Atomkraftwerke zu Bratpfannen!

Auch wenn bei mir gerade der Dampf aus den Ohren kommt, möchte ich mir heute nochmals das 2. Infoforums Protokoll anschauen. Es geht um das Freimessen von radioaktiv verstrahltem Material aus den Atomruinen von Biblis. Klar ist nachdem die beiden Atomruinen noch nicht einmal 40 Jahre lang Strom produziert haben, müssen wir die radioaktiv verstrahlten Materialien noch lange, lange, lange sorgfältig behandeln. Unter Punkt 2.1 kann die Präsentation mit dem Titel “Gibt es eine ungefährliche Dosis?” angesehen werden. Ich verweise auf Folie 4 “Biologische Wirkung ionisierender Strahlung”. Da wird von direktere Schädigung von Biomolekülen, Bildung von chemischen Radikalen, absterben von Zellen, Organen, Organismus und DNA Brüchen, Mutationen: Kanzerogenese gesprochen. Da dieses Infoforum ja auf Jahrzehnte die Bürger rund um die Atomruinen informieren soll, frage ich mich was der Bürger der sich Folie 4 anschaut mitnehmen soll? Es kann anscheinend eine Menge passieren wenn Mensch Radioaktivität ausgesetzt ist.

Die Mitarbeiter in den Atomruinen dürfen nach der Info aus Folie 11 das 20-fache an Verstrahlung im Jahr erhalten. Na gut wenn diejenigen das Risiko bewusst eingehen kann ich es akzeptieren. Dass für die nichtsahnende Bevölkerung auch ein Grenzwert festgelegt werden muss ist auch klar und ich kann nicht mitreden wie hoch dieser sein sollte. Aber was mir auf den Keks geht sind die freigemessenen Materialien denen ja noch eine gewisse Radioaktivität anhaftet. Laut den Verlautbarungen auf dem Infoforum werden diese Materialien wenn sie “freigemessen” sind in den ganz normalen Wertstoffkreislauf eingebracht.

Da werde ich kribbelig! In Obrigheim werden freigemessene Materialien auf der ganz normalen Bauschuttdeponie abgeladen. Wo werden denn die Materialien von den Atomruinen in Biblis abgeladen? Gibt es da schon einen Plan? Wäre doch mal nett zu erfahren, welche Kommune von diesen Hinterlassenschaften noch lange was haben. Aber es ist ja nach atomrechtlicher Betrachtung kein radioaktiver Stoff mehr sondern Hausmüll. Also alles prima.

Die freigemessenen Metalle sollen natürlich dem Wertstoffkreislauf zugeführt werden. Na prima, dann werden tatsächlich aus den Metallrohren aus den Atomruinen in Biblis Bratpfannen! Die kriegt der Ökobewußte Kunde dann bei Alnatura um sein Biogemüse mit fettarmen Zutaten zubereiten zu können. Vielleicht spart er dann mit den ganz, ganz leicht radioaktiven Pfannen auch noch Energie beim Braten?

Nö, so nicht! Ich meine wir sollten den Bauschutt aus den zurückgebauten Atomkraftwerken nicht in Deutschland unkontrolliert streuen. Dieser radioaktive Dreck sollte auf eigenen Deponien so lange gelagert werden bis nix, aber auch gar nix mehr gemessen werden kann. Ansonsten werden in Zukunft die Verbrauchermärkte an ihren tollen Kassen nicht nur den Barcode scannen, sondern wir werden an diesen Verkaufsstationen Messstationen erhalten die dem verehrten Kunden die Informationen gibt die er möchte. Ob da die Radioaktivität der letzte Wert wäre oder nur der Anfang weiß ich auch nicht. Aber das Vertrauen der Verbraucher schwindet immer mehr und keiner traut keinem mehr und das ist aus meiner Sicht derzeit auch berechtigt. Ich vertraue dem Infoforum in Biblis nicht viel…

Sind Bananen radioaktiv?

Anscheinend ja!
Wobei natürlich es wie bei allen Meldungen bei denen es um Radioaktivität geht, sofort der Standartsatz: “Für die Bevölkerung besteht keinerlei Gefahr” folgen muß. Ich bin jedenfalls froh, dass wir nicht in einer Bananenrepublik leben und in der Obstabteilung werde ich in nächster Zeit einen weiten Bogen um die Bananen machen. Wie komme ich zu dieser Vorsichtsmassnahme.

