Motivationsfilm für Kleinkredit

Ich bin ja schon einigen Jahre auf KIVA aktiv und vergebe Mikro-Darlehen. Da die Darlehen immer wieder zurückgezahlt wurden konnte ich inzwischen mehrere hundert Darlehen vergeben. Das hört sich viel an, ist es aber nicht weil ich meist die Minimalsumme von 25 Dollar vergebe!

Da ich auch schon einige motiviert habe ebenfalls als Geldgeber einzusteigen sind dadurch inzwischen auch schon mehr als 100 Darlehen entstanden.

Natürlich bin ich mit meinen Beiträgen “nur ein kleines Licht” wenn ihr euch die Summen anschaut die über KIVA seit 2005 gelaufen sind. Die Summe aller Darlehen übersteigt inzwischen 600 Millionen Dollar! Wer mehr wissen möchte im Blog einfach nach KIVA suchen ich hab schon einige Anleitungen geschrieben. Oder mich halt anmailen. Ich helfe gern. Denn mein Problem von Anfang an bis heute ist, dass die Homepage “nur” auf englisch vorhanden ist…

Auch der Neueste Motivationsfilm von KIVA liegt mir nur auf Englisch vor aber ich empfehle in trotzdem, denn eigentlich ist es ganz einfach… schaut selbst!

Wie gesagt wer Bock hat ebenfalls diesen Menschen direkt zu helfen einfach melden. Momentan sind eine ganze Menge Menschen im System eingetragen die gerne ein “Solar charging system” kaufen wollen. Wäre doch toll wenn durch diesen Artikel diese Solarsysteme eine Finanzierung finden würden.

Hessische Landesregierung prüft Haushaltskonsolidierung 2015 mit “Goldenem Melkschemel”

Dank der Hervorragenden Vorarbeit des Hessischen SPD Landtagsabgeordnten Marius Weiß wurde vorab bekannt, wie die schwarz/grüne Landesregierung im Jahr 2015 die Haushaltskonsolidierung vorran bringen möchte. Der “Grüne-Touch” ist klar erkennbar!

Worum geht es:
Es geht um den “Goldenen Melkschemel” der in jedem Jahr auf dem Hessentag in einem Melkwettbewerb ausgelobt wird. Dank der kleinen Anfrage vom 23.6.2014 vom Abgeordneten Weiß (Drucksache 19/541) wurde publik: Die Hessische Landesregierung prüft zur Haushaltkonsolidierung den Goldenen Melkschemel zu gewinnen um in anschließend zu versilbern.

Keine Angst ich bin nüchtern beim schreiben dieses Artikels.

Aber das Wettmelken an der Holzkuh “Hessica” hat ein politisches Nachspiel. In 2014 wurde die Chance vertan bereits in diesem Jahr den Coup der Haushaltssanierung zu landen. Die Vorbereitungszeit war zu kurz, schrieb zumindest Dr. Beatrix Tappeser und so kam es wie es kommen musste die Hessische Milchkönigin gewann mit einer sagenhaften Melkleistung von 370 Milliliter den diesjährigen Wettstreit um den “Goldenen Melkschemel”. Mit ist nicht bekannt was die Hessische Milchkönigen mit dem “Goldenen Melkschemel” gemacht hat? Vielleicht kann einer meiner Blogleser dazu mehr sagen? Es würde mich freuen.

Genossen machen in Biogas (ohne Banken!)

Dass Energiegenossenschaften Photovoltaikanlagen betreiben ist inzwischen schon allgemein anerkanntes Wissen. Vereinzelt gibt es auch schon Genossenschaften die Windenergieanlagen betreiben aber zu den PV und Windkraftwerken auch noch eine Biogasanlage zu betreiben ist mir nur eine Genossenschaft bekannt. Die Energiegenossenschaft Starkenburg eG (ES)!

Die betreiben inzwischen 680 kWp Photovoltaikanlagen (10 Anlagen), haben ein Windrad (2,5 MW), ein halbes Windrad (51% von 2,05 MW), ein 10% Anteil an einem anderen Windpark mit 4 MW und last but not least ein 0,2% Anteil an einem Park mit 16 MW und jetzt kommt die Biogasanlage mit 370 kW elektrisch und 386 kW thermisch dazu!!!! Suuupper gemacht.

