Getreideernte und Solarstromernte

19. Oktober 2011

Ein beliebtes Argument gegen die Photovoltaik ist der Spruch “In Deutschland scheint zu wenig Sonne” und damit werden dann Solaranlagen in der Wüste oder Griechenland propagiert. Merkwürdigerweise wird diese Argumentation in der Landwirtschaft nicht angewandt. Oder wie ist es zu erklären, dass in Brandenburg viel weniger Getreide je Hektar geerntet wird wie z.B. in Schleswig Holstein und keiner verlangt die Getreideproduktion in Brandenburg einzustellen?
Getreideernte

Das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz hat diese Grafik veröffentlicht. Demnach werden in Schleswig Holstein je Hektar Fläche 7.470  Kilogramm Getreide geerntet in Brandenburg dagegen “nur” 3.790 Kilogramm je Hektar. Mit der doppelten Ernte je Hektar bei Getreide kann die Photovoltaik nicht dienen. In der Photovoltaik sind die durchschnittlichen Erträge je Bundesland sicherlich auch unterschiedlich. Aber einen doppelt so hohen Ertrag wie in anderen Bundesländern ist in der Photovoltaik nicht möglich. Auch wenn man die Erträge von Spanien und Deutschland vergleicht würde ich grob schätzen, daß der Unterschied etwa 50% beträgt aber keine 100% wie bei der Getreideernte.

Wenn Politiker also mit der Begründung in Deutschland gibt es zu wenig Sonne müssten diese auch ein Anbauverbot von Getreide in Brandenburg fordern. Dafür dann einen verstärkten Anbau in Schleswig Holstein anordnen. Dass diese Forderung schnell als Schwachsinn enttarnt würde dürfte jedem klar sein. Aber in der Photovoltaik darf dies weiterhin ungestraft geschwafelt werden. Sonnenschein ist ein Naturprodukt und dabei sollte es bleiben. Die “geringen” Differenzen zwischen den Standorten sind jedenfalls kein Argument um die dezentrale Energieversorgung zu verteufeln.

Frau Merkel haben Sie keine anderen Probleme?

5. Oktober 2011

Ich weiß nicht wie oft die CDU seitdem Sie an der Regierung ist über die hohe Förderung der Photovoltaik gelästert hat. Meist unbegründet und ohne Argumente. Unser aller Bundeskanzlerin hat jetzt mal wieder einen oben drauf gesetzt!

Auf ihrer sechsten Regionalkonferenz hat sie mit wenigen Sätzen die Jagd auf die Einspeisevergütung wieder eröffnet. So als ob es momentan nicht andere Probleme gäbe. Wohlgemerkt wir werden eine Absenkung der Vergüung zum 1.1.2012 in Höhe von ca. 15% bekommen und damit nicht genug zur Mitte des Jahres 1.7.2012 erneut ca. 10% weniger. Wo will die gute Angela denn da noch “mehr rangehen”? Es ist natürlich angenehm über eine erfolgreiche Technik zu reden und so zu tun als ob Angela für die Kostenreduktion verantwortlich wäre. Dem ist aber nicht so. Von der CDU sind bisher keine Gesetze verabschiedet worden die der Solarindustrie vorschub geleistet hätte. Im Gegenteil es wird immer wieder behindert, schlechtgeredet und Phantastereien ins Spiel gebracht.

So auch jetzt Helios das Griechische Solarwunder. Man möchte in Griechenland Photovoltaik installieren und den Solarstrom nach Deutschland transportieren. Ungeachtet der momentanen Situation, daß in Griechenland je produzierter Kilowattstunde Strom mehr gezahlt wird wie in Deutschland! Warum sollen wir in Griechenland teuren Solarstrom produzieren und ihn anschließend nach Deutschland transportieren Frau Merkel? Auch der Bundesverband der Industrie (BDI) schließt sich diesem Unsinn an. “Wir müssen das Kapital dahin bringen, wo es wo es für die regenerative Energie die größten Erträge gibt, beispielsweise in Griechenland”. Dies meint der Geschäftsführer des BDI. Ich sage die Menschen in Deutschland investieren viel lieber auf Ihren Dächern denn dann Wissen sie wo das Geld bleibt! Dem BDI steht es ja frei in Griechenland zu investieren. Aber bitteschön ohne deutsche Subventionen. In Griechenland würden riesen Freilandanlagen entstehen ohne Einbeziehung der örtlichen Bevölkerung.

