Hallo Sigmar,

wir haben ja nur 20 Minuten Zeit also muss ich mich sputen um dir zu erzählen wie das EEG 2.0 für Photovoltaik aussehen muss. Deshalb muss ich mich beeilen.

Ein Satz zur Atomkraft sei mir aber vorher vergönnt. Wir wollten aus der Atomkraft aussteigen, deshalb „kümmer“ dich drum, klage die Sicherheitsvorkehrungen bei den neun laufenden Atomkraftwerken ein!
Die Stresstests nach Fukushima haben Risiken bei den 9 noch laufenden Atomkraftwerken dokumentiert, die bis heute (drei Jahre später!) nicht behoben sind. Wenn Siggi diese wohlbegründeten Sicherheitsvorkehrungen fordert werden die Betreiber dieser gefährlichen Kraftwerke schnell von selbst abschalten.

Wenn wir uns aber der Photovoltaik widmen solltest du dir mal überlegen warum ihr den „atmenden Deckel“ von 3.500 MW auf 2.500 MW senken wollt. Da wird dann immer von „fehlenden Netzen“ gesprochen. Lieber Siggi Solarstrom wird dort produziert wo er auch verbraucht wird. Es macht keinen Sinn jetzt den Ausbau der Photovoltaik zu bremsen oder zu stoppen, die Photovoltaik muss ausgebaut werden. Ach so, das Netz! Das Netz!! Das Netz!!!

Ja sag mir mal Siggi in welcher Stadt von den 76 Großstädten in Deutschland der Photovoltaikstrom jemals aus dem Stromnetz dieser Städte exportiert werden musste? Übrigens leben dort ca. 24 Millionen Bürger! Dort könnten wir Photovoltaikanlagen ausbauen ohne einen einzigen Meter zusätzliches Stromnetz zu verlegen. Also hört endlich auf von dem verlogenen Märchen die Energiewende bräuchte erst einen Netzausbau! Ich behaupte, wir könnten in 90% unserer Städte die Photovoltaik mit Vollgas (was die Monteure hergeben!) ausbauen und zu keiner Sekunde im Jahr müsste Strom aus diesen Städten (686 Städte!) wegtransportiert werden! Was ich damit sagen will, ähnlich wie in der Windenergie muss über die Standorte von Photovoltaikanlagen die Vergütung gestaffelt werden.

Aber GRUNDVORAUSSETZUNG ist der schnelle Ausbau von viel Photovoltaik!

So jetzt ist klar es geht ohne Deckel für Photovoltaik im EEG 2.0 weiter. Die Experten sagen alle wir brauchen Speicher! Aber Siggi, dass ist doch deine Chance ab dem EEG 2.0 gibt es für neue Photovoltaikanlagen nur noch EEG Vergütung wenn auch eine Batterie installiert wird. Ey Siggi, das kannste doch in dein Gesetz reinschreiben oder?

Siggi kannst du mir sagen was die aktuelle EEG Vergütung für eine Kilowattstunde Strom ist? Die richtige Antwort wäre 13,41 Cent oder 0,1341 Euro wäre auch richtig! Da aber kein Kunde mehr im März 2014 eine PV Anlage installieren kann müsste ich einem Interessenten sagen, Sie kriegen nur noch 0,1328 Euro je Kilowattstunde wenn Sie im April an das Netz gehen. Oder genauer gesagt 13 Hundertstel Cent weniger. Ab Mai könnte ich meinem Interessenten nicht sagen ob es 0,1315 Euro oder sogar nur 0,1310 Euro sind. Weil die Absenkungen noch nicht veröffentlich sind… Siggi, das versteht keiner! In der Photovoltaik reden wir über monatliche Absenkungen von 13 Hundertstel Cent und gleichzeitig wird das Land Hessen von RWE verklagt wegen 200 oder sind es 300 Millionen Euro Schadenersatz wegen dem Atommuseum Biblis! Wo bleibt da die Verhältnismäßigkeit. Also wir ändern die Vergütungssätze nur noch vierteljährig! Klar Siggi?