Es freut mich natürlich dass “meine” Genossenschaft, die wir mit 13 Personen 2010 gegründet hatten, sich so prächtig entwickelt. Mit der Übernahme der Biogasanlage in Lorsch von dem Energieversorger HSE AG aus Darmstadt kommt ein völlig Neues Gebiet der Erneuerbaren Energien zum Geschäftsfeld der ES. Mit der ES und den Landwirten vor Ort wird damit wieder einmal aufgezeigt wie lokale Wertschöpfung funktioniert! Wer wenn nicht die Menschen vor Ort wüssten am besten wie Biomasse zu Biogas verwandelt werden kann? Die Absprache zwischen den Landwirten auf Basis einer langjährigen Zusammenarbeit auf vielfältigen Gebieten wird sich auch hier als nachhaltig und gewinnbringend für alle erweisen.

Aber der ES gelingt (so wie es jedenfalls derzeit aussieht!) erneut Husarenstreich, denn das benötigte Kapital wird wie bisher alle anderen Projekte auch nur durch Bürger finanziert!

OHNE BANKEN!

Es sind mehr als 1 Million Euro von 131 Genossen bereitgestellt und täglich wird es mehr…
Diese Beteiligungsform ist für mich als ideal anzusehen. Natürlich sollen alle die an der Energieerzeugung sich engagieren einen Profit erzielen. Aber dieser Profit soll vor Ort bleiben. Bei denjenigen die sich untereinander kennen und nicht in irgendwelche Konzernzentralen abwandern!
Aber ich brauche nicht alles erneut zu beschreiben, auf der Homepage der Energiegenossenschaft Starkenburg eG ist alles bis ins Detail zum Projekt für jeden Bürger einsehbar. Aber immer dran denken! Die Energiegenossenschaft Starkenburg arbeitet nach dem Zwiebelschalenprinzip!

Erst werden diejenigen gefragt die im oder um oder nahe beim Kraftwerk wohnen.
Dann die Nachbarn und Genossen die bereits in der ES engagiert sind und erst dann können die “weiter entfernt” wohnenden Menschen zum Genossen bei der ES werden. Lokales Prinzip halt.

Oder auf Neudeutsch: Einfach Supergeil! ES halt.

Fuhrpark ökologisch erweitert!

So jetzt ist mein Schwarzer Blitz da! Gut ich geb zu mehr schwarz als Blitz aber ich hab meinem Fahrrad mal diesen Namen gegeben. Obwohl ich nach intensiven Gesprächen mit meinem Schwarzen Blitz feststellen musste, mein Schwarzer Blitz will nicht Twittern! (Gruß an Cornelia und ihrer “Wiener Gazelle“).Allerdings ist auch die Wiener Gazelle ziemlich sprachfaul geworden! ;-)

Jetzt aber zum Bild von meinem Schwarzen Blitz
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Wie ihr erkennen könnt, vollkommen ökologisch ohne E-Motor! Voll powerd by Sonnenflüsterer! Aber mit dem obligatorischen “Körbchen”. Ich beabsichtige ja “Waren” (z.B. Brötchen) zu transportieren und nicht nur “sinnlos” durch die Gegend zu fahren und schon gar nicht im Kreis rumfahren… Ihr seht auch mein Schwarzer Blitz hat eine Fahrradbox zum unterstellen! Allerdings steht mein Schwarzer Blitz noch alleine in der Box. Die Partnerin mit der extravaganten Farbe (wie sollte es auch anders sein!) muß erst noch gefertigt werden. Mein Sonnenschein hat sich beim Kauf natürlich die etwas buntere Variante (Aubergine!) von Rad gewünscht… Dauert halt etwas länger…

Somit ist mein Schwarzer Blitz zumindest in der Box noch alleine. Aber es gibt ja noch den Sonnenflüsterer Smarti!
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Der Smarti und der Schwarze Blitz stellen mein Fuhrpark da. Wobei ich noch elektrisch (kleiner Scherz am Rande!) unterwegs bin mit meiner Bahn-Card! Aber da bin ich am überlegen ob ich die überhaupt noch benötige…

Mit meinem Schwarzen Blitz habe ich neben den ersten tourisitschen Touren tatsächlich schon Fahrten gemacht die früher mit Smarti erfolgten! Eine direkte Einsparung von Diesel also… Wobei wenn ich mir die Ökobilanz anschaue (Produktion von Fahrrad und Fahrradbox!) ich sicherlich noch lange strampeln muß bis ich in den positiven Bereich komme. Aber wie immer langfristig denken und vor allem: Es tut ja soo gut an der frischen Luft Rad zu fahren…

Übrigens auf der ersten Fahrt vom Fahrradladen in Bensheim nach Hause wurde ich klitschnaß. Muss ja auch mal sein…

 

Energieintensive Betriebe zu den Energiequellen!

