponierte subjektiv eine geringe Wirkung „annimmt“. Gerade der „Nocebo-Effekt“ zeigt selbst das Wegfallen der befürchteten Beeinträchtigung (Schall, „Strahlung“ usw.) ist wenig „überzeugend“. Wer einmal entschlossen ist unter etwas zu leiden, benötigt den eigentlichen „Trigger“ nicht oder nicht mehr.

    So genügt es völlig, einer neuen Technologie „negative“ Wirkung anzudichten. Weit jenseits von messbarer Wirkung die echter Schall nun einmal und das nachgewiesenermaßen hat !

    Als Biblis A & B noch im Volllastbetrieb war, konnte man obwohl vergleichsweise weit entfernt, eine permanente unspezifische Geräuschaktivität hören. Ob messen, ist mir unbekannt (ob je gemessen wurde). Je nach Windrichtung, war ein multifrequente Geräuschentwicklung teilweise sehr deutlich wahrnehmbar. Im Gegensatz zu angeblichem Infraschall bei WKA, eine durchaus realistische Beeinträchtigung für Anwohner eines Ortsteils. Keine Ahnung ob das auch in Biblis selbst hörbar war. Mit Sicherheit dürfte diese betriebsbedingte Geräuschentwicklung im näherliegenden Ibesheim hörbar gewesen sein.

    Nun ja, es ist z.Z. „en vogue“ bei aus welchen Gründen auch immer unerwünschter Technologie „buchstäblich das Gras wachsen zu hören“. Der „Nocebo-Effekt“ kommt da gerade recht !

    Allerdings muss man leider auch konstatieren, „Techniker“ tendieren leider bei ihrem Tun zu einer gewissen „Betriebsblindheit“, die zu vermeidbaren Szenarien führt. Statt die örtlichen Gegebenheiten quasi „präventiv“ und optimal zu nutzen, werden eben nicht alle zu Beginn praktisch kostenlos nutzbaren Maßnahmen getroffen (hier die Position der Wechselrichter). Wobei es dem „Nocebo-Effekt“ unabhängig davon immer und überall gelingt seine Wirkung zu entfalten.

    Noch eine Bemerkung zu anderen Bloggern. Wer (wie ich) dort seine Meinung ablassen möchte, ist gelegentlich gezwungen sich mit allem „Pipapo“ anzumelden – so leider auch beim „Stromblock“ – mir ist dazu die Lust vergangen – es gibt nützlicheres als ganze Listen mit Passwörtern und Usernamen zu führen. Bei den sonstigen mir bekannten Bloggern ist das Verfahren wesentlich „user friendly“.

    Im konkreten Fall „RWE verlegt weltweit längstes Supraleiterkabel“ hätte ich gerne gewusst, was so eine Technologie „energetisch kostet“. Nichts ist da „kostenlos“ – schon überhaupt nicht das permanente Kühlen auf -200°C eines „10.000-Volt-Supraleiterkabels“. Es mag ja für eine Stadt lukrativ sein die Trafostationen „irgendwo an den derzeitigen Stadtrand“ zu verlagern um Platz zu schaffen in der teuren Innenstadt. Nun ja, ich habe gegoogelt, aber außer sonstigen Lobeshymnen absolut nichts darüber gefunden was das den nun „energetisch kostet“. Womöglich brummt das Ding ja auch die Leute drumrum zum Wahnsinn ? 🙄 Alles ist möglich. Wer weiß mehr dazu ?

    Antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.