Das Plug In System von S-I-Z

Die Solar to go Kampagne ist nur möglich weil es eine entsprechende technische Weiterentwicklung in der Photovoltaik gegeben hat. Wobei die Technik bei den größeren EEG Photovoltaikanlagen gang und gebe war! Weiterhin ist wichtig dass die Plug In Systeme ohne EEG Förderung installiert werden. Sie rechnen sich also, obwohl die kleinste Photovoltaik Einheit durch die anfallenden Fixkosten (u.a. Mini Wechselrichter, Vertriebskosten, Beratungskosten) natürlich nicht an die Kosten Effektivität der großen PV System ( z.B. 5 kWp Dachanlage :-) heran kommen können!).
Nur bei Plug In Modulen die mit einem Mini Wechselrichter ausgestattet und über einen Stecker an das Stromnetz angeschlossen werden können, war die VDE (VDE-AR-N 4105) konforme Absicherung nicht integriert. Dies führte vor allem im Jahr 2013 zu diversen Schreiben in denen die Plug In Technik als gefährlich propagiert wurden.
Da wird z.B. vor den “steckerfertigen Erzeugungsanlagen” von der Deutschen Kommission Elektrotechnik (DKE) gewarnt. Die EnBW informiert alle im Installateursverzeichnis der EnBW eingetragene Firmen, dass “Durch Fehler im integrierten Wechselrichter kann an den freiliegenden Kontakten des Steckers eine lebensgefährliche Spannung anliegen, die bei Berührung zu einem tödlichen Stromschlag führen kann.”

Mein persönlicher Favorit ist der Brief des Hessischen Ministeriums für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung (HmWVL) der seine Erkenntnisse an das Rheinland Pfälzische LDEW weitergibt. Das HmWVL schreibt von den Bayern und dem VBEW ab. Dieses Verfahren nennt man im Kindergarten “stille Post“.

Dass inzwischen (12.2.2014 siehe download Firma S-I-Z) vom Wechselrichter Hersteller AEconversion die Zertifizierung für die VDE-AR-N-4105 erfüllt wurde, wollen viele nicht akzeptieren. Die Firma S-I-Z hat dies aber erkannt und um den Wechselrichter ein vollständiges Plug In System entwickelt, dass aus meiner Sicht als “Solar to go” taugt.

Aber nicht nur der Wechselrichter ist neuartig sondern auch der Rahmen der 250 Watt Solarmodule. Dieser 60 mm Rahmen eignet sich besonders als einfache und kostengünstige Montage an den unterschiedlichsten Orten. Ob an der Fassade, Balkongeländer, Dach oder Terrasse es findet sich immer eine Möglichkeit mit Hammerkopfschrauben das Modul “Sturmfest” zu befestigen.

Da die Rechtslage derzeit noch unklar ist hat sich S-I-Z entschlossen nicht “serienmässig” an die Schuko Steckdose anzuschließen, sondern die Auslieferung des Plug In Systems erfolgt ohne den Stecker. Empfohlen wird für eine rechtskonforme Installation der Verwechslungssichere “Wieland Stecker”.Wieland Steckdose

Damit ist gewährleistet dass der “Plug In unerfahrene Betreiber” das Solarsystem an den falschen Stromkreis anschließt. In anderen Ländern ist man mit diesem Problem unkritischer und wir arbeiten daran. Aber vorerst ist die Situation so wie sie ist! Wer sich nicht diesen Vorgaben unterwirft muss das Plug In System auf eigene Verantwortung als Guerilla PV System betreiben. Mit Solar to go wollen wir aber die Legalisierung der Plug In Module erreichen, um zu einem Massenmarkt für Solar Plug In Systeme zu kommen. Ziel ist immer noch 100% Erneuerbare Energien und da gehören auch Mini Solarsystem dazu!

Die Firma S-I-Z propagiert zum Plug In Solarsystem noch den Akkuspeicher für die Steckdose. Dieses Produkt bewerbe ich in der Solar to go Kampagne nicht, da ich denke, dass jeder der möchte sich diese Batterie kaufen und über die Steckdose anschließen kann. Da gibt es aus meiner Sicht keinen rechtlichen Klärungsbedarf! Oder doch? Egal, ich kann mich nicht um alles kümmern.

Mein Thema ist die Photovoltaik so weit zu bringen, dass ein Solar to go System im vorbeihgehen gekauft und zuhause durch Laien (IKEA Prinzip) angeschlossen werden kann. Dies wird vom Plug In System der Firma S-I-Z erfüllt.

Ich möchte allerdings anmerken dass ich Solar to go pushe und wenn es weitere Plug In Systeme gibt die den Anforderungen der Netzbetreiber entsprechen würde ich diese Systeme auch hier im Blog aufführen. Da mir derzeit keine bekannt sind bleibt es erst mal dabei. Solar to go und das S-I-Z Plug In System stehen gemeinsam den Netzbetreibern auf den Füssen!

Plug In und die Bundesnetzagentur

So jetzt liegt mir eine schriftliche Stellungnahme von der Bundesnetzagentur zu den Plug In Modulen vor. Allerdings hab ich bezüglich der Netzeinspeisung über die “Steckdose” keine Rückmeldung erhalten sondern es ging nur um meine Frage: “Muss diese Mini Solaranlage tatsächlich bei Ihnen gemeldet werden?”
Kurz zusammengefasst heißt die Antwort “ja”. Jede PV Anlage muss gemeldet werden. Die Original Antwort der Bundesnetzagentur hier:

“Sehr geehrter Herr Renz,

herzlichen Dank für Ihre Anfrage.

Die Meldepflichten im PV-Meldeportal und im Anlagenregister bestehen unabhängig von der Anlagengröße und unabhängig davon, ob für den in der Anlage produzierten Strom eine finanzielle Förderung in Anspruch genommen werden soll.

Bitte beachten Sie auch weitere gesetzliche Voraussetzungen für den Betrieb von plug-in-Anlagen so zum Beispiel:

•    Jede Einspeisung muss einem Bilanzkreis zugeordnet werden, was sich aus dem Energiewirtschaftsgesetz und der Stromnetzzugangsverordnung ergibt. Zur Klärung dieser Fragen müssen sich Anlagenbetreiber an den zuständigen Anschlussnetzbetreiber wenden.

•    Das elektrotechnische Risiko der Überlastung des Hausnetzes darf nicht außer Acht gelassen werden: § 49 Energiewirtschaftsgesetz verlangt, dass die anerkannten Regeln der Technik eingehalten werden – diese sind bei einer Einspeisung hinter einem Zähler, der dafür nicht ausgelegt ist, nicht eingehalten.