So Siggi, jetzt zeig ich dir mal die Stromproduktion an einem sonnigen Sonntag in meinem Haus. Es gibt ja so Grufftis die immer noch von Grundlast reden. Grundlast ist eine Kennzahl die Mist ist! In meinem Haushalt war an diesem sonnigen Sonntag die Grundlast bei? Na sagen wir mal 50 Watt! Was soll denn so eine Kennzahl. Siggi vergiss Grundlast!
Dann gibt es den neuen Begriff von „fluktuierendem“ Strom von besonderen bezahlten Dummbabbler + Deppenkaiser auch „Zappelstrom“ genannt. Wind und Solarstrom wäre „Zappelstrom“! Lieber Siggi die Verbraucher haben ihren Strom schon immer „zappelig“ verbraucht. An der blauen Kurve kannste das ablesen…

2014 03 11 Kommentierung Tagesstatistik eines sonnigen Sonntags

Siggi schau dir mal die rote Drei an! Nur weil schwarz/gelb das EEG verhunzt haben darf mein Kraftwerk den produzierten Sonnenstrom nicht in das Bürstädter Stromnetz einspeisen. Nur 70% der „Höchstgeschwindigkeit“ darf ich am Wechselrichter vorbei schleusen. Der Rest wird weggeworfen! Siggi, das ist Verschwendung! Also Siggi mach die Bremse raus und lass die Photovoltaikanlagen wieder mit Höchstgeschwindigkeit in das öffentliche Netz einspeisen.

Dann wäre ich auch bereit nicht schon morgens (siehe roter Punkt 1!) meine Batterie zu beladen sondern erst mittags dann wenn angeblich das Netz (das Netz, das Netz, das Netz) von Solarstrom überstrapaziert wird. Ich könnte das steuern an meinem Kraftwerk!!! Wir sollte kooperieren Siggi! Ich könnte dann auch meine Batterie dann „entleeren“ wenn das lokale Netz den Strom braucht und nicht erst nachts wenn ich meine 50 bis 90 Watt Leistung in meinem Haus aus der Batterie befriedige. Siggi, wir sollten kooperieren! Du musst es nur wollen im neuen EEG 2.0!

Dann meiner letzter kleiner Hinweis die 20 Minuten sind gleich um. An diesem sonnigen Sonntag hab ich ca. 11 kWh verbraucht aber mehr als 48 kWh produziert. Es ist an der Zeit diesem Umstand gerecht zu werden. In der Tages Summe habe ich also Strom exportiert. Auf das Jahr gerechnet sieht die Bilanz genauso aus. Ich produziere mehr Strom wie ich verbrauche. Warum soll ich mir deshalb noch Strom kaufen? Siggi ändere das! Ich baue den rücklaufenden Stromzähler ein und am Jahresende will ich nur für meinen eingespeisten Strom eine Vergütung mehr nicht. Das wär’s dann Siggi so einfach wäre es. Jetzt würde mir Siggi natürlich von den fehlenden Einnahmen erzählen, wenn der Eigenverbrauch sich an der Finanzierung der fixen Kosten nicht beteiligt. Da hätte ich dann nochmal zwei Minuten zusätzliche Antwortzeit!

Natürlich bin ich für die „Besteuerung des Eigenverbrauchs“ von solarer Strahlung. Aber natürlich nicht nur reduziert auf die Besteuerung von Sonnenstrom sondern auch von Solarer Wärme! Ich fordere sogar die Besteuerung der „ungenutzten Solarenergie“ auf der Fläche meines Grundstücks! Das hab ich natürlich alles schon mal geschrieben aber im persönlichen Gespräch mit Siggi müsste ich das natürlich nochmal anmerken. Ja, ja 20 Minuten mit Siggi das wär’s, aber ich erfahre momentan leider dass die Politik mit solchen Graswurzlern nicht reden möchte. Was soll’s, „Leben, Lieben, Lachen“ ich hör jetzt auf vom Siggi Talk zu träumen und setz mich auf meine Sonnenterasse!

Wie sagte schon großer Trainer von Bayern: „Speicher voll!“ um 9:46 Uhr.
2014 03 27 Ertrag

5 Gedanken zu „Hallo Sigmar,

  1. Achim

    Btw: Wärs technisch denn machbar die Einspeisung über 70% autom. zu einem Elektro-Heizstab im Warmwasserspeicher zu leiten und dort zu verbrauchen? Immerhin kostet Heizöl 8Ct/kwh und bis daraus Wärme erzeugt wurde sind s 10-11Ct. Der Überschussstrom der PV oberhalb 70% wär aber praktisch umsonst.