Nun ich war ja auf dem 2. Infoforum zum Rückbau der zwei Atomruinen in Biblis als Zuhörer. Dort wurde vom Dr. Kraus vom Hessischen Ministerium für Umweltschutz, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz versucht zu erklären was es mit den Grenzwerten auf sich hat.

Zuerst mal, ich hab es nicht verstanden. Muß ich auch nicht! Weil ich keine 110 Bananen im Jahr esse und selbst wenn ich es täte ware das “unerheblich”, “allgemeines Lebensrisiko” und kann “außer Acht gelassen werden” so stehts jedenfalls auf Folie Nr. 12 vom Dr. Kraus.
2014 07 28 radioaktive Bananen

Mein Problem ist, ich hab zwar den Vortrag gehört die Unterlagen wurden aber erst drei Wochen später im Internet veröffentlich. Laut Geschäftsordnung sollten Präsentationen zwar vor den Sitzungen den Beteiligten des Infoforums (nicht den Bürgern wo kämen wir da hin!) zur Verfügung gestellt werden. Die Beteiligten hatten natürlich die Präsentation auch nicht früher erhalten. Warum auch! Ist doch nur eine Infoforum’s Show und die “must go on”.

Schön dass auch meine Anfrage bezüglich des hundertfach erhöhten Messwertes beantwortet wurde! Ja ihr lest richtig inzwischen kann ich sagen, der Messert war 100 mal höher wie die regelmäßig gemessenen Werte. Wieso fragt sich der geneigte Leser? Ich hatte ja die Messwerte schon mal veröffentlicht. Auf der grafischen Übersichtsseite wird der Messwert bei 0,4 Millisievert gekürzt, wenn man die Einzelwerte anklickt sieht man den Stunden Mittelwert von 1,625 Millisievert aber wenn dann der Wert des 10 Minuten Messintervall von 14:40 Uhr herangezogen wird dann wurden da 9,314 Millisievert gemessen. (Da sind wir dann bei ca. 100 Bananen? Oder?)

Aber keine Angst das “Hessischen Ministerium für Umweltschutz, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz” hat auf meine Anfrage hin (Monate nachdem dieser Messwert gemessen wurde!) in Rheinland-Pfalz beim “Ministerium für Wirtschaft, Klimaschutz, Energie und Landesplanung” angefragt. Kein Problem haben die gesagt. Technisches Problem mit der Datenübertragung! Ist ja interessant, ich sehe öfter in diesen Veröffenltichungen Probleme bei der Datenübertragung, dann sind keine Messwerte vorhanden! Aber natürlich bin ich ja nur Laie und esse auch keine Bananen (ich rauche auch nicht!) und somit kann ich keine Ahnung von Radioaktivität haben.

Trotzdem technisches Problem? Falscher Wert den das “Ministerium für Wirtschaft, Klimaschutz, Energie und Landesplanung” aus Rheinland Pfalz einfach so falsch im Netz stehen läßt ohne eine Kennzeichnung dass dieser Wert Mist ist? Na ja was solls das liest ja doch keiner…

Interessant ist dann aber doch schon dass öfters Messwerte fehlen. Sind wohl auch technische Probleme bei der Datenübertragung.

Natürlich hat sich das “Hessischen Ministerium für Umweltschutz, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz” auch viele Gedanken Vermutungen angestellt. Die könnt ihr hier auf Folie 5 unter dem Titel “Aufklärung Sachverhalt” anschauen.

Die Vermutungen werden natürlich nur vermutet und erst gar nicht versucht die Vermutungen zu entkräften.
Boah, ein “Jodpatient in der Nähe der Sonde?” Ich wußte gar nicht, dass ich solch gefährliches Material im Haus lagere oder sind diese Jodtabletten ungefährlich? Oder muß ich die radioaktivität mit den Bananen addieren?

Die Vermutung nach einem vorbeifahrenden Düngemittelzug ist da schon spannender. Könnte es auch ein vorbeifahrender Atomtransport gewesen sein? Nicht nur mit dem Zug sondern auch mit dem LKW? Oder ist es sogar ein Schiff gewesen?

Eines ist sicher und das glaube ich auch. Dieser erhöhte Wert hat seine Ursache nicht in den beiden Atomruinen in Biblis gehabt. Aber die Lockerheit mit der das “Ministerium für Wirtschaft, Klimaschutz, Energie und Landesplanung” aus Rheinland Pflaz und das “Hessischen Ministerium für Umweltschutz, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz” an den Tag legen ist schon bewunderswert. Da merkt man richtig, wir leben in keiner Bananenrepublik, auch wenn ich glaube so ein klein wenig Banane sind wir doch alle! Oder?