Warum wird immer nur in eingefahrenen Schienen diskutiert?

Ist der Netzausbau die einzige Alternative? Oder können wir auch mal über die Verlagerung von Energieintensiven Firmen reden? Wäre es nicht sinnvoll die Energieverbraucher dort anzusiedeln wo die Energie produziert wird?

Ich weiß jetzt geht das Geschrei los, wir können doch nicht eine komplette Firma verlegen! Ja warum denn nicht? Wir werden noch viel mehr verändern müssen, warum dann nicht einen energieintensiven Produktionsstandort zur Energiequelle verlagern?

Ich nehme jetzt nur mal so als Beispiel die BASF in Ludwigshafen. Ich hab einen Ausschnitt aus Googl-Maps vom jetzigen Gelände in Ludwigshafen als Beispiel:
BASF

Sicherlich wurde BASF an diesem Standort errichtet weil der Rhein zum einen für den Transport interessant war. Aber auch weil das Wasser für die Kühlung und leider auch zur Aufnahme von Abwässern ideal war. Wir wollen aber hin zu 100% Erneuerbaren Energien und da muss es auch mal möglich sein über Veränderungen zu reden. Warum sollte es nicht möglich sein bei der Schaffung neuer Produktionsstätten über einen anderen Standort nachzudenken? Dort wo die Energie erzeugt wird müsste es doch kostengünstiger sein zu produzieren? Wenn die BASF natürlich weiterhin an ihrem Stammhaus produziert, muss die Erneuerbare Energie angeliefert werden. Wie wir allerdings wissen beteiligen sich große Energieintensive Firmen weder an der EEG Umlage noch am Netzausbau. Die Stromproduktion aus Erneuerbaren Energien um das BASF Werk rum ist allerdings sehr beschränkt. Weder die Windverhältnisse noch die Flächen für Photovoltaik sind vielversprechend für ein energieintensives Unternehmen. Was liegt also näher als für die Zukunft zu sagen wir schaffen dort neue energieintensive Produktionsstätten wo die Energie auch produziert wird?

Dass dort viel Energie benötigt wird hab ich schon einmal vor gut fünfeinhalb Jahren geschrieben. Damals ging es noch um den Neubau vom Kohlekraftwerk Block 9 in Mannheim und ich habe die inzwischen zwölf Jahre alte Studie von CDU und FDP ausgekramt in der man der Meinung war weitere 60 Atomkraftwerke in Deutschland zu bauen um die CO2 Reduktionen hinzubekommen. Wohlgemerkt diese Grafik wurde in einer Studie vor 12 Jahren veröffentlicht! In der Studie wurde ein Atomkraftwerk in Ludwigshafen vorgeschlagen und die “Prozesswärme” aus dem AKW sollte in dem energieintensiven Betrieb genutzt werden. Wenn solche Gedanken vor 12 Jahren legitim waren, warum sollten wir heute nicht mal drüber nachdenken energieintensive Betriebe bei den Kraftwerken der Erneuerbaren Energien anzusiedeln?

Klare verständliche Worte zum EEG

Ich hab schon viel gelesen zum EEG 2014 und zur Deutschen Energiewende. Aber im Interview der Neuen Energie (August 2014 S. 15, oder teilweise online) sind mir die Antworten von Paul Gipe besonders aufgefallen. Seine Sprache ist so klar und eindeutig, dass ich seine 3 Antworten hier gerne noch alleine darstellen möchte. Die Neue Energie hatte diese drei Fragen an Klaus Rave, Dörte Fouquet, Anil Kane, Andrew Garrad und eben an Paul Gipe gestellt. Ich will die Antworten der anderen nicht schmälern, aber wer meinen Blog liest, weiß ich liebe die klaren, verständlichen und eindeutigen Worte… ich wünsche euch ebenso viel Spaß wie ich ihn hatte!