Frau Merkel es wird Zeit, daß Sie sich mal mit Photovoltaik beschäftigen. Haben Sie eigentlich schon eine PV Anlage auf dem eigenen Wohnhaus? Ich käme gerne mal vorbei und würde Ihnen aufzeigen wie effizient auch auf Ihrem Haus eine Photovoltaikanlage produzieren könnte. Den ich bin mir sicher, daß wir auch an Ihr Haus ranmüssen Frau Bundeskanzlerin.

Die Solar Bürger Genossenschaft eG

4. Oktober 2011

Bisher zu kurz gekommen ist im Sonnenflüsterer Blog die Solar Bürger Genossenschaft eG. Ich bin zwar einer der Gründungsmitglieder und hab auch den Vorstandsposten einige Jahre innne gehabt aber hier im blog hab ich kaum dazu geschrieben. Es mag daran liegen, dass ich mich mal wieder vollkommen übernommen habe und die Kurve nicht gekriegt habe die Solar Bürger so zu entwickeln wie wir es geplant hatten…

Inzwischen haben wir den Sitz nach Freiburg gelegt und dort hat man die Sache jetzt ordentlich im Griff. Vor allem das aktuelle Projekt eine 525 kWp Photovoltaikanlage in Landau weckt selbst bei mir alle Lebensgeister. Wer sich noch beteiligen möchte sollte sich sputen die Freiburger sind bei der Geldfindung auf der Zielgeraden. Momentan rechnen sich Photovoltaikanlagen besonders. Selbst die Photon hat in ihrer September Ausgabe beschrieben es wäre für Investoren so günstig wie nie!

Wer also ein Investment sucht bei den Solar Bürgern kann schon mit wenig Geld eine Investition bei einem Großprojekt mit entsprechender ökonomischer effizienz eingegangen werden.

Anti AKW Abschaltfest

1. Oktober 2011

Acht Atomkraftwerke werden in Deutschland abgeschaltet. Dies ist die gute Nachricht, die schlechte lautet 9 AKW’s bleiben weiterhin eine Bedrohung für alle. Auch die Anreicherung von Brennstäben, die Nuklearforschung, die Hermes Bürgschaften für unsichere AKW’s und die ungelöste Endlagerfrage alles keine Themen zum jubeln.

ABER

Wir die deutsche Anti Atom Bewegung sind die erfolgreichste weltweit. Jetzt könnte man den Kopf in den Sand stecken und sagen, wir haben aber weltweit nicht viel erreicht. Oder aber wir nehmen diesen Spitzenplatz zur Kenntnis und benehmen uns auch wie Vorbilder. Denn die deutsche Anti-Atom Bewegung ist für viele Atomkraftgegner in anderen Länder ein Vorbild. Wir sollten deshalb in diese Länder gehen und von unseren Aktionen berichten.
Aber was hören diese Menschen nach den Massendemonstrationen und seit dem Atomausstieg aus Deutschland? Es gibt weiterhin Demos mit 1-2 tausend Demonstranten. Die Energieriesen erzählen von Strom Blackouts, steigenden Strompreisen und auswandernden Energieintensiven Unternehmen.

Warum senden wir kein starkes Signal in die Welt mit einem ordentlichen Anti AKW Abschaltfest. An dem (viele) tausende teilnehmen. Ein Signal welches aufzeigt wir gehen mit Freude in die Nach Atomzeit. Wir fürchten uns nicht ohne Atomkraftwerke leben zu müssen.

Die Anti AKW Bewegung hat auch eine Verantwortung die Abschaltung “ordentlich” zu vollziehen. Ich als Biblis Anwohner habe die “schleichende” Abschaltung von Block A + B nicht angemessen erleben können. Mir schwebt deshalb vor bei dem Anti AKW Abschaltfest eine symbolische Abschaltung eines jeden Atomkraftwerkes durchzuführen. Dies mag einigen kitschig klingen aber ich brauch das. Wie oft wurde ich ausgelacht, beschimpft, bedroht und in Leserbriefen angemacht. Jetzt ist mein Moment gekommen den ich genießen möchte. Ein Countdown und dann eine Symbolische Abschaltung von Biblis Block A und dann nochmal das gleiche mit Block B.

Natürlich soll jedes AKW mit seinen Leuten zum Fest kommen und ihr AKW vorstellen und vom Wiederstand berichten. Eine Bühne muss natürlich auch vorhanden sein damit wir die Musikanten die sich an jedem Standort einen Namen gemacht haben aufspielen können.Ich will Klaus den Geiger, die Balskapelle die in Metzinger Kessel gespielt hat und die vielen Samba Gruppen aber auch die Chöre die in Berlin bei der Demo gesungen haben. Ich will sie alle einladen!