Das Infoforum hat mich mit seinen “Fachvorträgen” nicht beruhigt und seinem fachchinesisch auch nicht überzeugt sondern ich glaube die Ministerien sind an den Konzernen näher dran als an den Bürgern…

Sollte sich irgendjemand noch mehr verwirren lassen, dann empfehle ich die Seite des “Hessischen Landesamtes für Umwelt und Geologie”  deren Musterdaten sind sooo schöön und man kann sich barrierefrei umschauen!

Verdammt noch mal ich will die Messdaten aus den vier Messstationen um die Atomruinen rum zeinah ohne Wertmittlung im Internet stehen sehen…

Forschung Solarenergie

ralosHistory 26.10.2008 (erste Veröffentlichung)

Für junge Menschen werden wir oft gefragt ob es denn auch noch Arbeitsplätze in der Forschung gibt. Hierbei verweise ich gerne auf den Forschung Verbund Sonnenenergie (FVS) einem Zusammenschluss von außeruniversitären Forschungsinstituten die zusammen ca. 80% der Forschungskapazität für erneuerbare Energien in Deutschland abdecken. Wobei man gleich anmerken muss, dass die Förderung für erneuerbare Energien und für rationelle Energieanwendungen zusammen noch nicht einmal die Fördersumme erreichen die für die Beseitigung von kerntechnischen Anlagen ausgegeben werden.

Eigentlich ein Skandal !!!

Im FVS sind ca. 1.800 Forscher verbunden die sich um die solare Zukunft kümmern. Die Verteilung welches Institut sich um welches Thema kümmert habe ich auf folgender Folie entdeckt. (Ups da hatte ich die Folie vergessen hochzuladen…)
2008 10 26

Wie man sieht gibt es äußerst spannende Themen die für junge Forscher zur Auswahl stehen und wir werden jedes dieser Themen in Zukunft brauchen. Deshalb wäre es angebracht diese Forschung mit mehr Geld auszustatten. Jungen Menschen eine vernünftige Zukunft zu geben und uns dem Handwerk noch bessere Produkte für den täglichen Einsatz liefern. Auf geht‘s Jungs und Mädels, bewerbt euch beim FVS und in ein paar Jahren sehen wir uns wieder bei Ralos.

Sonne, Grips und Chips statt Kohle, Gas und Öl

ralosHistory 22.10.2008 (erste Veröffentlichung)

Während die Banken ihre Luftschlösser neu schätzen lassen und dabei feststellen, dass Otto Normalverbraucher für die nicht mehr vorhandenen Werte aufkommen muss wird bereits die nächste Milliardenrechnung vorbereitet.

Konjunkturpaket genannt!

Unser Wirtschaftsminister Glos haut ein Bündel an Maßnahmen raus um die Konjunktur anzukurbeln. Krankenversicherungsbeiträge an der Steuer absetzen, Senkung der Einkommensteuer außerdem die Automobilbranche unterstützen und man staune die Förderung von energieeffizienten Gebäudesanierungen.

Von allem etwas – Kraut und Rüben - ohne Konzept eben.

Herr Glos wie wär‘s mit folgendem: Wir sparen Kohle, Gas und Öl mit Sonne Grips und Chips.
Die Kohle dafür stellt der Staat zur Verfügung.

1,1 Milliarden Euro für 10.000 Energieberater bei Hartz IV Empfängern
2,1 Milliarden Euro für 800 Umweltberater von Städten und Gemeinden
0,9 Milliarden Euro um 1.000 Bioenergiedörfer anzustoßen
1,7 Milliarden Euro für 100 Rechtsanwälte die Hindernisse bei der dezentralen Energieversorgung ausräumen
2,6 Milliarden Euro für die Ausbildung von Fachkräften der erneuerbaren Energien
1,3 Milliarden Euro für 10 Städte die Car2Go aber mit Elektro Smarts machen
0,7 Milliarden Euro für die ökologische wieder Belebung von 10.000 Wasserkraftwerken
1,8 Milliarden Euro für 100 tiefen Geothermie Projekte
0,8 Milliarden Euro für 500 Forscher die dem Forschungs Verbund Sonnenenergie zuarbeiten
1,4 Milliarden Euro für die Entwicklung und Umsetzung von Smart Grid‘s
1,9 Milliarden Euro für die Abschaltung von Atomkraftwerken und deren Abbau.