•    Für Eigenversorger besteht unter Umständen eine Meldepflicht bei Bundesnetzagentur und den Netzbetreibern aufgrund zu entrichtender Umlagezahlungen.

Verstöße gegen einige der gesetzlichen Bestimmungen können zu Bußgeldern führen.

Ich hoffe, Ihnen geholfen zu haben und verbleibe…”

Man kann ja geteilter Meinung sein. Aber mich stören die Hinweise auf “unter Umständen … zu entrichtende Umlagezahlungen” und “Verstöße … können zu Bußgeldern führen.

Es wird also mal wieder angedroht mit Besteuerung des Eigenverbrauchs auch in Homöopathischen Grössenordungen die Solarfreunde zu verunsichern. Ebenso wird gleich die Bußgeldstrafe in die Diskussion gebracht.

Ich möchte auf meinen Kampf um den Rückbau der Atomruinen in Biblis verweisen. Dort gibt es kein Bußgeld wenn Radioaktivität austreten würde. Mich haben sowohl die RWE Mitarbeiter als auch die Mitarbeiter des Umweltministeriums verständnislos angeschaut als ich nachgefragt habe ob es solch ein Bußgeld gibt. In Biblis geht es um Gesundheitsschädliche Emissionen die von einem Konzern verursacht werden, bei Plug In um einen Verstoß gegen die Anmeldepflicht eines Bürgers.

Dem Plug In Bürger wird also bei den ( ca. 200 kWh jährlichem Eigenverbrauch) und einer EEG Umlage von derzeit ca. 6 Cent, ein maximal Betrag von 12 Euronen im Jahr die er als Umlage zahlen soll angedroht! Für was eigentlich?
Die Atomkonzerne drehen den Spieß um und lassen sich ihre radioaktiven Giftmischereien durch Klagen gegen Land und Bund noch vergolden.

Verhältnismäßigkeit? Ich glaube es nicht, wir sollten daran was ändern!

Einfach gesagt die politischen Mehrheit (CDU/CSU) muss gekippt werden. Ich benenne es so deutlich weil ich es Leid bin um den heißen Brei herumzureden!

Eins geht immer!

Ein Solarmodul kann jeder installieren oder installieren lassen! Deshalb habe ich mich in letzter Zeit so engagiert für die Realisierung von Solar to go eingesetzt. An jedem Haus, in jeder Mietwohnung ob Land oder Stadt ein Plätzchen findet sich immer um ein Solarmodul in der Größe 1 Meter auf 1,60 Meter pro Haushalt zu installieren. Jeder kann es und für jeden macht es Sinn! Ohne EEG Vergütung nur zur Stromproduktion für seinen eigenen Gebrauch! Die Sonne liefert die Energie und das Plug In Solarsystem wandelt die Sonne in Wechselstrom für den eigenen Haushalt. Ohne viel Papierkram, nur bei der Installation sind einige Dinge zu berücksichtigen.

Vor allem auf der elektrischen Seite sind einige Dinge zu beachten, aber wer es wirklich will der kann diese Voraussetzungen auch erfüllen.

Bei “Solar to go” verzichten wir bewusst auf die EEG Einspeisung indem wir das Solarsystem nicht fest mit dem Haus verbinden. Die Einspeisung erfolgt über einen Stecker. So kann jederzeit das Plug In Solarsystem von einem Mieter in die neue Wohnung mitgenommen werden. Einfach Stecker aus der Steckdose raus und das Solarsystem mitgenommen. Bisher haben wir einen “verwechslungsfreien” Stecker verwendet, der nur in die dafür vorgesehene Steckdose passt. In anderen Ländern ist es bereits möglich auch über eine Schuko Steckdose einzuspeisen. Bei unserer Installation haben wir eine Absicherung des Einspeisestromkreises von 16 Ampere auf 10 Ampere herabgesetzt. Damit erreichen wir, dass die Sicherung bereits bei einer Stromstärke von 10 Ampere auslöst! Der Stromkreis wird unterbrochen beim Überschreiten von 10 Ampere. Wenn es bisher möglich war an dieser Steckdose Geräte zu betreiben die eine Stromstärke von bis zu 16 Ampere benötigten, dann ist dies natürlich eine Einschränkung. Aus unserer Sicht aber eine akzeptable. Wenn das Plug In System bei Sonneneinstrahlung zusätzlich 1 Ampere zur Verfügung stellt könnte maximal Geräte bis zu 11 Ampere betrieben werden ohne dass die Sicherung auslöst. Da die verlegten Kabel bisher schon bis 16 Ampere ausgelegt waren kann es zu keiner gefährlichen Überlastung kommen. So jedenfalls verstehe ich die Sache…

Wir verwenden trotzdem noch einen “Einspeisestromkreis” also ein Stromkabel an dem nur eine Steckdose angeschlossen ist. Damit kann nur das Plug In Solarsystem an den Einspeisestromkreis angeschlossen werden.

Würde eine normale Schukosteckdose verwendet könnte dieser Einspeisestromkreis dadurch umgangen werden, durch das einstecken einer Mehrfachsteckdose! Wir gehen aber davon aus, dass unsere Plug In Solarsystem Käufer wissen auf was sie sich dann Einlassen.

Sollte kein separat abgesicherter Einspeisestromkreis in der Wohnung vorhanden sein, könnte dieser durch stilllegen von Steckdosen und weiterbetrieb von nur einer Steckdose erzeugt werden. Es geht also immer!

Natürlich muss der Wechselrichter (AEconversion) die Regeln der Technik (TAB, VDE-AR-N 4105) erfüllen. Damit ist z.B. gewährleistet, dass beim ziehen des Steckers bereits nach 0,1 Sekunden kaum noch Spannung auf den beiden Kontaktstiften anliegt.

Der überschüssige Strom fließt immer in das öffentliche Netz! Verboten ist es einen Stromzähler weiter zu benutzen der sich im Einspeisefall rückwärts dreht. Er muss ersetzt werden durch einen Stromzähler mit Rücklaufsperre. Dann fließt zwar immer noch der Strom in das öffentliche Netz, aber der Zähler nimmt dies nicht zur Kenntnis. Damit gibt es auch keine Vergütung für diesen Strom. Der lokale Netzbetreiber bedankt sich für diese Stromspende.

Der Plug In Käufer erhält vom Verkäufer (z.B. Solar Info Zentrum (S-I-Z)) ein Anzeigeformular für den Netzbetreiber, welches der Plug In Solarsystem Betreiber an den Netzbetreiber senden muss. Aber dies ist ja nur Formsache. Entscheidende Voraussetzungen sind die Nutzung des Einspeisestromkreises und die Erfüllung der VDE-AR-N 4105 um einen sicheren Betrieb zu gewährleisten.