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    1. Erhard Beitragsautor

      Hallo Achim,

      das macht bei mir keinen Sinn.
      a. Ich habe seit über zwanzig Jahren eine solar Thermische Anlage auf dem Dach. Mein Speicher wird an solchen Tagen an denen die PV Spitzenleistung bringt sowieso durch die Kollektoren erhitzt.
      b. Der Gleichstrom von den Modulen wird erst im Wechselrichter gekappt! Ich müsste also in den Wechselrichter eingreifen? Ich kann das sowieso nicht. Wen ich damit beauftragen sollte wüsste ich nicht. Ausserdem würde die Garantie des Wechselrichters sich sicherlich erübrigen.
      c. Diese unsinnige politische Vorgabe muß weg. Wir sollten uns deshalb keine Gedanken machen wie wir politischen Unsinn durch Technik sinnvoll machen.
      d. Fairerweise muß ich noch sagen, ich hätte ja eine Eingriffsmöglichkeit für das EVU einbauen lassen können. Die Investition (ich meine es wären dreihundert Euro??? gewesen) wollte ich aber nicht tätigen… Aber auch hier Geld ausgeben für technischen Unsinn wegen dummer Politik mache ich nicht!

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  2. Rainer

    Hallo Achim,

    Der Gedanke VOR ! dem Wechselrichter – also auf der Gleichstromseite – Leistung „abzuzapfen“ ist mir auch schon gekommen. Es müsste „grundsätzlich“ möglich sein. Heizstäbe sind rein ohmsche Widerstände und begrenzen selbst den durchfliessenden Strom. Was eine „Herausforderung“ sein könnte ist der Schalter der diesen Gleichstrom schalten muss.

    Abhängig vom „Stand der Dinge“. Überhaupt, warum nicht möglichst viel VOR dem Wechselrichter nutzen ? Bislang gehen wohl die meisten PV-Betreiber davon aus, sie „müssten“ ins Netz einspeisen. Was davon (von der augenblicklichen Leistung) „ins Netz abwandert“ hängt erst einmal von der „Abnahme“ des eigenen Hausnetzes ab. Sehr schön sichtbar am geeigneten Smartmeter. Manchmal „fließt“ da überhaupt nix ins Netz. Nein, nein die Sonne scheint kräftig.

    Die Frage ist, wie könnte ein solches auf maximalen Selbstnutzen ausgelegte Anlage aussehen ? Inklusive der gültigen DIN / VDE Vorschriften – selbstverständlich. Kein noch so „abstruser Gedanke“ in diesem Zusammenhang sollte ungedacht bleiben. Mit meinem Dachstrom bin ich eigen – mein Strom soll eben nicht jeder bekommen. Nur Freunde bekommen von meinen selbstgezogenen Tomaten etwas ab ! So überlege ich ernsthaft, wie könnte ich die halbe PV ausschließlich meinen eigenen „Bedürfnissen“ widmen ? Einfach abmelden was ja zumindest Gabriel der besondere Freund aller Sonnenflüsterer nicht will 😆

    Ach ja mir ist es völlig gleichgültig ob die so genutzte Energie diesen oder jenen Preis hat. Erstens ist sie ohne jemandem etwas wegzunehmen völlig umsonst, aber eben nicht nutzlos. Zweitens wenn ich mich so immer noch warm duschen kann, ist sie wiederum sehr wertvoll für mich. Auch wenn es mich wärmt / oder kühlt ! was ich da über allerlei Technik eben mal vom Dach hole isses einfach nur schön – das war Drittens….

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  3. Achim

    Hallo Rainer
    Wenn man nichts ins Netz einspeisen will (bei mir erst nach 5 Jahren möglich weil ich die Umsatzsteuer nicht ans Finanzamt zurückzahlen möchte) kann man die 70%-Begrenzung im WR auch rausnehmen. Das würde die techn Verwirklichung sicher vereinfachen. Natürlich darf die PV-Anlage nicht zu groß, der Boiler nicht zu klein sein damit auch im Sommer nichts verloren geht. Oder man hat bis dahin ein Elektroauto und dadurch einen höheren Eigenverbrauch.
    Wer seine PV aber 2012 oder vorher installiert hat wird auf die Vergütung eher nicht verzichten wollen. Schade daß es bisher noch kein praktisches Beispiel zu diesem el. Heizstab gibt.