Mit den Einsparungen beim Import von Kohle, Gas und Öl kann dieses Konjunkturpaket locker finanziert werden. Außerdem wären alle Personen die an diesen Projekten mitarbeiten später weltweit gesuchte Fach-Experten.

Lasst uns statt Luftschlösser Sonnenburgen bauen.

P.S.: Alle Zahlen hab ich bei einem Kaffee (mit Milch und Zucker) geschätzt. Wer genauere Zahlen braucht sollte einen Gutachter (1,35 Millionen Euro) beauftragen. Oder mir ne Donauwelle und zwei Tassen Kaffee zukommen lassen…

Endlich mal wieder ein Prospekt für eine Windradbeteiligung

Was waren das noch Zeiten in denen ich fast wöchentlich Prospekte für Windparks bekommen habe. Inzwischen sind so viele Investoren unterwegs, dass die Projektierer sich seltenst die Mühe machen mit Prospekten um weitere Mitstreiter zu suchen. Jetzt kam mal wieder so ein Prospekt. Ich kann leider momentan das Angebot nicht prüfen aber allein der Name Matthias Kynast reicht aus, damit ich jedem dieses Projekt jedem unbesorgt empfehlen kann. Seit 1994 mischt Matthias die Windszene mit seinen Projekten auf. Unter seiner Windinvestor Seite findet ihr Infos zu all seinen Projekten. Wer sich also als Kommanditist an einer Enercon Windkraftanlagen in Dautenheim beteiligen möchte dem empfehle ich sich schnellsten dort zu informieren. Das tolle Prospekt macht richtig Appetit! Da dieses Projekt ein Repowering Projekt ist kann Matthias auf Ertragsdaten der alten Windmühle zurückgreifen. Also schaut es euch an und wer schnell ist kriegt sicherlich auch noch einen Anteil.
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Für diejenigen die sich Offline bei den Projektierern informieren möchten gibt es nach guter “Old school” einen Info Abend die Termine könnt ihr hier erfahren.

 

Wenn Renè die Windkraftgegner in Stephanshausen rockt!

Gestern hab ich die 6 Hürden der Windbranche in Hessen aufgezeigt. Heute veröffentliche ich eine Rede die in Stephanshausen vom “ausgewiesenen Fachmann” dem  umweltpolitischen Sprecher der FDP Fraktion im hessischen Landtag gehalten wurde. Damit können sich die Windfreunde ein Bild machen, was ihnen auf dem Windbranchentag entgangen ist. Da hat ja die FDP gekniffen und stellte sich dem Forum aller im hessischen Landtag vertretenen Parteien nicht. Deshalb nochmals auch aus meinem Blog recht herzlichen Dank an Janine Wissler, Timon Gremmels, Peter Stephan und Frank Kaufmann dass ihr euch die Zeit genommen habt.
Jetzt aber zu der Lästerrede des umweltpolitischen Sprechers der FDP hier mal ein paar Auszüge:

“Es gibt Menschen die verdienen sich damit dumm und dämlich!”
“Es geht um ganz Deutschland”
“Die Windradlobby wird diesen Kampf verlieren!”
“Windräder rechnen sich nur durch Subventionen!”
“Kein Windrad in Hessen hilft dem Klimaschutz.”
“Die Projektierer machen ihr Projekt und streichen das Geld ein.”
“Kasse machen auf Kosten der Natur.”

Herr Rock dies ist kein Kampf sondern die Energieversorgung der Zukunft. Dass der Rocker angehimmelt wird kann man bei der Ansage erkennen:
“Ihm muss man glauben”.
Liebe Windkraftgegner ich glaube dem Rock nicht. Wir hatten schon mal einen Energie Heilsverkünder von der FDP, der den Windbaum propagierten. Ach so die jüngeren von uns haben davon noch nichts gehört? Ja es war damals im Jahr 2001 und sogar das Internet hat diesen Ausflug der FDP vergessen. Nein doch nicht eine tapfere Homepage hat diesen Schwachsinn noch dokumentiert. Der SFV kennt den Windbaum noch und hatte damals schon einen netten Vergleich aufgestellt. Das moderne Verkehrskonzept sollte auf “fliegende Teppiche” basieren…

Jetzt aber endlich zu dem “enorm wichtigen Redebeitrag”