Neben dem elektrischen ist natürlich auch die ordnungsgemäße Anbringung zu beachten. Aber da möchte ich aufgrund der vielfältigen Möglichkeiten heute nicht drauf eingehen. Eines kann ich aber schon verraten. Eines der nächsten Module wird nicht am Balkongeländer installiert werden. Da die Balkonnutzung durch die Mietergemeinschaft erst genehmigt werden müsste und dafür haben wir momentan keine Zeit. Schließlich wollen wir möglichst schnell viele Netzbetreiber testen wie sie mit Plug In Solarsystem Betreibern umgehen…

Das erste Plug In Modul genehmigt am Netz

Es ist so weit. Wir haben die schriftlichen Unterlagen erhalten, dass unser Plug In Modul ordentlich genehmigt am Netz ist. Wobei das Wort genehmigt eigentlich falsch ist. Aber gut ich möchte heute ganz kurz schreiben was notwendig ist um ein Plug In Modul rechtlich sicher an das Hausnetz anzuschließen. Wobei ich nicht den Sonnenflüsterer Style verwende sondern die rechtliche einwandfreie Wortwahl verwende… ;-) (ich versuch es jedenfalls!)

Die Installation und der Anschluss der PV-Anlage muss durch einen eingetragenen Elektroinstallateur unter Beachtung der einschlägigen Vorschriften und Regeln der Technik (TAB, VDE-AR-N 4105) erfolgen.

Die Einspeisung und Absicherung erfolgt über einen separaten Einspeisestromkreislauf.

Durch den Betrieb der Anlage dürfen keine störenden Rückwirkungen auf das Netz des Netzbetreibers und damit auf andere Kundenanlagen ausgehen.

Es ist erforderlich, den bisherigen Bezugszähler gegen einen Zähler mit Rücklaufsperre auszuwechseln, um bei Überschusserzeugung einen Rücklauf des Bezugsmengenzählwerkes auszuschließen.

Der Netzbetreiber muß von der Inbetriebnahme des Plug In Systems und vom Zählerwechsel informiert werden.

Es erfolgt keine Vergütung gemäß EEG!

So einfach kann es sein!

Beim 7. MPS Energie Gespräch hatten wir über dreißig Gäste! Wir haben die nächsten zwei Interessenten gefunden die gerne ein Plug In Modul zusammen mit dem Netzwerk von Metropolsolar ordentlich anschließen wollen.IMG_0488

Allerdings gab es auch einige die sich lieber auf die PV Guerilla Inbetriebnahme konzentrieren. Das geht ja auch aber nicht ganz legal! Guerilla PV eben. Wie so etwas aussehen kann hab ich natürlich auch wieder ein Beispiel vorrätig!

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Ja, ja ich weiß es entspricht nicht allen Vorschriften so Strom zu produzieren…

Aber ich hab jetzt endlich meine beiden Kampagnen Fotos für Solar to go festgelegt. Von einem MPS Mitglied mitgenommen (am Bahnhof in Barcelona fotografiert!)

Solar to go 1

und “fachgerecht” in Spanien ans Netz genommen…

Solar to go 2

Ich lach mich kaputt. So geht Solar to go Guerilla PV.

Plug In System “ordentlich” anschließen

Heute möchte ich beschreiben wie wir es geschafft haben ein Balkonmodul so anzuschließen, dass es vom Netzbetreiber “achselzuckend” akzeptiert (Zwergen Modul) wurde. Ich gehe nicht auf die Schwierigkeiten ein sondern beschreibe nur die Lösungen. Wir sind froh dass wir den ersten Netzbetreiber so weit haben dass er nicht mehr weiter weiß und das Plug In Modul akzeptiert. Natürlich werden wir an jedem einzelnen Punkt arbeiten und versuchen die Akzeptanz auf das notwendigste zu reduzieren.

Von Björn-Lars (Energieblogger) kam ja der Hinweis, dass die Bundesnetzagentur eigentlich keine Anmeldung verlangt. Also frag ich bei Björn mal nach ob er was Schriftliches hat. Es wäre die erste “Verbesserung” die wir durch unsere “Solar to go” Kampagne erzielt hätten! Denn die Anmeldung bei der Bundesnetzagentur war eines der unverständlichen Aktionen die wir durchgeführt haben.

Wenn ich von wir schreibe dann meine ich die fünf Aktiven von Metropolsolar die sich dem Thema angenommen haben. Dem Tüftler, dem Elektriker, dem Aktiven vor Ort, der Spinne im Netz, dem Flüsterer der nur viel darüber redet und natürlich der Person bei der wir das Balkonmodul installiert haben.

Über Geld reden wir nicht! Wer bei dieser Aktion über Kosten redet den frag ich wie wirtschaftlich die Fahrt von Bertha Benz vor 126 Jahren war? Welcher Controller hat diese Fahrt kalkuliert? Mit dem ersten Plug In System ging es nur darum aufzuzeigen, dass es eigentlich keine stichhaltigen Hindernisse gibt. Dies ist uns gelungen.

Klar das System speist nicht über eine SchuKo Steckdose (schutz Kontakt Steckdose) sondern über eine Wielandsteckdose (siehe Foto) in das Hausnetz!Wieland Steckdose

Die Steckdose wurde extra gesetzt und mit dem Sicherungskasten über eine eigene Leitung direkt verbunden. Es gibt also keine weitere Steckdose oder einen weiteren Stromabnehmer. Wir nennen dies Einspeisestromkreis im Gegensatz zum Endstromkreis aus dem normalerweise Strom entnommen wird und auch mehrere Geräte angeschlossen werden können. Durch Stillegung von Steckdosen könnte aus einem Endstromkreis auch ein Einspeisestromkreis gemacht werden! Haben wir in diesem Fall aber nicht!

Durch den speziellen Stecker kann das Solarsystem nicht an jede x-beliebige SchuKo Steckdose angeschlossen werden. (Wir meinen es wäre ohne Risiko möglich auch über SchuKo Stecker einzuspeisen da beim ziehen des Steckers in 0,1 Sekunden keine Spannung mehr am Stecker anliegt!). Aber wie gesagt des Netzbetreibers Wunsch war uns Befehl!!!