1. Wie schätzen Sie die Bedeutung der deutschen Energiewende und des EEG für die internationale “Energy Transition” ein?
Paul Gipe: Die Energiewende und das EEG, das sie ermöglicht hat, sind Deutschlands Geschenk an die Welt. Und wir sind außerordentlich dankbar. Deutschland hat gezeigt, dass es gelingen kann, dass wir einen Wechsel von fossilen Brennstoffen und Atomenergie zu erneuerbaren Energien bewerkstelligen können, und das sehr viel schneller, als irgendjemand von uns sich das jemals vorgestellt hat. Andere Nationen reden viel und schlagen sich großspurig auf die Brust, aber Deutschland handelt – mit Windturbinen auf dem Land, Biogasanlagen auf den Feldern und Solaranlagen auf den Dächern. Deutschlands Leistungen inspirieren. Sie geben uns Hoffnung. Sie geben uns ein lebendes, atmendes Beispiel von einem Volk, das eine erneuerbare Zukunft direkt vor unseren Augen baut. Wichtiger und oft übersehen:
Die Deutschen haben gezeigt, dass erneuerbare Energie die Ressource der Menschen ist. Sie ist die Ressource des Volkes, durch das Volk und für das Volk. Darin ist Deutschlands Energiewende revolutionär. Thomas Jefferson, einer unserer Revolutionsführer, wäre stolz. Er würde der deutschen Demokratisierung der Stromerzeugung durch das lokale Eigentum erneuerbarer Energie applaudieren.

2. Wie bewerten Sie die Änderungen durch die aktuelle EEG-Reform, insbesondere die angekündigte Umstellung von festen Einspeisevergütungen auf Ausschreibungen ab 2017?
Paul Gipe: Katastrophal! Die Feinde erneuerbarer Energie, die Reaktionäre in den fossilen und atomaren Industrien außerhalb Deutschlands jubeln. Nur eine komplette deutsche Verleugnung der Energiewende hätte sie mehr gefreut. Diese rückschrittlichen Kräfte sagen eine solche Handlung seit Jahren vorher und haben Deutschland gezielt verschmäht. “Die Deutschen werden zur Vernunft kommen und diesen Nonsens beenden”, haben sie gesagt. Der Bundestag hat unwissentlich ihre Prophezeiung erfüllt.

3. Wie wird sich die Reform Ihrer Meinung nach auf die deutsche Energiewende und ihren Einfluss im Ausland auswirken?
Paul Gipe: Trotz frommer Erklärungen von Koalitionspolitikern kennen unsere Feinde – und das sind ein paar der mächtigsten Organisationen des Planeten – die Wahrheit. Sie haben eine neue Waffe gegen erneuerbare Energie und deren lokalen Besitz: Deutschlands Rückzug. Industrieanalysten und alle, die zwischen den Zeilen lesen können, wissen was wirklich passiert ist. Alle Begründungen, die CDU/CSU und SPD angeführt haben, sind Märchen. Wenn es um die Kosten ginge, warum dann der Deckel auf Onshore-Windenergie? Wenn es um die Netzintegration ginge, warum dann der Stopp beim Biogas? Nein, hier ging es darum, den Etablierten Marktanteile zu sichern, genau jenen Unternehmen, die die Energiewende lange abgelehnt haben. Es ging darum, die Energiewende zu verlangsamen, weil sie zu weit fortgeschritten ist, um noch gestoppt zu werden.

Nochmals vielen Dank an die Neue Energie für dieses tolle Interview und besonders die klaren Worte von Paul Gipe. Ich unterschreibe alle seine Aussagen würde allerdings widersprechen, “der Bundestag hätte unwissentlich die Prophezeiung erfüllt”, ich bin der Meinung der Bundestag wusste genau was er mit diesem bescheidenen EEG anrichtet!

Hageltest und Hagelschäden bei Photovoltaiksolarmodulen

ralosHistory 12.11.2008 (erste Veröffentlichung)

Was passiert mit den Solarmodulen wenn es hagelt?