Da bleibt euch wohl die Spucke weg! Der Renè freut sich schon auf den “Treckerumzug”. Im HR Video wird daraus eine Straßenblockade! Auch hier mein Dank an Timon Gremmels dass er gegen die lächerliche Micky Maus Graphik in diesem Bericht interveniert hat. Ein öffentlich rechtlich finanzierter Sender sollte sich solche verzerrenden Grafiken sparen. Die Vergleiche mit Protesten bei Castortransporten wie sie im HR Bericht gemacht wurden sind absolut lächerlich. Ich war schon bei Castortransporten und sage euch die Treckerchen die da in Stephanshausen rumgefahren sind ähneln eher einem Fastnachtsumzug (da bin ich auch Experte!) und haben nichts aber auch garnichts mit einer Castorblockade zu tun. Dass diese “Eskalation” der Sprache überhaupt stattfindet hat natürlich was mit den Sprüchen von Volker Bouffier zu tun. Er hat ja die Windgegner geradezu aufgefordert diese Art des Protestes anzuwenden…

Anmerkungen des Sonnenflüsterer:
Da auch ich schon Einnahmen durch Windräder hatte, suche ich einen Arzt der mich (natürlich kostenlos) untersucht ob auch ich mich schon “dumm und dämlich verdient habe”. Diese Vorsorgeuntersuchung wäre mir schon sehr wichtig!
Zum Hunderttausendstenmal, die Förderung der Erneuerbaren Energien sind keine Subventionen selbst wenn dies der einfach denkende Renè so selbstverständlich sagt.

Zum Schluss möchte ich noch anmerken, dass ich die Windvorrangflächen in Stephanshausen “nur” kurz auf einer Folie (Windbranchentag!) gesehen habe. Auf diesen “ersten Blick” halte ich diese Ausweisung auch für Diskussionswürdig! Aber das Ziel 2% der Landesfläche auszuweisen muss natürlich erfüllt werden, egal wen der Renè noch alles rockt.

Die 6 Hürden der Windbranche in Hessen

Gestern war ich in der Fachhochschule in Frankfurt auf dem 3. Hessischen Windbranchentag des Bundesverband Wind Energie. Wie bereits geschrieben hatten wir ein volles Programm und auch der Zuspruch war enorm. Die Bude war voll bis auf den letzten Platz und wir mussten noch Stühle organisieren!

Einen Bericht in der Frankfurter Neuen Presse hab ich schon gefunden.

Schön dass sich alle im hessischen Landtag vertretenen Parteien den Fragen der Hessischen Windbranche gestellt haben. Alle bis auf die FDP! Die konnte (wollte…) nicht. Heute kommentiere ich dieses Verhalten nicht, aber demnächst keile ich da schon nach! ;-) Versprochen…

Wichtiger ist die 6 Hürden der Windbranche in Hessen auch meiner interessierten Leserschaft zur Verfügung zu stellen. Die hatte Florian Häuser in seinem 20 minütigen Vortrag präsentiert. Florian ist im Hessischen Landesvorstand des BWE Schriftführer und im Vorstand des Südhessischen Regionalverbandes.

In den nächsten Tagen werde ich auch auf die anderen Vorträge noch eingehen. Alle Vorträge sollen auf der Website des BWE veröffentlicht werden. Ich freu mich drauf.

EEG Rätsel für Fortgeschrittene

In vielen Softwareprogrammen werden ja besondere Rätsel versteckt die von den Programmierern dort hinterlegt wurden. Dem Solar Förder Verein (SFV) ist es jetzt gelungen im aktuellen EEG solch ein Rätsel zu finden. Da dieses Rätsel eine harte Nuss ist suchen wir Rätselfreunde aus ganz Deutschland die sich an der Lösung des Rätsels beteiligen. Natürlich lässt es der Sportsgeist nicht zu, einen der Bundestagsabgeordneten zu fragen die für dieses Gesetz stimmten. Denn die müssten es doch wissen oder? Wenn es aber jemand trotzdem macht wäre ich ihm auch nicht böse, bei mir steht heute und morgen der Windbranchentag auf dem Terminkalender deshalb geht es bei mir nicht…

Jetzt aber zum Rätsel:

Es geht um das aktuelle EEG (Seite 34 unten)
§ 61 EEG Umlage für Letztverbraucher und Eigenversorger
(4) Für Bestandsanlagen, die bereits vor dem 1. September 2011 in Betrieb genommen worden sind, ist Absatz 3 anzuwenden mit den Maßgaben, dass

1. Absatz 3 Satz 1 Nummer 3 nicht anzuwenden ist und
2. Absatz 3 Satz 2 Nummer 3 nur anzuwenden ist, wenn
a) die Anforderungen von Absatz 3 Satz 1 Nummer 3 erfüllt sind oder
b) die gesamte Stromerzeugungsanlage schon vor dem 1. Januar 2011 im Eigentum des Letztverbrauchers stand, der die Privilegierung nach Absatz 2 in Anspruch nimmt, und die Stromerzeugungsanlage auf dem Betriebsgrundstück des Letztverbrauchers errichtet wurde.