Die Sicherung im Stromkasten wurde mit 10 Ampere abgesichert.
Das verwendete Plug In System haben wir vom Solar Info Zentrum beschafft. Der verwendete Wechselrichter entspricht dem VDE-AR-N-4105 diese Prüfung hat der Wechselrichter im Februar 2014 erhalten. Wenn ihr deshalb ältere Aussagen über Plug In Systeme seht, geht mal davon aus, dass die damals noch nicht den Wechselrichter von der Firma AE Conversion aus Bielefeld kannten. Die Anlage wird ohne EEG betrieben, dies bedeutet Strom der nicht im Haus verbraucht wird fließt in das Netz ohne Vergütung und ohne dass irgendjemand zählt wieviel Strom die ist!
Der Elektriker bestätigte dem Netzbetreiber die Ordnungsgemäßt Installation des Systems. Die Gebäudebesitzerin hat das komplette System beim Netzbetreiber gemeldet und dieser hat bisher nur mündlich durch den Kommentar “GRUNDSÄTZLICH HABEN WIR NICHTSMEHR DAGEGEN” sein Einverständnis gegeben. Wir gehen deshalb davon aus, das Modul ist legal am Netz! Aber ich bin mir sicher, dass es dazu auch andere Meinungen gibt. Wir jedenfalls machen uns weiter auf den Weg und suchen weitere Interessenten die im Gebie Metropolregion Rhein Neckar zusammen mit uns Plug In Module in Betrieb nehmen. Keine Angst einfach melden mit zwei Interessenten bin ich schon im Kontakt. Wer noch mehr erfahren will der sollte am Freitag in Heppenheim um 19 Uhr im Restaurant “Restaurant Stadtgraben” vorbeischauen. Aber bitte unbedingt anmelden!

Mit Küchenmesser könnte man auch die Schwiegermutter erstechen!

Kein Mensch käme auf die Idee beim Kauf eines Küchenmesser vom Verkäufer den Hinweis zu bekommen: “bitte erstechen Sie damit nicht ihre Schwiegermutter…”

Natürlich ersticht man seine Schwiegermutter nicht und schon gar nicht mit einem Küchenmesser. Aber allem zum Trotz es passiert!

Ebenso wird kein Autokäufer sagen, bitte parken Sie mit dem tollen SUV nicht auf dem Gehweg! Oder bitte fahren Sie mit dem schnittigen Sportwagen nicht zu schnell in der Spielstraße! Trotzdem fahren täglich abertausende zu schnell auf Deutschlands Straßen und Millionen verstellen täglich Fußgängern den Gehweg.

Warum erzähl ich dies? Bei den Plug In Solarmodulen haben die Menschen noch kein Gefühl was legal und was illegal ist. Dies möchte ich heute beleuchten.

Natürlich ist dies keine rechtliche Beratung! Noch nicht mal eine fachmännische! Wer den Sonnenflüsterer liest, der weiß der Sonnenflüsterer hat bestimmte Erfahrungen gemacht, mehr nicht. Wer absolut sicher gehen will soll zum Rechtsanwalt gehen. Wer fachmännische Infos will kann sich die aktuelle Ausgabe (Februar 2015) von Öko Test kaufen. Der Artikel “Kleine Solaranlagen” (S.98 – 103) von meinem Freund Thomas Seltmann gibt seine fachmännischen Kommentare dazu. Bei Thomas findet ihr auch unendlich viel fachmännische Informationen zum Thema Photovoltaik. Die Homepage sieht auf den ersten Blick zwar übersichtlich aus aber sie hat ungeahnte Tiefen. Top Empfehlenswert.

Gehwegparken
Wenn ich einen Schritt von meinem Computer weggehe habe ich diese Aussicht! Zwei Autos die auf dem Gehweg parken. Illegal aber alle Akzeptieren es. Aber wenn ich sage hängt ein Solarmodul an den Balkon und schließt es an den Stromkreis an, dann hagelt es sofort Hinweise es wäre illegal. Ist es aber nicht!

Auch Thomas Seltmann schreibt in seinem Öko-Test Artikel: “Unbestritten ist, dass man solch eine Anlage anschließen und betreiben darf!“. Es geht aber um das wer, wie, was anschließt. Deshalb habe ich mich entschlossen so nach und nach die zwei “extremst” Varianten zu beschreiben wie ein System betrieben werden kann. Natürlich kann keiner dem Balkonmodul ansehen wie es betrieben wird und wer es wie angeschlossen hat. Die Balkonmodule sehen alle gleich aus!1 Plug In

Typisch deutsche Gartenzwergengründlichkeit sind solche Module die alle Normen gerecht werden, vom ordentlichen Elektriker installiert wurden, bei der Bundesnetzagentur angemeldet sind und auch vom Netzbetreiber ein o.k. bekommen haben. Ich hab das mal so dargestellt:

2 Micro PV
Meine fleißigen Zwerge waren aktiv und haben ordentliche Arbeit (Zwergen System) geleistet. Natürlich zeigen sich die Zwerge nie bei Tageslicht und schon gar nicht so, dass Nachahmer auf die Idee kämen es dem ordentlichen Plug In Solarmodul Betreiber nachzueifern. Die Plug In Module sollen ja nach der Denke der Konzerne ein Nischenprodukt bleiben.

Gott sei Dank gibt es auch die Guerilla PV Fraktion. Da sieht die Modulmontage dann anders aus! Ist natürlich nicht erlaubt und sollte nicht nachgemacht werden. Aber ich hab gehört es sollen immer mehr schwarzhaarige Guerillios aktiv sein? Ein Bild davon hab ich auch schon

3 Guerillia PV

Der schwarzhaarige Geselle (links hinter dem Modul ist der Schopf zu sehen) macht sich im dunklen an die Arbeit. Er schraubt an das Solarmodulkabel (Guerilla-PV) einen Schuko Stecker (Panik ), er meldet das Modul nicht bei der Bundesnetzagentur (Schreck! ) und sagt auch nix dem Netzbetreiber (Netzkollaps? ::D:)! Guerilla eben. Macht alles was nicht erlaubt ist!!!

Aber ich muss sagen “auch dass funktioniert” ! Guerilla mäßig eben.
So ähnlich wie falschparken! Natürlich sollte der schwarzhaarige Geselle wissen was er macht! Die Gehwegparker wissen es ja auch! Die parken nur dort wo noch “genügend Platz” für die Fußgänger ist.

Was will ich mit dem merkwürdigen Artikel sagen. Wer es wirklich will kann ein Plug In Modul rechtlich einwandfrei betreiben. Dazu bedarf es einiger Spezialisten und viel Ausdauer. Er wird auf viele Menschen treffen die erzählen dies wäre nicht erlaubt – das muss er aushalten. Aber Bertha Benz hatte in ihrer ersten Fahrt auch nicht ihren guten alten “Carl Benz” mitgenommen. Der war nämlich auch der Meinung das Produkt ist noch nicht fertig. War es auch nicht. Auch heute ist das Auto noch nicht fertig und es werden immer wieder “unsichere” Teile eingebaut!