Ich möchte alle Initiativen auf dem Fest begrüßen dürfen und ich würde mich freuen wenn wir die vielen Unikate gezeigt bekämen. Die Pyramide der Bäuerlichen Notgemeinschaft, den Greenpeace Laster, Franziskas Rohr unter den Schienen, ein paar Traktoren aus dem Wendland, deren gelben Laster mit dem Storch und dem Frosch auf der Rückseite und ich möchte Kunststücke in luftiger Höhe von unserem Eichhörnchen sehen. Die Robin Woods und Greenpeace Kletterer sollten natürlich auch da sein.

Die Volxküchen sind natürlich herzlich eingeladen ihre Kochkünste auch beim Abschaltfest einzubringen. Zu einem Fest gehört es dazu, daß viele Menschen gemeinsam essen, trinken, musizieren, singen und einfach locker miteinander reden.

Ich möchte auch die vielen einladen die es nur einmal auf eine Demo geschafft haben. Dort vielleicht eine AKW Fahne (die mit der Faust) gekauft haben. Kommt zu uns ihr habt dazu beigetragen dass acht Atomkraftwerke abgeschaltet wurden. Am Rhein gegenüber vom AKW Biblis möchte ich mit tausenden Fahnen mit lachenden Sonnen machtvoll demonstrieren die Menschen sind froh, daß Biblis Block A+B nicht mehr am Netz sind. Warum soll so eine erfolgreiche Anti Atombewegung nicht feiern? Mit einem großen Fest setzen wir den Auftakt für die restlichen neun! Die schalten wir auch noch ab und zwar früher wie es sich manche Politiker momentan denken!

Apropo die Politik natürlich sind auch die Parteien eingeladen zum Fest. Wir werden sie brauchen wenn wir an die restlichen neuen Atomkraftwerke ran wollen. Aber wie gehabt wird es nach meiner Vorstellung keine Parteienreden geben. Als Festbesucher ist mir jeder lieb auch wenn er meint seine Parteifahne flattern zu lassen.

Wie ich dieses Fest realisiert kriege, weiß ich nicht. Ich hoffe mal wieder auf den BUND der solch eine Veranstaltung leisten könnte. Ich habe aber auch die großartige Anti AKW Bewegung kennengelernt und weiß wie schlagkräftig wir sein können wenn wir wollen. Wir können Massen bewegen wenn ausgestrahlt und Campact mit mobilisieren und warum sollen wir nicht jetzt feiern nachdem wir acht auf einen Streich abgeschaltet haben?

Wenn nicht jetzt wann dann? Wenn das letzte Deutsche AKW abgeschaltet ist? Das letzte weltweit? Oder gar erst wenn die letzte Tonne Atommüll aufgehört hat zu strahlen.

NEE FreundInnen ich der Sonnenflüsterer werde nächstes Jahr am AKW Biblis in der Sonne sitzen und feiern. Zur Not allein aber viel, viel lieber mit euch allen.

Langfristig realisierbares, nachhaltiges Nutzungspotential Erneuerbarer Energien

22. September 2011

Wieviel ist denn möglich. Welchen Beitrag kann die Photovoltaik zum Energiemix leisten. Diese Frage wird immer wieder gestellt. Bei meinen früheren Vorträgen war es noch Vision wenn ich im Jahr 2000 erzählte der aktuelle Anteil der Photovoltaik an der Stromproduktion beträgt 0,01 Prozent. Inzwischen leistet die PV locker 3 Prozent und wir sind in der Lage in einem Jahr ein Prozent dazu zu bauen.

In meiner absoluten Lieblingsbroschüre vom BMU “Erneuerbare Energien in Zahlen” habe ich mir die Potential Statistik angeschaut. Das BMU aktualisiert jährlich die Broschüre und veröffentlicht diese ca. im Juli. Die Broschüre wird immer umfangreicher und so kann man die Potentialabschätzung 2011 auf Seite 53 und in der alten Broschüre auf Seite 38 finden.

Zu meiner Überraschung hat das Bundesumweltministerium unter Leitung von Herrn Röttgen völlig andere Potentiale entdeckt die völlig Gegenläufig zu seiner Politik stehen.