Zitatende! Alles klar? Dann kann einem Sonnenflüsterer der “nur” über eine mittlere Reife verfügt sicherlich irgendjemand erklären was mit diesem Gesetzesdeutsch gemeint ist, oder?

Oder sollte es einfach nur Quatsch sein? Dass kann ich mir nicht vorstellen, dass Frau Merkel und Herr Gabriel so etwas dulden würden.

Slurry – Wertvoller Schlamm?

ralosHistory 21.10.2008 (erste Veröffentlichung)

Slurry so nennt man das uneinheitliche Stoffgemisch das beim zersägen des Ingots (Silizium Barren) in Scheiben (Wafer) benötigt wird. Dieses Slurry besteht aus Glykol oder Öl und Siliziumcarbid-Körner. In der Fertigungskette des Solarmoduls ist das zersägen des Ingots die verlustreichste Fertigungsstufe. Bis zu 40% des Solarsiliziums geht beim Sägen in den Slurry über. Auf das Recycling dieses Stoffgemisches hat sich die Fa. SIC Processing AG spezialisiert. Bis zum Jahr 2010 soll die weltweite Kapazität von 78.000 tonnen auf 238.000 tonnen erhöht werden.

Das zersägen des Ingots darf man sich nicht mit einer hin und her Bewegung vorstellen, sondern ein Draht der ca. 400 km lang ist wird durch den Ingot gezogen. Bis der Ingot in Wafer zerschnitten ist, dauert es zwischen 5 und 7 Stunden. Der Draht erreicht eine Geschwindigkeit von 10 bis 15 m/Sekunde das sind immerhin 36 – 54 Stundenkilometer…

Die Fa. SIC Processing AG bereitet den Slurry wieder auf und gewinnt daraus Siliziumcarbid zu 75 bis 90% und Glykol zu 85 bis 95% in hoher Reinheit zurück. Außerdem werden die kleinen “Sägespäne” die vom Verschleiß des Drahtes entstehen aus dem Slurry komplett entfernt. Es ist klar, dass sich dadurch die Gestehungskosten der Solarzellen verringern.

Das Ziel muss aber sein das Solarsilizium zurückzugewinnen. Aber leider ist das Solarsilizium ein Bestandteil der Feinfraktion und zur Behandlung dieses “Schlammes” fehlt derzeit noch ein wirtschaftliches Verfahren.

Aber nicht jeder Modulhersteller hat das Slurry Problem die Fa. Evergreensolar mit ihrem besonderen String Ribbon Verfahren kennt kein Slurry…

Photovoltaik auf dem Acker für Elektromobilität

ralosHistory 15.10.2008 (erste Veröffentlichung)

Wenn wir mal ein paar Jahre in die Zukunft schauen und die Emotionen bezüglich der Diskussion Tank oder Teller raus sind wird man folgendes zur Kenntnis nehmen müssen.

Photovoltaikstrom vom Acker hält die Menschheit mobil.

Wie effizient Photovoltaik auf dem Acker sich darstellt kann man in der Statistik von Tomi Engel
Hektar Mobilität

von der Deutschen Gesellschaft für Solarenergie e.V. (DGS) sehen. Während nur 1,2 PKW mit Rapsöl von einem Hektar Land ein Jahr lang (14.000 km) fahren können, sind es mit Biogas schon 2,8 PKW’s. Wenn das gewonnene Biogas aus einem Hektar Ertrag zur Stromerzeugung und dann dieser Strom für Elektro Fahrzeuge genutzt wird dann fahren schon 5 PKW’s ein Jahr lang. Aber wenn man Photovoltaikmodule auf einem Hektar Land aufstellt und diesen Strom in Elektro Fahrzeuge verfährt, können 89 Fahrzeuge ein Jahr lang (14.000 km) fahren.

Wer sich diese Statistik zu Gemüt führt wird auch die Vorteile der Photovoltaik auf dem Acker erkennen. Wobei selbst wenn Module auf dem Acker aufgebaut sind ja noch nicht gesagt ist, dass dort nichts mehr wächst…

Dieses Szenario wird allerdings erst dann konkret wenn die entsprechenden Speichermöglichkeiten für Elektro Fahrzeuge gefunden sind.