Lasst uns deshalb mit “Solar to go” den Plug In Modulen den Weg ebnen immer mit dem Blick die Sicherheit nicht aus den Augen zu verlieren. Aber auch nicht blind den Behörden oder Konzernen zu vertrauen die sicherlich wissen was sie wollen. Ich will was anderes wie Konzerne und Netzbetreiber!
Den ersten Netzbetreiber haben wir so weit, dass er Plug In akzeptiert! Andere werden folgen. Helft dass dieser Vorgang schnell über die Bühne geht um den Plug In Modulen einen Massenmarkt zu öffnen!

Ich will 100% Erneuerbare Energien dezentral und da sind die Plug In Module eine Super Sache! Wer Bock auf mehr hat am kommenden Freitag erzähl ich mehr dazu!

Die “Solar to go” Kampagne

Gestern hab ich ja schon den Kampagnen Namen verraten. “Solar to go” soll in der Metropolregion Rhein Neckar zu einem Begriff werden. Seit 2006 versuchen wir von MetropolSolar Rhein-Neckar e.V. die 100%igen Energieversorgung aus Erneuerbaren Energien zu beschleunigen. Wenn wir ehrlich sind mit mehr oder minderem Erfolg. Wie der aktuelle Bericht von Daniel aufzeigt legen wir uns letztendlich mit den großen Playern dieser Welt an. Ich habe keine Lust mit meinen bescheidenen Blogger Mitteln gegen diese GroßKotz anzurennen.
Meine Ebene ist die unterste!
Der einzelne Mensch. Jeder muss für sich entscheiden wo er seine Energie her bekommt. Mit der gestrigen Rückmeldung des genervten Netzbetreibers: “GRUNDSÄTZLICH HABEN WIR NICHTSMEHR DAGEGEN” ist für mich der Startschuss gefallen. Jeder kann sich sein Solarsystem an das eigene Stromnetz anschließen. Punkt.

Terrassenmodul
Beipiel Foto

Ja aber, werden jetzt 90 plus X Prozent der Leser sagen.
-wie ist es mit der Netzüberlastung?
-darf an der Schukosteckdose Strom eingespeist werden?
-läuft der Zähler rückwärts?
-ist das sinnvoll ein Modul, ein Wechselrichter, ein Anschluss?
-kann das Potential (z.B. Einstrahlungswinkel, Ausrichtung) voll ausgenutzt werden?
-wird der NA-Schutz (Netz und Anlagenschutz VDE-AR-N-4105) erfüllt?
und und und.

Es gibt noch viele Fragen! Aber wir haben diese Fragen alle beantwortet!
Unser Solarmodul hängt am Balkon, die Bundesnetzagentur weiß es, die Hausbewohner wissen es und der Netzbetreiber weiß es und das Modul hängt immer noch und speist ein!
Gut Angela Merkel und Sigmar Gabriel wissen es noch nicht und dass ist auch gut so!

In unserem 5 monatigen ehrenamtlichen Engagement sind uns viele Vorurteile über den Weg gelaufen. Ich will keinem Vorwürfe machen sondern ich möchte mit meinen Freunden vom MPS Netzwerk aufzeigen dass es geht.

Ein Solarsystem kann wie ein Becher Kaffee “to go” verkauft werden. Wohlgemerkt “kann”! Es muss nicht!

Das wichtigste ist, von dem Solarsystem geht keine Gefahr aus! Selbst wenn (bitte nicht machen ;-) ) an dem Solarsystem ein Schukostecker angeschlossen wäre, geht von den beiden “Zinken” des Steckers keine Gefahr eines Stromstoßes aus! Die können angefingert werden auch mit nassen Fingern!

Natürlich macht es keinen Sinn etwas öffentlich zum Kauf anzupreisen was nicht legal verwendet werden darf. Da kommt jetzt unsere Kampagne ins Spiel! Woher soll der Käufer wissen wie sein Netzbetreiber auf das “Plug In” Modul reagiert? Die wenigsten Kunden haben Lust sich 5 Monate mit Ihrem Netzbetreiber freundlichst zu unterhalten ob auch der letzte Mitarbeiter dort schon von den neuen tollen “Solar to go” Solarsystemen erfahren hat. Wir brauchen also eine Aufstellung derjenigen Netzbetreiber die “Solar to go” Solarsysteme akzeptieren. Der erste Netzbetreiber den wir beglückt haben, hat sich ja auch erst mündlich nur zu einem “GRUNDSÄTZLICH HABEN WIR NICHTSMEHR DAGEGEN” durchgerungen!

Ich werde deshalb in nächste Zeit dokumentieren wie sich die Strom-Netzbetreiber in der Metropolregion Rhein-Neckar zu den Plug In Solarsystem stellen. Dazu gehört natürlich auch die Dokumentation welche Solarsysteme akzeptiert sind. Denn nicht jeder Wechselrichter erfüllt die Anforderungen der Netzbetreiber…

Da ich keine theoretischen Textwüsten erstellen möchte, habe ich geplant einfach “Solar to go” Systeme in der Region aufzuhängen. Ich suche also Standorte für Plug In Module. Am liebsten wäre mir am Balkon im 50. Stock des Collini-Centers in Mannheim. Aber natürlich sind mir auch ganz normale Wände, Balkone, Terrassen, Garagen oder Dächer recht. Hauptsache ich kann anschließend die Reaktion der Netzbetreiber dokumentieren und die verschiedensten Varianten ausprobieren. Mit Varianten meine ich z.B. haben wir in unserem ersten System einen Spezialstecker (Wielandsteckdose Folie Nr. 24) verwendet. Mich interessiert aber warum ein Schukostecker nicht auch verwendet werden darf. Ich weiß, dann kann ja das “alte Mütterchen” den Stecker an den falschen Stromkreis anschließen… hab ich alles schon x-mal gehört. Ich will es ausprobieren und ich werde es tun egal wie viele jetzt mir den Untergang des Abendlandes prophezeien! Ich brauche aber Mitstreiter! Wer Bock auf “Solar to go” hat einfach melden. Auch ich werde nicht meine ganze Kraft für die Kampagne einstellen können, aber voranbringen werde ich “Solar to go” schon. Bevorzugt behandelt werden natürlich Mitglieder von Metropolsolar e.V. oder Mitglieder von befreundeten Organisationen wie Solaranlagenverein Bensheim e.V., Arbeitsgemeinschaft Solartechnik Bergstraße e.V., Initiative Windkraft Odenwald e.V., Energiegenossenschaft Starkenburg eG oder Heidelberger Energiegenossenschaft eG

Zum Schluß noch der Hinweise: im Vordergrund steht für mich natürlich weiterhin mein Lebensmotto: Leben Lieben Lachen

P.S.: Wer den Schnell Info Check haben will sollte sich zum Vortrag anmelden!