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  4. Rainer

    Hallo Achim,

    „mit nichts ins öffentliche Netz einspeisen“ meine ich das „imaginäre Ziel“ soweit es meine eigentlich zu große PV angeht. Jeder, daran ändert auch das Finanzamt nix, versorgt sich erst mal selbst aus seiner Anlage – allerdings nur dann, wenn der eigene Haushalt gerade Bedarf hat. Ob das so bleiben wird ist die Frage. Ohne es zunächst exakt bestimmen zu können (wenn es dafür keinen extra Zähler gibt oder ein Register im Smartmeter), wird denen – so man sie politisch lässt – sehr schnell ein Rezept dafür einfallen. Ein Pauschale, xx % zum Verbrauch aus dem Netz wäre da schon denkbar. Später exakt über geeignete Zähler (was sowieso eine EU-Vereinbarung entspricht). Unsere Gegenseite hat längst noch nicht alle „Folterinstrumente“ auf den Tisch gelegt. Übrigens 2011 die Einspeisevergütung liegt mit dem allgemeinen derzeitigen Strombruttopreis bereits nahezu gleich auf. Nach und nach werden auch frühere Inbetriebsetzungen in diesen Bereich rutschen.

    Was Dir wohl unbekannt ist, ich zahle für meine Selbstnutzung bereits 19% MwSt – fehlt nur noch der „Rest“ der Umlagenbelastung damit auch eine solche kWh mit ~+49% belastet wird. Wenn ich das legal mindern könnte, wäre ich höchst erfreut, auch wenn ich dann wie jeder andere den Betrag dem die MwSt zu Grunde liegt, nicht mehr oder einen weit geringeren bekomme.

    Was noch völlig unklar ist, habe ich eine wie immer geartete Verpflichtung alles was (bei mir 12kWp) erzeugbar ist einzuspeisen, um dann rein rechnerisch selbst erzeugte Anteile sozusagen mit Steuern belastet zurückzuerhalten ? Fällt ein Teil der Anlage aus, muss ich den dann reparieren um die höchst mögliche Leistung (aus kWp) wieder liefern zu können ? Bei verschmutzter Anlage (die ich ja reinigen könnte) verzichte ich (grob) fahrlässig auf den maximalen Ertrag ?

    Diese zugegeben etwas seltsam klingenden Fragen, ergeben dennoch Sinn, wenn ich einfach vor dem Energietransfer zu den Zählern, „irgendwo“ vor oder auch nach dem Wechselrichter etwas „abgreife“. Metaphorisch ausgedrückt, einige selbstgezogene „Tomaten“ gleich selbst verspeise und „nur den Rest“ auf den Markt liefere um sie dann preisgemindert, aber mit MwSt-Zuschlag zurückzukaufen. Kann das „Sünde“ sein ? Diese Frage geht selbstverständlich an alle !

    Nun die technische Seite. Hatte ich doch geschrieben „Heizstäbe sind rein ohmsche Widerstände und begrenzen selbst den durchfliessenden Strom.“ Klar, die Spannung mit der ich an den Heizstab herangehe sollte selbstverständlich dessen Nennleistung angemessen sein – sprich eine Spannung aufweisen die dem Teil zuträglich ist. Das, falls „U“ zu hoch könnte eine Reihenschaltung das Notwendige bewirken. Inwieweit alles was direkt hinter dem Wechselrichter „abgegriffen wird“ illegal sein könnte, schließlich endet die Leitung an einem verplombten Zähler, müsste zuvor noch geklärt werden. Schön wäre es ja, dort ist die jeweils richtige Spannung und dank der Verbindung zum öffentlichen Netz auch die synchronisierte Frequenz vorhanden.

    Eine andere Lösung wäre noch ein Wechselrichter an den Modulen, der lediglich (am öffentlichen Netz vorbei) einen Teil des eigenen „Hausnetzes“ versorgt. Dort könnte sich gleich auch der el. Speicher befinden. Wird da nix mehr gebraucht, geht’s einfach weiter zum netzgekoppelten Wechselrichter. Klingt aufwendig und teuer, isses sicher auch, aber da ich sowieso mir einen Speicher zulegen möchte, möchte ich andererseits für diesen Aufwand nicht auch noch brav weiter die „Obendrauf MwSt“ entrichten müssen. SMA hat ja so ein Gerät (für nur eine Phase) „Sunny Backup 5000“ genannt. Ist allerdings anders gedacht als ich das haben möchte.

    Quelle „SOLARANLAGEN PORTAL“

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