Die Offshore Windkraft wird von 80.000 MW potentieller Leistung kurzerhand auf 70.000 MW reduziert! Damit dies in der Gesamtbilanz nicht so auffällt wird die Durchschnittsleistung der Windräder kurzerhand von 3.750 h/a auf 4.000 h/a erhöht und damit hat man immer noch 280 TWh Strom (ca. die Hälfte des derzeit benötigten Stroms).

Obwohl Herr Röttgen den Ausbau der Windenergie an Land mit geringerer Förderung gerade ausbremst. Erhöht man in der Broschüre das Nutzungspotential von 50.000 auf 70.000 MW. Ich sage mal dies sind ca. 1.000 Windmühlen zu je 2 MW mehr! Nicht genug damit erhöht man noch die Durchschnittsleistung von 2.200 auf 2.500 h/a und damit könnte die Onshore Windenergie ca. 175 TWh Strom zum Energiemix beitragen.

Die Photovoltaik erfährt ebenfalls (oh Wunder) einer Erhöhung des langfristig, realisierbaren, nachhaltig nutzbaren Potentials. In Deutschland wird das Solarpotential von einem CDU Umweltminister erhöht. Dass ich dies noch erleben durfte macht mich glücklich. :-)
Bisher standen 125.000 MW als Potential in der Broschüre und seit 2011 sind es 165.000 MW und damit ca. das 10-fache der aktuell installiertn PV Leistung. Damit könnten ca. 150 TWh Strom im Jahr produziert werden und damit ca. 25% des aktuellen Strombedarfs sonnig abgedeckt werden!

Problem daran wäre natürlich, daß 165 TW installierter Leistung im Sommer mittags auch ca. 130 TWh produzieren würden!!! Der aktuelle Spitzenverbrauch aber “nur” bei 80 TWh liegt! Oh, Ooh Herr Röttgen was machen wir dann?

Übrigens gibt die Broschüre das langfristig, realisierbares, nachhaltiges Nutzungspotential im Strombereich mit insgesamt 128,3% vom derzeitigen(2010) Bruttostromverbrauch an. Wir dürfen also garnicht alle Potentiale nutzen oder wir müssten unseren EE-Strom an Frankreich exportieren. Aber keine Angst die Potentiale für Wärme liegen nur bei 61,1% und bei den Kraftstoffen sogar nur bei 14,5% des aktuellen Verbrauchs. Bei der Wärme spielt natürlich die Dämmung eine gravierende Rolle und bei der Mobilität gehen wir ja davon aus, daß diese zum Großteil elektrisch sein wird. Also dann brauchen wir vielleicht doch die vorhandenen Potentiale.

Deutschland exportiert auch in 2011 noch Strom!

19. September 2011

Acht Atomkraftwerke waren am Netz und wurden in 2011 da müssen doch in Deutschland die Lichter ausgehen. Oder zumindest die Länder mit viel Atomkraftwerken werden uns überschütten mit “billigem” Atomstrom. Jetzt gab es mal wieder eine Lehrstunde von Statistik Interpretation. Der Focus hat nämlich festgestellt “Deutschland hängt am französischen Stromtopf”. Der Focus picken sich halt nur die beiden Zahlen was Frankreich und die Tschechei an Strom nach Deutschland geliefert hat aus der Statistik des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW). Eine Statistik sollte man allerdings komplett lesen, vor allem wenn sie so übersichtlich wie die vom BDEW ist.
Strom Im- und Export 2011

Wenn man sich also die komplette Bilanz des ersten halben Jahres 2011 anschaut stellt man fest:

Deutschland hat zwar 24.825 Mio. kWh Stunden Strom importiert aber an andere Länder wurden 28.995 kWh Strom geliefert. Unter dem Strich also mehr als 4.000 Millionen Kilowatt Stunden Strom wurden aus Deutschland exportiert. Immer dran denken ohne die acht abgeschalteten Atomkraftwerke wurde dieser Stromexport geschafft!

Dem armen Focus passt dies natürlich nicht. Anzeigen werden nun mal von den vier großen Konzernen geschaltet. Die Anzeigen die von den Besitzern der 25.000 Windräder oder der 1.000.000 Photovoltaikanlagen geschaltet werden halten sich in Grenzen!

Es bleibt also dabei Deutschland exportiert Strom! Die Größenordnung entspricht in etwa einem weiteren Atomkraftwerk! Wir hätten also locker neun Atomkraftwerke abschalten können und damit Focus endlich sich freuen kann hätten wir noch mehr abschalten können und den Strom tatsächlich aus Frankreich und Tschechien beziehen können. Warum ist es eigentlich so verwerflich Strom zu importieren? Die Schweizer kaufen doch auch Strom bei uns dem Ressourcenarmen Deutschland. Wollen die vielleicht die Emmissionen nicht haben?