Solar to go!

Vor ca. 5 Monaten habe ich das 5. MPS Energie Gespräch Bergstraße mit dem Thema Plug In System organisiert. Warum es legal sei dieses Balkonmodul anzuschließen habe ich auch schon geschrieben. Dass es Probleme gab/gibt ebenfalls. Heute kann ich verkünden das Balkonmodul hängt und der Netzbetreiber hat uns zumindest schon mündlich bestätigt:

“GRUNDSÄTZLICH HABEN WIR NICHTSMEHR DAGEGEN”

IMG_0317

So jetzt (nach 5 Monaten) gibt es natürlich viel zu erzählen!

Mit welchem Stecker haben wir angeschlossen?
Was für eine Steckdose wurde verwendet?
Kann ich am Stecker einen Stromstoß kriegen wenn Sonne auf das Modul scheint?
Ist der Wechselrichter VDE geprüft?
Erfüllt der Wechselrichter die VDE 4105?
An welchen Stromkreis wird eingespeist?
Was passiert mit dem Strom der nicht im Haus verbraucht wird?
Wurde das Modul bei der Bundesnetzagentur angemeldet? Wenn ja warum?Weiß der Netzbetreiber Bescheid?
Gab es Probleme?
Warum haben wir kein Guerilla-Modul installiert?
Was kostet so ein System? Antwort: Nicht die Welt! ;-)

Da passt es doch hervorragend wenn ich auf dem 7. MPS Energie Gespräch Bergstraße davon berichten kann.

Die Veranstaltung findet am 27.2.2015 um 19:00 Uhr im “Restaurant Stadtgraben” in Heppenheim, Gräffstraße 8 statt. Wie immer bitten ich um Anmeldung damit wir entsprechend die Bestuhlung vornehmen können. Maximal können wir 75 Stühle (dann aber ohne Tische) stellen.

Biblis zum Niedrigstrahlungs Kurort

Diese Überschrift ist mir spontan eingefallen wie ich im Flyer von Rainer Klute den Spruch “Es gibt sogar Hinweise darauf, dass Niedrigstrahlung die Abwehr des Körpers gegen höhere Strahlung stärkt.” gelesen habe!
Rainer Klute hat zum gestrigen Blogartikel kommentiert. Ich kenne Rainer Klute als fleißigen Twitterer der in unendlichen Tweet-Serien einem Tage und Wochen versauen kann.
Rainer Klute hat seine Meinung und die verteilt er auch. In derzeit mehr als 46.000 Tweets zwitschert er das Internet voll. Auch Facebook bleibt von ihm nicht verschont. Es macht für mich keinen Sinn mich mit Rainer Klute auseinander zu setzen. Ich nehme auch für mich die Dickköpfigkeit der “biologischen Lösung” in Anspruch. Rainer Klute wird mich nicht dazu bringen seine tausend links zu verfolgen und seinen Gedankengängen zu folgen. Ich brauche keine Papierberge, Tweetsfriedhöfe und Likesammlungen. Mich überzeugen Projekte! Real umgesetzte Dinge die ich sehen und angreifen kann.

Wenn also die Niedrigstrahlung so stärkend für den Körper ist, warum hilft dann Rainer Klute der stark gebeutelten Bibliser Bevölkerung nicht mit seinem Wissen? Die Gemeinde Biblis ist händeringend auf der Suche nach einem neuen Konzept, wie die Gemeinde attraktiv für Investoren wird. Biblis ist seit 2011 Vorranggebiet und wird von der EU gefördert. Da käme doch der Vorschlag Biblis zum Niedrigstrahlungs Kurort mit EU Gelder zu entwickeln gerade recht! Da wäre doch mal was Reales statt immer nur zu Twittern, Facebooken und Gutachten zu lesen. Meint jedenfalls der Sonnenflüsterer.

P.S.: Außerdem melde ich mich ab bis nächsten Mittwoch. Wer jetzt nicht erkennt was ich meine dem gebe ich den Hinweis: Da gibt es Asche auf mein Haupt! Wer Sehnsucht nach mir hat kann ja am Sonntag nach Bürstadt kommen. Es wird gemunkelt ich wäre leicht wieder zu erkennen

Es gibt keine unbedenkliche Ionisierende Strahlung!

Ich habe ja schon einmal kurz auf das Wortprotokoll zum Erörterungstermin wegen dem Rückbau beider Atomruinen in Biblis geschrieben. Heute möchte ich auf ein frei gehaltenes Statement eingehen. Nicht mein erster Redebeitrag (Seite 71 Wortprotokoll) da war ich schon genervt:

“Verhandlungsleiter Fokken: Herr Renz, direkt dazu.
Renz (Einwender):
Mein Name ist Erhard Renz. Ich spreche für keine Institution, ich bin eine Institution.”

Auch nicht von meinen Zwischenrufen:

(Renz [Einwender]: Mauschelt doch weiter!) (Seite 155 Wortprotokoll)
(Renz [Einwender]: Das war richtig auf den Kopf getroffen!) (Seite 156 Wortprotokoll)
(Renz [Einwender]: Das trägt zur Akzeptanz nicht bei!) (Seite 162 Wortprotokoll)
(Renz [Einwender]: Sie wissen es nicht!) (Seite 164 Wortprotokoll)

Nein ich möchte auf Dr. Stück vom BUND eingehen dessen Redebeitrag ich hier in voller Länge wiedergeben möchte. Es ist aus meiner Sicht verständlich was er möchte und hebt sich erfrischend vom “geschrubbel” des Ministeriums und den abgelesenen Märchen Statements der “Antragstellerin” (Fa. IrRWEg) ab.