Eine der Top-Ten Fragen von Photovoltaikinteressenten. Nur “nichts” zu sagen würde die Bedenken des Interessenten nicht ausräumen. Aber eigentlich ist es so. Ein “normaler” Hagel führt zu keinen Schäden an den Photovoltaik Modulen. Es müssen schon extrem große “Eiskugeln” sein die den Solarmodulen etwas anhaben können. Wie groß ist dann immer die Frage…

Das kommt natürlich drauf an in welchem Winkel die Hagelkörner auf die Solarmodule auftreffen. Bei der normalen Schrägstellung von ca. 30 Grad der Solarmodule wird schone einiges an Energie beim Aufprall auf die Schräge genommen.
Wer es ganz genau wissen möchte der kann sich natürlich auch die Hageltest Kennzahlen vom Prüfzertifikat nach IEC 61215 von der TÜV Rheinland Group anschauen. Darin wird festgelegt, dass der Hageltest mit 25 mm großen Eiskugeln erfolgen muss diese werden mit einer Geschwindigkeit von 23 m/s (mehr als 80 km/h) auf 11 Stellen des Solarmoduls geschossen werden…

Das halten alle Module aus!!!

Solche “Hageltests” werden natürlich mit allen Werkstoffen (Ziegeln, Verglasung, Faserzement, Sonnenschutzvorrichtungen)  die auf Dächern oder Fassaden verbaut werden durchgeführt. Für die Prüfung solcher Tests gibt es spezielle Hagelbeschussanlagen. Diese Anlagen beschießen mit weitgehend naturgetreuen Eiskugeln die Prüfstoffe. Für die verschiedenen Bauteile werden Hagelwiderstandsklassen festgelegt.

Aus dem Nähkästchen von Ralos geplaudert können wir sagen, dass Hagelschäden obwohl wir bereits ein paar tausend Photovoltaikanlagen gebaut haben erst bei einer Anlage aufgetreten sind. Wenn die Module dann noch auf dem privaten Häuschen installiert sind übernimmt die normale Gebäudeversicherung die Kosten. Trotz intensiver Suche ist es mir nicht gelungen ein Bild zu finden auf dem zerschlagenen Solarmodule und die verursachenden Hagelkörner zu sehen sind.
Vielleicht machen wir uns da viel zu viel Gedanken.

Weltweite Elektroenergieversorgung durch Photovoltaik – Kein Problem!

ralosHistory 11.11.2008 (erste Veröffentlichung)

Seit Jahren sperren sich die Energieversorger gegen jegliche Formen der Erneuerbaren Energien. Wo sie nur können, versuchen sie den Ausbau abzubremsen und gebetsmühlenartig wiederholen sie den Satz: „Es ist technisch einfach nicht möglich eine Stromversorgung zu einem großen Teil über Erneuerbare Energien zu gewährleisten.“

Das würde ich natürlich als großer Energieversorger auch sagen, zum Glück bin ich aber keiner. So ist mein Blick durch veraltete Technologien wie Atomkraft oder Stromerzeugung durch Verbrennung fossiler Rohstoffe auch nicht vernebelt und ich kann mir ein Bild über neue und sinnvolle Technologien machen.

Eine Stromversorgung über Erneuerbare Energien ist möglich, es besteht sogar die Möglichkeit, die weltweite Stromversorgung rein durch Photovoltaikanlagen sicherzustellen. Glauben Sie nicht? Ich kann’s beweisen!

Nehmen wir uns einmal den weltweiten Stromverbrauch des Jahres 2004. Dieser lag ungefähr bei 16.330 Terrawattstunden. Der durchschnittliche Stromertrag einer Photovoltaikanlage mit einer Nennleistung von einem Kilowattpeak liegt bei 800 Kilowattstunden pro Jahr. Um eine Photovoltaikanlage mit einer Nennleistung von einem Kilowattpeak installieren zu können benötigen wir eine Fläche von ca. 8m². Um den Stromverbrauch des Jahres 2004 decken zu können, wäre also eine Fläche von 163.300 km² nötig. Das entsprich knapp der Hälfte der Fläche der Bundesrepublik Deutschland oder 2 % der Fläche der Sahara! Platz ist also genug da.

Da irgendwo auf unserer Erde immer die Sonne scheint, können weltweit dezentral errichtete Photovoltaikanlagen auch rund um die Uhr Strom produzieren.