Na ja für heute reichts mal wieder. Immer schön aufpassen wenn mal wieder eine Statistik von “Experten” interpretiert wird…

Übrigens wird die Menge des EE Stroms täglich größer. In Deutschland werden täglich ca. 500 Photovoltaikanlagen und drei Windräder an das Stromnetz angeschlossen. :-)

Elektrisch von Paris nach Prag - WAVE

11. September 2011

Sie fahren wieder die Elektro Fahrzeuge auf Einladung von Louis Palmer. Der pfiffige Elektrofahrzeugfahrer läd dieses mal zur WAVE (World Advanced Vehicle Expedition) ein. Wie immer sind die Spielregeln nicht ganz klar aber was solls auch. Hauptsache es macht Spaß und alle kommen mit Ihren Elektro Fahrzeugen am Ziel in Prag an.

Immerhin fahren dieses mal 20 Teams die Strecke und mein persönlicher Favorit ist “natürlich” Team 10. Die Odenwälder fahren mit ihrem Chinesen “Luis”!

Wer die Flitzer mal life erleben will, dem empfehle ich den 15.9.2011 um 16:30 Uhr da sollen die Fahrzeuge in Michelstadt am Rathaus halt machen.

Natürlich hoffe ich, daß es noch mehr Informationen rund um die Fahrzeuge und die Strecke geben wird. Momentan scheint die Tourleitung leider mehr mit der Organisation als mit der Dokumentation des Rennens beschäftigt zu sein. Auf Facebook kann man sich auch noch einklicken. Viel Spaß dabei und drückt allen “Team 10″ die Daumen.

Sonnenwand die nächste Runde

2. September 2011

Die Energiewende scheint bei vielen noch nicht angekommen zu sein. Nöö, Energiewende bedeutet für diese Menschen nichts. Sie sitzen weiter auf Ihren Terrassen und lassen den lieben Gott einen guten Mann sein. Was geht Sie auch das Geschehen auf der Welt an. Man ist ja für Erneuerbare Energien und damit hat man seine Schuldigkeit getan…

Wie bereits berichtet fand vorgestern die Sitzung des Umweltausschußes statt und der Bebauungsplansentwurf wurde erneut festgestellt. Jetzt dürfenwieder alle Träger öffentliche Belange und die Anwohner Ihre Stellungnahmen abgeben.

Die Presse berichtete erneut und der Südhessen Morgen gab der Einwender Familie erneut breiten Raum ihre Meinung zu verbreiten.

Da wird so getan als ob die Bedenken der Anwohner nie berücksichtigt worden wären. Dabei wurde gerade wegen dieser Familie und der Besonderheit des Grundstücks die Photovoltaikanlage an deren Grundstücksgrenze unterbrochen. Wegen den Einwänden der Familie wurden die Modulrahmen nachträglich schwarz gestrichen und es wurden insgesamt 10 Gutachten zu der Solarwand eingeholt und x Sitzungen, Bürgerversammlungen und Podiumsdiskussionen abgehalten.

In Bürstadt, im Sonneneck in der Sonnenstraße gibt es anscheinend auch den einzigen Punkt der Erde an dem tagsüber immer die Sonne scheint! Ansonsten müsste man ja nicht immer den Rolladen schließen. Aber Hoffnung habe ich ja denn den Einwendern ist die Lösung schon geläufig. Rolladen, Sonnenbrille, Markise und Sonnensegel…

Für die Energiewende wird es noch viele Eingriffe in die heile Welt der Terrassensitzer geben. Wir werden abwägen müssen was vorrangig ist. Vielleicht müssen auch feste Werte für die Blendwirkung ermittelt werden. Aber was auch notwendig ist ein aufeinander zugehen und akzeptieren auch von Allgemeininteressen!

In den Besprechungen wird immer wieder die eine Extrem Möglichkeit “Abriß der Photovoltaikanlage” ins Spiel gebracht. Ich meine dann müsste man auch mal überdenken wenn nur noch einer gegen die Photovoltaikanlage ist, ob derjenige in der Sonnenstadt, im Sonneneck in der Sonnenstraße noch am richtigen Platz ist oder nicht konsequenzen ziehen sollte.

Der “Angler” und die Photovoltaik

1. September 2011

Ich hab mich schon gefragt was hat der “Verband Hessischer Fischer e.V.” als Träger öffentlicher Belang zum Thema Photovoltaikanlage an einer Lärmschutzwand zu sagen. Deren Stellungnahme hat allerdings alles übertroffen was ich in diesem Bereich bisher erlebt habe und das will was heißen!