Dr. Stück (BUND): (Seite 87 Wortprotokoll)
Ich spreche für den BUND. Ich bin dort in der BASK, in der BUND Atom-und Strahlenkommission, ebenso wie Werner und Wolfgang Neumann. Ich bin Umweltmediziner und Wissenschaftsberater für Risikobewertung der Europäischen Kommission in Brüssel. Die Kernfrage, um die es hier geht, ist ja eigentlich die Frage der Gesundheit und der möglichen Schadensfolgen durch Radioaktivität in jeder Art von Strahlenbereich.
Was mich etwas beunruhigt, ist die Freigabekonzeption als Verordnung des 10-μSv-Begriffs. Hierzu muss man als Risikobewertung für radioaktive Strahlung, ionisierende Strahlung sagen: Es gibt keinen Schwellenwert, es gibt keinen Grenzwert, es gibt keine unbedenkliche ionisierende Strahlung.
Ich will ein paar Beispiele bringen. Es erfolgen immer Verharmlosungen. Das heißt, es gibt eine fehlende Kenntnis in den Medien, in der Politik, und RWE wird auch nicht sonderlich darüber berichten wollen, was die Strahlung auch im Niedrigdosisbereich bereits bewirken kann.
Alles, was unter 10 μSv liegt und freigegeben ist, ist auch für die wirtschaftliche Verwertung freigegeben. Das heißt zum Beispiel, dass jemand die Metalle sammeln kann, die Edelmetalle zusammenschmelzen kann.
Ob dann – hier schaue ich die Leute von RWE an – in der Metalllegierung 10 μSv nicht überschritten werden, dazu können Sie mir sicher keine Auskunft geben, weil nicht der atomrechtlichen Überprüfung unterliegt, was weiter geschieht mit den Materialien, bei denen der Wert unter 10 μSv liegt. Diese unterliegen ja keinerlei Kontrolle und keiner Vorgabe der zu beschreitenden Wege.
Ich könnte mir vorstellen, dass die junge Dame da vorne eine zehnjährige Tochter hat. Ich frage mich, ob sie immer noch keine Bedenken hätte, wenn eine solche angereicherte Metalllegierung in der Zahnspange ihrer Tochter auftreten könnte.
Der Herr ganz hinten rechts könnte irgendwann in einem gewissen Alter ein Hüftgelenkimplantat benötigen. Er könnte dann natürlich sagen: „Okay, die Latenzzeit trifft für mich nicht mehr zu; dazu bin ich zu alt.“ Aber da übersieht er, dass das im Knochenmark geschieht und die Leukämien im Knochenmark keine langen Latenzzeiten haben. Auch davon könnte man betroffen sein.
Der Herr ganz links, der manchmal etwas nervös ist, braucht vielleicht irgendwann einmal einen Schrittmacher. Der Herzmuskel ist, wie man inzwischen weiß, extrem strahlensensibel, sodass man inzwischen bei den Koronarangiographien wegen den Spätfolgen zur Zurückhaltung neigt.
Leider kann ich hier nichts an die Wand projizieren.
Die internationale Wissenschaft ist sich einig: Es gibt hier keinen Schwellenwert. Strahlung von 0 bis zu 3 Sv läuft größtenteils linear, für bestimmte Erkrankungen wie Hirntumore eher quadratisch linear, für Leukämien und Schilddrüsenerkrankungen supralinear.
Ich will Ihnen aber auch einmal sagen, welche Folgen schon niedrige Strahlung verursachen kann. Man hört oft von Betreibern oder von Politikern, die Größenordnung entspreche dem Maß, in dem uns die natürliche Radioaktivität in unserem Alltag belastet. Es wird dann etwa gefragt, warum man sich beim Flug nach Mallorca der kosmischen Strahlenbelastung aussetzt. Dazu ein paar Angaben, wie hoch welche Strahlung ist und was sie bewirkt.
Die Bodenstrahlung beträgt 0,5 mSv, die kosmische Strahlung 0,3 mSv. Dann gibt es die innere Körperstrahlung; das ist Kalium, Kohlenstoff-14 etc., was wir mit der Nahrung aufnehmen. Den größten Wert macht die Radonbelastung aus. Zusammen macht das 2,4 mSv. Da kommt aber noch etwas dazu. Dabei bleibt es ja nicht. Wir Menschen verursachen ja auch noch zusätzliche Strahlung. Hinzu kommen noch die berufliche Strahlung, die medizinische Strahlung, die Strahlung der Atomkraftwerke mit der jährlich erlaubten Abgabe im störungsfreien Betrieb – dazu gab es früher das 30-Millirem-Konzept –, die Strahlenbelastung durch den Reaktorunfall in Tschernobyl – heutzutage sind Wildschweine zu 60 % nicht zum Verzehr freigegeben, viele Pilzsorten auch nicht –, die oberirdischen Atombombenversuche spielen auch noch mit.
Wozu führt denn die natürliche Radioaktivität, wenn man den Zusatz, der immerhin 1,57 mSv ausmacht – das entspricht der Radonbelastung in der Bundesrepublik –, einbezieht? Wenn man das Bundesamt für Strahlenschutz oder internationale Studien, insbesondere der WHO, heranzieht, dann heißt es dort: Die natürliche Radioaktivität, wenn man nur Radon betrachtet, ist ursächlich für 2 % aller Krebserkrankungen der Bevölkerung. Das sind 10.200 zusätzliche Krebserkrankungen pro Jahr allein durch die Radonbelastung. Es kommt auch bei Nichtrauchern zu Lungenkrebs. 10 % aller Lungenkrebsfälle werden durch die natürliche Radioaktivität ausgelöst. Das sind pro Jahr ungefähr 1.800 Menschen in der Bundesrepublik und ungefähr 20.000 Menschen in der EU. Das sind Daten von der US-Akademie der Wissenschaften, UNSCEAR oder der Internationalen Strahlenschutzkommission etc., die als wissenschaftlich gesicherte Standards international gelten.
Wir wissen also, dass es keine Strahlung gibt, die ungefährlich ist. Jetzt kommt noch hinzu, dass die Menschen unterschiedlich empfindlich sind. Es kommt zu 0,1 Erkrankungsfällen zusätzlich pro 100 mSv; bei Mädchen unter 15 Jahren ist es schon die dreifache Menge. Dann kommen noch ganz andere Dinge hinzu. Es kommt darauf an, in welchem Lebensalter und wie lange die Strahlung auftritt. Da hätte der Herr ganz rechts Glück, wenn er aufgrund der Latenzzeit von Leukämie verschont würde. Aber jemand, der zehn Jahre alt ist, hat – die Kurve kann ich Ihnen leider nicht zeigen – ein ganz anderes Risiko, eine vermeidbare Strahlenerkrankung zu erleiden.
Ich war 1970 als Doktorand in der Joshidai-Universität in Tokio, um an meiner Doktorarbeit über das Thema Krebs zu arbeiten. In diesem Rahmen war ich im Red Cross A-Bomb Survivors Hospital in Hiroshima. Das war 25 Jahre nach der Atombombenexplosion. Was fiel dort auf? Der Peak der Krebserkrankungen unter den überlebenden Atombombenopfern fand zu dieser Zeit statt. Das heißt, hauptsächlich findet die Erkrankung aufgrund von Niedrigdosisstrahlung erst nach 25 bis 30 Jahren statt.
Deshalb kommt jeder Unternehmer, der die Bevölkerung mit Strahlen bedenkt, immer unbeschadet davon. Er kommt auch deshalb unbeschadet davon, weil es im Niedrigdosisbereich keine spezifische Erkrankung gibt, die auf die Strahlenbelastung zurückzuführen ist. Viel mehr findet eine dosisabhängige Erhöhung üblicher Erkrankungen statt, die umso mehr ansteigt, je höher die Strahlendosis ist.
Eine Frau, die Brustkrebs hat – die weibliche Brust ist der empfindlichste Bereich für ionisierende Strahlung –, kann also nicht nachweisen, dass dieser durch die Strahlenbelastung entstanden ist. Wenn Sie es statistisch und epidemiologisch erfassen, wissen Sie aber: Entsprechend der Strahlenbelastung, der die Bevölkerung im Querschnitt ausgesetzt ist, steigt die Zahl dieser Erkrankungsfälle eben an. Noch schlimmer ist es bei Schwangeren. Bei Schwangeren besteht von der achten bis zur 15. Schwangerschaftswoche eine extreme Sensibilität gegenüber Strahlenbelastung.
Dann kommen wir zu dem Punkt, der besonders schlimm ist: Das sind die genetischen Schädigungen. 2 % der Bevölkerung sind bei der Geburt behindert. Erhöht man die Dosis der Bevölkerung um 1 Sv – das ist zweifelsohne eine große Dosis, aber es geht um den statistischen Effekt –, dann verdoppelt sich die Rate der Behindertengeburten in der Bevölkerung.
Ganz interessant ist noch: Was ist eigentlich mit höherer Strahlenbelastung, mit chronischer Strahlenbelastung, mit Kurzzeitstrahlenbelastung, was Genschäden angeht? Bei einer Belastung von 50 Gray – das ist hinsichtlich der biologischen Wirksamkeit eine sehr hohe Dosis – ist die Mutationsrate für eine Behinderung gering. Hat man akut eine niedrigere Strahlenbelastung, dann steigt die Kurve der Missbildungen schon an. Hat man eine ganz niedrige Kurve, kommt es zu besonders vielen Mutationen, das heißt besonders vielen Behindertengeburten. Der Grund liegt darin, dass in dem höheren Strahlenbereich die Embryos nicht ausreifen, sondern abgehen oder die Zellen schon in einem frühen Stadium zerstört werden. Eine niedrige Dauerbelastung mit Radioaktivität führt also zu einer erhöhten Mutationsrate und damit Behindertenrate in der Bevölkerung.
Um zum Schluss zu kommen: Jede Strahlenerhöhung der geringsten Art erhöht die Anzahl von Erkrankungen in der Bevölkerung. Krebserkrankungen sind nur die Spitze des Eisbergs. Man weiß von der Life Span Study, im Rahmen derer 120.000 Personen aus der Region Hiroshima bis heute begleitet werden – ich war selbst eine Zeit lang bei der Radiation Effects Research Foundation, die diese Leute bis jetzt in die dritte Generation hinein wissenschaftlich begleitet –, dass die Krebserkrankungen die Spitze des Eisbergs sind. Es gibt Lebensverkürzungen von 2,6 Jahren bei soundso viel Sievert; dazu gibt es Studien von Darby und allen möglichen anderen. Daneben treten Vitalitätsminderungen, Herzerkrankungen und eine ganze Menge anderer Folgen auf. Krebs ist die Spitze des Eisbergs.
Durch Strahlung ausgelöste Krebserkrankungen unterscheiden sich nicht von üblichen Krebsfällen, können also nicht diesbezüglich identifiziert werden.
Vom Strahlenereignis bis zum Krankheitsausbruch dauert es bis zu 30 Jahre. Strahlenexposition der Eltern führt zu Erbschäden der Kinder. Das sind in der ersten Generation die dominanten Erbschäden. In noch größerer Zahl betrifft es die noch nachfolgenden Generationen.
Mein Schlusswort ist:

Jede Erhöhung der Strahlenbelastung – sei sie noch so gering – ist nicht verantwortbar.

Wer heute noch am Betrieb der Atomkraftwerke festhält – das betrifft den unfallfreien Betrieb genauso –, nimmt erhöhte Erkrankungszahlen in der Bevölkerung billigend in Kauf.
Da greift für mich auch das Prinzip der sozialen Verantwortung in dieser Gesellschaft. Der Herr dort hinten ist nicht nur seinen Aktionären gegenüber verantwortlich, er hat auch eine soziale Verantwortung im Hinblick auf das Allgemeinwohl.
Lassen Sie es mich ganz einfach an einem Beispiel aufzeigen: Dieses 10-μSv-Prinzip wirkt auf mich, als gäbe es einen Fabrikanten, der sagt: „Ach, den Müll zu beseitigen ist mir viel zu teuer; das ist nicht gut für die Aktien und Dividenden; da bekomme ich mit den Leuten Ärger. Wir verstreuen alles bundesweit in den Wäldern und auf den Feldern. Die gefährlichen Sachen, bei denen der zulässige Wert überschritten ist, die Blechdosen usw. sammeln wir dann eben ein.“ Meine Damen und Herren, so geht es nicht! Das ist sozial unverantwortlich und der Bevölkerung gegenüber unverantwortlich. Sie sind verantwortlich für gesundheitliche Folgeschäden, die durch diese 10-μSv-Verordnung den Menschen auferlegt werden. – Danke.

Dieser Vortrag von Dr. Stück war für mich das informativste was an den beiden (besser Eineinhalb Tagen) Tagen Erörterungstermin geboten wurde. Wir sind ja am zweiten Tag aus dem Erörterungstermin raus weil uns nicht alle Unterlagen vorgelegt wurden. An einer Schauveranstaltung muss man ja auch nicht den Laienschauspieler abgeben.

Allerdings gibt es demnächst unter dem Titel Informationsforum die Vierte eine Veranstaltung für die wir sogar eine Tagesordnung schon im Netz stehen haben. Da ich diesmal sogar 3 Minuten Redezeit habe könnte ich ja zum Schauspiel mehr beitragen wie ein Zwischenruf oder einer einzelnen Frage…