Der gut informierte Zweifler würde jetzt sicherlich einwenden, dass die Verluste durch Stromtransfer in Deutschland (über knapp 1000 km) schon zwischen 12 und 30 % (je nach Studie) liegen und eine weltweite Verteilung damit unökonomisch oder gar unbezahlbar wäre. Mein Blick ist wie gesagt nicht durch veraltete Technologien getrübt und ich kann mich daher auf neue Technologien konzentrieren. Eine dieser Technologien ist die High Voltage Direct Current Technologie mit Verlusten von ca.  3 % je 1000 km. Hierbei wird Gleichstrom mit einer hohen Spannung transferiert. Die Firmen Siemens und ABB bauen derartige Leitungen bereits heute. Mit einer derartigen Technologie ist ein weltweiter Stromtransfer möglich.

Jetzt müssen wir nur noch Möglichkeiten finden, mit den einzelnen Lastarten (Grundlast, Mittellast und Spitzenlast) richtig umgehen zu können. Die Grundlast kann auf jeden Fall mit photovoltaisch erzeugtem Strom gedeckt werden, irgendwo auf dieser Erde scheint ja immer die Sonne. Die Mittellast kann ebenfalls fast vollständig durch Photovoltaik gedeckt werden. Die nicht gedeckten Teile der Mittellast wie auch die Spitzenlast können wie bereits heute über Pump- & Druckspeicher Kraftwerke und ein intelligentes Energiemanagement gedeckt werden. Beispielsweise besitzen wir viele elektrische Geräte welche innerhalb eines verhältnismäßig langen Zeitraumes betrieben werden könnten. Eine Wasch- oder Geschirrspülmaschine beispielsweise wird morgens eingeschaltet und um 18 Uhr abends muss sie fertig sein. Der Energieversorger hat über eine Netzwerkähnliche Steuerung (hierzu kann das Stromnetz auch heute schon verwendet werden) nun die Möglichkeit die Maschinen Tagsüber einzuschalten, und zwar dann, wenn der Strom vorhanden ist. Wenn wir nun noch eine ständig wachsende Zahl an Elektroautos haben, so wird einen bestimmter Prozentsatz immer zu Ladezwecken ans Stromnetz angeschlossen sein. Über diese dann gigantische Akkukapazität können Teile der Mittellast und die Spitzenlast dann ebenfalls gesteuert werden.

Natürlich ist diese Betrachtung recht oberflächlich, beweist jedoch eindeutig, dass die weltweite Elektroenergieversorgung durch Photovoltaik technisch/technologisch auch heute schon möglich ist. Über diese Thematik wurden schon einige Studien veröffentlicht, in denen teilweise in die Selbe oder ähnliche Richtung gedacht wurde. Letztendlich gibt es ja zusätzlich noch viele weitere sinnvolle Möglichkeiten den Strom aus erneuerbaren Quellen zu erzeugen. Wir sind auf dem Weg in das Zeitalter der Erneuerbaren Energien, jeden Tag arbeiten wir von Ralos weiter daran, dieses Zeitalter näher rücken zu lassen.

Drei Termine für MPS-Energiegespräche Bergstraße fest!

Ich hab jetzt endlich drei Termine für unsere MPS Energiegespräche Bergstraße jeweils im “Restaurant Stadtgraben” in Heppenheim, Gräffstraße 8 reserviert. Damit sind die Veranstaltungen in der zweiten Jahreshälfte 2014 fest. Los geht es demnächst am Donnerstag den 28.8.2014 um 19 Uhr. Da werde ich einen Kurzvortrag zum Thema wie geht es weiter bei den Erneuerbaren Energien halten. Es wird tatsächlich ein sehr kurzer Vortrag werden, denn ich möchte etwas Neues ausprobieren. Der Vortrag wird nach den “Pecha Kucha Regeln” abgehalten. Ein Pecha Kucha Vortrag (Power Point) besteht aus 20 Bildern á 20 Sekunden. Jedes Bild wird exakt 20 Sekunden gezeigt, die Bilder wechseln automatisch, ich habe keinen Einfluss darauf. Das bedeutet nach 20*20 Sekunden oder genauer gesagt 6 Minuten 40 Sekunden ist der Vortrag beendet!

Das wird spannend ob die Zuhörer damit zufrieden sind! Ich probiere es jedenfalls aus und wenn es gut ist werden wir solche “Appetithappen Vorträge” öfter anbieten. Auf jeden Fall ist damit gesorgt, dass genügend Zeit für Fragen der Zuhörer und Diskussionen mit dem Referenten (mir!) aber auch unter den Zuhörern vorhanden ist. Also am besten anmelden im Doodle damit wir planen können.