Vor fast 5 Jahrern hab ich die ersten Fotos der Lärmschutzwand gemacht, inzwischen ist die Photovoltaikanlage zwar realisiert aber die jurisitschen/verwaltungrechlichen Scharmützel gehen immer noch weiter. So auch gestern abend im Umwelt- und Stadtentwicklungsausschuss der Stadt Bürstadt. Dort bin ich ja seit der letzten Kommunalwahl wieder gewähltes Mitglieder der grünen Fraktion.

Aber zurück zu den Anglern. Ich gebe den kompletten Wortlaut der Stellungnahme wieder.

“Wir bedanken uns für die Beteiligung an dem im Betreff genannten Bauleitplanungsverfahren. Die von uns zu vertretenden Belange des Natur- und Umweltschutzes werden von der (im Übrigen bereits realisierten) Photovoltaikanlage nicht berührt.
Insbesondere ist die Entfernung zu den nächsten Oberflächengewässern mit 1,23 bzw. 1,5 km groß genug: Die von Photovoltaikanlagen bereits mehrfach beschriebene Gefahr, dass die schillernden Oberflächen von Wasserinsekten fälschlich als Wasseroberfläche identifiziert und zur (vergeblichen) Eiablage genutzt werden können, ist vorliegend nicht gegeben. Wir haben daher weder Anregungen noch Bedenken.”

Mann haben wir da Glück gehabt! Man stelle sich vor es wäre ein Anglerteich in 300 - 400 Meter Entfernung gewesen! Was wäre dann die Forderung gewesen? Ein Hinweisschild für Wasserinsekten “Hier keine Eier ablegen!”. Oder wäre die Photovoltaikanlage aus naturschutzrechtlichen Gründen verboten worden? Hätten wir einen Ausgleich schaffen müssen in Form von Wasserpfützen in denen die im hessischen Ried allseits geliebten Schnaken ihre Brut ablegen können?

Ich weiß es nicht und eigentlich will ich es auch nicht wissen.

Diese Stellungnahme des hessischen Fischer Verbandes bringe ich deshalb um zu zeigen. Vielen ist noch nicht bewußt was auf uns zukommt. Welche Veränderungen notwendig sind um die Klimaveränderung aufzuhalten, die Ressourcenendlichkeit zu überweindung und unseren Lebensstandart zu erhalten. Es wird ein Umdenken geben müssen und wir werden unsere Landschaft verändern. Ich nehme gerne Rücksicht auf Natur aber irgendwo sind Grenzen erreicht. Entlang des Rheins werden mit chemischen Mitteln massig die Stechmücken bekämpft vielleicht sollten wir dort vermehrt Solaranlagen im großen Stil bauen dann sparen Giftcocktails und bekämpfen die Stechmücken auch…

Aus, Aus, Aus! Biblis Block A und B bleiben Aus!

31. August 2011

Es gibt Tage da kommt es ganz dicke.

Biblis A+B bleiben endgültig aus (Bundesnetzagentur pdf). Es ist ein wahnsinnsgefühl auf meiner Terrasse zu sitzen die Sonne zu genießen (auch wenn sie blendet!) und diesen Augenblick zu genießen. Ich kann die Jodtabletten endgültig in den Restmüll werfen. Die ersten Glückwünsche von Mitstreitern aus ganz Deutschland trudeln ein und ich weiß gar nicht wie mir geschieht.

Biblis A+B sind Geschichte!

Parallel dazu wird in Bürstadt von beiden Presseorgane die Blendung der Solarwand hochgespielt.

Bürstädter Zeitung: “Und sie blendet doch…” und Südhessen Morgen noch theatralischer: “Gleißendes Licht quält Familie”

Wohlgemerkt wir reden von Sonneneinstrahlung die nach dem auftreffen auf ein Solarmodul weitergeleitet wird und der Betroffenen Familie die Terrasse erhellt!

Eigentlich fällt mir momentan zu beiden Themen nix mehr ein. Sie machen Sprachlos. Zumindest zur Solarwand werde ich heute abend im Bürstädter Umweltausschuß meine Meinung dazu abgeben. Schließlich bin ich ja wieder mal demokratisch gewählter Stadtverordneter in Bürstadt. Da werde ich von der tollen Sonneneinstrahlung die momentan direkt auf meine Terrasse schein und mich quält berichten.