Vorgemerkt können die zwei anderen Termine schon. Am 26.9.2014 um 19 Uhr steht der Referent noch nicht fest. Aber am 31.10.2014 ebenfalls 19 Uhr wird Dr.-Ing. Peter Kosack von der Technischen Universität in Kaiserslautern seinen Impulsvortrag “Das Energie-Autonomie-Haus” vortragen. Also wie ihr seht es geht weiter! Ich würde mich natürlich sehr freuen wenn ihr euch bald anmeldet und auch zahlreich (Platz für 75 Zuhörer ist vorhanden!) kommen würdet.

 

Angela Merkel und Sigmar Gabriel werden lügen!

Ich weiß noch nicht wann, aber die Lüge wird kommen. Sie werden erzählen, dass durch das Schnelle, konsequente handeln der GroKo die EEG Umlage nicht mehr steigt und im Gegenteil sogar gekürzt werden kann. Dass dies eine Lüge wäre möchte ich aufzeigen.

Wer sich den Kontostand des EEG Umlagenkonto anschaut stellt fest aktuell ohne (oder zumindest wenig) Einflüsse durch das EEG 2014 hat sich das EEG Konto ordentlich gefüllt. Hatten wir im Juli letzten Jahres noch fast 2 Milliarden Euro Minus so wurden innerhalb eines Jahres daraus 2 Milliarden Plus!

Es wurden also 4 Milliarden mehr eingenommen wie ausgegeben. Das würde auch so bleiben! Wenn nicht die EEG 2014 Deformation stattgefunden hätte. Jetzt weiß erst mal keiner mehr wie es weitergeht mit dem EEG Konto. Zumindest längerfristig die nächsten zwei/drei Jahre. Es kommt drauf an wieviel zugebaut wird. Bei Offshore Wind und Onshore Wind wird hierbei die Größte Unsicherheit sein! Die Planer solcher Projekte werden so schnell als möglich ihre Parks an das Netz bringen. Dem einzelnen Projektierer ist es egal ob dadurch irgendein Deckel gerissen wird und die nachfolgenden Projekte weniger Einspeisevergütung bekommen. Jeder ist sich selbst der nächste! Wenn die Projekt erst in die Direktvermaktung oder Ausschreibungsverfahren müssen dürften viele Projekte unrentabel sein und die bereits ausgegebenen Planungskosten sind verloren.

Deshalb wird es ein Windboom in den nächsten zwei Jahren geben. Danach Flaute. Die Mitarbeiter in den Projektierunternehmen werden schuften bis zum Umfallen um danach in die “wohlverdiente Arbeitslosigkeit” zu gehen. Alles schon erlebt in der PV-Branche.

Allein in den ersten 7 Monaten 2014 wurden 3,3 Milliarden Euro mehr auf das Konto wie im Vorjahr eingezahlt! Das sind mehr als 17% mehr. Wer sich die Kurven des EEG-Kontos anschaut erkennt klar, die EEG Umlage wurde viel zu hoch angesetzt. Vor der Wahl! Dies war Absicht der schwarz/gelben Koalition. Viele haben dies bereits damals angeprangert. Jetzt werden die “Früchte” dieses Schachzugs eingefahren. Die EEG Umlage könnte gesenkt werden…wenn da nicht die Unklarheit wäre…was mit dem Wind passiert.

Der enorme Ausbau der Windenergie in 2014-2016 wird sich allerdings auf dem EEG Konto erst 2017 auswirken. Vor allem die Offshore Kilowattstunden schlagen sich ja mit hohen Vergütungen auf dem Konto nieder. Die Onshore Windräder sind ja die “Billigstomlieferer” der Erneuerbaren Branche. Also erst wenn die Offshore Windräder richtig liefern wird das EEG Konto wieder richtig geplündert. Was ich nicht abschätzen kann ist die weitere Entwicklung der vielen kleinen EEG 2014 Schweinerein die natürlich alle Auswirkungen auf das Konto haben…

Aber warten wir erst mal ab wann Angela Merkel und Sigmar Gabriel die Lüge “die EEG-Umlage steigt nicht mehr Dank der EEG-2014 Deformation” verkünden. Ich bin gespannt ob es noch in 2014 sein wird!